Aimovig – Verlauf ??

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  • Aneta
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    Beitragsanzahl: 11

    Hallo, Ihr Lieben,

    heute melde ich mich bei Euch, weil es mir nicht gut geht und ich gern Eure Meinungen hören möchte. Ende März hatte ich die erste Aimovig-Spritze, vor knapp drei Wochen die zweite. Meine Erfahrungen waren bisher eigentlich fast durchgängig positiv, abgesehen von einer wirklich schweren Attacke, die jedoch durch körperliche Überbelastung ausgelöst wurde. An sich hatte ich unter Aimovig bisher fast keine Migräne, außer manchmal das Gefühl, dass sie „irgendwie da ist“, aber nicht durch kommt. So habe ich keine Tabletten nehmen müssen, am Stück 30 Tage. Das gab es bei mir in meinem Leben seit Migränebeginn eigentlich noch nie – also ein Geschenk.

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich in den letzten Wochen bei dem Gedanken ertappt: So, jetzt ist die Migräne für immer vorbei, dank der Spritzen. Endlich ein Leben ohne Schmerzen. Aber das scheint nun nicht zu stimmen und war sicher sehr unrealistisch und voreilig.

    Seit drei Tagen hat sich mein Zustand verändert. Die Migräne ist wieder da und zwar täglich, so dass ich jetzt den 3. Tag hintereinander wieder Triptane nehme. Diese wirken allerdings gut.

    Ich kann mir die Veränderung nicht erklären. Es gab keine Auslöser, die ich zuordnen könnte, keine massive körperliche Überlastung. Könnte es sein, dass die Wirkung des Medikamentes nachlässt? Erst in einer Woche kann ich die nächste Spritze nehmen.

    Ich neige dazu, die Migränephasen depressiv zu verarbeiten. Nun ist die Freude über die erreichte Verbesserung erst einmal weg.

    Wie soll es weiter gehen? Werden die Schmerzen nun anhalten? Ich weiß, dass es darauf keine Antwort gibt und ich abwarten muss. Auch die nächsten Behandlungszyklen mit Aimovig. Eine gesicherte Aussage über die Wirkung ist wohl für mich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht möglich. Blöd ist dennoch, dass die anfängliche Hoffnung erst mal weg ist.

    In Euren Beiträgen lese ich sehr oft, was mir immens hilft, durch schwere Zeiten zu kommen. Viele von Euch kämpfen auch mit Rückschlägen, das bewundere ich. Also werde ich das auch lernen müssen.

    Wenn jemand ein paar gute Gedanken hat, wäre ich sehr dankbar.

    Alles Liebe für Euch und viele Grüße
    Aneta

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Liebe Aneta,
    fühle dich erst einmal ganz herzlich umarmt.
    Das ist immer wieder so traurig, solche Rückschläge zu erleben, auch wenn es völlig unrealistisch ist, zu denken, dass es keine solchen Rückschläge geben soll.
    Mir hilft es immer wieder, mir diese Niedergeschlagenheit zu zu gestehen und zu zu lassen. Unterdrücken oder Überspielen macht es immer nur schlimmer, finde ich.
    Einmal kräftig gejammert, einmal heftig geflucht. vielleicht auch nochmal und nochmal. Das befreit.
    Ich schreibe es manchmal auf, ungebremst und unzensiert, allen Frust von der Seele. Und reiße es dann in tausend Stücke, damit es keiner liest. Das tut richtig gut.
    Und dann mache ich mir klar, dass wir eben genetisch für Migräne vorgesehen sind. In jeder Zelle unseres Körpers steckt die Information, dass wir diese Genvarianten haben, die es uns beschert, dass Migräne unser Lebensthema ist. Und bleibt.
    Mit jeder Zellteilung wird diese Disposition kopiert.
    Wir sollten lernen, alle guten Tage innig zu genießen. Dann gleicht das die Niedergeschlagenheit bei Rückschlägen etwas aus.

    In einem anderen Zusammenhang habe ich folgende Geschichte gelesen:
    Ein Meditationsschüler kam zu seinem Lehrer und beklagte sich, dass ihm nichts gelingt. Dauernd sei er abgelenkt und dauernd denke er an was anderes und verliert die Konzentration. Und der Lehrer sagt: Das geht vorüber.
    Eine Woche später kommt der Schüler zu seinem Lehrer und jubelt, dass alles so wunderbar klappt und er lange und konzentriert meditieren kann und alles so wunderbar ist.
    Und der Lehrer sagt: Das geht vorüber.

    Naja.
    Ist wohl sehr weise. Aber nicht so wirklich schön, nicht?

    Du bist mit deinen Migränetagen noch nicht wieder am Limit der 10/20er Regel, nicht?
    Und die Akutmedikamente helfen dir.
    Das ist ja eigentlich nicht schlecht.
    Vielleicht tröstet das ein bisschen.

    Alles Gute!!!
    alchemilla

    Anne-Mone
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 15

    Hallo Aneta,

    Deine Beschreibung hat mich berührt.

    Wer von uns kennt nicht das depremierende Gefühl, wenn sich eine Hoffnung mal wieder zerschlagen hat. Es ist nicht einfach, dieses Wechselbad der Gefühle, dieses Schwanken zwischen Hoffen, Bangen, enttäuscht werden, sich wieder aufraffen (müssen) dauerhaft auszuhalten.

    Die Migräne begleitet mich nun schon fast 40 Jahre. Die Prophylaxen, die ich in den Jahren ausprobiert habe, kann ich kaum noch aufzählen. Und jetzt seit einem halben Jahr Aimovig . . . auch hier gab es für mich gute Zeiten, aber auch Phasen, in denen ich wieder viele Anfälle hatte. Klar fragt man sich dann „war es das am Ende schon wieder?“

    Aber lass` Dich nicht entmutigen. Auch bei gut funktionierenden Prophylaxen gibt es immer mal wieder Ausrutscher. Kopf hoch! :o)

    Alles Gute
    Anne-Mone

    Matis
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 62

    Hallo Licki,

    ich musste auch wegen Auswirkungen auf die Durchblutung u.a. Stenokardien Aimovig aufgeben.
    Bin ich aber nicht böse drum, es war gut, aber eben nicht perfekt und hatte für mich zu viele Begleiterscheinungen.
    Ajovy schreibt man in den USA -und die haben schon längere Erfahrung- die besser Wirkung und die wenigsten Nebenwirkungen zu.
    Das kommt mir grade gelegen, denn ich wollte nach der ersten Erfahrung unbedingt einen weiteren CGRP Antikörper ausprobieren.
    So habe ich heute die erste Ajovy gespritzt.
    Wenn man sich die Foren in USA so durchließt, wird dort auch sehr häufig gesprungen.
    Frei nach der Regel, im gleichen Turnus einfach ein anderes Medikament.
    Ich habe einen Monat von 140 auf 70mg reduziert und nach noch einem Monat 225mg Ajovy.
    Die Wirkung war schon bei 70mg erheblich schlechter. Länger hätte ich nicht mehr länger warten wollen.
    5 HWZ finde total überzogen.

    Viel Erfolg!

    VG, Matthias

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 26

    Hi Aneta,
    Ich denke durch aimovig geht die Migräne nicht komplett weg und wird nur weniger und da wäre es normal dass eben die ein oder andere Attacke durchkommt. Aimovig führt im durchschnitt so viel ich weiß zu etwa 50% verbesserung der Migräne, was ja sehr viel wert ist. Also noch nicht den Kopf hängen lassen, vielleicht hast du länger anfallspausen durch aimovig.

    Bei mir habe ich auch den Eindruck dass bei mir die Wirkung erst in der 2. Woche beginnt und bei der 4. Woche die Wirkung nachlässt. In Woche 4 habe ich nämlich auch starke Migräne und woche 2 und 3 sind super. Vielleicht pendelt sich das ja auch bei längerer Einnahme ein.

    Ich sprite aimovig nun zum 5. Mal.

    Lg und drücker meike

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 516

    Hallo Matthias,

    Du warst ja schon bei Aimovig ein Vorreiter und nun bist du der erste hier, der mit einem der anderen Präparate anfängt.

    Ich bin sehr gespannt, ob du damit genauso erfolgreich sein wirst.
    Du wirst doch hoffentlich berichten?!

    LG Anna

    Lilli 13
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 170

    Liebe Maresa,

    etwas spät, aber ich wollte mich noch bedanken für deine Rückmeldung zum Spritzen von Aimovig mit Attacke und Triptan 🙂
    Ich hoffe, dass du auf Dauer eine gute Wirkung hast, damit sich dein Mut deine Ängste zu überwinden auch lohnt. Bei Ole hat sich die Migräne auch erst nach ungefähr drei Monaten auf einen relativ stabilen Rhythmus eingependelt. Ich wünsche dir alles Gute!

    Und allen anderen auch viel Erfolg und vielen Dank für eure Erfahrungsberichte!

    Liebe Grüße
    Lilli 13

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 641

    Liebe Maresa,

    hast Du gesehen – ich saß heute in Deinem Garten ?

    Nein, habe ich nicht! Ich lag in meinem Bett… ???! Vielleicht magst du nächstes Mal klingeln, dann setze ich mich dazu und wir können reden oder schweigen ?!

    Alles hat seine zwei Seiten. Bei mir ist krankheitsbedingt vieles nicht möglich, und ich lebe ein in den meisten Bereichen sehr reduziertes Leben.

    Ja, oft lohnt es sich, die „Medaille“ umzudrehen und auf die Kehrseite zu schauen, das kann in vielerlei Hinsicht relativieren. Ein solch reduziertes Leben kennen sicher die meisten von uns. Dabei bedeutet „reduziert“ nicht zwangsläufig „Mangel“, häufig wird es meist von außen so betrachtet. Wenn es möglich ist, ein Bewusstsein und Gespür dafür zu entwickeln, was wir nicht wirklich brauchen, kann „reduziert“ auch „Fülle“ bedeuten.

    Und dennoch – es gibt so viele Glücksmomente im Kleinen. Und die Menschen, die mir nahe sind, sind wirklich Freunde. Auf die kann ich mich verlassen und denen muss ich nichts vormachen. Das ist ein großes Geschenk. Und auch wenn ich durch die Frühberentung finanziell eingeschränkt bin – ich habe dadurch viel Zeit für mich und die Dinge, die mir wichtig sind. Das ist auch ein Luxus.

    Wie schööööööön! Auch das alles ist Reichtum!

    So warte ich nun weiter ab, was geschehen wird.

    Da mache ich geduldig mit. Ich habe mir vor 10 Tagen Aimovig gespritzt und mir selbst verordnet, erst nach 4 Wochen „auszuwerten“!

    Ich wünsche dir alles Gute und dass du jetzt am „längeren Hebel“ sitzt!
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    beate1962
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 172

    Huhu guten Tag,

    Ich mag nun nach 6 Monaten auch mal über meinen Aimovig/Migräneverlauf berichten.
    Seit November Spritze ich und gleich mal vorweg. 4 in Worten.. vier, Anfälle hatte ich seit dem.
    Unfassbarer Weise hatte ich sogar 2 komplette Monate dazwischen ganz ohne Migräne. Von ehemals 8-12 Anfällen im Monat sozusagen auf 0 runter.
    Ich bin Seelig. Meine Familie kann nicht glauben, dass die Ehefrau, Mama und Oma wie ausgewechselt ist.
    Ich habe mein Leben zurück. Bin kraftvoll, ausgeglichen, seelisch total Stabil und wieder mehr belastbar. Ich kann wieder etwas mehr Sport machen und habe außerdem seitdem fast 8 kg abgenom