Betablocker – Fragen und Erfahrungsberichte

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  • mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Liebe Bettina,

    vielen Dank für das Willkommen und deine Antwort.
    Ich habe heute auch nochmal mit dem Arzt gesprochen, der auch sagte, es kann eine gute Wirkung haben auf das Grundlevel der Schmerzen.

    Nun möchte ich erst noch das Ergebnis meiner Blutwerte, B12 und Schilddrüse, abwarten. Und auch einen Termin mit einer Frauenärztin, die mir ebenfalls dieser Schmerzarzt empfohlen hat, um über einen möglichen Pillenwechsel zu beraten. Ich bin unsicher, aber ich denke, lieber eine Stellschraube nach der anderen als alles auf einmal?
    Vielleicht hilft ja B12 (ich hatte in den letzten Jahren oft einen Mangel aufgrund von vegetarischer Ernährung, jetzt wird geprüft, ob die Spritzen geholfen haben oder der Mangel noch besteht) und ein Pillenwechsel kommt in Frage und ich kann meinem Körper den Betablocker ersparen?

    Oder ist das eine „falsche“ Denke und verlängert nur die viel zu lange Phase der unzureichenden Behandlung und dadurch ggf. Steigerung der Migräne?

    Ich schreibe gerne auch nochmal einen vollständigeren Beitrag über meine Geschichte.

    Vielen Dank & liebe Grüße
    mirabelle

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Mirabelle,

    ich denke, dass Dein persönlicher Leidensdruck darüber entscheidet, wie lange Du noch warten möchtest. 😉

    Normalerweise ist es richtig, nicht mehrere Dinge gleichzeitig zu ändern, da man dann eine eventuelle Verbesserung keiner konkreten Sache zuordnen kann. Allerdings hat der B12-Spiegel keine Relevanz für die Migräne, Schilddrüsenwerte sollten eh unabhängig von der Migräne getestet werden (wenn es hier Probleme gibt). Wenn Du mit der Pille versuchen willst, eine Verbesserung zu erzielen, musst Du Dich auf eine lange „Wartezeit“ gefasst machen. Manchen geht es besser mit der Pille, anderen ohne Pille. Manchen geht es besser mit östrogenhaltigen Pillen, andere mit gestagenhaltigen. Du siehst, es ist ein weites Feld.

    Betablocker haben Evidenz gezeigt, es ist also mit einer Verbesserung zu rechnen. Wobei selbstverständlich nicht jeder positiv anspricht, aber das ist Dir ja sicher klar.

    Sinn machen hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2, beide Stoffe haben in Studien Wirksamkeit gezeigt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Mirabelle,
    dann möchte ich dir noch einen Erfahrungsbericht mitgeben:
    mir haben Betablocker immer sehr gut geholfen und zwar prompt.
    Das ganze Nervensystem hat sich, so fühlte es sich an, umgehend beruhigt und entspannt. Ich konnte wieder ausruhen und schlafen und dieses ewige Brizzeln der Gedanken und diese Unruhe ließen nach.
    Es gibt -wie bei jedem Medikament- natürlich auch Nebenwirkungen.
    Es gibt unterschiedliche Betablocker. Wenn also der eine nicht zusagt, kann ein anderer versucht werden.
    In der letzten Zeit habe ich eine sehr geringe Dosis genommen und kaum Nebenwirkungen verspürt. Und geholfen hat er sehr gut.
    Auch das Abdosieren, wenn man das Gefühl hat, dass „es reicht“, hat mir nie Probleme gemacht.
    Ich persönlich würde die für harmloser halten als eine Pille.
    Also, wenn es ums „sich ersparen“ ginge, würde ich mir eher eine Hormonbehandlung ersparen. Die haben bei mir überhaupt nichts gebracht außer Verschlechterungen.
    Wir haben hier auch eine Gruppe „Migräne im Leben der Frau“. Da kannst du auch noch Erfahrungberichte lesen.

    LG
    alchemilla

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Liebe Bettina, liebe Alchemilla,

    vielen Dank!

    Zur Pille: Ich nehme ja seit 20 Jahren eine. Es geht mir hier um die Frage, ob ich sie absetzen sollte bzw. ob ein Wechsel etwas bringen kann. Aber ich sehe das auch als langwierigeren Prozess und für den Körper sicher auch nicht easy. Da ich aber gerade auf keinen Fall schwanger werden will, ist das komplette Absetzen der Pille auch mit einem unguten Gefühl verbunden… Obwohl ich schon denke, meine Pille kann die Migräne durchaus „begünstigen“ oder verstärken…

    Zum Betablocker: Danke, das ist sehr gut zu hören, dass dir dies so gut hilft. Ich bin ein Mensch mit gutem Blutdruck, eher niedrig als zu hoch. Daher bin ich da irgendwie unsicher.
    Hattest du leicht erhöhten Blutdruck? Dieses „Brizzeln“ könnte ich mir vorstellen, dass ich weiß, was du meinst. Das würde ich auch gerne los. Habe aber Angst vor „Dämmerzuständen“. Wobei ich die ja mit den Schmerzen irgendwie auch habe…

    Lese gerade das Buch von Oliver Sacks zur Migräne. Kennt ihr das?
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Kopfschmerzen auch emotionalen/psychischen Ursprung haben (und dann externe Faktoren auslösend und verstärkend wirken). Er beschreibt dies ja als „habituelle Migräne“.
    Denkt ihr, aus eurer Erfahrung, in so einem Fall ist es gut, erstmal Betablocker zu nehmen, um die Schmerzen zu lindern, da der Prozess lang ist, anders mit den so ausgedrückten Emotionen umzugehen?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    mirabelle

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Liebe Mirabelle,

    von Oliver Sacks war hier immer mal wieder zu lesen.

    Fest steht: Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die ihren Ursprung nicht in der Psyche hat. Man kann in betroffenen Familien eindeutig genetische Linien verfolgen und man hat inzwischen gewisse Migräne-Merkmale im Erbgut entdeckt.

    Sehr wohl können aber externe Faktoren auslösend und vor allem auch verstärkend wirken, da gibt es eine ganze Reihe, die man aufzählen könnte. Eine ausgeglichene Psyche ist sicherlich immer von Vorteil, denn Stress kann Migräne eindeutig triggern. Doch der Umkehrschluss, dass man „nur“ seine psychischen Belastungsfaktoren aufarbeiten muss, um dann die Migräne auch wieder loszuwerden, wird leider nicht funktionieren.

    Dein Zögern, einen Blutdrucksenker bei normalem Blutdruck zu nehmen, kann ich gut nachvollziehen. Doch zur Migräneprophylaxe ist es wirklich ein gutes und erprobtes Mittel und deine Dosierung wird eh recht gering sein und bleiben. Ein Versuch wäre es wert, denn du kannst es ja jederzeit wieder absetzen. Allerdings sollte man das nicht zu früh tun, denn es braucht manchmal einige Wochen, bis eine positive Wirkung auf die Migräne eintritt. Und Nebenwirkungen treten oft schon am Anfang auf, lassen im Lauf der Zeit aber eher nach. Deshalb sollte man eine gewisse Zeit durchhalten und dem Medikament eine Chance geben.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 11 Monate von  heika.
    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Liebe Mirabelle,
    deine Ausführungen beeindrucken mich sehr. Du gehst sehr verantwortungsbewusst mit der Frage der Medikamenteneinnahme um.
    Dazu nun meine Gedanken:
    Es kann durchaus sein, dass die Pille die Migräne beeinflusst. Dazu kann ich selbst aber nichts sagen, weil ich damit keine Erfahrung habe.
    Wie gesagt gibt es hier noch die Gruppe, in der es speziell um diesen Aspekt geht.
    Betablocker sollen eigentlich nur den Blutdruck regulieren. D.h. dass ein niedriger Blutdruck nicht automatisch noch mehr gesenkt wird.
    Aber „Blocker“ ist blockierend, es ist auf jeden Fall eine Beeinflussung der Körperchemie.
    Deswegen sehe ich in Medikamenten immer erstmal eine Unterstützungsfunktion dahingehend, dass der Körper eine Chance erhält, sich wieder selber ins Gleichgewicht zu versetzen.
    Wenn man einen gebrochenen Fuß hat, geht man eine Weile mit Stützen umher, damit der Fuß heilen kann und entlastet wird. Und dann ist das auch wieder vorbei.
    So hat mir der Betablocker immer mal wieder dazu verholfen, die Denke zu beruhigen. Dann konnte ich mit den sog. „verhaltensmedizinischen“ Maßnahmen besser loslegen und Erfolge erzielen. Und dann habe ich die Betablocker wieder ausgeschlichen und es ging eine Weile gut.
    Wenn man von der psychischen Ausgeglichenheit ausgeht, so erlebe ich auch, dass diese die Migränetätigkeit beeinflusst.
    Am besten geht es mir ,wenn ich das Gefühl habe, MEIN Leben zu leben. Darauf achten zu dürfen, ob ich das, was ich jetzt tun sollte, wirklich WILL. Ob mir das, was ich tue FREUDE macht.
    Das ist in meinem Leben meistens ein schierer Luxus.
    Ich habe meinen Beruf geliebt, aber ich kann nicht sagen, dass ich jeden Tag vor Freude gegrunzt habe, wenn ich da hingegangen bin.
    Ich liebe meine Familie, aber ich muss oft Dinge tun, von denen ich nicht gerade entzückt bin. Oder die zu Zeiten zu tun, wo ich lieber ganz etwas anderes zu tun wünschte.
    Aber es war wichtig, mir dessen bewusst zu werden. So kann ich jeden Tag wenigstens EINE Sache einbauen, auf die ich mich freue. Und diese dann ohne schlechtes Gewissen genießen.
    Und trotzdem reißt das Leben mich immer wieder fort von meiner Selbstbestimmtheit und ich zerbrösele mich mit den tausend Jobs für andere. Mit diesem „Kümmern“ um alles und jeden – auch wenn es eigentlich nicht meine Angelegenheit ist.
    Bei den nicht medikamentösen Maßnahmen, die Denke zu beruhigen, hilft mir das Meditieren. Das ist nicht entspannen sondern das ist, fokussieren lernen. Das Denken zu beobachten und möglichst imm wieder auf das zurück zu holen, was jetzt gerade ist. Spüren, was jetzt ist, nicht dnken, was sein könnte. So in etwa.
    Das, was du schreibst: lernen anders mit den so ausgedrückten Emotionen umzugehen ist das eigentlich Ziel. Der Betablocker kann den Weg dahin eine Weile ebnen. Ersetzen, den Weg zu gehen, kann er nicht.

    Ich wünsche dir gutes Vorankommen auf diesem Weg!
    LG
    alchemilla

    P S im moment lese ich mit viel Spaß die Bücher von Alexandra Reinwarth. Geht auch so in die Richtung

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Danke, liebe Alchemilla und liebe Heika!

    Liebe Alchemilla, danke für deine sehr lieben Worte.

    Vielleicht führt das Thema hier an dieser Stelle zu weit und ich werde nochmal an anderer Stelle dazu schreiben.

    Aber ich habe noch eine Frage, die im Prinzip auch mit den Betablockern bzw. generell einer Prophylaxe zu tun hat: Ich dachte 13 Jahre lang, ich habe „einfache“ Spannungskopfschmerzen. Nun seit wenigen Wochen habe ich endlich ein Triptan genommen und gemerkt, wie gut es wirkt. Vielleicht habe ich auch eine Kombination von Spannungskopfschmerz und Migräne. Ich habe nun also angefangen, mich mehr mit der Migräne zu beschäftigen, was ist das, woher kommt es, was kann man tun.

    Ich frage mich Folgendes: Ich habe seit April so gut wie permanente Schmerzen. Das sind nicht immer krasse Kopfschmerzen, oft aber extreme Nacken- und Gesichtsschmerzen. Teilweise haben meine Schultern so geschmerzt, dass ich kaum eine Position für meine Arme/Schultern finden konnte, um schlafen zu können. Jeder Druck im Nacken oder an der Schulter ist mir zu viel, ich kann streckenweise nicht mal eine ganz ganz leichte Halskette tragen. Von Taschen, Rucksäcken, Trägerhemden, BH mal ganz zu schweigen.

    Kann das auch Teil der Migräne sein?? Und kann das durch spezifische Migräne-Prophylaxe (hier sind wir nach langer Rede endlich wieder beim Propra) weg gehen?

    ((Zum Hintergrund: Ich führe diesen spezifischen Ausbruch (seit November 2016) und die bisher unbekannte Dauerhaftigkeit und bisher unbekannte punktuelle Intensität dieser Schmerzen in erster Linie auf eine extrem belastende Jobsituation zurück. Daran gekoppelt war ein Umzug für diese Stelle, ich habe mein sehr geliebtes Zuhause in einer anderen Stadt aufgegeben etc. Der neue Job war eine extreme Enttäuschung, es gab große Konflikte, ich war darin aber quasi handlungsunfähig (Konflikte waren auf anderer Ebene, ich war „nur“ Leidtragende). Ich habe die Stelle inzwischen gekündigt, die Schmerzen aber halten sich noch (jetzt ca. 1,5 Monate seit Austritt aus dem Job).))

    Herzlich
    mirabelle

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    Danke für deine Rückmeldung, liebe Mirabelle,
    es tut mir immer gut, wenn ich auch erfahre, wie das ankommt, was ich da so schreibe. Passiert leider oft nicht.

    Zu deinen Schulterschmerzen: gönne dir Zeit ! ! !
    Ich habe das Buch von Matthias Onken gelesen, der Chefredakteur bei der Bildzeitung war. Als er nach einem Burnout den Job aufgab, bekam er ein halbes Jahr ( ! ! ! ) später heftige körperliche Symptome und sein Arzt sagte sinngemäß zu ihm: Es ist gut, dass Sie ihre Arbeitssituation verändert haben, der Körper braucht lange, um sich davon zu erholen.
    Ich bin seit 18 Monaten nach einem sehr anstrengenden Job im Ruhestand und habe JETZT langsam das Gefühl, dass ich regeneriere und wieder „normal“ werde.
    Es braucht Zeit. Tu dir und der Schulter Gutes. Genieße Wärmflasche oder Körnerkissen innig.
    Das kommt wieder.
    Wenn diese Schmerzen nach einer Triptaneinnahme wegen Migräne nachlassen, dann ist es in der Tat so, dass auch sie den Schmerz mitverursacht.
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir ! !
    LG
    alchemilla

    Ich würde dir empfehlen, in der Gruppe „Mein persönlicher Schmerzverlauf“ ein eigenes Thema zu eröffnen und diesen ganzen Dialog hinein zu kopieren.
    Dann hast du kein ungutes Gefühl mehr, wenn wir zu sehr vom Thema abschweifen.

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Danke, liebe Alchimilla, das mache ich.
    Jetzt geht es raus in die Sonne 🙂

    Einen schönen Sonntag dir und allen, die hier lesen.

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Ihr Lieben,

    um die Frage hier erstmal abzuschließen: Ich habe mich jetzt gegen die Beta-Blocker entschieden. Das ist keine „niemals“-Entscheidung, aber im Augenblick, jetzt, in den nächsten Wochen, will ich es weiter ohne versuchen.

    Ich habe einen deutlich zu niedrigen B12-Wert. Auch wenn das keine Migräne auslöst, denke ich, dass es relevant ist, da es die Nerven sehr belastet. Irgendwie hängt doch auch alles zusammen, der Darm, der das B12 nicht richtig aufnehmen kann, ist ja bei Migräne auch gestresst – was auch immer zuerst da war 😉

    Und die positive Nachricht der Woche: Ich habe heute keine Schmerzen!!!
    Woher auch immer das nun kommt, es tut unheimlich gut. Ich bin extrem müde, aber Schmerzen hab ich nicht 🙂

    Liebe Grüße
    mirabelle

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Mirabelle,

    der Betablocker läuft Dir nicht weg, man sollte immer mit gutem Gefühl hinter einer Prophylaxe stehen. Dann wirkt sie sogar noch besser. 😉

    Jeder gravierende Mangel kann Stress für den Körper und somit auch ein Migränetrigger sein. Lass doch mal abklären, woher dieser Mangel kommt. Bist Du vielleicht Veganerin? In so einem Fall sollte man substituieren, aber das hat Dir der Arzt ja eh schon geraten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Mirabelle,

    so ist sie die Migräne. Wir wissen nicht genau, warum sie heute da ist, und warum morgen nicht.

    Ich kann Bettina nur beipflichten, Stress ist das Hauptübel für meine Migräne. Mit Stress meine ich alles, was den Körper besonders fordert. Das ist jegliche Abweichung vom Standard. Jegliche Form, die mein Gehirn in ein Energiedefizit versetzt. Heute ist es besonderes Essen und morgen vielleicht etwas MEHR körperliche Bewegung und dann sind es wieder vermehrte Eindrücke oder emotionale Besonderheiten. Manchmal merke ich nicht einmal dass mein Körper Stress hat und meine Gehirn in ein Energiedefizit gerät.

    Hoffentlich konnte sich bei dir die Schmerzfreiheit fortsetzen. Ich wünsche es dir.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Hallo!

    Ich habe leider immer noch das Problem, dass meine Anfälle am übernächsten Tag wieder kommen und bin nun dadurch bei 8-9 Triptan Tagen plus 1-2 oder auch mal 3 Tage mit unterschwelliger Migräne ohne Medikation. Mein behandelnder Arzt ist in Rente gegangen und die neue Ärztin hat mich zu Metoprolol 23,75 mg überredet.
    Ich habe vor 5 Wochen mit 1 Tablette angefangen und nach 14 Tagen auf 1-0-1 gesteigert. Das ist auch die Zieldosis ( Praxis arbeitet mit Kiel zusammen)
    Es ist mir furchtbar schlecht gegangen, die ersten 3 Wochen…eine extreme Müdigkeit..ich kam morgens gar nicht mehr aus dem Bett und habe tagsüber fast überhaupt nicht mehr meinen Alltag bewältigen können. Ich habe trotzdem durchgehalten. Müdigkeit ist inzwischen etwas besser, jedoch habe ich sicherlich nur ein Drittel meiner durch die Migräne sowieso schon reduzierten Leistungsfähigkeit.
    Bisher überhaupt keine Reaktion was die Migräne betrifft. Habe jetzt das Problem, dass die Prophylaxe mich zusätzlich deutlich belastet. Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis sich eine Reaktion auf das Metoprolol gezeigt hat und habt Ihr Erfahrung, ob die bleierne Müdigkeit irgendwann wieder besser wird?
    Ich will ja bei Aussicht auf Erfolg gerne noch etwas durchhalten. Gelesen habe ich auch, dass die Dosis oft noch höher gesetzt wird ( ich habe jetzt das Retard ) das kann ich mir jedoch nicht vorstellen, das das möglich ist.
    Ganz liebe Grüße,

    Hagebutte

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Hagebutte,

    meist bleibt man erst mal bei der ganz niedrigen Dosis und wartet, bis die Nebenwirkungen wieder weg sind. Erst dann steigert man weiter hoch. Nimmst Du Metoprolol abends? Wenn ja, etwas früher am Abend einnehmen, dann hast Du auch kaum Überhang.

    Einer Prophylaxe gibt man meist ca. drei Monate Zeit, bevor man die Wirkung beurteilt. Vielleicht magst Du sogar noch mal wieder mit der Dosierung runtergehen, wenn Dich die Müdigkeit jetzt noch so beeinträchtigt? Metoprolol kann bis über 200 mg dosiert werden, das nur als zusätzliche Info.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina,

    vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich nehme morgens und abends je eine der Tabletten.
    Dann kann es also durchaus noch im Rahmen sein mit den Nebenwirkungen? Und auch die Tatsache, dass sich noch gar keine Tendenz abzeichnet ist nicht ungewöhnlich? Ich weiß um die höchstmögliche Wirkung der Prophylaxe…mache mir nur Sorgen, dass ich mich gerade für nichts quäle… es kann also durchaus auch nach späterer Zeit noch langsam eine Wirkung einsetzen?
    Liebe Grüße,

    Hagebutte

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Hagebutte,

    auf jeden Fall kann sich noch Wirkung einstellen. Versuche doch mal, die gesamte Dosis nur abends einzunehmen. Vielleicht kannst Du dann die Nebenwirkungen verschlafen?

    Manche merken erst nach einigen Wochen eine gewisse Tendenz, die sich auch noch steigern kann. Wenn die Qual aber zu groß ist, dann macht es keinen Sinn, sich das weiter anzutun. Eine Prophylaxe soll das Leben erleichtern, nicht erschweren. Sollte sich an Deinem Zustand auch nach einigen Wochen nichts verändern.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Fröschin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Hallo Hagebutte,
    ich nehme seit etwas mehr als 4 Monaten Metoprolol. Begonnen habe ich mit einer Tablette 50mg abends, nach 4 Wochen dann auch eine morgens. Ich war auch anfangs sehr müde und es war schwer mit dieser Müdigkeit alles hinzubekommen (Vollzeitjob, Haushalt etc.). Nach und nach hat die Müdigkeit nachgelassen, heute würde ich eher sagen, dass ich ruhig bin. Gewirkt hat es aber auch bei mir. Zu Beginn hatte ich ca. 25 Tage Migräne plus Spannungskopfschmerz im Monat, inzwischen sind es nur noch 11-13. Und aktuell bin ich seit 10 Tagen schmerzfrei. Ich habe allerdings noch einige Dinge in meinem Leben geändert. Welchen Anteil der Betablocker an dieser Verbesserung hat, kann ich nicht sagen, aber für mich war es bisher ein gelungener Versuch.

    LG
    Fröschin

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Liebe Hagebutte,

    die entsprechende Leitlinien zur Wirksamkeit von Metoprolol zur Kopfschmerzprophylaxe gehen von mindestens 50 mg aus.

    Prof. Göbel schreibt in seinem Buch, dass die Studien für 100 mg noch uneinheitlich sind während für 200 mg (!!!!) ein eindeutiger Effekt nachgewiesen wurde.

    Da liegst Du mit 48 mg natürlich deutlich am unteren Ende.

    Ich kann mich dem von Bettina und Fröschin Gesagtem nur anschliessen. Die Nebenwirkungen werden (im allgemeinen und meist) geringer.

    Ich selber hatte mit (müden machenden) 48 mg gar keine kopfschmerzreduzierende Wirkung. Die setzte bei mir erst bei über 70 mg ein.
    Das ist bei jedem unterschiedlich und man muss Erfolg und Nebenwirkungen gegeneinander abwägen.

    Viel Erfolg

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Herzlichen Dank für Eure Unterstützung. Mir war schon bewusst, dass ich gerade am unteren Rand der möglicherweise Wirksamkeit bin – deshalb haben mich ja die doch heftigen Nebenwirkungen so entsetzt..aber es hört sich ja so an, als könnte man sich gewöhnen…wie lange habt ihr gebraucht bis ihr zuwenigstens eine Tendenz zur Besserung bemerkt habt? Ist tatsächlich innerhalb der ersten 3 Monate klar ob es wirkt? Solange sollte ich ja eigentlich nur die niedrige Dosis nehmen…
    Liebe Grüße,
    Hagebutte

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Liebe Hagebutte,

    ich befürchte, Deine Frage ist falsch gestellt – auch wenn ich das gut verstehe.

    Ob Metoprolol für Dich eine kopfschmerzreduzierende Wirkung hat, weißt Du nach ungefähr drei Monaten Einnahme der Dosis, die Du persönlich brauchst.

    Wenn aber die Nebenwirkungen schon vorher so heftig sind, wirst Du diese Dosis nicht erreichen weil Du die Einnahme im Zweifelsfall dann abbrichst.

    Man kann also nicht sagen, nach 3 Monaten 48 mg weiß ich ob Metoprolol bei mir wirkt. Eventuell brauchst Du 100 mg oder mehr. Ob Du die dann auch angesichts der Nebenwirkungen nimmst, musst Du mit Geduld und Klugheit selber und mit der Unterstützung Deiner Ärzte herausfinden (und unserer).

    Alles kompliziert.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 5 Monate von  glückdererde.
    Fröschin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Hagebutte,
    versuche einfach noch etwas durchzuhalten und, wie „Glückdererde“ schon geschrieben hat, nach Rücksprache mit Deiner Ärztin ggfs. die Dosierung anzupassen. Ich beschreibe mal, wie ich es empfunden habe: In den ersten Wochen war ich auch sehr müde, insbesondere nachdem ich zwei Tabletten genommen habe. Hinzu kommt Schwindel bei Wechsel der Lage, das ist auch jetzt noch der Fall, wenn ich zu schnell aufstehe oder nach dem Bücken hochkomme. Die Tabletten haben mich quasi zur Ruhe gezwungen, und dass war für mich genau das Richtige. Sie verhindern, dass ich mich lange und intensiv über alles und jeden aufrege.
    Nach ca. 6 Wochen habe ich bemerkt, dass die Anzahl der Anfälle sich reduziert.
    Bisher um ca. 50%. Aber wie ich schon geschrieben habe, habe ich noch einige andere Dinge in meinem Leben geändert. Einige sehr zur Überraschung meines Mannes, meiner Familie/Freunde/Bekannte/Kolleginnen; aber mir hilft es.
    Ich weiß, dass ich damit viel Glück habe und hoffe, dass es so bleibt.
    Du findest ganz sicher auch die richtige Lösung für Dich. Ich drücke Dir die Daumen.
    LG
    Fröschin

    Hagebutte
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Euch allen vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten und Erfahrungsberichte. Dadurch fällt es mir leichter geduldig zu sein und weiter zu machen. Ich werde berichten, wie es ausgegangen ist!
    Liebe Grüße,
    Hagebutte

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Ihr Lieben,

    seit einem Monat nehme ich jetzt Metropolol und habe kürzlich auf die 95mg aufdosiert, die ich laut meinem Arzt nehmen soll.
    Ich nehme jeweils eine Tablette (47.5mg) morgens und eine abends und eigentlich geht es mir sehr gut damit.

    Nur mit einer Nebenwirkung habe ich Probleme.
    Ich hatte es schon von anderen Headbookern gehört, konnte es mir aber nicht vorstellen, doch seither habe ich tatsächlich ganz verrückte (Alp)Träume.
    Unter Topiramat habe ich immer geschlafen wie eine Tote.

    Vielleicht sollte ich doch beide Tabletten morgens nehmen, aber ist eine zweigeteilte Einnahme für die Wirkung nicht besser?

    LG Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 2 Wochen von  Anna.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo, du Liebe,

    eine wichtige Frage, da sicher so einige Nutzer von Metoprolol die gleichen Alpträume haben, ohne einen Zusammenhang mit dem Medikament zu erkennen.

    Die sehr heftigen und oft skurrilen Träume hatte ich vor Jahren auch durch die abendliche Einnahme. Von meinem Arzt in Kiel wurde mir dann geraten, die gesamte Metoprololmenge nur einmal täglich morgens zu nehmen. Die Wirkung war gleich gut und die Alpträume weg.

    Nach einer Pause habe ich es später noch mal mit Metoprolol morgens versucht und wurde jeden Morgen mit unerklärlichen und sehr bösen Ängsten wach, ein mir völlig unbekannter Zustand. Nach Weglassen des Medikaments waren auch die Angstzustände am nächsten Morgen verschwunden.

    Metoprolol kann man je nach Verträglichkeit und ohne Einbuße in der Wirkung entweder 1x oder auch 2x einnehmen.

    Fröhliches Schlafen ☺,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 2 Wochen von  Julia.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Fröhliches Schlafen ☺

    Die Träume sind wirklich extrem plastisch und manche sind durchaus auch angenehm, aber aus einem bin ich heute Nacht hochgeschreckt, da wollte ich lieber nicht mehr weiterschlafen. ?

    LG Anna

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Anna,

    wie Julia bereits schreibt, ist diese Nebenwirkung bekannt. Mit der morgendlichen Einnahme kann man dieser Nebenwirkung entgehen und wenn man keine Tagesmüdigkeit hat, ist das so völlig in Ordnung.

    Die Wirkung ist normalerweise etwas besser mit der zweimaligen Einnahme, da Metoprolol eine kurze Halbwertszeit von wenigen Stunden hat und man somit über Nacht keinen Schutz mehr hat. Aber vielleicht reicht es auch so aus, ich wünsche es Dir.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Ihr Lieben,

    vielen Dank. Dann muss ich es vielleicht doch einmal so versuchen.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Anna, du hast doch sicher retardiertes Metoprolol? Das setzt die Substanz so langsam frei, dass eine zweimalige Einnahme nur zur Verhinderung weiterer Herzinfarkte unbedingt nötig ist.

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Hallo Julia,

    woran erkenne ich das?

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Anna, das steht im Namen auf der Schachtel und im Waschzettel als „ret.“ oder „retardiert“.
    LG zurück

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