Amitriptylin und Betablocker

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  • Heike
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    Beitragsanzahl: 35

    Hallo zusammen,

    ist es eigentlich möglich, Amitriptylin (verschrieben für Spannungskopfschmerzen) und Betablocker (Vorbeugung gegen Migräne) zusammen zu nehmen?
    Mein Neurologe meinte, das wäre nicht gut, weil es zu Herzrythmusstörungen kommen könnte.
    Eine Freundin erzählte mir aber vor kurzen, dass sie genau diese beiden Prophylaxen zusammen nimmt (abends Amitriptylin und morgens den Betablocker) und dass es ihr seither besser gehe und die Migräne bzw. die Spannungskopfschmerzen auszuhalten seien.

    Weiß jemand von euch, ob es sinnvoll ist, diese beiden Prophylaxen zusammen zu nehmen?

    Liebe Grüße
    Heike

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 672

    Hi Heike,

    ich hab das jahrelang parallel genommen. Und mein Herz hat das nicht wirklich interessiert 😉

    Es ist gut, wenn du ab und zu ein EKG machen lässt, beim Hausarzt. Aber normalerweise ist das kein Problem. Ich habe damals 40mg Propranolol morgens und abends und 25mg Ami abends genommen. Bei mir war beides Migränevorbeugung. Anfangs nur Betablocker; später bei einer Verschlechterung der Migräne zusätzlich Ami. Mittlerweile nehme ich nur noch Ami ;o)

    Das ist eben immer ein Abwägen von Vor-und Nachteilen. Mein Hausarzt hat neulich erwähnt, dass Betablocker kaum noch bei hohem Blutdruck verschrieben werden, weil die Auswirkungen doch eher gering sind; d.h. er verschreibt es mehr als Migränevorbeugung denn als Herzmedikament ;o)

    Grüßle Daniela

    Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Hallo Heike,
    genau diese Kombination habe ich eine ganze Zeit lang genommen. Hat mir nichts geschadet und der Arzt hat auch keine Bedenken geäußert. Mittlerweile nehme ich die Kombination nicht mehr, da sie bei mir nicht ausreichend gewirkt hat.
    Ich drück dir die Daumen, dass es hilft!
    Viele Grüße

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Ich habe da noch einmal eine Frage zu…
    Gestern hatte ich einen Termin bei einem Schmerztherapeuten, der auch hier auf der Internetseite als Schmerztherapeut empfohlen wird.
    Dieser hat mir nun zusätzlich zu 50 mg Amitriptylin abends noch 5 mg Bisoprolol empfohlen zu nehmen. Er sagte, es wäre vollkommen egal, zu welcher Tageszeit ich das Bisoprolol nehmen würde.
    Ist das wirklich so? Ich hatte mir nämlich überlegt, es abends zum Ami zu nehmen. Wäre das so in Ordnung oder sollte ich den Betablocker eher morgens nehmen. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich morgens dann nicht so richtig in die Gänge komme durch den Betablocker.
    Hat da jemand Erfahrungen?

    Vielen Dank für eure Hilfe:-)

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ja Heike, Betablocker kannst du nehmen wann du willst. Es kann aber bei abendlicher Einnahme zu heftigen Träumen, sogar Alpträumen, kommen. Ich wurde auch zeitweise morgens mit heftigen Ängsten wach, für mich etwas sehr Seltsames, da ich eher total angstbefreit bin.
    Alles Gute,
    Julia

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Hallo Julia,
    vielen Dank für deine Antwort.
    Von den Träumen/Alpträumen habe ich hier im Forum auch schon mal was gelesen. Hatte ich aber bis jetzt wieder vergessen.
    Ich glaube, dann nehme ich den Betablocker doch eher morgens/mittags ein.
    Heute habe ich ihn ja zum ersten Mal genommen und war den ganzen Tag so fürchterlich am schwitzen. Ist das auch eine Nebenwirkung? Im Beipackzettel habe ich darüber nichts explizit gelesen.

    Euch allen ein migränefreies Wochenende…
    LG
    Heike

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Heike,

    Schwitzen ist eine bekannte Nebenwirkung, steht da vielleicht Hyperhidrosis? Das wäre starkes Schwitzen. Auch eine allgemeine Schlappheit oder Verlangsamung kann anfangs sein, weil der Sympathikusnerv ein bisschen ausgebremst wird.
    Kannst du die Tabletten teilen? Eventuell mal den Hersteller und genau das Medikament und teilen bei Google eingeben. Wenn man es teilen kann, würde ich mit weniger starten und abwarten. Und natürlich den Arzt in Kenntnis setzen. Oder warten bis Montag und fragen.

    Guten Erfolg,
    Julia

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Ja Julia, Hyperhidrosis steht drin…
    Sorry, ich bin leider nicht vom Fach. Hätte ja auch mal googlen können.
    Auch was du beschrieben hast mit Schlappheit und Verlangsamung war heute ganz extrem.
    Ich kam mir vor, als ob ich in Zeitlupe gehen würde und bei einer Treppe ging mir schon die Puste aus.
    Ich habe noch 2,5 mg hier zu Hause. Habe ich mal von meinem Hausarzt bekommen, als ich so starke Herzrythmus Probleme hatte. Soll ich da vielleicht erst einmal mit starten? Bei dieser niedrigen Dosis hatte ich das nämlich nicht.
    Gehen diese Nebenwirkungen denn nach der Zeit weg?
    Angst habe ich auch davor, an Gewicht zuzulegen. Durch das Ami habe ich schon ein paar Kilos zugenommen und leider bin ich eh nicht die schlankeste Person.
    Was man nicht alles macht, um diese blöde Migräne in Schach zu halten…

    Liebe Grüße
    Heike

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ach Heike, kann ja nicht Jeder alles wissen! Aber je mehr du hier alles mitliest, desto mehr wirst du auch bald wissen. Sonst darfst du gerne fragen.
    Ich bin keine Ärztin und darf dir auch keine Medikamente oder die Einnahme verordnen. Wenn ich aber du wäre, würde ich mit den 2,5mg beginnen, kann ja keinen Schaden anrichten.
    Ja, und ob Nebenwirkungen wieder verschwinden muss im Grunde jeder selbst testen, aber bitte, wenn irgend möglich, nicht zu früh aufgeben!
    Ich hab bei Betablockern auch zugenommen, wie viele, aber nicht alle. Leider wird der Stoffwechsel gedrosselt, und wer sich dann auch noch langsamer bewegt, kann zunehmen. Ich würde von Anfang an versuchen, die Kalorienzufuhr deutlich zu verringern. Nicht die Menge und auch nicht die Anzahl der Mahlzeiten, denn das hält man in der Regel nicht durch. Hab ich damals nicht bedacht. Und, auch wenn langsamer, mehr bewegen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    Übrigens gegen die Rhythmusstörungen, wohl Extrasystolen?, hilft ein bisschen Kalium. Frag mal den HA danach. Wenn sie jetzt überhaupt noch auftreten.

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Heike,

    ich reagiere auch immer stark auf Medikamente.
    Die erste Tablette hat mich völlig von den Füßen geholt.
    Da habe ich die Tabletten erst einmal halbiert und mit der Hälfte angefangen.
    Dann habe ich immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, der Zeitpunkt wäre richtig, um eine weiter halbe Tablette erhöht.
    Jetzt bin ich bei einer morgens und einer am Spätnachmittag wegen der Aplträume.
    Ich nehme allerdings Metropolol.

    Anfangs habe ich zugenommen, aber das hat sich mit der Gewöhnung gelegt.
    Ich schwitze auch stärker, aber es ist auszuhalten.
    Insgesamt komme ich mit dem Betablocker gut zurecht und die Attacken sind auch seltener und schwächer.

    LG Anna

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Hallo liebes Forum!
    Ich habe eine zeitlang Ami und Bisoprolol 5 mg zusammen genommen.
    Das Ami habe ich jetzt langsam ausschleichen lassen, so dass ich nur noch den Betablocker nehme.
    Jetzt habe ich seit einiger Zeit Gelenk bzw. Muskelschmerzen in meinen Handgelenken, Fußgelenken, Knie und Ellenbogen.
    Es sind keine schlimmen Schmerzen, eher so, als ob ich Muskelkater hätte.
    Ich fühle mich nicht sehr eingeschränkt damit aber mich würde es interessieren, ob das Nebenwirkungen vom Bisoprolol sind.
    In der Verpackungsbeilage habe ich diesbezüglich nichts gelesen.
    Kann mir dazu jemand von euch was sagen?

    Ich wünsche allen einen migränefreien sonnigen Tag:-)

    Liebe Grüße
    Heike

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Heike,

    ich nahm auch Bisoprolol (bis zu 6,5 mg) und musste es wegen starker Muskelschmerzen leider absetzen, obwohl ich das Gefühl hatte, es würde mir sonst recht gut tun. Bei mir waren die Muskelschmerzen aber teilweise so stark, dass ich sie mit Schmerzmitteln behandeln musste und das war ja nicht Sinn der Sache…

    Liebe Grüße,
    Bea

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Vielleicht ist es sinnvoll, erst einen anderen Betablocker zu versuchen, Propranolol oder Metoprolol,
    bevor man sich komplett von einer Substanzgruppe verabschiedet, wenn sie doch hilft?
    Ich hatte unter Bisoprolol auch massive Nebenwirkungen. anders als bei den anderen Präparaten.

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Alchemilla,

    du hast auf jeden Fall recht, ich hab es nicht abgeschrieben, ich werde eine andere Gruppe testen, aber habe derzeit keine Nerven für evtl. wieder neue Nebenwirkungen. Ich hatte im Dezember einen Horrorversuch mit Topirmat, außerdem 6 sehr anstrengende Wochen Schmerzmittelpause, die von einer echten Grippe Mitte Februar beendet wurde (hätte gerne 8 Wochen gemacht), erst Anfang März war ich wieder halbwegs gesund, dann habe ich Ende März die Betablocker gestartet und hatte dann fast einen Monat sehr starke Muskelschmerzen und jetzt brauch ich mal etwas Pause…

    Am Freitag bekomme ich Botox und das werde ich jetzt mal ganz entspannt wirken lassen und dann im Herbst oder Winter über neue Medikamente nachdenken.

    Liebe Grüße,
    Bea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Bea,

    erst mal viel Erfolg mit Botox, das sehr gut verträglich ist und vielen hilft. Dann einfach im Hinterkopf behalten, dass andere Betablocker durchaus auch noch eine gute Chance sein könnten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Würde es denn unter einen anderen Betablocker nicht zu solchen Muskel-Gelenkschmerzen kommen?
    Ich bin auch am überlegen, ob ich meinen Neurologen mal darauf anspreche, ob er mir nicht vielleicht einen anderen Betablocker aufschreiben kann.
    Bisher scheine ich nämlich ganz gut darauf anzusprechen, nur halt diese blöden Gelenkschmerzen.
    Wodurch unterscheiden sich denn die verschiedenen Betablocker?
    Welcher Betablocker ist denn Mittel der 1. Wahl?

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Ich habe gerade mit meinem Neurologen telefoniert.
    Dieser meinte, dass die Gelenkschmerzen nicht vom Bisoprolol kommen würden.
    Es würde nicht bei den Nebenwirkungen aufgelistet.
    Weiß vielleicht jemand von euch, ob es eine offizielle Aussage zu den Nebenwirkungen von Bisoprolol und Gelenkschmerzen gibt?

    Mein Neurologe meinte weiterhin, dass es vielleicht noch vom Absetzen des Amitriptylin kommen könnte.
    Dies habe ich aber vor knapp 4 Wochen schon abgesetzt. Können die Schmerzen vielleicht auch damit zusammenhängen?

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Heike,

    mein Hausarzt meinte auch es könne nicht davon kommen da keine offizielle Nebenwirkung (frage mich was das für eine Begründung sein soll 🙈) und mein Neurologe aber sagt, es gibt nichts, was es nicht gibt, und wenn ich klar den Zusammenhang erkenne dann ist es so, basta. Und direkt nach Dosisreduzierung 2 Tage später wurden die Schmerzen immer weniger bis sie nach 2 Wochen ganz weg waren als alles ausgeschlichen war. Ich habe allerdings auch eine mittlerweile zum Glück nur noch leichte Form der Fibromyalgie und die wird gerne getriggert. Wenn du mal googelst findest du schon auch andere Erfahrungsberichte von Menschen, die Muskelschmerzen bekommen.

    Bettina, vielen Dank!! 🙂

    Liebe Grüße,
    Bea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Heike,

    Mein Neurologe meinte weiterhin, dass es vielleicht noch vom Absetzen des Amitriptylin kommen könnte.
    Dies habe ich aber vor knapp 4 Wochen schon abgesetzt. Können die Schmerzen vielleicht auch damit zusammenhängen?

    ja und ja – das sind bekannte Absetzerscheinungen des Amitriptylin und können einige Wochen anhalten. Muss also wirklich nichts mit dem Betablocker zu tun haben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Vielen Dank an euch.
    Ich werde den Betablocker erst einmal noch weiternehmen.
    Habe am 17.7. wieder einen Termin bei meinem Neurologen und dann schaue ich mal, ob sich die Schmerzen bis dahin gelegt haben und es viellicht doch vom Ami gekommen ist.
    Ich merke nämlich eigentlich, dass mir der Betablocker gut tut und die Schmerzen haben ja wirklich erst nach dem Absetzen des Ami angefangen.
    Aber dass der Körper so lange braucht, um ein Medikament abzubauen. Wahnsinn…

    Liebe Grüße
    Heike

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Heike,

    das kann bei anderen Medikamenten noch viel länger dauern. Kortison verhindert noch ca.3 Monate nach der letzten Einnahme, dass Allergietest möglich sind! Und beim Topiramat muss man sogar 6 Monate warten, um schwanger werden zu dürfen.

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Ich möchte auch mal wieder berichten…
    Nachdem ich das Amitriptylin Ende Mai abgesetzt habe und ich mich durch die Absetzungsprobleme (Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, krank fühlen) geboxt habe, begleiten mich seit einer Woche wieder Spannungskopfschmerzen. Ich könnte heulen…
    Letzt Woche Mittwoch hatte ich mal wieder – seit langer Zeit – einen sehr starken Migräneanfall, der sich über drei Tage gezogen hat. Als dieser dann endlich am abklingen war, kamen die Spannungskopfschmerzen wieder.

    Ich hatte das Ami ja abgesetzt, weil es mir bei meiner Migränehäufigkeit nicht sehr gut geholfen hat aber jetzt habe ich erst einmal gemerkt, wie gut es mir wohl bei den Spannungskopfschmerzen geholfen hat.

    Heute Morgen konnte ich kurzfristig zu meinem Neurologen. Als ich ihm die Situation geschildert habe, sagte er mir sofort, dass das Absetzen des Ami wohl nicht die richtige Entscheidung war. Er riet mir dazu, das Ami wieder einzunehmen.

    Ich bin jetzt so mit mir am kämpfen. Einerseits war es wirklich die Hölle, das Medikament auf meinem Körper zu bekommen und andererseits hat es mir wohl sehr geholfen.

    Was soll ich nur machen???
    Hat jemand von euch die gleiche Erfahrung mit Ami gemacht und es nachher wieder eingenommen?

    Liebe Grüße
    Heike

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Heike,

    ch hatte das Ami ja abgesetzt, weil es mir bei meiner Migränehäufigkeit nicht sehr gut geholfen hat aber jetzt habe ich erst einmal gemerkt, wie gut es mir wohl bei den Spannungskopfschmerzen geholfen hat.

    Amitriptylin ist Mittel der 1. Wahl beim Spannungskopfschmerz. Das ist Dir jetzt nach dem Absetzen leider auch aufgefallen. Habe nun einiges nach oben gescrollt, aber nichts dazu gefunden, warum Du Amitriptylin abgesetzt hast. Wenn Du es sonst gut vertragen hast, wäre es schon eine Option, wieder damit anzufangen. Sicher ist das Ausschleichen mühsam, aber es kann auch noch langsamer angegangen werden.

    Sonst wäre vielleicht ein anderes trizyklisches Antidepressivum auch eine Option. Ob es sich aber so gut auf den Spannungskopfschmerz auswirkt wie das Amitriptylin, kann halt nicht vorher gesagt werden.

    Liebe Grüße
    bettina

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Liebe Bettina,
    ich habe das Amitriptylin hauptsächlich abgesetzt, weil ich sehr stark zugenommen habe.
    Ich bin eh schon eher mollig und durch das Ami habe ich seit November 2018 fast 8 kg zugenommen.
    Das war kein Zustand mehr.
    Ich hatte mir auch erhofft, dass sich das Ami auf meine Migräne auswirkt. Das hat es leider auch nicht, so dass ich seit März diesen Jahres zusätzlich auch noch Bisoprolol 2,5 mg nehme und beides zusammen würde wahrscheinlich dazu führen, dass ich noch mehr an Kilos zunehmen würde.

    Ich habe das Ami bis jetzt nicht wieder angefangen. Es liegt noch brav in meinem Medikamentenschrank.

    Die Spannungskopfschmerzen sind aber auch deutlich besser geworden. Vielleicht lag es auch einfach an diesem warmen Wetter.

    Liebe Grüße
    Heike

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 672

    Hi Heike,

    ich habe wie oben schon geschrieben auch jahrelang Betablocker (anfangs Bisoprolol, später Propranolol) und Ami zusammen genommen.

    Zwischenzeitlich hatte ich beides mal abgesetzt, wieder angefangen, momentan nehme ich nur noch Ami.

    Auch ich habe ordentlich zugenommen, zumindest beim ersten mal. U.a. weil ich keine Ahnung hatte, wie diese Medikamente meinen Körper und Stoffwechsel beeinflussen. Klar steht Gewichtszunahme als Nebenwirkung in der Packungsbeilage, aber da steht nicht, warum und dass man dagegen etwas tun kann.

    Hier im Forum habe ich gelernt: der Betablocker setzt die Herzfrequenz herab. Damit sinkt auch der Grundumsatz. D.h. wenn man mit dem Betablocker genau so viel isst wie vorher, dann nimmt man zu – aber nicht durch das Medikament an sich, sondern weil man weniger Kalorien verbrennt als vorher.

    Das Amitriptylin greift in die Hirnchemie ein. Es kann dafür sorgen, dass man kein direktes oder ein sehr verzögertes Sättigungsgefühl hat. D.h. man isst meistens tendentiell zu viel, weil man nicht merkt, dass es eigentlich reicht.

    Um jetzt das Zunehmen abzuschwächen oder gar ganz zu verhindern habe ich mir angewöhnt:

    1. feste Mahlzeiten, mit eine gewissen festgelegten Essen und Menge: z.b. habe ich in der Firma um 9 Frühstückspause, da gibt es einen Jogurt, ab und zu auch mit Früchten oder Müsli; um 12 ist Mittag, da hole ich mir beim Naturkosthändler nebenan ein großes Birchermüsli (machen die da frisch); gegen 16:30 hab ich Feierabend, ab und zu gibts daheim einen Espresso und dann koche ich.

    2. kleine Portionen: ich nehme mir, gerade beim Abendessen erst mal eine kleine Portion und warte dann ab, ob ich nochmal wirklich Hunger bekomme. Zwischen satt und kein Hunger mehr, ist ein schmaler Grad. Der Ernährungsberater für meinen Mann (der is Diabetiker) rät immer zu 10 Minuten Wartezeit, solange dauert es bei Otto normal bis man ein Sättigungsgefühl bekommt. Unter dem Ami warte ich mind. eine halbe Stunde.

    Mit diesen recht einfachen Regeln habe ich es bei den späteren Wiedereinnahmen geschafft, nicht noch mehr zuzunehmen. Ich weiß ja jetzt, worauf ich achten muss. Und für mich ist das Ami ein Segen – ohne habe ich 12-15 Attacken im Monat, mit dem Ami bin ich bei 4-8. Für mich ist das ok so. Übergewicht habe ich immer noch, aber daran kann man arbeiten (wenn mein Leben mal weniger stressig ist).

    Den Betablocker habe ich abgesetzt, weil ich Nebenwirkungen hatte, die mich zu stark beeinträchtigt hatten. Ein Teil davon ist weg, ein anderer Teil hatte dann wohl doch nichts damit zu tun, aber da meine Migräne ohne den Betablocker nicht schlechter geworden ist, lass ich ihn jetzt weiter weg 😉

    Grüßle Daniela

    Heike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 35

    Hallo Daniela,

    vielen Dank für die genaue Beschreibung der Medikamente und ihrer Wirkungsweise auf meine Pfunde.

    Unter Ami hatte ich so gut wie gar kein Sättigungsgefühl. Ich habe sogar mehr als mein Mann gegessen. Der hat mich dann manchmal gebremst und mir vor Augen geführt, wieviel ich gerade gegessen habe. Das Sättigungsgefühl kam so gut wie nie.

    Unter Bisoprolol habe ich bisher nicht zugenommen. Mein Appetit ist aber wesentlich zurückgegangen.

    Ich gebe mir noch ein paar Wochen und dann schaue ich, wie sich meine Spannungskopfschmerzen entwickeln. Sollten sie an Häufigkeit wieder zunehmen, werde ich wahrscheinlich wieder mit dem Ami anfangen und mir deine Erklärung immer wieder in den Sinn rufen…
    Wahrscheinlich wird es nächste Woche Samstag schon wieder so sein….wir fahren in den Urlaub und das bedeutet für mich absoluter Stress. Dann ist eine Migräneattacke und Spannungskopfschmerzen wahrscheinlich wieder absehbar…

    Ganz liebe Grüße
    Heike

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Daniela,

    vielen vielen Dank für diese schlichte und so treffende Erklärung der Zusammenhänge.
    So in dieser Form ist mir das noch nie begegnet.
    Aber es ist absolut klar und nachvollziehbar.

    Danke!!!
    LG
    alchemilla

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Heike und alle, die auf ihr Gewicht achten wollen oder müssen.

    Daniela, du hast es auf den Punkt gebracht, es hilft nur das altbewährte „fdH“! Ob man will oder nicht. Da ist deine Methode ein guter Weg, denn unter Betablockertherapie die Bewegung zu steigern ist eher schwieriger.

    Wenn der Grundumsatz durch Medikamente wie Betablocker gesenkt ist, und/oder der Appetit gesteigert, muss man effektiv gegensteuern.
    Da hilft es auch sehr, wenn man sich mit der Energiedichte der aufgenommenen Nahrung beschäftigt. Und man kann sich gut Hilfe holen durch eine APP der Techniker-Krankenkasse. Einfach TK Energiedichte googlen. Oder, so hab ich mal gleichmäßig und in der richtigen Geschwindigkeit 10 Betablocker-Kilos abgenommen, man kauft sich das Buch von Prof. Volker Schusdziarra „Satt essen und abnehmen“ vom mmi-Verlag. Das gibt es z.Z. nur gebraucht, soll aber wohl im Herbst wieder neu aufgelegt werden.

    Man kann, wenn man die Energiedichte der Nahrung kennt und beachtet, alles essen, was einem schmeckt, nur in anderer Gewichtung, als man es bisher gemacht hat. Es ist nämlich auf Dauer eher schwierig, nur noch kleine Portionen zu essen, das gibt Frust und Heißhunger ohne Ende. Ändert man die Energiedichte, bleiben die Portionen magenfüllend, aber weniger gehaltvoll.
    Macht euch mal schlau, das funktioniert wirklich! Gibt einfache und einleuchtende Tabellen nach dem Ampelprinzip. Die wichtigsten Seiten kopieren und in den Küchenschrank kleben!
    Und das dann mit Danielas Ess-Methode kombiniert, wird bestimmt richtig was bringen!

    Ich nutz es gerade umgekehrt. Weil ich seit Ende letzten Jahres nach 2 Operationen im Bauchbereich absolut kein Hungergefühl oder Appetit mehr habe (eigentlich ein paradiesischer Zustand 😉, bin eher verfressen!). Und da ich nicht weiter abnehmen möchte, erhöhe ich deutlich die Energiedichte bei den kleinen Portionen, zu denen ich mich zwingen muss. Klappt wunderbar.

    Es gibt für die meisten Menschen Hilfen zum Gewichtregulieren. Da gilt:
    Versuch macht kluch!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5623

    Als ich mit meiner Migräne und meinen Dauerspannungskopfschmerzen in Kiel war, wollte ich partout keine medikamentöse Prophylaxe, bei der ich zunehmen würde. Mir wurde dann Escitalopram verschrieben, das mir super gut gegen die Spannungskopfschmerzen geholfen hat. Und das zu meiner großen Freude völlig gewichtsneutral. 🙂

    LG Heika

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Ihr Lieben,

    ich habe es geschafft, ganz ohne Medikamente, die meinen Stoffwechsel beeinflussen, letztlich nur durch Stress mal eben in wenigen Monaten 5 Kilos mehr auf die Waage zu bringen. Es ist natürlich schwierig, wenn Medis zusätzlich den Stoffwechsel herunterfahren oder das Sättigungsgefühl ausbremsen – aber es kann leider auch ganz ohne äußere Einflüsse so kommen…

    Ich kann Julias Tipp mit dem Energiedichteprinzip nur empfehlen 🙂 Super einfach anzuwenden und man kann damit auch problemlos gehaltvolle Nahrungsmittel durch weniger gehaltvolle ersetzen, ohne dabei an Geschmack zu verlieren.
    Ich selbst habe den Gesundheitscoach der Techniker genutzt, der auf diesem Prinzip basiert. Vorrangig ging es mir darum, ein Ernährungsprotokoll zu führen und mir damit bewusst zu machen, was ich den Tag hindurch eigentlich alles esse. Wichtig war mir auch, die Mengen, die ich zubereite und esse, abzuwiegen. Es ist schnell mal eine halbe Packung Käse über die Nudeln verteilt, aber eigentlich reicht auch ein Drittel davon, durch das Wiegen werden die Portionen ganz bewusst gewählt…

    Mir hat es sehr gut geholfen und inzwischen fühle ich mich mit meinem Gewicht auch wieder wohl 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Tagen, 16 Stunden von  Tanni.
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