Topamax bei Spannungskopfschmerzen?

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  • Meredith
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    Hallo, ich bin erstmals hier…
    Ich habe keine Migräne, jedoch chronische Spannungskopfschmerzen. Oftmals täglich, ich erwache bereits mit starken Verspannungen und Schmerzen, ausgehend von einem Punkt am Hinterkopf (vermutlich hatte ich bei lange zurückliegenden Stürzen vom Pferd Schleudertrauma).
    Die Schmerzmittel helfen kaum noch (Mefenacid, Co-Dafalgan usw.). so dass mir mein Arzt Topamax zur Prophylaxe vorschlug. Doch die Nebenwirkungen schrecken mich sehr ab…. Da ich mit Depressionen und Ängsten zu tun habe (die Verspannungen sind sicher auch psychisch bedingt), macht mir vor allem die mögliche Depressionsverstärkung durch Topamax Angst. (Ich nehme Antidepressiva, Citalopram und Cymbalta).
    Gibt es hier andere, die ebenfalls an Spannungskopfschmerzen leiden und Topamax bekommen haben? Hat es die Schmerzhäufigkeit verringert? Dann wäre ich ev. motiviert, einen Versuch mit Top. zu wagen. Mein Arzt riet mir zu einem sehr langsamen Aufpolieren, beginnend mit 12.5 mg und auf 50 mg steigern (ich bin eher untergewichtig).
    Ich mache auch anderes, Physiotherapie, Shiatsu und Yoga.
    Ich wäre sehr dankbar um jede Erfahrung!
    Meredith (46 J.)

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27897

    Willkommen, liebe Meredith. ?

    Schön, dass Du nun richtig hergefunden hast.

    Topamax ist nicht geeignet beim Spannungskopfschmerz und erst recht nicht, wenn bereits Depressionen bestehen. Zudem bist Du untergewichtig, sodass dies die dritte Kontraindikation wäre. Das würde ich ganz deutlich so kommunizieren beim Arzt, denn Du möchtest doch sicher nicht vom Regen in die Traufe kommen. ?

    Mittel der 1. Wahl beim Spannungskopfschmerz wäre das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin. Da es auch erfolgreich bei Depressionen eingesetzt wird, könntest Du zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eventuell könnte man eines der SSRIs damit ersetzen, das Du jetzt bereits einnimmst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Busybee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 118

    Liebe Meredith, Liebe Bettina,

    Auf der Website der DMKG sowie in vielen englischen Fachtexten ist mittlerweile die Rede von Topamax bei Spannungskopfschmerzen. Auch ein hier im Norden niedergelassener Neurologe, der von Kiel empfohlen wird, hatte mir 2016 dazu geraten (Aufgrund der Kontraindikation bei Depressionen und der heftigen NW wollte ich es nicht ausprobieren).

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27897

    Liebe Busybee,

    es gibt dazu keinerlei Studien, das scheinen hilflose Versuche zu sein. In der Regel wird Topamax von erfahrenen Neurologen nicht beim Spannungskopfschmerz verschrieben, auch in der Schmerzklinik wird es nur bei Migräne eingesetzt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina, liebe Busybee

    Doch, es gibt eben Studien (oder zumindest eine Studie), die zeigen, dass Topamax bei Spannungskopfschmerzen helfen kann. Ich habe folgendes gefunden (ich glaube, war auf der Website der DMKG):

    «Interessanterweise scheint das in der Therapie der chronischen Migräne eingesetzte Topiramat (50– 100 mg/d) auch beim chronischen Spannungskopfschmerz zu wirken, wie in einer offenen Studie gezeigt wurde (Lampl et al. 2006).»

    Da dies aber der einzige Hinweis ist, bin ich hierher gelangt, um allenfalls andere zu treffen, die mit Topamax Hilfe bei Spannungskopfschmerzen erfahren haben.

    Liebe Bettina, an Dich die Frage: da ich ja AD nehme, ist wohl kaum zu erwarten, dass Topomax Depressionen auslösen könnte? Oder doch?
    Wegen dem Gewicht würde ich schon aufpassen, so kritisch ist es nicht.

    ganz liebe Grüsse
    Meredith

    Meredith
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    Beitragsanzahl: 12

    P.S. Trizyklische AD kann ich nicht nehmen (wie Amitryptilin). Die NW waren zu stark (morgens so müde und schwindlig, dass ich kaum aufstehen konnte).lG Meredith

    Busybee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 118

    Hallo Meredith,
    Die Studie hatte ich auch gefunden und noch eine aus Japan. Die DMKG würde es ja auch nicht aus Jux auf ihrer Seite stehen haben. Für viele eingesetzte Medikamente besteht eine schlechte Studienlage.

    Aber wenn dir die NW bei Amitriptylin zu stark waren, willst du dich wirklich an Topamax wagen? Da ist das NW Potential kein Zuckerschlecken.

    Und, dickes fettes JA, du kannst trotz AD in eine Depression rutschen – mit oder ohne Topamax – und auch genauso heftig.

    Hast du denn alle trizyklischen ADs durchprobiert? Wenn beim Ami die NW so heftig waren heisst das nicht das sie bei jedem TZA so sein werden 🙂 Was ist mit anderen Antiepileptika oder SSRIs oder SNRIs? Die stünden dir auch noch offen 😉

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Ich möchte mich jetzt auch einmal kurz einmischen – wenn man Auflistungen der Therapieoptionen beim chronischen Spannungskopfschmerz anschaut, dann taucht dort zwar auch mal Topiramat auf, allerdings nicht als Mittel der ersten Wahl und auch nicht als Mittel der zweiten Wahl, sondern als „weitere mögliche Therapieoption“.

    Sprich: Selbst wenn es ggf. bei einer oder einigen Studien positive Wirkung auf den chronischen Spannungskopfschmerz gezeigt hätte, würde ich es erst dann als Option überhaupt in Erwägung ziehen, wenn alle anderen Optionen der ersten und zweiten Wahl ausreichend durchgetestet wurden. Und auch dann nur, wenn keine Kontraindikationen dagegen sprechen.

    Mal ganz davon abgesehen, dass die Ursache für chronischen Spannungskopfschmerz nicht zu dem Wirkmechanismus von Topamax passt…

    Liebe Meredith, gerade in deiner Situation würde ich dir von Topamax abraten – es gibt verschiedene Antidepressiva, auch welche außerhalb der Gruppe der Tri- und Tetrazyklischen, die beim chronischen Spannungskopfschmerz helfen können. Vielleicht solltest du da nochmal testen? Wenn du schreibst, dass Akutmedikamente kaum noch wirken, frage ich mich auch, wie viele Medikamente du im Monat im Schnitt einnimmst – könnte es sein, dass es mehr als 10 im Monat sind und du einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch entwickelt hast?
    Vielleicht wäre es eine Idee, wenn du dir hier einen eigenen Schmerzverlauf eröffnest und dich und deinen Kopfschmerz mal ganz konkret vorstellst 🙂 Ich könnte mir vorstellen, dass es auch für dich noch mehrere Optionen gibt!

    Liebe Grüße, Tanni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4576

    Liebe Meredith,

    Topamax sollte bei Depressionen möglichst umgangen werden. Die Begründung wurde von Bettina ja schon dagelegt. Da spielt das AD auch keine Rolle. Den Beweis für dich persönlich wirst nur du bringen können. Niemand wird dir sagen können, wie es bei dir speziell laufen wird, und niemand wird dich halten können, es doch zu versuchen wenn du es unbedingt probieren möchtest.

    Ich pers. hatte bei Topi auch meine Probleme mit der Psyche, obwohl ich keine Depression habe. Von daher wäre ich persönlich sehr, sehr vorsichtig.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27897

    Liebe Meredith,

    weißt Du, was eine „offene Studie“ ist? Das ist keine Studie im üblichen Sinne (verblindet, placebokontrolliert usw.), sondern sie ist als Experiment zu werten, das für einen ganz bestimmten Zweck im Voraus geplant wird. Die Aussagekraft dieser sog. Studie kann sich jeder selbst denken. Weiter werde ich mich jetzt dazu nicht äußern. Ich hatte mich gestern extra noch mal rückversichert, ob mir hier tatsächlich was entgangen sein sollte. Aber nein, Topamax wird nicht empfohlen beim Spannungskopfschmerz und sollte daher auch bei dieser Indikation nicht eingesetzt werden. Aber jeder ist frei, das einzunehmen, was er einnehmen möchte. Zumal es vom Arzt ja anscheinend unterstützt wird.

    Meredith, Du fragst extra hier um Rat wegen des Topamax, es gibt bei Dir drei klare Kontraindikationen für Topamax, was lässt Dich nach wie vor zweifeln?

    Amitriptylin ist gut verträglich, wenn man es sehr langsam eindosiert, am besten mit Tropfen. Die meisten machen den Fehler, Prophylaxen zu hoch einzudosieren und zu schnell aufzugeben. Wenn Du mit Amitriptylin schon Probleme hattest, würden Dir beim Topamax die Ohren schlackern. Jetzt mal ganz abgesehen von Deiner Situation, in der Topamax gar nicht mal zur Diskussion stehen sollte.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina
    und alle anderen

    Nein, ich wusste nicht, was eine „offene“ Studie ist. Vielen Dank für den Hinweis. Du fragst mich, was mich trotz den Kontraindikationen zweifeln lässt, ob ich es nicht versuchen sollte… Es ist halt die Hoffnung, dass etwas helfen könnte!
    Ich bin zudem nicht sicher, ob ich wirklich ein reines Spannungskopfweh habe, da ich manchmal morgens mit hämmernden Kopfschmerzen erwache (und hämmernd ist ja eher ein Kennzeichen von Migräne). Der Neurologe diagnostizierte allerdings Spannungskopfschmerzen.
    Ich hab schon sehr sehr vieles probiert (nein, nicht alle trizykl. AD), u.a. Tizinadin (Muskelrelaxant), Gabapentin Pregabalin sowie Fluctine, Cipralex, usw. Hat nicht geholfen oder zu viele NW.
    Welche SSRI oder NSRI können denn bei Spannungskopfschmerzen helfen? Vielleicht das Duloxetin? Ich nehme davon 15 mg, eine halbe Kapsel, ev. könnte ich dieses erhöhen? Von Citalopram nehme ich 10 mg.
    lG
    Meredtih

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27897

    Liebe Meredith,

    selbst wenn Du tatsächlich auch Migräne haben solltest, wäre Topamax wegen der Depression und des Untergewichts nicht geeignet. Warum nicht noch mal Amitriptylin versuchen und diesmal langsam eindosieren? Diese Art der Prophylaxen (triz. Antidepressiva) schlagen nun mal am besten beim Spannungskopfschmerz an. SSRIs werden auch nicht beim Spannungskopfschmerz eingesetzt und sind auch nicht wirklich 1. Wahl bei Migräne. Wobei sie natürlich trotzdem mal helfen könnten.

    Was machst Du denn verhaltenstechnisch, um Attacken vorzubeugen?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina
    Ich hatte urizyklische AD bereits mit Tropfen versucht, ganz langsam (in der Klinik). (Ich war 2013 wegen Depressionen, Angststörung, psychosomatischer Schmerzstörung drei Monate dort, es war keine spezialisierte Schmerzklinik.) Werde demnächst noch meinen persönlichen Schmerzverlauf aufzeichnen….
    Was ich sonst noch mache: in letzter Zeit leider nicht mehr so viel, da ich noch einen Sturz hatte (auf Schnee ausgerutscht) und dabei das Knie verletzte (Feb. 2017). Vorher fast täglich ca. 45 Min. Walken, ab und zu Schwimmen, manchmal Yoga sowie einmal wöchentlich Shiatsubehandlungen. Und Psychotherapie.
    Wenn der Kopfschmerz noch erträglich ist, versuche ich es zuerst mit Wärmeauflagen auf den Schultern, leichten Bewegungen, manchmal Spaziergang…. auch hat ein Muskelrelaxant teilweise schon etwas geholfen.
    Ich achte darauf, nicht mehr als 10 bis 13 Schmerztabletten pro Monat zu nehmen, was ich bisher einhalten konnte, damit ich keinen MÜK bekomme. Davor habe ich ziemlich Angst….
    liebe Grüsse
    Meredith

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27897

    Liebe Meredith,

    Du machst ja schon viel Sport und Bewegung, was beim Spannungskopfschmerz ja empfohlen wird. Nun ja, bei der Migräne auch, nur ist er dann halt oft nicht möglich.

    Vielleicht magst Du doch mal den Versuch mit Trimipramin machen. Wenns nicht klappt, kannst Du ja wieder absetzen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina
    Nun ist einige Zeit vergangen…Nach weiteren vier Wochen mit fast täglichen Kopfschmerzen habe ich (nach einem erneuten Gespräch mit meiner Ärztin, die mich ermutigte, da ich bei einer niedrigen Dosierung wohl kaum NW haben würde) mit Topiramat begonnen. Zuerst 12.5 mg, dann nach ein paar Tagen 25 mg. Dabei bin ich geblieben, denn die Wirkung hat bereits sehr schnell eingesetzt. Es ist für mich fast ein kleines Wunder, denn ich habe DEUTLICH weniger Kopfschmerzen! Ich erwache fast immer schmerzfrei und wenn im Laufe des Tages etwas Kopfschmerz entsteht, verschwindet er meistens nach der Einnahme von Topiramat (ich nehme es aufgeteilt in zwei Dosen). Natürlich ist es nach 3 Wochen noch zu früh, um eine abschliessende Beurteilung zu geben, doch fürs erste bin ich einfach mal unendlich erleichtert, dass ich weniger Schmerzen habe und vor allem weniger Schmerzmedikamente brauche (bis jetzt nur einige einzige Tablette diesen Monat, vorher ca. 10). Dadurch weniger Irritationen im Magen, ich kann besser essen….
    Betreffend Nebenwirkungen: Ich spüren ein leichtes Kribbeln in Händen/Füssen, doch dies ist eher angenehm, da ich sonst meist eiskalte Hände und Füsse habe. Etwas Müdigkeit, ja, aber das ist weniger schlimm als Schmerzen. Sonst keine Nebenwirkungen! Also wie gesagt, bis jetzt bin ich sehr glücklich mit diesem Medikament. Vielleicht macht es auch anderen Mut, es mal zu probieren, obwohl ich natürlich wirklich wenig nehme und es bei höheren Dosen anders aussehen kann… Ich melde mich wieder, wenn ich es einige Monate genommen habe; hoffe, der Effekt hält an.
    herzliche Grüsse
    Meredith

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27897

    Liebe Meredith,

    das ist ja eine super gute Nachricht, ich freue mich sehr für Dich. Update unbedingt in einigen Wochen erneut, das interessiert mich. Wünsche Dir weiter eine gute Zeit und dann bis bald mal. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
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    Beitragsanzahl: 5

    Hallo,

    ich bin neu im Forum und nachdem ich schon einige Zeit mitlese, habe ich mich jetzt auch angemeldet.

    Auch ich habe diese Woche von meinem Neurologen Topiramat verschrieben bekommen. Einige zeitlang bin ich mit Amytriptilin als Prophylaxe sehr gut klar gekommen, nach einer mehrjährigen Pause wegen zwei Schwangerschaften hat es aber nicht mehr richtig gewirkt – leider!

    Nachdem Betablocker auch keine Wirkung hatten, habe ich jetzt Topiramat verordnet bekommen. Allerdings habe ich auch ein wenig Angst vor den Nebenwirkungen. Außerdem habe ich Zweifel, ob es bei mir wirklich („nur“) Migräne ist, oder (auch) starke Spannungskopfschmerzen, da Triptane bei mir kaum helfen.

    Dein Beitrag, liebe Meredith, macht mir aber Mut, es zu versuchen… Ich muss dringend auf weniger Anfälle kommen, da ich kein Akutmedikament habe, das zuverlässig wirkt. Am besten funktionieren noch Novalgin oder Ibuprofen, das aber auch nur, wenn ich es schon bei einem Hauch von ungutem Gefühl im Kopf einnehme. Meistens erwischt es mich jedoch im Schlaf – und dann ist alles zu spät…

    Einen schönen Abend noch an alle und ein hoffentlich kopfwehfreies Wochenende!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 2 Monate von  Daniela.
    Julia
    Teilnehmer
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    Herzlich willkommen bei uns im Headbook, liebe Daniela.

    Du schreibst jetzt in der Topiramatgruppe, was auch logisch erscheint. Wesentlich sinnvoller wäre es aber, nur für dich einen eigenen Schmerzverlauf in der Gruppe „Mein persönlicher Schmerzverlauf“ anzulegen. Da lässt sich dann über lange Zeit für dich, aber auch für uns, ein guter Uberblick über Fragen und Antworten behalten.
    Magst du deshalb bitte deinen Beitrag kopieren und dort einsetzen?

    Dort können wir uns dann im Laufe der Zeit, wenn du möchtest, über alle Aspekte deiner Kopfschmerzen austauschen 🙂 .

    Liebe Grüße,
    Julia

    HIER BITTE NICHT ANTWORTEN

    Meredith
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    Liebe Daniela
    Ich hoffe, dass Dir Topiramat helfen wird! Ich weiss natürlich nicht, wie es bei Migräne ist und vor allem, wenn Du da höhere Dosen brauchst… Ich würde Dir raten, sehr langsam und geduldig anzufangen, es lohnt sich! Dann halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen, der Körper kann sich langsam daran gewöhnen. (Ich habe da bei Antidepressiva Erfahrungen gemacht: viele haben zu schnell begonnen und dann wegen den starken NW wieder aufgehört. Aber wenn man ganz langsam einschleicht, geht es in der Regel recht gut.)
    Herzliche Grüsse
    Meredith

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Liebe Meredith (ein schöner und außergewöhnlicher Name übrigens!)

    Vielen Dank für’s Mutmachen. Ich denke, ich werde heute Abend mit Topiramat beginnen. Ich soll zunächst 25 mg nehmen, und nach ein paar Tagen auf 50 mg steigern. Es wäre wirklich toll, wenn sich bei mir auch eine so positive Wirkung einstellen würde wie bei Dir! Ich muss dringend meinen Alltag wieder in den Griff bekommen – ohne Hilfe ist das momentan mit zwei kleinen Kindern nicht möglich. Der Antrag auf einen Klinikaufenthalt läuft bereits.

    Ich freue mich für Dich, dass es Dir besser geht!

    Liebe Grüße
    Daniela

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Daniela, danke fürs Erstellen eines eigenen Schmerzverlaufs. Hier gehts weiter zu Dir: https://headbook.me/groups/mein-persoenlicher-migraeneverlauf/forum/topic/mein-leben-mit-migraene/#post-135487

    Liebe Meredith, Du achtest aber bitte sehr aufs Gewicht und wenn Depressionen sich verstärken, weißt Du ja auch Bescheid, woher der Wind wehen könnte? 😉 Aber Daumen sind weiter gedrückt, dass es so gut bleibt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
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    Liebe Bettina
    Es geht mir mit dem Kopfweh immer noch sehr gut, dh. ich habe deutlich weniger Schmerztage. Diesen Monat erst einen! Jedoch zurzeit mehr Magendarmprobleme, mir scheint ein Schub der chronischen Kollitis (die habe ich halt auch noch…), das hat aber wohl kaum etwas mit dem Topiramat zu tun. Ich nehme übrigens inzwischen 1 1/2 Tab. pro Tag von einer 25 mg, das sind 37.5 mg. Nebenwirkungen haben ich keine, ausser ein leichtes Kribbeln, aber das stört mich nicht.
    Dass ich weniger Kopfweh habe, ist eine riesige Entlastung….
    herzliche Grüsse
    Meredith

    Meredith
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    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina
    Es ist wieder einige Zeit vergangen, ich hatte (unter grossen familiären Belastungen) wieder mehr Kopfschmerzen. Dazu merke ich, dass das Topomax doch Nebenwirkungen hat (ich nehme 37.5 mg), bei mir vor allem in Form von Sehstörungen, hohem Augendruck (ich war wiederholt beim Augenarzt), zudem Verstopfung und psychische Labilität (vor allem muss ich extrem schnell weinen). Das alles hat bei mir Anfang Woche zum Entschluss geführt, Topamax doch wieder abzusetzen. (Vor allem wegen den Augen.)

    Wie soll ich es ausschleichen? Mein Arzt meinte, drei Tage 25 mg, drei Tage 12.5 mg, dann fertig. Doch ich finde das sehr schnell, denn man musste es ja so langsam einschleichen….
    Was meinst Du, Bettina?

    Ich werde vermutlich nun zuerst versuchen, ohne eine medikamentöse Prophylaxe weiterzufahren, oder etwas in natürlicher Richtung zu tun (Akupunktur). Doch ich habe auch Angst, dass es wieder so schlimm kommt….

    herzliche Grüsse
    Meredith

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Meredith,

    so schade, dass es Dir wieder schlechter geht. Topamax erzeugt ja nun auch Nebenwirkungen bei Dir, die nicht zu tolerieren (erhöhter Augendruck, Psyche) sind. Du kannst von einem zum anderen Tag absetzen, Ausschleichen ist nicht nötig. Topamax startet man nur deshalb ganz langsam, damit einen die Nebenwirkungen nicht gleich erschlagen.

    Versuche es durchaus mal ohne Prophylaxe (Magnesium und Vitamin B2 nimmst Du schon?) und schau, wie es Dir damit geht.

    Akuptunktur kannst Du Dir eigentlich auch ersparen, außer Du brauchst es für die Psyche und hoffst auf einen Placeboeffekt. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Meredith,

    bitte antworte immer nur hier im Forum, nicht auf die E-Mail-Benachrichtigungen. Also logge Dich ein, gehe in Dein Forum und dort antworte direkt, ok? 🙂

    Ich kopiere mal Deine letzte Nachricht hier rein:

    Meredith: „Liebe Bettina

    Das Absetzten macht mir Mühe, ich habe Angst und starkes Kopfweh…. seit Tagen…..
    überlege hin und her, ob ich wirklich absetzen soll (nehme jetzt 25 mg)….. ist das mit dem Augendruck denn sehr schlimm? Kann das längerfristig den Augen schaden?
    Meine Hausärztin riet mir eigentlich beim letzten Besuch, Topiamax auf 50mg zu steigern, um die Prophylaxe zu verbessern…..
    Wenn ich wieder dauernd Kopfweh habe, ist meine psychische Situation ja auch miserabel.
    herzlich
    Meredith“

    * * *

    Liebe Meredith,

    wenn der Augendruck erhöht ist (kann eben vorkommen unter Topamax), kann das die Augen dauerhaft schädigen (Glaukom). Das ist ein gravierender Absetzgrund, müsste Dir der Arzt eigentlich auch gesagt haben.

    Die Psyche leidet bei Dir ebenso (auch eine häufige Nebenwirkung), also gibt es keinen Grund, weiter an diesem Medikament festzuhalten. Wie ich Dir schon weiter oben geschrieben hatte, braucht man Topamax nicht auszuschleichen.

    In der anderen Mail hattest Du noch nach Vitamin B2 gefragt. Es kann sinnvoll sein, sich positiv auswirken. Zumindest hat es in Studien einen Wirknachweis gezeigt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meredith
    Teilnehmer
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    Liebe Bettina
    Inzwischen habe ich auf 25 mg Topomax eingestellt, habe dabei keine Nebenwirkungen (Augendruck ist völlig normal) und es hilft sehr gut gegen das Spannungskopfweh. Der Absetzversuch war schlimm, ich hatte wieder täglich starke Kopfschmerzen, erwachte oft mit hämmernden Schmerzen… Icho fahre jetzt mal so fort.
    Die Psyche ist soweit auch gut, wenn ich weniger Schmerzen habe, fühle ich mich ohnehin besser. Nehme allerdings weiter AD, Cymbalta und Cipralex (von beidem kleine Dosen).
    Ich hoffe, dass es jetzt weiter so einigermassen gut geht.
    Für mich ist aber das Yoga auch sehr wichtig, das ich wieder regelmässig mache seit ich weniger Schmerzen habe….
    Ich möchte nur noch einmal sagen: Topamax kann auch bei Spannungskopfschmerzen sehr gut helfen!!!
    lieber Gruss
    Meredith

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Meredith,

    es freut mich zu hören, dass Du guter Dinge bist und die Schmerzen besser im Griff sind. Bist Du Dir denn sicher mit den Spannungskopfschmerzen? Es könnte auch sein, dass die Migräne insgesamt besser wird, so dass nicht auch noch Spannungskopfschmerzen getriggert werden. Topamax hilft nämlich in aller Regel nicht beim Spannungskopschmerz. Man muss sich mal die Wirkweise des Topamax vor Augen halten, um zu verstehen, wie eine Wirkung hergeleitet wird bei Migräne und Epilepsie. Aber vielleicht wirkt es ja über Umwege … 😉

    Du nimmst noch zwei ADs, die ja auch mitwirken und insgesamt die Situation stabilisieren können.

    Topamax ist jetzt sehr niedrig dosiert mit 25 mg, die meisten haben damit keine Wirkung. Nebenwirkungen können aber leider auch bei dieser geringen Dosis auftreten, daher achte weiter auf Deinen Augendruck und die Stimmung.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

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