Zehn Jahre Topiramat, jetzt Desaster (Mimi)

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  • Martin
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    Hallo Anna,

    die Kombination mit Naproxen habe ich auch am Wochenende gelesen. Nimmst du dann auch Rizatriptan zu Beginn? Das Naproxen nimmst du dann gleich zusammen mit dem Triptan oder wartest du da etwas?

    Das die Migränetage abnehmen ist mein großes Ziel. Schön das du es schon geschafft hast. 😉
    Ich hab noch etwas Weg vor mir und ich gebe nicht auf! Dank der Hilfe und Informationen hier mache ich gerade gute Fortschritte. Auch wenn ich jetzt mal einen Monat mehr Anfälle hatte.

    Liebe Grüße
    Martin

    Mimi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo zusammen !
    Ich bin nun ca. 12 Wochen ohne Topiramat.
    Der Haarausfall hat sich mittlerweile wesentlich gebessert, ist fast auf ein normales Maß zurückgegangen.
    In der Zwischenzeit habe ich mehrere andere Wirkstoffe versucht, die mein Neurologe verschrieben hat, leider alles nicht vertragen.
    Ich soll wieder mit Topiramat beginnen, mein Neurologe meinte, bei einer erneuten Einnahme müssen nicht zwingend dieselben Nebenwirkungen wieder auftreten – ich dagegen bin skeptisch.
    Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit einer erneuten Einnahme des Topiramat ?
    Ich bin hin und hergerissen…

    Liebe Grüße.
    Mimi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28686

    Hallo Mimi,

    viele viele Prophylaxen hast Du denn in den nur 12 Wochen getestet? Man sagt ja, dass man jeder (!) Prophylaxe so lange Zeit geben sollte, bevor man die Wirkung beurteilt. Welche waren es denn und inwiefern hast Du sie nicht vertragen?

    Kaum eine andere Prophylaxe hat mehr Nebenwirkungen als Topamax, daher frage ich mal verwundert nach. 😉

    Es ist nicht anzunehmen, dass Du Topamax jetzt besser verträgst als vorher. Habe selbst auch diese Erfahrung gemacht.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Mimi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Bettina,
    es waren drei verschiedene Wirkstoffe in den letzten Wochen – auf alle habe ich mit Nesselsucht reagiert, deshalb war ein längeres Austesten nicht möglich. Ich neige leider zu Unverträglichkeiten und Allergien, auch bei Antibiotikum und Schmerzmitteln.
    Deshalb bleint auch kaum noch eine Alternative zum Topiramat – darauf habe ich zumindest nie reagiert.
    Ich habe es ja viele Jahre eingenommen, der starke Haarausfall kam erst viel später, deshalb habe ich Hoffnung, dass es vielleicht nochmal eine (kurze) Zeit gut gehen könnte. Bisher konnte ich mich aber noch nicht wieder zu der Einnahme durchringen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28686

    Hallo Mimi,

    schade, denn meist reagiert man ja auf die Hilfsstoffe und nicht den Wirkstoff selbst. Ganz gravierende Ausschläge hatte ich übrigens unter Topamax, das nur nebenbei. Aber dann wirst Du es wohl erneut testen müssen, wenn anscheinend alles andere als ausgeschlossen gilt.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Mimi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Bettina,
    ich kopiere den Beitrag nun hier rüber:

    Hallo,
    ich hoffe, ich mache das hier richtig…
    und es ist nicht allzu wirr.

    Ich habe schon mal Topiramat genommen über viele Jahre, eigentlich relativ erfolgreich, dann aber letzten Endes wegen Gewichtsabnahme, Wortfindungsstörungen und massivem Haarausfall absetzen müssen.
    Einen späteren Wiedereinnahmeversuch habe ich aus anderen medizinischen Gründen abgebrochen.

    Jetzt hat mich mein Neurologe nochmal dazu überredet, es ein letztes Mal zu versuchen, in einer anderen Dosis.
    Soweit sogut, ich habe mich auf den Versuch eingelassen, aber nun folgendes Problem, das ich überhaupt nicht einordnen kann und wäre über Tipps sehr dankbar:

    Ich hatte zuletzt ein SSRI als Prophylaxe (Escitalopram), das soll zeitgleich ausgeschlichen werden. Habe von 15 mg Escitalopram, das ich einige Monate genommen habe, herunterdosiert, am 23.12. auf 10 mg, am 28.12. auf 5 mg, heute 7. Tag mit 5 mg, eigentlich jetzt Null. Parallel dazu 25 mg Topiramat am 24.12. begonnen, am 28.12. auf 50 mg erhöht, also jetzt eine starke Woche mit 50 mg.
    Außer etwas weniger Appetit und minimalen Schwindel hatte ich keinerlei Nebenwirkungen. Aber: heute ist der dritte Tag, an dem es mir mental ganz furchtbar geht – ich bin extrem gereizt und aggressiv. Bin ich alleine für mich, merke ich das kaum, aber sobald ich unter anderen bin, könnte ich komplett ausrasten (was auch gegenüber meinem Mann schon passiert ist), ich habe richtige Hassgefühle, meine ganze Empathie ist zeitweise komplett verflogen, ganz schlimme Reizbarkeit. Meine Mutter, die ich nur selten sehe, habe ich heute schon zum Weinen gebracht und mein Mann, der jetzt drei tage verreist ist, meinte gestern, das macht ihm richtig Angst.

    Jetzt frage ich mich – sind das Absetzerscheinungen vom SSRI oder ist es eine Nebenwirkung vom Topiramat ?
    Es kommt wohl beides in Frage – wobei ich das bei der früheren Topiramat Einnahme gar nicht hatte, und ich habe es ja um die 10 Jahre genommen. Anfangs starke Überdrehtheit, aber nicht diese Reizbarkeit/ Aggression. Könnte sich das ändern ? Und hätte es dann nicht schon eher auftreten müssen, und nicht erst nach fast zwei Wochen ?

    Ich bin wirklich total überfragt, ob ich das Escitalopram wieder etwas höher setzen soll, oder das Topiramat senken / ganz weglassen/ … / mein Neurologe hat Urlaub und die Vertretung war am Telefon völlig überfordert und meinte, ich solle erst mal nichts verändern, aber ganz ehrlich macht mir das große Sorgen.
    Vielleicht müsste ich auch nur noch ein paar tage durchhhalten, und die Aggressionen legen sich wieder, vielleicht aber auch nicht, oder es kommt gar nicht vom Topiramat sondern vom Absetzen des Escitaloprams ….

    Jemand Erfahrungen ?
    Würde mich riesig über Anregungen freuen.

    Liebe Grüße !
    Mimi

    Ich habe gestern dann auf Topiramat 25 mg reduziert und es ist heute mit der Aggression merklich besser, allerdings extreme Kopfschmerzen und Schwindel. Der Vertretungsarzt meinte, Topiramat direkt weglassen und von den 5 mg Escitalopram auf Duloxetin zurückwechseln oder einen Versuch mit Milnacipran wagen, damit hätte er schon gute Erfahrungen gemacht.
    Werde mich mal mit meinem Neurologen besprechen, wenn er wieder vom Urlaub zurück ist, bin aber froh, dass diese schlimme Aggression wieder zurückgegangen ist.
    Viele Grüße und ein schmerzfreies Wochenende wünscht Mimi.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5824

    Liebe Mimi,

    es tut mir für dich so leid, dass du seelisch gerade derart gestresst bist. Ich bin keine Medikamentenfachfrau, doch aus dem, was ich hier in Headbook schon alles gelernt habe, wage ich die Aussage, dass ich das Escitalopram sowohl langsamer abdosiert hätte als auch Topiramat langsamer aufdosiert.

    Ob es zu einer negativen Wechselwirkung beider vorhandener Medikamente kommen kann, weiß ich nicht.
    Ich hatte damals über Monate hinweg 10mg Escitalopram genommen und dann ganz langsam ausgeschlichen, sozusagen in Zeitlupe.

    Das Topiramat wöchentlich um 25mg zu erhöhen, ist äußerst sportlich, nicht jeder verträgt das so, bei dir waren es ja sogar nur 4 Tage.
    Wobei ich mich überhaupt frage, weshalb man gerade dieses Medikament bei dir wieder einsetzt, nachdem du es schon zwei Mal wegen gravierender Nebenwirkungen absetzen musstest. Ob die veränderte Dosierung dir beim dritten Anlauf diese nicht zu tolerienden Nebenwirkungen ersparen wird? Ich wünsche es dir!

    Jede Medikamenteneinnahme muss grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Da dürfen wir uns nicht einmischen.

    Müsste ich es für mich entscheiden, würde ich das Escitalopram langsamer ausschleichen und mit dem Topiramat erst danach neu starten. Oder es langsamer aufdosieren, wenn ich es jetzt bereits genommen hätte. Aber ich bin bei der Medikamenten sowieso eher der zurückhaltende Typ, also nicht der „normale“ Maßstab. Und ich weiß, dass es durchaus üblich ist, ein Medi aus- und ein zweites parallel dazu einzuschleichen, um weniger Zeit bis zur positiven Wirkung zu haben.

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5824

    Es freut mich, dass es dir heute wieder besser geht, Mimi.
    LG Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28686

    Hallo Mimi,

    danke fürs Umsetzen Deines Beitrags.

    Wenn die Aggressionen jetzt wieder nachgelassen haben, nachdem Du Topamax reduziert hast, wird es wohl daran liegen. Du hast bereits 10 Jahre lang Topamax genommen? Nur als Migräneprophylaxe? Hattest Du denn eine gute Wirkung?

    Ich habs 5 Jahre lang genommen und bleibende Schäden zurückbehalten (Nieren, Hautprobleme) und würde es nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen. Daher kann ich Dir nur raten, was ich persönlich machen würde: Weg mit dem Topamax, Escitalopram langsamer abdosieren und mal was ganz anderes versuchen. Brauchst Du ein SSRI für die Stimmung, oder ist das eh alles nur Migräneprophylaxe?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Mimi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Bettina,

    Ja, „leider“ hatte ich eine gute Wirkung, aber jetzt fasse ich es wirklich auch nicht mehr an, das war echt ein Horrortrip.

    Ich denke auch, es macht Sinn, das Escitalopram eben langsam abzudosieren, Topamax hat sich eh endgültig erledigt, und ob SSRI/ SNRI generell wieder ist eine gute Frage: Eigentlich hab ich keine Probleme mit der Stimmung, ich hab irgendwann so eine Art Panikattacken entwickelt, die laut Neurologe aber eher Richtung Aura einzuordnen seien, und deshalb hat man immer versucht, mit einem SSRI/SNRI zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

    LG Mimi