Angst vor Topiramat (Bananabelle)

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  • Bananabelle
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    Beitragsanzahl: 9

    Hallo,
    Ich bin 25 Jahre alt und arbeite als Sozialpädagogin im Jugendamt. Ich leide seit der 5.Klasse an Migräne mit Sehstoerungen,starken Kopfschmerzen,Lichtempfindlichkeit und Übelkeit. Normalerweise hatte ich immer so alle 1-3 Monate einen Anfall und kam damit für klar.
    Seit einigen Monaten häufen sich die Anfälle immer mehr. Am Weihnachten hatte ich plötzlich einen Anfall über 3 Tage und seither 2-3 mal pro Woche Anfälle. Entspannung,Migravent und pflanzliche Mittel helfen nicht. Ich habe außerdem eine gut eingestellte Schilddrusenunterfunktion,Kreislaufprobleme wegen niedrigen Blutdruck und nehme die Pille. Ich habe ADHS und nehme seit da einen Monat Medikinet.
    Der Neurologe hat mir nun Topiramat 25 mg verschrieben, da Betablocker bei mir nicht in Frage kommen.
    Jetzt habe ich im Internet und in der Packungsbeilage zahlreiche Nebenwirkungen gelesen. Besonders besorgt mich die Gewichtsabnahme, da ich vor einigen Jahren eine akute Essstörung hatte und ich mit sehr viel Mühe wieder zunehmen musste.
    Hilfe!! Ich möchte die dauernden Anfälle dringend loswerden!
    Wie lange soll ich das nehmen und wie einfach kann ich es notfalls absetzen?

    Lg

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Willkommen, liebe Bananabelle. 🙂

    Es gibt eine große Anzahl gut verträglicher Prophylaxen, daher sollte man normalerweise Topamax nicht als erste Prophylaxe einsetzen.

    Bei einer Essstörung und dem Problem, Gewicht zuzunehmen, ist Topamax eindeutig kontraindiziert. Sprich mit Deinem Arzt erneut, dass Du diese Prophylaxe besser nicht nehmen solltest.

    Führst Du einen Kopfschmerzkalender? Wenn nicht, gleich mal starten. Die Schmerzklinik bietet eine kostenlose App an, die Migräne App.

    Was weißt Du sonst über Deine Erkrankung, über das Verhalten, Entspannungsübungen usw.?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo Bettina,
    Die Essstorung ist bereits seit einigen Jahren austherapiert und ich komme gut zurecht. Dennochbin ich mit meinen 62 kg bei 183 eher ein Leichtgewicht und möchte kein Gewicht verlieren.
    Ich habe bis jetzt Migravent, Globuli, Akupunktur, Sport, Yoga, Massagen, physiotherapie und einiges anderes ausprobiert. Leider ohne Erfolg.
    Ich bekomme die Anfälle unabhängig von Stress, Arbeit, Urlaub, Entspannung und Schlafverhalten. Ich führe auch ein Migränetagebuch.
    Ich habe schon immer einen sehr niedrigen Blutdruck und soll deshalb einige Medikamente nicht nehmen.
    Ich bin überfragt..
    Vielen Dank für deine Antwort!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 1 Woche von  Bananabelle.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Die Essstorung ist bereits seit einigen Jahren austherapiert und ich komme gut zurecht.

    Austherapiert ja, aber sie kann immer wieder mal durchkommen. Erst recht mit einem Medikament, bei dem fast alle abnehmen.

    Ich habe bis jetzt Migravent, Globuli, Akupunktur, Sport, Yoga, Massagen, physiotherapie und einiges anderes ausprobiert. Leider ohne Erfolg.

    Da sind auch einige komplett unwirksame Verfahren dabei. Du könntest trizyklische Antidepressiva nehmen, Sartane, Kalziumkanalblocker, SSRIs uvm.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo Bettina,
    Ja wegen dieser Bedenken habe ich auch noch nicht mit der Einnahme begonnen. Ich möchte auf keinen Fall einen Rückfall riskieren, auch wenn ich mich seit Jahren stabil fühle.
    Der Neurologe weiß das aber. Trotzdem bleibt er dabei, dass Topiramat das Mittel der Wahl wäre. Die anderen Medikamente sind mir bisher nicht bekannt.
    Der Arzt sagte, dass er nach Topiramat eine Antikörperspritze vorschlagen würde.
    Was ist das denn?
    LG

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Hallo Bananabelle,

    Ja wegen dieser Bedenken habe ich auch noch nicht mit der Einnahme begonnen. Ich möchte auf keinen Fall einen Rückfall riskieren, auch wenn ich mich seit Jahren stabil fühle.

    und genau so einen Rückfall würdest Du riskieren. Hattest Du Deinen Neurologen auf Deine Zweifel angesprochen? Wenn Du die anderen Medikamente nicht mal vom Namen her kennst, dann wurden sie auch nie mit Dir besprochen. Sonderbar …

    Der Arzt sagte, dass er nach Topiramat eine Antikörperspritze vorschlagen würde.

    Das kann er im Grunde gar nicht, da man, um Aimovig (lies bitte auch zum Thema, da gibts bereits sehr viele Infos) zu erhalten, eine gewisse Anzahl an Prophylaxen bereits erfolglos getestet haben muss. Auch Botox erhält man nicht, wenn man erst eine einzige Prophylaxe vorher hatte.

    Lies hier bei uns mal quer, besorge Dir auch den Patientenratgeber von Prof. Göbel und eigne Dir mehr Wissen an. Dann kannst Du auch besser argumentieren beim Arzt, der mir ein wenig fixiert auf Topamax zu sein scheint.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Wie gesagt, ich habe vorher meine Anfälle akzeptiert, da diese nicht so häufig waren. Ich war nun das erste Mal beim Neurologen und das war die Empfehlung. Ich habe meine Bedenken und meine Vorerkrankungen dort sehr deutlich angesprochen und bin in der Praxis ja auch wegen meinem Adhs in Behandlung. Ich bin nicht der Typ, der einfach mal so Medikamente einnimmt und habe deshalb selber recherchiert und dann Bedenken bekommen aufgrund der Nebenwirkungen,die mir mit meiner Vorgeschichte riskant erscheinen.
    Ich muss nun erstmal sacken lassen und da nochmal anrufen. Die Tabletten bleiben erstmal in der Verpackung. Ich erwarte ja eigentlich schon, dass mein Arzt sich über solche Risiken bewusst ist und mir entsprechendes verschreibt.
    Jetzt bin ich irgendwie schon sehr verunsichert.

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Bananabelle,

    ich habe bis vor 10 Jahren selber unter einer Essstörung gelitten und bin ähnlich wie du bis heute ein Leichtgewicht.
    Mir hat ein Arzt letzten Sommer vorgeschlagen zu fasten (in einer Naturheilkundeklinik als Therapie gegen die Migräne), obwohl das bei einer vorangegangenen Essstörung ein absolutes no-go ist. Bei mir hat das damals auch sehr viele Ängste geweckt und das obwohl ich seit Jahren keinerlei Gedanken mehr an die Essstörung gehabt habe. Ich habe mich dann auch geweigert. Als Migränepatient kommt man aus dem Staunen manchmal nicht mehr raus, wie Bedenken einfach mit „da kann nichts passieren“ weggewischt werden.

    Also bitte, lass dir nichts aufschwatzen und höre auf dein ungutes Gefühl. Es kann absolut nicht zielführend sein, dass du einen Rückfall bekommst oder noch mehr Gewicht abnimmst.
    Einen kurzen Versuch mit Topiramat hatte ich übrigens trotzdem (auch mit schlechten Bauchgefühl, da ich nicht noch mehr Gewicht verlieren will). Allerdings waren die Nebenwirkungen eh so heftig, dass ich es nicht lange genommen habe.

    Wenn deinem Neurologen keine anderen Prophylaxen einfallen, würde ich mich nach einem anderen Arzt umschauen. Bettina hat einige Prophylaxen aufgezählt, die sich weder auf deinen niedrigen Blutdruck, noch mit einer Gewichtsreduktion auswirken. Es gibt also noch so einige Alternativen zum Topiramat.

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo,
    Danke für eure ehrlichen und fachlich fundierten Antworten. Ich habe das jetzt erstmal sacken lassen und nachgedacht. Das war gar nicht so einfach, da ich beim Blick in meine Migräne-App mal wieder festgestellt habe, dass ich seit 10 Tagen keinen Kopfschmerz-freien Tag mehr hatte. Nach genauerer Recherche bin ich mir nun sicher, dass Topiramat für mich keine Alternative ist. Ich werde am Montag gleich dort anrufen, um das mit dem Arzt zu besprechen.
    Ich werde evtl auch nochmal mit meiner Endokrinologie sprechen. Kann meine Schilddrüsenunterfunktion dafür verantwortlich sein? Meine letzte Blutkontrolle war im November mit meiner Medikation unauffällig.
    Welche Prophylaxe wird denn für gewöhnlich zuerst versucht?
    Danke und schönes Wochenende! ?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Hallo Bananabelle,

    oft startet man mit Betablockern, die nicht zwingend niedrigen Blutdruck weiter absenken, sondern hohen regulieren. Sonst gäbe es noch Sartane, Kalziumkanalblocker, trizyklische Antidepressiva, SSRIs uvm. Es gibt auch Antiepileptika, unter denen man nicht abnimmt.

    Du brauchst Beratung und gute Begleitung, das wäre sehr wichtig.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Bettina,
    Ich werde mich über diese Medikamente einlesen. Ich wünsche mir ganz dringend gute Beratung zu dem Thema. Wo kann ich diese denn bekommen, wenn nicht beim Facharzt?

    LG Bananabelle

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Bananabelle,

    es klingt ein bisschen so als würdest du denken, nur weil jemand Arzt ist ist er automatisch ein guter, top informierter Arzt?

    Leider ist das nicht so. Wie in jedem Beruf gibt es sehr gute, welche die sich regelmäßig fortbilden oder sehr spezialisiert sind und dann gibt es welche, die auf dem Stand von 1960 stehengeblieben sind, sich mit dem Thema gar nicht auskennen aber zu stolz sind das zuzugeben oder auch welche, die kurz vor der Rente stehen und keine Lust mehr haben (habe ich alles schon erlebt).

    Ich habe mir angewöhnt selbst möglichst informiert zu sein, so kann ich mittlerweile schneller einschätzen, ob ich mit einem Arzt meine Zeit verschwende oder nicht. Ich weiß, das hört sich blöd an.

    Ein Arzt, der mich zwei Jahre betreut hat hat mir zum Beispiel nie etwas von der 10/20 Regel oder den Gefahren des MÜK erzählt. Das war ein Schock für mich als ich das nun schmerzlich erfahren durfte.

    Deswegen hat er natürlich auch viel Gutes gemacht für mich, aber es ist immer wichtig, dass man als chronisch Kranker selber auch Bescheid weiß. Ich habe aufgehört automatisch alles zu machen was mir ein Arzt empfiehlt und mich immer noch mal selbst zu informieren – wie du es ja jetzt auch tust! 🙂

    Liebe Grüße,
    Bea

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Und das mit dem Topiramat wäre in deinem Fall sehr wahrscheinlich nicht gut, das wird sogar in Abnehmforen empfohlen und teilweise rumgereicht :/

    Ich hatte damals in kürzester Zeit damit 4 Kilo verloren und gar keinen Hunger mehr. Habe es einfach vergessen, zu essen.

    Das ist schon verwunderlich, dass der Arzt das nicht weiß oder berücksichtigt.

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Bananabelle,

    Ich wünsche mir ganz dringend gute Beratung zu dem Thema. Wo kann ich diese denn bekommen, wenn nicht beim Facharzt?

    Das Buch von Professor Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ soll sehr gut sein und einen umfassenden Überblick liefern.
    Wenn du dich eingelesen hast, wirst du auch schnell feststellen, ob der Facharzt, dem du gerade gegenübersitzt, Ahnung von Migräne hat oder nicht.
    Ärzte, die zumindest theoretisch gesehen Ahnung von Migräne haben findest du auch über die Migräneapp der Schmerzklinik (die eh zu empfehlen ist) oder direkt hier im Servicebereich (ich nenne es mal so).

    Tatsächlich muss man schonmal mehrere Ärzte „ausprobieren“, bis man den passenden gefunden hat.
    Ich habe sowohl meinen Hausarzt als auch den Neurologen gewechselt und bin nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten mittlerweile sehr zufrieden mit meiner Betreuung.

    Mein Migränewissen habe ich mir überwiegend selbst über hier die Seite, das Forum und z.B. durch lesen der Migräneleitlinie angeeignet. Man sollte nur wirklich drauf achten nicht auf Seiten von irgendwelchen Heilpraktikern sich zu informieren. Es gibt auch einfach soviel Mist im Internet über Migräne zu lesen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 1 Woche von  Indie.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Bananabelle,

    einen gut informierten Arzt für Kopfschmerzerkrankungen zu finden, ist nicht einfach.
    Du kannst unter den Ärzten auf der Schmerztherapeuten-Liste rechts unten in der Sidebar mal suchen, oder die DMKG hat auch so eine Liste. Außerdem kannst du hier bei uns fragen, ob jemand in deinem Umkreis einen erfahrenen Arzt kennt.

    Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber hast du das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Du findest es genauso wie das Migränewissen rechts unten in der Sidebar. Sich selber schlau zu machen ist die beste Methode, um erkennen zu können, ob ein Arzt Ahnung hat. Oder auch ein, auch in der Werbung oder bei Google gezeigtes, Produkt Sinn macht, oder eben auch nicht. Prof. Göbel sagt immer, man sollte sich so viel Wissen aneignen, dass man sein eigener Anwalt sein kann.

    Und hier fragen, fragen, fragen ☺

    Alles Liebe,
    Julia

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    ?? huhu Indie, da waren wir ja fast zeitgleich unterwegs ??

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo,
    Danke für eure Tipps. Lese mich nun seit einigen Tagen ein und werde mir nun das empfohlene Buch zulegen.
    Die App der Schmerzklinik nutze ich schon. Hier kommt nicht zufällig jemand aus München und kann mir gleich jemanden empfehlen?
    Ich glaube nach der Fehlberatung kann ich meinem jetzigen Arzt nicht mehr gut vertrauen. Ich habe nur etwas Angst, dass ich wieder ewig auf einen Termin warten muss. Die Schmerzen sind ja wirklich kein Spaß und machen mich langsam mürbe. Besonders, da ich ja versuche möglichst nichts zu nehmen.
    Vielen Dank.
    LG

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo ihr Lieben

    Ich nehme seit Ende Januar Topiramat und bin seit fast 4 Wochen bei 50mg angekommen. Ich habe keine großen Probleme mit Nebenwirkungen, einzig der Geschmack von dem Wasser mit etwas Kohlensäure war unangenehm. So verzichte ich halt auf Kohlensäure.

    Der Nebeneffekt davon abzunehmen täte mir ja ganz gut aber bei mir ist das Gegenteil der Fall, ich habe mehr Appetit und auch bereits 2 kg zugelegt. Das Topiramat beeinflusst meine Schmerzen, ob nun den Dauerschmerz oder die Migräne, bislang jedenfalls nicht.

    Ich habe keine Ahnung warum ich darauf halt umgekehrt reagiere. Wenn die Dosis in ein paar Tagen noch gesteigert wird muss ich mir wohl extra eine Diät verordnen und den Kühlschrank abschließen. ??
    Denn mehr als Spaziergänge schaffe ich im Augenblick einfach nicht.

    Liebe Bananabelle, du hast schon so viele tolle Tipps bekommen und ich wünsche dir, dass du deinen Weg finden wirst. Auch mir hat dieses Forum bislang sehr dabei geholfen.

    Gruß Flummi

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    ?? huhu Indie, da waren wir ja fast zeitgleich unterwegs ??

    Haha, Julia… inhaltlich sogar fast deckungsgleich. An die DMKG habe ich auch noch gedacht. Ich glaub auf der Seite der Migräneliga konnte man sich übrigens die Leitlinie runterladen.

    Die Schmerzen sind ja wirklich kein Spaß und machen mich langsam mürbe. Besonders, da ich ja versuche möglichst nichts zu nehmen.

    Liebe Bananabelle, du musst dich aber auch nicht unnötig quälen und kannst durchaus im Rahmen der 10/20 Regel mit Triptanen behandeln. Wenn dir das zuviel erscheint, könntest du auch zumindest einmal die Woche dir etwas Erleichterung verschaffen. Ich bin selber so jemand, für die alle Medikamente Teufelszeug sind, aber ich danke der Pharmaindustrie auf Knien für die Erfindung der Triptane trotz Nebenwirkungen. Alles besser als Höllenmigräne aushalten zu müssen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Die Leitlinie findest du auch auf der Schmerzklinikseite unter „Aktuelle medizinische Neuigkeiten“, Seite 5.

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Flummi, falls es dich tröstet, mir ging es ganz genau so.
    Zudem war ich oft zu fertig für die nötige Bewegung.
    Als ich es dann abgesetzt habe, hab ich ruckzuck drei Kilo abgenommen, die ich jetzt aber leider dank Metropolol wieder drauf hab.

    LG Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 1 Woche von  Anna.
    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Hallo Anna

    Ein Problem ist das für mich im Augenblick nicht wirklich, da meine Schmerzsymptomatik immer noch sehr akut ist. Wollte halt nur darstellen, dass es auch andere Reaktionen gibt. Metoprolol nehme ich ebenfalls, diese aber schon seit einem 3/4 Jahr.

    Gruß Flummi

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Flummi,

    auch das ging mir genauso. Wenn es gegen die Schmerzen hilft, dann ist mir das egal.
    Ich wundere mich nur, dass es sozusagen als Abnehmmittel gilt, wenn es Leute gibt, bei denen es genau den gegenteiligen Effekt hat.

    Darf ich fragen, warum du zwei verschiedene Prophylaxen nimmst?

    LG Anna

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 194

    Liebe Anna

    Du musst bedenken das wir doch eher eine Ausname sind. Denn die Mehrheit der Patienten, die Topiramat einnehmen, nehmen ab.

    Ich nehme das Metoprolol wegen einer leicht erhöhten Herzfrequenz und vor allem gegen das Herzstolpern. Das ist seit dem fast weg.

    Nehme mit Doxepin auch noch eine 3. Prophylaxe. Damit der Schlaf aber auch die Psyche stabil bleibt. Das ist auch so mit Kiel vereinbart.

    Gruß Flummi

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo ihr lieben,
    Mensch vielen Dank für die tollen Tipps. Bis jetzt habe ich mich noch nicht mal an die Triptane getraut. Deswegen wundert es mich nach Recherche jetzt noch mehr, dass mir der Arzt einfach sofort Topiramat verschrieben hat.
    Manche von euch haben ja wirklich schon einen langen Leidensweg hinter sich.
    Der einzige Weg scheint tatsächlich möglichst viel eigenes Wissen zu sein, damit man einen guten Arzt und die richtige Behandlung findet. Super, dass es dafür auch solche Foren gibt.
    Könnt ihr denn euren Alltag trotz der Migräne bewältigen? Ich arbeite Vollzeit und mache berufsbegleitend meinen Master. Bis jetzt halte ich mich stoisch und schaffe alles soweit. Ich habe Gleitzeit und kann notfalls etwas früher gehen. Der Arzt wollte mich gleich mal eine Weile krankschreiben. Wie haltet ihr das denn? Ich versuche eigentlich alles ganz normal zu machen, soweit es irgendwie geht. Auf Dauer stelle ich mir das aber doch irgendwie schwierig vor.
    LG

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Bananabelle,

    arbeiten und nebenbei Studium – das ist kräftezehrend. In sehr schlechten Phasen kann der Arzt Dich wirklich mal krankschreiben für ein oder zwei Wochen. So könntest Du Dich erholen und lange Schmerzphasen zu Hause auskurieren. Aber eine dauerhafte Lösung ist es natürlich nicht. Bei hoher Frequenz wäre schon eine Prophylaxe sinnvoll. Aber eine, die zur Dir besser passt.

    Und dann gönne Dir doch endlich mal die Triptane. 😉 Sie sind schonender als Schmerzmedikamente und weit besser wirksam. Damit schaffst Du Dir neue Lebensqualität.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bananabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo,
    Ich wollte nochmal kurz Rückmeldung geben.
    Ich war heute nochmal bei meinen Neurologen. Ich bekomme nun zur Akutmedikation Zolmitriptan und als Prophylaxe soll ich Venlafaxin 37.5mg nehmen. Ich hoffe ja sehr, dass diese Medikamente nun besser zu meinen Vorerkrankungen passen. Ich hoffe jetzt einfach mal das Beste. Kennt jemand das Medikament und hat Erfahrung damit gemacht?
    Danke schon mal!
    LG

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Kennt jemand das Medikament und hat Erfahrung damit gemacht?

    Ja, kennen viele, wird häufig eingesetzt. Kann gut helfen, versuche es einfach mal. 🙂

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Biene Maja
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Guten Morgen zusammen

    Ich nehme seit einigen Jahren Topamx zwischen 50-100mg. Bei mir stand damals nicht nur die Reduzierung der Anfälle im Vordergrund sondern meine schweren Aura’s mit teilweisen Lähmungen. Diese habe ich seither auch schon unter 50mg nicht mehr in diesem krassen Ausmass gehabt. Aktuell habe ich vielleicht alle 1-1,5 Jahre eine Aura mit Augenflimmern aber das ist vergleichsweise harmlos.Bei 100mg senkt es mir auch die Häufung der Anfälle sowie der Schweregrad. Klar, ich habe NW. Ich musste jetzt im Winter auf 75mg retour da meine Finger dauernd eisig waren, meine Sehschärfe abnahm und ich wieder viel mehr Ameisenlaufen in den Beinen hatte. Aber im Vergleich zu dem Leidensdruck den ich bei einer schweren Migräne mit Aura aushalten muss oder den „Horror“ den ich jetzt aktuell betreffend dem Aimovig durchmachen muss, ist das mit Topamax, dass kleinste Übel. Jedes Medikament hat eine Wirkung und einen Nebeneffekt. Jeder muss für sich abwägen wie er damit umgehen kann und wie hoch der Leidensdruck ist. Ganz klar, mein Wunsch ist auch, dieses Zeug irgendwann absetzten zu können. Aber momentan überwiegen die positiven Effekten immer noch. Ich würde es auf jeden Fall versuchen.
    Viel Glück und alles Gute
    Biene Maja

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Biene Maja,

    schön, dass dir das Topiramat hilft, wenn auch mit eher heftigen Nebenwirkungen. Trotzdem würde ich davor warnen, einfach so die Nebenwirkungen hinzunehmen und trotzdem Bannabelle zur Einnahme zu raten. Die Nebenwirkungen von Topiramat beschränken sich bei anderen Patienten nicht nur auf die von dir beschriebenen Beschwerden, sondern können auch noch deutlich ernstere Folgen, wie zum Teil lebenslängliche Nierenschäden, haben. Auch einer oft sehr starken Beeinträchtigung der kognitiven Leistungen, oft sehr spät oder auch gar nicht bemerkt, wie es mir passiert ist mit heftigen Folgen, sollte man Rechnung tragen.

    Bannabelle ist im Studium, das muss bedacht werden!

    Außerdem ist das Topiramat, so scheint es mir, in vielen Neurologenköpfen schon lange fest eingespeichert ohne die inzwischen bekannten starken Nebenwirkungen genau zu kennen. Da heißt es leider viel zu oft: das hilft und ist bewährt, nehmen Sie das man mal. In Kiel wird es nur noch sehr gezielt in wenigen einzelnen Fällen eingesetzt.

    Ich möchte dich nicht von der Topiramateinnahme abhalten, das muss jede für sich selbst entscheiden. Wollte nur den Sachstand erklären, damit Bannabelle sich damit auseinandersetzen kann.

    Alles Gute,
    Julia

    P.S. gegen das Kribbeln hilft ein bisschen mehr Kalium, z. B. durch Bananen o.a.

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