Absetzsymptome Antidepressiva

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  • Tini
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    Beitragsanzahl: 73

    Hallo ihr Lieben!

    Nach längerer Zeit melde ich mich nun mal wieder…

    Im Juli war ich zum zweiten Mal in der Schmerzklinik Kiel, was mir wirklich sehr gut getan und super gefallen hat.
    Dort wurde meine bisherige Prophylaxe mit Venlafaxin 75 mg geändert auf Anafranil 75 mg. Beides wurde ohne Probleme langsam ein- und ausgeschlichen. Leider habe ich das Anafranil überhaupt nicht vertragen und es in Absprache mit der Schmerzklinik nach ca. 10 Wochen ganz langsam wieder ausgeschlichen. Die ersten Wochen danach war auch alles super, ich habe mich sehr gut gefühlt, doch plötzlich vor einer Woche wurde mir übel. Fing ganz leicht an…
    Mittlerweile ist mir dauerübel, so dass ich mich fast übergeben muss, habe heftige „Stromschläge“ im Kopf und meine Stimmung ist auf dem absoluten Tiefpunkt. Bin total hoffnungslos und könnte jeden Moment losheulen, ausserdem fängt jetzt mein Körper an zu schmerzen. Ich fühle mich, als hätte ich eine heftige Depression. Zusätzlich habe ich einen ständigen Druck im Kopf, so dass ich meine, gleich bekomme ich Migräne, aber das ist nicht der Fall. Ganz unangenehm ist, dass ich mal total schwitzen muss, dann bin ich am frieren, aber Fieber habe ich nicht.
    Eigentlich kann ich in dem Zustand gar nicht mehr arbeiten gehen, schleppe mich aber irgendwie noch durch.?

    Liege ich richtig mit meiner Vermutung, dass dieses noch Absetzsymptome von Venlafaxin oder Anafranil sein könnten?
    Kent jemand von euch so etwas?
    Wie lange kann sowas dauern?

    Ich freue mich auf eure Antworten, da ich ziemlich ratlos bin….?
    LG Martina

    Lebenfreude
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Tini. Das ist übel, dass es dir so schlecht geht. Aber steck den Kopf nicht in den Sand. Ich leide häufig unter starken FRIERANFÄLLEN, habe aber im Gegenzug nachts Schweißausbrüche, dass ich mich sogar umziehen muss. Den Druck im Kopf kenne ich auch und denke, da kommt Migräne, aber dann doch nicht. Ich setze mich dann unter die Dusche ? und alles entspannt sich ein wenig. Leider können solche Symptome beim Ausschleichen oder danach auftreten. Wenn du vorher keine Probleme mit Depressionen hattest, dann wird es dir bald wieder besser gehen. Geh viel spazieren und treff dich mit netten Freunden, das wird dir gut tun. Gerade im Herbst müssen wir unserer Seele viel Gutes tun. Hattest du vorher schon mal Depressionen, dann lass dich von einem Arzt beraten. Und wenn du mal weinen musst, dann tu es. Du musst nur wieder aufhören und die Lebensfreude wieder rein lassen.
    Warum ich diese Beschwerden habe, dass weiß ich auch nicht. Aber die guten Phasen überwiegen. Ich wünsche dir gute Besserung und nette Menschen, die für dich da sind.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28465

    Liebe Tini,

    hast Du denn schon komplett abgesetzt? Und wenn ja, wann war die letzte Dosis? Leider können solche auch gravierenden Absetzerscheinungen auftreten, daher solltest Du Dich zeitnah an Deinen Arzt wenden.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Tini
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 73

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Die letzte Dosis Anafranil habe ich vor 2,5 Wochen genommen und die erste Woche danach habe ich mich sehr gut gefühlt. Dann ging es mit der Übelkeit los…
    Nächsten Donnerstag habe ich einen Termin bei meiner Schmerztherapeutin, zum Glück.
    Momentan bin ich soweit, dass ich am liebsten erst mal eine Pause mit den ganzen Medikamenten machen würde. Ständig Nebenwirkungen, starke Gewichtszunahme, usw.
    Ich weiss, daß ich wegen meiner chronischen Migräne eine Prophylaxe nehmen muss….Aber momentan möchte ich keine Antidepressiva mehr nehmen.

    LG Martina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7677

    Liebe Martina,

    dieses Gefühl, einfach keine Prophylaxen mehr zu wollen, hatte ich auch immer mal, trotz chronischer Migräne ( das Wort hatte ich sowieso für mich nicht akzeptiert ? ). Ich hatte auch mit Prophylaxen meist so oft Migräne, dass ich keinen großen Unterschied feststellen konnte. Aber mir ging es insgesamt ohne einfach psychisch mal besser.
    In so einer Pause bekam ich, sogar eigentlich gegen meinen Willen, das Botox! Ich wurde von einer lieben Freundin überzeugt, na, man kann auch sagen „verbal dahin geboxt“, mich damit behandeln zu lassen. Für mich nach jetzt 3 Jahren ein großes Glück. Meine Migräne ist nicht mehr so oft und wesentlich leichter händelbar.
    Lass dir doch die Freiheit, ein bisschen abzuwarten mit der nächsten Prophylaxe. Wer weiß, was passiert 🙂 .

    Liebe Grüße,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28465

    Liebe Martina,

    wenn es Dir morgen immer noch so schlecht geht, warte nicht bis Donnerstag, sondern rufe morgen schon beim Arzt an.

    Gute Idee, mal eine Therapiepause zu machen. Dazu wird sowieso immer wieder mal geraten, um die Situation ohne Medikation beobachten zu können. Läuft es nicht so gut, kann man wieder neu überlegen.

    Also liebe Julia, was hast Du nur für ein Glück, so eine liebe Freundin zu haben. 😀 😀 😀 Manche Menschen müssen so ein klein wenig zu ihrem Glück gezwungen werden, nicht wahr? 😉 😀 Mir gehts mit dem Botox übrigens ähnlich. Die Attacken sind milder, ich kann sie immer wieder mal auch ohne Medikation aushalten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Tini
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 73

    Liebe Bettina, liebe Julia!

    Danke für euren Zuspruch.?

    Ich hatte immer wieder in den letzten Jahren den Gedanken, mal eine komplette Prophelaxenpause zu machen, da ich nach einer ganz schlimmen Zeit und Medikamentenpause gleichzeitig mit Venlafaxin und Botox begonnen habe und eigentlich gar nicht weiss, was mir am Besten oder überhaupt geholfen hat…

    Wenn es mir morgen noch immer so schlecht geht melde ich mich bei meiner Schmerztherapeutin!?

    LG Martina

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