Betablocker – Fragen und Erfahrungsberichte

Ansicht von 16 Beiträgen - 181 bis 196 (von insgesamt 196)
  • Autor
    Beiträge
  • Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 512

    Ich habe geschaut. Da steht tatsächlich Retardtabletten drauf. ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 8 months, 2 weeks von Anna.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7623

    ??☺

    minou
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 19

    Hallo an alle,

    in der Hoffnung, dass mir irgendjemand von euch eine Antwort auf meine Frage geben oder wenigstens noch etwas Mut bzw. Hoffnung machen kann ;-), wende ich mich an euch:

    Ich habe seit einigen Jahren sog. Extrasystolen am Herzen. Das war bisher nicht weiter schlimm, aber es hat mich um den Jahreswechsel mehr und mehr beeinträchtigt. Der Kardiologe hat mir sodann Metoprolol 47,5 mg (morgens) verordnet und zusätzlich noch Tromcardin (Magnesium und Kalium). Ich startete damit Ende Februar diesen Jahres.
    Da ich seit etwa 18 Jahren Migräne habe (in den letzten Jahren 7-10 Anfälle pro Monat), mehrere Prophylaxen versucht habe (Magnesium, Flunarizin, Topiramat, Venlafaxin), bereits in Kiel war und sich eigentlich nichts an der Anfallshäufigkeit getan hatte (ja eher noch mehr wurde in den letzten Jahren), war ich total happy, als ich im März meine Anfallshäufigkeit um etwa 1/3 senken konnte. Ich hatte im März nur 4 Anfälle. Im April waren es 5 (auch noch okay), aber im Mai bzw. Juni schon wieder 6 bzw. 7 (und der Juni ist noch nicht vorbei ;-).
    Nach Rücksprache mit dem Kardiologen erhöhte ich die Dosis des Metoprolol seit Anfang Juni auf eine Tablette morgens und eine abends (jeweils 47,5 mg). Leider seither ohne Erfolg, das heißt den Zustand von März und April konnte ich – trotz Erhöhung – nicht (wieder) herstellen.
    Nun meine Fragen: Ging es von euch jemanden so ähnlich, das heißt, dass zunächst eine schnelle Besserung eintrat, wieder nachließ und ihr trotz Erhöhung der Dosis den angenehmen Zustand nicht wieder hattet? Oder kann ich immer noch hoffen und ich muss der doppelten Dosis noch etwas Zeit geben? Immerhin sind seit Februar 4 Monate vergangen. Sollte man da nicht langsam abschätzen können, ob das Metoprolol wirkt oder ist es tatsächlich abhängig von der Dosierung, die ich erst seit 3 Wochen mit der bei Migräne empfohlenen Menge erreicht habe?
    Ich würde sooo gern weiter hoffen und bin gespannt auf eure Antworten.

    Liebe Grüße
    minou

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28358

    Liebe Minou,

    hab noch etwas Geduld, die gute Wirkung kann sich wieder einstellen. Betablocker sind ja für Dich im doppelten Sinne bestens geeignet. Zum einen stabilisieren sie das kardiale Problem (was auch mal ein Trigger sein kann) und zum anderen fungieren sie für viele als sehr gut wirkende Prophylaxe. Du hast jetzt immer noch eine eher niedrige Dosierung und nach jeder Dosissteigerung sollte man noch mal etwas Geduld mitbringen.

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Wirkung bei Betablockern sehr schnell einsetzt. Nun muss man aber wissen, dass es auch unter der besten Prophylaxe Einbrüche und schlechte Phasen geben kann.

    Also keineswegs die Hoffnung aufgeben, die Wirkung kann wieder kommen. 🙂

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 512

    Hallo Minou,

    ich bewege mich, bei einer ähnlichen Dosierung wie du, auch so zwischen 4 und 7 Tagen.
    Kommt immer auch ein bisschen darauf an, was sonst so alles an Triggern läuft.

    Das finde ich persönlich aber schon sehr gut, denn die paar Tage kann ich dann mit gutem Gewissen behandeln.

    LG Anna

    minou
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 19

    Liebe Bettina, liebe Anna,

    DANKE für eure Reaktionen auf meine Fragen. 🙂

    Ich werde dem Metoprolol noch etwas Zeit geben, aber es fällt mir schon schwer. Die Hitze stresst mich zur Zeit sehr und mit zunehmendem Alter ertrage ich die Migräne immer schwerer. Früher (ohne Metoprolol) hatte ich auch schon 7-10 Anfälle pro Monat und musste da durch. Habe ein Triptan genommen und den Alltag weiter gemeistert. Ich merke aber mehr und mehr, dass das Triptan nicht mehr so gut und schnell wirkt, müde macht und häufiger Wiederkehrkopfschmerz kommt (obwohl ich schon Allegro nehme). Und dann ist – wie bei jeder Prophylaxe – die Erwartungshaltung enstprechend groß. Wenn man das Gefühl hat, dass die Prophylaxe wirkt, dann aber schnell wieder nachlässt, ist die Enttäuschung um so größer.
    Parallel bekomme ich seit November 2018 Botox (die Sache mit dem kardiale Problem ist ja grundsätzlich unabhängig davon, deswegen hatte ich ursprünglich das Metoprolol bekommen). Das Botox aber scheint mir tatsächlich gar nichts zu bringen. Und so kreisen die Gedanken zur Zeit wieder nur um die Migräne und die nächsten Schritte: Wie lange noch Metoprolol? Eventuell Wechsel des Betablockers? Geht das dann wiederum mit dem Herzen? Gehe ich damit zum Kardiologen oder zu meinem Schmerztherapeuten? Probiere ich eventuell die neuen Medikamente mit den monoklonalen Antikörpern? Welche Langzeitnebenwirkungen haben die? und und und… Ich denke, dass jeder von den Kopfschmerzgeplagten diese Phasen kennt und manchmal echt verzweifelt, warum es nicht DEN EINEN Weg zur Behandlung gibt. Schließlich hat man auch noch ein Privat- und Berufsleben und kann bzw. möchte nicht das halbe Leben mit Arztterminen und Probieren verbringen.
    So, jetzt höre ich auf zu Jammern 😉 … bringt ja nix. Aber es tut gut, sich mal was von der Seele zu schreiben.

    @Bettina: Wie lange würdest du mir das Metoprolol noch empfehlen, um über die Wirksamkeit entscheiden zu können? Sollte ich die erhöhte Dosis (2 Tabl. pro Tag) auch nochmal 3 Monate testen, obwohl ich bereits von Februar bis Juni 1 Tablette genommen habe?

    Alles Gute für alle Geplagten und viele schmerzfreie Phasen!!
    LG minou

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28358

    Liebe Minou,

    ja ja, diese Gedanken kennen viele von uns auch. Und mit zunehmendem Alter wird man immer empfindlicher und auch immer intoleranter, diese Schmerzen so oft ertragen zu müssen.

    Sollte ich die erhöhte Dosis (2 Tabl. pro Tag) auch nochmal 3 Monate testen, obwohl ich bereits von Februar bis Juni 1 Tablette genommen habe?

    Noch mal drei Monaten musst Du sicher nicht warten, das kann man nach dem Hochsteigern auch schon früher (drei bis vier Wochen?) beurteilen. Wenn Du keine Wirkung hast, dann wende Dich zwecks neuem Betablocker bitte an den Kardiologen.

    Alles gute und liebe Grüße
    Bettina

    Melissa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo,

    nun spiele ich auch mit dem Gedanken, Betablocker als Prophylaxe zu probieren. Aber eine Frage habe ich zur Wirkung: Wenn sie erweiternd auf die Gefäße wirken, verursachen sie doch Kopfschmerzen, oder nicht?
    Worin genau besteht der vorbeugende Effekt?

    Danke und liebe Grüße
    Melissa

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7623

    Hallo Melissa,

    die Wirkung funktioniert über die Hemmung der Betarezeptoren. Dadurch wird weniger Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, was insgesamt viele Funktionen des Körpers etwas „verlangsamt“ indem es den Sympathikusnerv beeinflusst. Blutgefäßerweiternd sind nur einige wenige Betablocker, was aber für die Migräne wohl keine Rolle spielt. Betablocker beruhigen etwas, man regt sich nicht mehr so schnell auf, nimmt vieles etwas gelassener.
    Probier sie mal aus, sie wirken oft sehr gut prophylaktisch und machen nicht noch mehr Kopfschmerzen!

    Ich hoffe, ich konnte es dir einigermaßen verständlich erklären.
    Alles Liebe,
    Julia

    Melissa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Julia,

    danke für die Erklärung. Die beruhigende Wirkung würde mir entgegenkommen, ich neige schon dazu, mich schnell aufzuregen bzw. bin oft sehr angespannt.

    Trotzdem möchte ich nichts nehmen, was dann eventuell einen, wenn auch leichten, Kopfschmerz auslösen könnte. Deshalb würde mich natürlich interessieren, welche Betablocker nicht gefäßerweiternd wirken. Habe im Netz nichts gefunden.

    Danke, Melissa