Aimovig – Verlauf ??

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  • Elfe
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    Hallo ihr Lieben,
    nachdem mich meine Neurologin diese Woche mit der manifesten Depression gesehen hat, ist der Aimovig Versuch jetzt nach der 1. Spritze erstmal auf Eis gelegt. Weder sie noch ich haben den Mut weiterzumachen, zumal der Erfolg jetzt nicht durchschlagend ist.
    In der 3. Woche unter Aimovig habe ich mal gewagt etwas intensiveren Hausputz zu machen und lag daraufhin drei Tage lang wie gewohnt mit Migräne flach.
    Jetzt ist guter Rat teuer. Welche Prophylaxe fällt euch denn noch ein, wenn man so stark zu Depressionen neigt?
    Unwirksam waren bisher Versuche (jeweils mindestens drei Monate) mit: Amitriptylin 75 mg, Trimipramin 75 mg, Remergil 30mg, Venlafaxin 75 mg(sogar Kopfschmerz anderer Art erzeugend), Valproat hat auch Kopfschmerzen erzeugt, Carbamazepin und Doxepin ebenfalls.
    Das einzige AD, das ich gegen die Depris gut vertrage ist Escitalopram, aber das hat keinen Einfluss auf die Migräne.
    Auf Topamax und alle Arten von Blutdrucksenkern übelste Schlafstörungen und auch Depressionen.
    Kennt ihr das denn auch, dass Medis, die eigentlich der Prophylaxe dienen sollen, eine andere Art Kopfschmerz, dumpf-drückend, erzeugen, der auch durch Eingewöhnung nicht weg geht?
    Werden denn die neuen Antikörper weniger Einfluss auf die Stimmung haben?
    Sorry, wurde etwas lang und vielleicht auch ein bischen vom Thema abschweifend.
    Liebe Grüße von Elfe

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Liebe Melli,
    Ich habe zuerst 3 Monate 140 mg Aimovig gespritzt. In den ersten beiden Monaten wurde es nur wenig besser, im 3. Monat dann aber deutlich. Erstmals seit 4 Jahren hatte ich wieder mehrere Stunden am Stück keine Kopfschmerzen.
    Zwar hatte ich direkt zu Beginn der Behandlung auch gleich eine sehr gute Woche, danach wurde es dann aber wieder schlechter und ich habe schon bezweifelt, ob Aimovig bei mir anschlägt.
    Danach musste ich dann 2 Monate mit 70 mg probieren, da der Kostendruck einfach so hoch ist. Es wurde gleich wieder deutlich schlechter, was ich nicht erwartet habe, zumal Aimovig ja so eine lange HWZ hat. Aber mein Arzt konnte mir bestätigen, dass er mehrere Patienten mit chronischer Migräne hat, bei denen 70 mg nicht ausreichen.
    Ich will dir damit nur sagen, dass du unbedingt die 140 mg versuchen solltest, jetzt bist du ja mit Aimovig in Behandlung. Wenn du es jetzt nicht versuchst, überlegst du vielleicht immer wieder, ob es nicht doch angeschlagen hätte….
    Die Schlafstörungen sind natürlich eine starke Belastung! Das verstehe ich gut, man bekommt regelrecht Panik, da ja Schlafmangel auch Migräne triggern kann.
    Ich hatte über 2 Jahre sehr damit zu kämpfen, es ging nichts mehr. Allerdings war das auch Teil einer Depression mit Burnout, die jahrelange, hochfrequente Migräne hat mich viel Kraft gekostet.
    Nach verschiedenen Antidepressiva habe ich dann mit Doxepin plus Bupropion auch die Schlafstörungen in den Griff bekommen.
    Aber bei Belastungen schlafe ich sofort wieder schlecht.
    Die Therapie mit Aimovig hat darauf aber denke ich keinen Einfluß, es sind mehr die Gedanken um die Therapie und die Sorge, wie es weitergeht, wenn es nicht wirksam ist, die mich schlecht schlafen lassen.
    Vielleicht ist es bei dir ähnlich?
    Bekommst du aktuell ein sedierendes Antidepressivum?

    Eine gute Nacht wünsche ich Dir!!
    Anna

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Hallo Andreaclaudia,
    Bei mir ging es auch auf und ab. Hatte eine Sinusitis Anfang Dezember, das triggert bei mir immer die Migräne. Daran konnte auch Aimovig nichts ändern. Jedoch war die Migräne nicht ganz so heftig, wie ich es sonst kenne.
    Also nicht beunruhigen lassen?

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Liebe Elfe,
    wenn dich die Depression jetzt zu belastet, steht ja eine antidepressive Wirkung mit im Vordergrund. Manchmal wird ja auch die Migräne besser, wenn eine Depression erfolgreich therapiert wird.
    Es ist leider oft so, dass Patienten mehrere Antidepressiva durch haben, bis das richtige oder die richtige Kombination anschlägt. Das läßt sich schwer Voraussagen.
    Bei mir war es nach 2 Jahren Behandlung mit verschiedenen Antidepressiva dann die Konination aus Doxepin, zwischendurch hoch bis auf 150mg wegen der starken Schlafstörungen, plus Bupropion.
    Was ist denn mit Botox, hast du das schon versucht?
    Habe nicht alles gelesen hier, sorry.

    Lieben Gruß!
    Anna

    Collien2019
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    Beitragsanzahl: 29

    Guten Morgen,

    Liebe Elfe: Kommt Sertralin vllt. für dich in Frage? Mir hat es gut geholfen, als Venlafaxin versagte und ich wochenlang von Angst und Panik durchgeschüttelt wurde. Ist aber keine Kopfschmerz-/Migräneprophylaxe. Aber wie schon geschrieben, wird der Kopf ja oft besser, wenn die Psyche sich bessert.

    Ich habe übrigens auch das Gefühl, dass manche Medis einen zusätzlichen oder veränderten Kopfschmerz mitbringen. Insgesamt kommt es aber immer drauf an, ob man unterm Strich davon profitiert oder nicht.
    Bei mir ist es Metoprolol, das ich gegen leichte Hypertonie nehme. Ohne hab ich einen Blutdruck von
    im Schnitt 140/95. Mit 120/70. Ohne fühl ich mich besser. Aber ich will nach meiner Aimovig-Pleite und meinem derzeitigen Zustand nicht an zu vielen Schräubchen drehen.

    Bei den Aimovig-Pens hatte ich übrigens auch starke Einstichschmerzen. Eigentlich genauso wie bei
    Imigran-Inject. Wäre mir bei erfolgreicher Behandlung aber egal gewesen.

    Nun ein Update zu mir:
    Hatte gestern Termin beim Neurologen. Erzählte ihm, dass Aimovig bei mir nicht funktioniert und fragte nach den Meinungen seiner anderen Patienten. Er antwortete: „Die sind durchweg gut. Sie sind die erste, die was anderes sagt.“
    Ich mein, ich freu mich natürlich für alle, bei denen es wirkt – aber so eine Ausnahme möchte man nicht sein.
    Und dann fragte er mich noch, wie wir jetzt weitermachen . . . Ich weiß noch, wie vor vielen Jahren ein Patientenvorschlag bei einem Arzt schon fast zum Praxisverweis geführt hätte. Insofern freu ich mich zwar, dass meine Ideen gerne angenommen werden, aber die ärztliche Ratlosigkeit ist verunsichernd.
    Nicht falsch verstehen. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Neurologen und auch ein Arzt ist zwangsläufig irgendwann mit seinem Repertoire am Ende.
    Jedenfalls versuche ich jetzt Flunarizin. Viel schlimmer kann es zur Zeit nicht werden. Von daher bin ich verhalten optimistisch.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5701

    Liebe Collien,

    ich wünsche dir sehr, dass dir das Flunarizin eine Erleichterung bringt.

    Ein Neurologe muss von den Krankheitsbildern her ein breites Spektrum abdecken, da kann es schon sein, dass er die allerkleinsten Feinheiten in der Migränebehandlung nicht immer kennt. Und gerade bei Migränepatienten ist vieles derart individuell verschieden, dass die Suche nach der optimalen Behandlung für jeden einzelnen Patienten ein komplizierter Weg sein kann.

    Ich verstehe dich gut, dass du dir sämtliche Vorschläge von ärztlicher Seite aus wünschst: sozusagen die geballte Fachkompetenz von Arztseite, das Aussuchen der Behandlung dann im offenen Gespräch miteinander, bei dem der Patient ernst genommen und angehört wird.
    Sollte das Einbeziehen des Patienten nur deshalb erfolgen, weil ein Arzt nicht mehr weiter weiß, ist das natürlich keine angenehme Situation für den Patienten.

    Oh ja, eine negative Ausnahme bei ansonsten nur positiven Behandlungserfolgen möchte keiner sein! Umgekehrt, dass nur du Erfolg hättest und alle anderen nicht, würde man als Patient ja noch gelten lassen… ?

    Alles Gute weiterhin!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate von  heika.
    Collien2019
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 29

    Danke!
    Ich fahr gleich los und hol mein „neues“ Medi aus der Apotheke 🙂

    Auf die Nebenwirkung Müdigkeit freu ich mich schon – seit dem Absetzen von Trimipramin (vor 11 Wochen) kann ich sehr schlecht ein- und durchschlafen.

    Mein Neurologe wirkt auf mich schon sehr kompetent – vor allem im Vergleich zu seinen Vorgängern.
    Er hat auch gleich gesagt, dass es ja noch andere Wirkstoffe (Antikörper) nach Aimovig als Medikamente geben wird. Und die würden wir sofort nach Verfügbarkeit versuchen, wenn mein Zustand es erfordert – also wenn Flunarizin u.a. nicht ausreichend helfen.

    Dann erzählte er noch, dass seine anderen Patienten auf Flunarizin eher nicht ansprechen – aber die sprechen ja auch auf Aimovig an und ich nicht 😉
    Und in Kollegenkreisen bekommt er oft zu hören, wie super Flunarizin wirkt.

    Es bleibt halt wie es ist. Ausprobieren – sich freuen, wenn`s wirkt – und jeden schmerzfreien und schmerzarmen Tag aufsaugen und genießen.

    Elfe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Collien, liebe Anna,
    danke für euere Rückmeldungen,besonders auch, dass du Collien die Erfahrung gemacht hast, dass antidepressive oder migräneprophylaktische Medikamente Kopfschmerzen erzeugen können. Dazu würde ich gerne noch mehr Erfahrungswerte von euch sammeln wollen. Ich komme mir damit nämlich wie ein „Weichei“ vor. Zum Glück habe ich eine Neurologin, die selbst Migränikerin ist und vieles nicht verträgt!
    Das war bei mir leider auch bei Sertralin und Citalopram der Fall, dass ich Dauerkopfschmerzen hatte. Botox habe ich auch mehrmals ohne Erfolg bekommen.
    Aber ihr habt schon recht, in erster Linie gehört die Depression behandelt, dann bessert sich vielleicht auch die Migräne wieder. Ich fürchte nur, das wird noch dauern bis wieder Sommer ist. Sonne und Schwimmen sind meine besten Antidepressiva. Eigentlich müsste ich mich jetzt in einen Flieger setzen Richtung Süden. Aber wegen der Migräne traue ich mich schon gar nicht mehr Fliegen. Jeden Flug bezahle ich mit mindestens zwei Tagen Migräne.
    Liebe Grüße von einer ziemlich niedergeschlagenen Elfe

    • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monate von  Elfe.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 508

    Hallo Elfe,

    das ist sehr schade. Ich genieße die Wärme und Sonne auch immer sehr.
    Außerdem verreise ich nur noch mit Zug oder Flugzeug. Mit dem Auto höchstens wenn die Entfernung sehr kurz ist.

    Was stresst dich denn am Fliegen so? Kannst du das nicht etwas stressfreier gestalten.
    Bei diesen Entfernungen spiele ich mir entspannende Musik aufs Handy und dann döse ich vor mich hin. Und ehe ich mich versehe bin ich schon da, quasi im Schlaf. Kann es noch stressfreier gehen?!

    LG Anna

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Elfe

    Hast Du die Möglichkeit zeitnah auf einen Berg zu steigen, im Wald zu spazieren, in einem Park auf und ab zu gehen?
    Ich habe für mich gemerkt, dass es nicht immer gleich der Süden sein und das Grosse Programm mit wegfliegen und so sein muss.. Im Winter brauche ich frische Luft und Tageslicht vor Ort so viel wie es geht. Ganz Dick einpacken, gute Schuhe anschnallen und mehrmals am Tag eine Runde drehen. Vielleicht sogar grad nach dem Aufstehen vor dem Frühstück. Ich mach im Winter alles was geht zu Fuss, ins Büro spazieren, Einkäufe alles. Einfach als Selbstüberlistung für genug Tageslicht.

    Schwimmen tut auch im Hallenbad gut, dem Körper ein Aufenthalt im Hammam oder in der Sauna…

    Wünsche Dir Gutes, der Sommer kommt wieder.
    Pepita