Mein Termin beim Neurologen

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  • susisonne
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    Hallo,

    ich will mal von meinem Besuch beim Neurologen berichten bzw. ich „muss gestehen“: vor ca. 5 Jahren war ich bei meinem früheren Wohnort bei einem u. nun habe ich zwei verschiedene innerhalb von 6 Wochen aufgesucht, beide spezialisiert auf Migräne. (Ich habe irgendwie das Vertrauen in Ärzte verloren.) Ich war ich ja schon was verwundert: Der eine machte ein paar kurze Tests (hat in die Augen geleuchtet, mit dem Hämmerchen geschlagen u. meinen Geruchhssinn getestet); der andere hat ein EEG gemacht. Der erste hat von Amitriptylin abgeraten (macht müde), der andere meinte, ich solle Nortrilen durch A. ersetzen; einfach in der Dosis 25 mg abends einnehmen (Nortirlen hatte ich auch in der Dosis 25 mg genommen). Ich habe dann A. eingenommen, um ca. 22.30 Uhr kurz vor dem Zubettgehen u. war am nächsten Morgen total fertig/müde. Jetzt nehme ich einfach wieder mein altes Nortrilen … Aber das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein …

    Meine Fragen:
    1. Ist es normal, dass Neurologen bzw. Migränespezialisten unterschiedliche Tests machen?
    2. Gibt es eine Empfehlung, wie man A. einnehmen sollte (Uhrzeit), um die Müdigkeit zu reduzieren? Wenn ich es richtig im Kopf habe, hat Prof. Göbel mal empfohlen, abends in zwei Etappen A. einzunehmen?

    Viele Grüße!
    Susisonne

    Anonym
    Inaktiv
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    Liebe Susisonne,

    und wenn du zu einem dritten Neurologen gegangen wärest, hättest du sicher wieder eine andere Untersuchung und Empfehlung bekommen. Ganz einfach, weil Neurologen eben auch Menschen sind und keine Roboter, die man mit einem „Susisonneprogramm“ programmiert hat. Jeder Arzt schöpft aus seinem Fundus der Erfahrungswerte und hat unterschiedliche Fortbildungen besucht. Einen Mediziner, der mit mir die Untersuchungen macht, die mir gerade vorschweben und mir genau das Wundermittel X verschreibt, durch welches sofort alle meine Probleme gelöst werden, den gibt es einfach nicht!

    Ich verstehe den Sinn nicht ganz, warum du von einem Arzt zum anderen läufst und deren Therapievorschläge ja im Grunde von vornherein schon in Frage stellst durch deine Erwartungshaltung, die wahrscheinlich kein Mediziner befriedigen kann.

    Liebe Grüße

    Monika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28684

    Liebe Susisonne,

    wenn die Müdigkeit durch das Amtitriptylin am Morgen noch vorhanden ist, nimm es einfach früher am Abend ein. Versuche, wie es Dir am besten bekommt.

    Knorpel
    Teilnehmer
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    Susi, wie lange nimmst Du das Amitriptylin schon? Bei mir hat es bestimmt vier Tage gedauert, in denen ich immerzu schlafen konnte. Aber dann war ich tagsüber umso munterer, und aus meinem Nachtschlaf konnte mich nichts wecken. 🙂

    Knorpel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 85

    Ich würde übrigens auch nicht zu zwei Ärzten gehen, sondern mich für den entscheiden, bei dem ich das Gefühl habe, daß er mich versteht, mir Vorschläge macht und seine Ansichten mit mir bespricht. Bei meinem kann ich Vorschläge (auch zu Untersuchungen) einbringen und auch Vorschläge von ihm annehmen oder ablehnen. Mit Ärzten, die einfach über mich bestimmen, ohne meine Situation genau zu kennen, komme ich nicht mehr klar, und ich gehe nicht mehr zu ihnen. Vertrauensverhältnis bedeutet auch, daß der Arzt dem Patienten vertraut. Normalerweise ist die Einstellung Ärzten gegenüber, daß man hingeht, Symptome aufzählt, eine Medizin verschrieben bekommt, diese einnimmt und nach einer Zeit gesund ist. Bei Migräne und anderen chronischen Krankheiten ist das anders: Der Arzt ist ein Partner, zu dem man regelmäßig gehen muß und der einen über die Zeit auch ziemlich gut kennen lernt. Gerade im Fall von Migräne kann der Arzt gar nichts ausrichten, wenn man nicht selbst mitarbeitet. Das bezieht sich sowohl auf die Auswahl der Therapiemethoden als auch darauf, daß man den Arzt möglichst genau über den Krankheitsverlauf informieren und auch Verhaltensregeln einhalten muß. Natürlich kann es nicht schaden, sich auch anderswo (z.B. in Foren oder in Göbels kenntnisreichem Buch) über die Krankheit zu informieren. Aber man sollte sich darauf verlassen können, daß der Arzt sich wenigstens genauso gut auskennt wie man selbst. Wenn ich einen Arzt für einen ignoranten Dummkopf halte, verlasse ich ihn.

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 693

    Hallo,

    Danke für Eure Tipps. Wenn es ein paar Tage dauert mit der Müdigkeit, muss ich halt was durchhalten u. ich werde A. früher einnehmen.

    Ehrlich gesagt, Monika, bin ich etwas vor den Kopf gestoßen durch Deine Worte. Natürlich weiß ich, dass es nicht so dolle ist, verschiedene Ärzte zu befragen, aber ich wollte durch eine zweite Meinung wissen, ob der zweite Neurologe es eben auch so sieht wie der erste. Ich wollte dadurch meine eigene Unsicherheit ausbremsen. Schließlich sind es zwei Ärzte von der der Liste der Klinik Kiel u. ich ich dachte halt, da gibt es eine einheitliche Vorgehensweise und das hätte mich dann halt bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das die auf Migräne spezialisierten Ärzte unterschiedlich vorgehen, verwundert mich halt etwas; zumal ich doch denke, dass ein EEG eine andere Aussagekraft hat als eine „Hämmerchen-Methode“. Vielleicht fand ich auch einfach nur, dass ich zu wenige Informationen bekommen habe, außer dass ich einen Kalender führen soll. Keine weiteren Infos, das finde ich halt etwas wenig. Gut, dass dies Forum so viele Infos bietet!

    Ich habe mir halt schon so manches von Hausärzten anhören müssen u. bin da halt ein gebranntes Kind, aber durchaus selbstkritisch gegenüber meiner eigenen Vorgehensweisen. Auch weiß ich, dass ich vielleicht eine höhere Erwartungshaltung habe, aber wenn man so oft Migräne ausgehalten hat, dann will ich gnädig mit mir sein u. mir sagen, es ist ok, wenn mein Nervenkostüm dünner ist als das übliche.

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 1356

    Hallo Susisonne,

    so ganz kann ich deinen Ausführungen nicht folgen.

    Natürlich weiß ich, dass es nicht so dolle ist, verschiedene Ärzte zu befragen, aber ich wollte durch eine zweite Meinung wissen, ob der zweite Neurologe es eben auch so sieht wie der erste. Ich wollte dadurch meine eigene Unsicherheit ausbremsen. Schließlich sind es zwei Ärzte von der der Liste der Klinik Kiel u. ich ich dachte halt, da gibt es eine einheitliche Vorgehensweise und das hätte mich dann halt bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

    Du weisst also, dass es nicht „so dolle ist“ – befragst aber dennoch einen 2. Arzt. Hast du dir schon mal überlegt (deine „Unsicherheit“ in Ehren), das du (ohne Not) dadurch doppelte Kosten verursachst? (Wenn man diese Art von Arztbesuche aus eigener Tasche bezahlen müsste, gäbe es wohl nur einen Bruchteil des „Arzthoppings“ 😉 ).

    In einem anderen Thread wird gerade darüber gestritten, dass man für Triptane mehr Zuzahlung leisten muss… Das Gesundheitssystem wird zu teuer…

    Wenn nun dein 2. Arztbesuch wenigstens zu deiner Sicherheit beigetragen hätte, aber nein… genau das Gegenteil ist ja der Fall! Nun beklagst du, dass diese Ärzte unterschiedliche Vorgehensweisen haben, obwohl sie beide auf der „Liste der Klinik Kiel“ stehen.
    Und nun? Würfelst du, oder willst du dir noch eine dritte Meinung einholen? 😉

    Das die auf Migräne spezialisierten Ärzte unterschiedlich vorgehen, verwundert mich halt etwas; zumal ich doch denke, dass ein EEG eine andere Aussagekraft hat als eine “Hämmerchen-Methode”.

    In Kiel übrigens wurde auch kein EEG geschrieben… stell dir vor, bei meinem Sohn wurde dort die „Hämmerchen-Methode“ angewandt. 😉 Und sogar dort hat man nicht 100 % Gleiches von den unterschiedlichen Klinikärzten gehört.

    Vielleicht fand ich auch einfach nur, dass ich zu wenige Informationen bekommen habe, außer dass ich einen Kalender führen soll. Keine weiteren Infos, das finde ich halt etwas wenig. Gut, dass dies Forum so viele Infos bietet!

    Auf welche Art von neuer Informationen hast du denn gehofft? Hier im Forum wird ja jede „Erneuerung“ sofort aus erster Quelle publik gemacht.

    Liebe Grüße

    Monika

    PS. Ich bin auch ein gebranntes Kind… und habe auch eine hohe Erwartungshaltung. Von meinem Nervenkostüm mal ganz abgesehen.. 😉 …

    Knorpel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 85

    Susi, wenn Dir die gegebenen Informationen nicht reichen, frag doch nach. Ich weiß, daß das nicht einfach ist, aber man muß lernen, mit seinem Arzt zu sprechen. Du kannst auch den Hämmerchen-Arzt nach dem EEG fragen und umgekehrt. Wenn die Diagnose noch nicht gesichert ist, sollten sowieso erstmal ein paar Untersuchungen gemacht werden. In dem Zusammenhang würde ich den Arzt auch mal an ein CT oder ein MRT erinnern. Solche Untersuchungen sind ungeachtet der Kosten wichtig, und ich halte es für besser, wenn _ein_ Arzt _alle_ Ergebnisse in die Hand bekommt. Wenn Du unsicher bist, mach Dir Kopien von den Befunden.
    Im Übrigen finde ich, daß Kosten für den Patienten niemals ein Argument sein sollten, wenn es um Medikamente, Behandlungsmethoden oder Arztbesuche geht. Ob jemand nun zu zwei unterschiedlichen Ärzten geht oder zu einem von ihnen zweimal, ist der Kasse auch egal. Außerdem sind die Kassen daran interessiert, möglichst viele Patienten öfter beim Arzt zu sehen, denn umso mehr Geld bekommen sie aus dem Gesundheitsfonds.

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 693

    Hallo,

    Danke für Eure Antworten u. Danke insbesondere Knorpel für Deine wohlwollende Worte! Bei meinem nächsten Arztbesuch werde ich „einfach“ mehr fragen … Ich muss wahrscheinlich einfach etwas selbstbewusster auftreten …
    Lieben Gruß
    Susisonne

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28684

    @susisonne said:
    Hallo,

    Danke für Eure Antworten u. Danke insbesondere Knorpel für Deine wohlwollende Worte! Bei meinem nächsten Arztbesuch werde ich „einfach“ mehr fragen … Ich muss wahrscheinlich einfach etwas selbstbewusster auftreten …
    Lieben Gruß
    Susisonne

    Genau! Frag alles, was Du auf dem Herzen hast und mach Dir schon zu Hause eine Liste mit den Fragen.