Aimovig – Verlauf ??

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Marisa,

    wie Heika bereits erklärt, wird dieses Phänomen recht oft berichtet. Könntest Du ein Schmerzmittel wie z. B. Novalgin für diese zum Glück jetzt seltenen Migräneattacken testen? Sinn machen könnte auch ein Antiemetikum vor dem Schmerzmittel. Frag mal Deine Neurologin dazu.

    Liebe Grüße
    Bettina

    gizmo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 86

    Liebe Marisa

    Ich habe die selbe Frage vor einiger Zeit hier auch gestellt :-).

    Bei mir ist es so, dass die Triptane überhaupt nicht mehr wirken und ich Horroranfälle habe. Diese Anfälle kommen schlagartig (innert max. 10Min.) und ohne Ankündigung mit der Stärke 10. Das erste Mal dachte ich ich hätte einen Schlaganfall, da ich das so nicht kannte. Nun ist es so, dass ich mich zu Fuss fast nicht mehr aus dem Hause getraue, da ich letzthin auf dem Spaziergang mehr oder weniger zusammengebrochen bin vor Schmerzen. Da die „normalen“ Schmerzmittel leider auch nicht wirklich wirken, bin ich da etwas überfordert.

    Morgen habe ich nun einen „Notfalltermin“ beim Kopfschmerzspezialisten, denn geplant war, dass ich anfangs Oktober 140 anstatt 70mg erhalte. Da es jetzt aber mit jeder Spritze (die 3te war anfangs September) schlimmer wird mit den Nebenwirkungen, möchte ich mich eigentlich nicht darauf einlassen. Seit der 3ten Spritze habe ich permanente Nacken- und Schulterschmerzen (vorher nur die ersten zwei Wochen), sowie Gesichtsschmerzen, so dass jede kleinste Brührung knistern im Kopf auslöst. Auch die Übelkeit kenne ich nur zu gut. Allgemein fühlt sich mein Körper an, als hätte ich permanent Grippe, denn alle Muskeln und Gelenke schmerzen. Zuerst habe ich das Meiste auf Absetzsymptome von Saroten gedeutet, aber da es nun nach der 3ten Spritze eine klare Verschlechterung gibt, denke ich es kommt eben doch vom Aimovig.

    Ich denke, dass es für mich leichter ist, mehr Migräne zu haben, dafür ein Mittel zur Bekämpfung des Anfalls zu haben, denn so schlaucht es die Psyche extrem. Vermutlich werde ich Saroten nochmals eine Chance geben und warte auf die oralen CRGP Medis, die ja auch schon bald auf den Markt kommen. Die sind dann wenigstens schneller aus dem Körper, wenn die nicht vertragen werden, als eine Monatspritze.

    Liebe Grüsse
    Gizmo

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Gizmo,

    tut mir leid für Dich, aber so macht das wirklich keinen Sinn. Wenn die Triptane nicht mehr wirken und die Schmerzmittel nicht greifen, dann verliert man die Sicherheit, die man vorher hatte.

    Ich wünsche Dir, dass Du mit einer anderen Prophylaxe bessere Erfahrungen machen kannst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Honigbiene
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Liebe Marisa,
    Auch ich hatte unter Aimovig ungekannte Migräneattacken mit schlimmsten Schmerzen und unstillbaren Erbrechen.Kein Triptan half.Ich kannte so etwas nicht.Ich lag tagelang nur rum,an arbeiten nicht zu denken.Wochenlang war mir schrecklich übel.Deswegen haben mein Arzt und ich auch entschieden,abzubrechen.Nach 3-4 Wochen war der Spuk vorbei und die Triptane wirkten wieder .Ich bin dann zwar in ein MÜk gerutscht ,aber mit 8 Wochen Medipause zu Hause, davon 5 Wochen krank geschrieben, bin ich nun wieder fit.Mit 6-8 Attacken im Monat,gut wirkender Akutmedikation,2x wöchentlich walken,täglich PMR und regelmäßigem Alltag bin ich zufrieden.
    Schön ,wenn die Antikörper helfen und Daumendrücken für alle, die profitieren,aber für mich nicht mehr ..
    LG Honigbiene

    Babsi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 15

    Ihr Lieben!
    Nach langer Zeit möchte ich wieder mal kurz über meine Erfahrungen und mein Verlauf mit Aimivig berichten.
    Ich spritze Aimovig seit Dezember 2018. Anfangs mit 40mg, sehr guter Wirkung und absolut keinen Nebenwirkungen sank meine Attackenfrequenz von 10-15 Schmerzagen/Monat auf 1-3 Schmerztagen/Monat.
    Ab April/Mai 2019 stiegen die Migräneanfälle wieder an und ich hatte etwa 6-7 Schmerztage/Monat. Ab Anfang Juli bekam ich dann die 140mg Spritze. Ich hatte sofort wieder gute Wirkung und habe seither Juli-4/ August-4/ September bis jetzt 2 Schmerztage.
    Nebenwirkungen spüre ich immer noch keine. Weder mit der Verdauung noch mit dem Immunsystem habe ich Probleme. Verstopfung habe ich nur in Verbindung mit Migräne. Und mit Erkältungssymptome kämpfe ich gar nicht. Im Gegenteil. Ich arbeite im Schulbereich und alle 45 Minuten kommen bei mir eine Horde kleiner Kinder ins Zimmer…und meist sind mehrere am Husten oder sie sind verschnupft. Seit ich Aimovig spritze, hatte ich erst 1x eine kurze Erkältung. Dies ist eher untypisch für mich…ich leide sonst öfters an Erkältungssymptomen.
    Ich bin mit Aimovig rundum zufrieden, fühle mich wohl und geniesse mein neues Leben!
    Natürlich begleitet mich das „Migräne-Verhalten“ weiterhin. Ich bin zwar etwas lockerer geworden, aber ich achte immer noch sehr auf Regelmässigkeit im Alltag, genügend Schlaf, gesunde Vollwertkost und versuche 2-3x in der Woche Joggen/Laufen zu gehen.
    Einzig die Wirkung vom Triptan (Relpax oder Imigran Injekt) lässt „manchmal“ zu wünschen übrig. Manchmal wirken sie gut und normal schnell. Dann gibt es aber Attacken, die lassen sich kaum behandeln. Es dauert 2-3 Stunden bis die Wirkung halbwegs eintritt und dann wirkt es auch nur kurz (Relpax 4h und Imigran max 2h). Relpax wirkt bei mir normalerweise 16-20 Stunden. Imigran Injekt bekomme ich erst seit Juli, da ich in Verbindung mit Relpax vermehrt Magenbrennen habe. Ich möchte meinen Magen etwas schonen. Aber Imigran wirkt leider nie länger als 4h.
    Und zum Imigran Injekt habe ich grad noch eine Frage: Ich bekomme unmittelbar nach der Spritze eine Art „Kopf-Krampf“…ich kann es nicht anders beschreiben. Die Migräne verschlimmert sich erst massiv! Ich kann mich kaum bewegen, die Schmerzen sind unerträglich und lassen dann nach 30 Min langsam nach. Die volle Wirkung kommt aber erst nach 1-2 Stunden. Kennt das hier auch noch jemand? Ist das normal? Ich nehme Imigran Injekt nur, weil es besser für meinen Magen ist. Mit der Wirkung bin ich überhaupt nicht zufrieden und dieser Kopf-Krampf macht mir oft Angst, so dass ich halt doch öfters zum Relpax greiffe.
    Für den Magen nehme ich Pantoprazol (habe auch schon ganze Kuren gemacht). Wenn ich aber danach ein Relpax nehme, wirkt das Relpax nicht. Es ist ein Teufelskreis und ich bin ständig am abwägen, was ich zuerst einnehmen soll…
    Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und schmerzfreies Wochenende!
    Herzlich
    Babsi

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4640

    Hallo Babsi,

    ich freu mich total für dich. Vor allem auch, dass du dein neues Leben so genießen kannst.

    Mit eigenen Erfahrungen kann ich bzgl. Aimovig nicht dienen. Aber vielleicht schreibt dir ja noch der ein oder andere „Aimovigler“ von seinen Erfahrungen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Marisa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 15

    Hallo ihr Lieben,

    so, ich melde mich mal wieder, nachdem ich eine echte Horrorwoche hinter mir habe.
    Ich war so verzweifelt, weil einfach nichts geholfen hat. Ich habe mir Novalgin besorgt, aber da hatte ich auch keine Wirkung.
    Mir ist ständig schwindelig. Das hatte ich vor Aimovig nicht. Dann die Übelkeit und leider auch die starke Reizbarkeit.
    Es ist zum Haare raufen. Ehrlich. Es haut mich auch emotional total um.
    Ich habe überlegt, ob es an der nachlassenden Wirkung der Spritze liegt, dass ich so heftige Migräne habe und letzte Woche dann nach Absprache mit meiner Neurologin nochmal gespritzt. Einen Monat wollte ich aimovig noch eine Chance geben.
    Nach der Spritze letzte Woche wieder Hölle Migräne. Ich verstehe das nicht! Habe ich doch im ersten Monat gut darauf angesprochen. Wenn man mal die massive Übelkeit außer Acht lässt. Placebo-Effekt?

    Ja, liebe Honigbiene, ich bin „froh“, dass ich mit meiner Reaktion auf aimovig nicht die einzige bin. Ich hatte hier schon sehr an mir selbst gezweifelt. Sagte doch meine Neurologin, dass ich da erstmal durch müsse, bei anderen hilft das Medikament gut.
    Wenn man nur noch Hammer Migräne hat, wo kein Mittelchen mehr hilft und man nur noch völlig regungslos im Dunkeln ausharren möchte, ist das keine Lebensqualität.
    Mal davon abgesehen, dass ich deswegen schon vorher Probleme bei der Arbeit hatte. Wird doch das Thema Migräne immer noch belächelt…
    Ich hatte so Hoffnung mit der Spritze. Jetzt, im 4. Monat, möchte ich einfach nicht mehr.
    Vorher hat wenigstens Triptan geholfen, ja… es hat mich total matschig gemacht, aber ich habe funktioniert. Irgendwie.

    Liebe Gizmo, liebe Honigbiene: habt ihr denn eine Alternative aufgetan, oder macht ihr „nur noch“ Akutbehandlung?
    Ich persönlich versuche täglich Meditation zu machen (grade hat es mir Christian Bischoff angetan) und wenn es der Kopf zulässt, Yoga. Fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit.

    Meine Neurologin empfiehlt mir ganz dringend in die Schmerzklinik zu gehen. Ich habe aber so doll Bedenken wegen meiner Arbeit. Nicht, wegen Kündigung, aber das die Arbeit liegen bleibt und was die „lieben“ Kollegen sagen… und dass ich nach der Klinik wieder in einen End-Stress verfalle… und der Kreis wieder beginnt. Ich bin einfach zu pflichtbewusst.
    Ich schaffe mein Pensum so schon kaum mehr. Momentan kämpfe ich mich nur noch durch den Arbeitstag und bin froh, wenn ich zuhause bin und nur noch ich-sein kann.

    Entschuldigt, dass ich so jammere. Ich bin halt wirklich sehr angeschlagen momentan.

    An alle, die eine gute Wirkung mit Aimovig haben: Ich freue mich sehr für euch!!! Und hoffe, ihr könnt lange davon profitieren 🙂

    Liebe Grüße, marisa

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5719

    Liebe Marisa,

    Schmerzen kosten unendlich viel Kraft, körperlich und seelisch. Und wenn man keine gut wirksame Akutmedikation zur Hand hat, kommt erschwerend noch das Gefühl der Verzweifung und des Ausgeliefertseins dazu, plus die Angst vor der nächsten Attacke.

    Wenn ich deine Zeilen lese, möchte ich dich am liebsten heute noch aus dem Verkehr ziehen und nach Kiel schicken. Du versuchst mit allen Mitteln noch zu funktionieren und hast ein stark ausgeprägtes Pflichtbewusstsein. Letzteres ist eine sehr gute Eigenschaft – meistens. Doch wenn es an die eigene Grundsubstanz geht und die Erschöpfung vorantreibt und man sich – oft unbemerkt – immer weiter in einer Art Abwärtsspirale befindet (mit Distanz sieht man das vielleicht leichter als du selber), musst du dir überlegen, wie es mittelfristig weitergehen kann. Denn wenn du zusammenklappst, hat keiner was gewonnen.

    Deine Kollegen werden vermutlich grundsätzlich nicht begeistert sein, wenn du nicht funktionierst, wie sie sich das vorstellen. Das ist eh für berufstätige Schmerzpatienten eine große Herausforderung, mit dem Druck der Arbeit, von Seiten der Kollegen und des Chefs und den eigenen mehr oder weniger starken Begrenzungen, für die wir alle nichts können, fertig zu werden und das irgendwie hinzubekommen.

    In Kiel bekommt man im Schmerbewältigungsseminar gute Tipps dazu. Zum Beispiel lernt man, nicht einfach nur zu sagen „Ich habe Migräne“. Darunter können sich die wenigsten etwas vorstellen, manchmal kommt dann so etwas zurück wie „Ich habe auch hin und wieder mal Kopfschmerzen, mir hilft dann ein Kaffee“. Tja, wenn das für uns mal so einfach wäre…

    Besser sollte man kurz beschreiben, wie sich das ausdrückt, z.B. „Mir pocht der Kopf wie verrückt und mir ist sehr übel“. Dennoch sollte man von d