Aimovig – Verlauf ??

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  • Julia
    Teilnehmer
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    Liebe Tanni,

    du lagst überhaupt nicht daneben! Es ist einfach eine Tatsache, dass noch NIEMAND genaues weiß. Ich würde, wäre ich Ärztin, jetzt noch kein einziges Rezept ausstellen, weil ich Gefahr liefe, es später mal selber bezahlen zu müssen! Die Kassen holen es sich ja nicht von den Patienten zurück, sondern 1:1 von den Ärzten.
    Außerdem haben ja fast alle Patienten die Migräne nicht erst seit gestern, und jeder weiß, dass man nicht an Migräne stirbt. Warum also dieser enorme Hype für ein Medikament, das einfach noch nicht wirklich verschreibungsfähig zu realen Bedingungen ist. Und wirklich richtig viel besser als andere Prophylaxen wird es wohl auch nicht sein, eben nur eine Möglichkeit mehr.

    Liebe Grüße in den Süden,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months von  Julia.
    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Julia,

    ich kann dir da nur zustimmen. Ich hatte vor gut einem Jahr zu einem anderen Medikament eine halbe Ewigkeit Diskussionen mit meinem Hausarzt, der es mir nur auf Privatrezept verschreiben wollte – es gibt für dieses Medikament genau eine Indikation, die ein Verschreiben auf Kassenrezept ermöglicht, damals gab es auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung exakt zu diesem Thema einen sehr ausführlichen Beitrag – ich hatte exakt alle Bedingungen nachweislich erfüllt – und trotzdem wollte er es mir aus Angst vor Regress nicht verschreiben, da ging es um 56 €. Naja, beim nächsten Termin hat er sich dann entschuldigt und mir das Kassenrezept angeboten, weil mein Fall doch eindeutig der Beschreibung entsprochen hat… Von dieser Diskussion habe ich in erster Linie mitgenommen, dass insbesondere bei unklaren Gegebenheiten der Arzt für seine Verordnungen gerade stehen muss und ich beim besten Willen nicht mit ihm tauschen möchte…
    Und wie du sagst: Hier ist noch alles unklar.

    Und wirklich richtig viel besser als andere Prophylaxen wird es wohl auch nicht sein, eben nur eine Möglichkeit mehr.

    Ich will ja nix sagen, aber für „eine Möglichkeit mehr“ wäre ich im Moment wirklich dankbar… Die such ich gerade noch 😉

    Liebe Grüße, Tanni

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Ich kann es auch immer wieder nur bestätigen, doch noch in Ruhe abzuwarten. Ärzte könnten wegen solcher Regresse ruiniert werden. Die Bedenken gab es damals auch schon bei Botox und wird es bei jedem Medikament geben, für das hohe Summen innerhalb eines Jahres zusammenkommen. Hat ein Arzt viele Patienten, die einen der CGRP-Antagonisten erhalten und die Kassen kommen in einigen Jahren daher und fordern zurück – dann kann der Arzt die Praxis zumachen. Er haftet mit persönlichem Vermögen.

    Aimovig ist in Europa noch viel zu teuer, daher lieber abwarten und sich und seinen Arzt nicht so unter Druck setzen. Zumal es ja kein Wundermittel ist, sondern auch nicht besser wirkt als andere Prophylaxen. Und wenn man sich mal die Studie zur Migräne-App ansieht, die eine Reduktion von 3,27 Tagen im Monat zeigte, dann ist das genauso viel, wie man im Durchschnitt mit Aimovig erreichen kann. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Auch von mir noch ein herzliches Willkommen, liebe Scholzina. 🙂

    chr9ma
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    guten morgen,
    ich habe heute ca. 100mg Aimovig bekommen.
    Warum 100mg?
    Geplant waren 140mg, zwei pens mit je 70mg.
    Bei dem ersten Pen hatte mein Dr. geschlafen, er nahm die Nadel viel zu früh raus und die Hälfte von Aimovig landete auf dem Bauch, statt im Körper…

    Naja, meiner Meinung nach sollte der Dr. sich vorher informieren, wenn man mir ein Rezept verschreibt und wenn man drauf besteht, das er mir das spritzt.

    Nun mal sehen was in den nächsten Tagen passiert.

    Kann jemand berichten, falls es bei mir wirken sollte, ab wann man eine Wirkung merkt? Dauert es 1-2 Wochen oder innerhalb paar Tagen?

    danke

    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe chr9ma,
    tja, da kann man es doch tatsächlich besser selbst machen. Ich war zwar immer total aufgeregt, nicht wegen der Spritze an sich, sondern wegen der Menge Geld, die ich in den Händen hielt und die ich Angst hatte durch falschen Umgang zu verbraten, aber habe es dann doch wohl besser hingekriegt als dein Doc …
    Soweit ich weiß kann die Wirkung schnell auftreten, deutlich schneller als bei anderen Prophylaxen. Bei mir war nach ein paar Tagen schon eine Änderung merklich.

    Liebe alle,

    ich finde diese Diskussion sehr schwierig und auch beängstigend. Für mich ist Aimovig nach bisherigen Stand keine Prophylaxe wie jede andere. Zum ersten Mal in meiner gesamten Migränekarriere habe ich eine DEUTLICHE Veränderung/ Verbesserung durch eine Maßnahme. Und da habe ich schon das Gefühl, dass jeder Tag zählt, ein Tag meines Lebens mit oder ohne Schmerzen, das macht schon einen deutlichen Unterschied. Und statt Status mal einen Status an Tagen ohne Migräne – das kannte ich gar nicht mehr.

    Ich bin also froh, dass mein Arzt es schon verschrieben hat und hoffe natürlich, dass das auch für ihn gut ausgeht. Ich bin jetzt froh, dass ich die Dosis für den nächsten Monat schon im Kühlschrank habe und hoffe, dass ich es danach auch noch weiter bekomme. Ich habe auch keinerlei Nebenwirkungen und natürlich weiß ich nicht ob da irgendwann noch was kommen kann, aber bei der Verbesserung an Lebensqualität, die ich im Moment habe … Ob es langfristige Folgen haben könnte werden wir ohnehin erst in vielen Jahren wissen und so lange würde ich jetzt nicht warten wollen. Deshalb würde ich auch nachfragen und zur Not auch zwei bis drei Ärzte fragen.

    Viele Grüße

    lili

    scholzina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Danke Bettina für dein Willkommen, danke Julia für deine Antwort.

    Ich bin keinem Artz böse und ich habe niemanden überredet.
    Aber ich habe mich nicht mit der ersten Absage zufrieden gegeben und habe nachgefragt. Genau das meint man doch, wenn man vom aufgeklärten Patienten spricht, der seine Gesundheit verantwortungsvoll in seine eigenen Hände nimmt. Ich habe also nachgefragt und gesucht, solange, bis ich das, was ich für richtig halte und wofür ich mich entschieden habe, auf einem (legalen) Weg bekommen habe. Nur das wollte ich mitteilen und damit vielleicht dem einen oder anderen Mut machen, sich mit einer ersten Absage nicht gleich abzufinden.

    Ich habe in meiner langen Migräne-Karriere so enorm viel Anstrengungen unternommen und auch so viel selbst gezahlt, nur um das Leiden zu lindern. Ohne nennenswerten Erfolg! Die Neurologin meinte, dass sie in meinem Fall den Einsatz trotz der Kosten für absolut gerechtfertigt sieht, weil es wirklich eine neuartige und große Hoffnung für bisher therapieresistente Patienten wäre (soweit man das bisher beurteilen könnte). So bin ich wirklich sehr dankbar – als Kassenpatientin – ein 3-Monats-Paket im Kühlschrank zu haben (wofür man übrigens nur 10,- Rezeptgebühr zahlen muss).
    Denn für mich stellt sich die Situation genau so dar, wie lili gerade geschrieben hat! Genau so, nur dass ich die Diskussion hier nicht schwierig oder beängstigend empfinde. Es ist ja auch nur ein Austausch von Wegen, die man geht, und Erfahrungen, die man macht. Entscheiden und die Wege gehen, tut ja jeder für sich.

    In diesem Sinne verabschiede ich mich erst mal von euch. Verspreche aber zu berichten, wenn ich nach 3 – 6 Monaten mehr weiß, positiv oder negativ.
    Allen eine möglichst schmerzreduzierte Zeit mit immer wieder kleinen Ruheinseln für sich selbst.
    Frohe Tage!
    – scholzina

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months von  scholzina.
    lili
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 229

    Liebe scholzina,
    ich finde nicht die Diskussion an sich beängstigend, sondern die Tatsache, so sehr von der Entscheidung anderer abhängig zu sein. Im Moment habe ich wirklich neue Lebensqualität und die Tatsache, dass mir diese wieder genommen werden könnte, weil irgendjemand irgendwann etwas entscheidet, das finde ich tatsächlich etwas beunruhigend. Ich entscheide gerne selbst. Nur zur Klärung …

    Viele Grüße

    lili

    scholzina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Alles klar lili! Dann verstehe ich das.
    Wie gesagt, auch mir geht es momentan genau so wie dir und wir hoffen sicher beide, dass es auch so bleibt.

    Ich bin zuversichtlich, dass es Wege für uns geben wird. Alles im Leben ist relativ und auch ein klein wenig subjektiv ? Wie ich gemerkt habe, hat die Beurteilung der Ärzte einen gewissen Ermessensspielraum – den gilt es eben zu finden und zu nutzen. Wenn man weiß, was man will, wird man es auch leichter bekommen…

    Liebe Grüße – scholzina