Prophylaktische Cortisoneinnahme bei Reise

Ansicht von 9 Beiträgen - 1 bis 9 (von insgesamt 9)
  • Autor
    Beiträge
  • Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Headbookmitglieder,

    da ich Mitte Oktober mit der Uni für eine Woche nach Rom auf Exkursion fahren werde, habe ich jetzt schon wieder Angst, dass ich die ganze Zeit mit Migräne flach liegen werde. Im letzten Jahr war es auf der Exkursion nämlich so schlimm, dass ich die Exkursion abgebrochen habe. Da ich in einem „normalen“ Monat schon immer Schwierigkeiten habe, mit zehn Triptaneinnahmen im Monat auszukommen, könnte ich nur an zwei bis drei Tagen während der Exkursion etwas einnehmen. Dies wird wahrscheinlich zu wenig sein, da es vorraussichtlich sehr stressig werden wird (wenig Schlaf, keine geregelten Mahlzeiten, von 7:00 bis 21:00 Programm). Deshalb habe ich mir nun überlegt, ob ich nicht während der Exkursion täglich vorbeugend 50 mg Prednisolon einnehmen könnte. Dies habe ich schon während meiner sechswöchigen Medikamentenpause gemacht, wenn ich einen wichtigen Termin hatte. Nun möchte ich fragen, ob jemand Erfahrung mit der prophylaktischen Cortisoneinnahme während einer Reise hat und ob es ihm/ihr geholfen hat, die Zeit ohne schlimmere Attacke zu geniessen. Vielen Dank und liebe Grüße!

    Minervaminor

    P.S.: Ich hoffe, dass mein Beitrag in diesem Forum richtig ist. Ich wusste nämlich nicht so genau, in welcher Gruppe ich meine Frage stellen sollte.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Minervaminor,

    du bist doch Patientin in Kiel. Ruf doch am Besten mal dort an und frage, wie du das Problem lösen kannst. 50mg täglich erscheint mir zu viel und sehr belastend.

    Liebe Grüße
    Julia

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Liebe Minervaminor,

    Cortison ist eine wunderbare Sache wenn man es verträgt und braucht. Es kann ungemein hilfreich sein und einen vor schlimmsten Krankheiten bewahren.

    Die Nebenwirkungen sind allerdings auch ganz erheblich und können sich eventuell auch erst nach einer ganzen Zeit zeigen. Dann kann es sehr gut sein, dass Du dann, wenn Du es wirklich brauchst kein Cortison mehr nehmen kannst weil Du die Nebenwirkungen nicht mehr verkraftest.

    Ich habe den gleichen Gedanken wie Du auch schon häufig gehabt – und mich grundsätzlich aus den oben beschriebenen Erwägungen dagegen entschieden.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Minervaminor,

    Deine Gedanken kann jeder nachvollziehen, aber es ist nicht der richtige Weg! Wie schon geschrieben wurde, ist Kortison ein Medikament, das man in einer Notsituation nicht öfter als vielleicht 3 x im Jahr „kurmäßig“ einsetzen sollte. Die Nebenwirkungen müssen immer bedacht werden, da sie sich auch langfristig auswirken.

    Außerdem erschöpft Kortison den Körper, obwohl Du Dich aufgeputscht fühlst. Daher sollte man während der Kortisoneinnahme viel Ruhe und Entspannung haben. Du siehst, das passt nicht zusammen.

    Versuche mit einigen Tricks, trotzdem gut über die Zeit zu kommen.

    1. Nicht die halbe Nacht durchfeiern, denn wenn Du nach dem Abendessen gleich schlafen gehst, hast Du doch genug Stunden zum Schlafen.

    2. Kein oder nur minimal Alkohol trinken.

    3. Immer eine Flasche Wasser dabei haben.

    4. Immer kleine kohlenhydrathaltige Snacks (Müsliriegel, Vollkornbrot belegt mit Butter und/oder Käse) in der Tasche haben und beim kleinen Hunger zwischendurch essen. Du darfst nie Hungergefühle haben!

    5. Auch zwischendurch mal eine kurze Entspannung mit einbauen und wenn sie nur einige Minuten dauert.

    6. Keine Handtasche, sondern einen kleinen Rucksack mitnehmen, damit Du keine Nackenverspannungen bekommst, die wiederum Migräne triggern können.

    7. Gute, bequeme, flache Schuhe anziehen. Highheels erst am Abend, denn sitzen kann man mit diesen Dingern wunderbar. 😉

    8. Immer kleine Magnesium-Briefchen mit schnell verfügbarem Citrat dabeihaben und bei Bedarf eben zusätzlich einnehmen.

    9. Keine Angst schon vorher aufbauen, sonst geht es eventuell schon deshalb schief! 😉

    Für Nr. 10 und 11 … fallen Dir sicher auch noch sinnvolle Dinge ein, die Dir die Zeit erleichtern und für ein schönes Erlebnis sorgen werden.

    Freu Dich auf schöne Erfahrungen und gehe die Sache ohne Angst an. 🙂

    Alles Gute, schöne Zeit und berichte danach!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Bettina, liebes langeselend

    danke für Eure Antworten. Ich hatte auch große Bedenken. Aber ich muss die Exkursion irgendwie durchstehen, da sie für mein Studium verpflichtend ist. Ich werde jetzt schauen, ob ich mich einfach für ein paar Programmpunkte ausklinken kann, um dann für den Teil, bei dem ich mein Referat halten muss, fit zu sein.

    Liebe Bettina,

    ich bin ganz erschrocken, wie Du mich einschätzt. 😉 😉 Ich studiere zwar, entspreche aber sonst nicht gerade dem Klischee eines Studenten. Ich sage da immer, dass es auf das gefühlte Alter ankommt und das liegt bei mir, besonders wenn ich einige Tage mit starker Migräne hinter mir habe, ca. vier Mal höher als nach meinem Geburtsjahr zu schließen wäre. Party und Feiern waren noch nie meine Sache und ich bin immer froh, wenn ich mich von solchen Anlässen möglichst schnell verdrücken kann. Meist gehe ich zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett und ich denke auch, dass mir ein möglichst gleichmäßiger Tagesablauf sehr gut tut. Den würde ich auch gerne auf der Exkursion einhalten. Nur ich fürchte, dass das nicht wirklich gehen wird. Die letzte Seminarreise war nämlich so gestaltet, dass wir nicht einmal Zeit zum Essen hatten, bzw. etwas einzukaufen, da wir zur ersten Ausgrabungsstelle/Museum losgelaufen sind, bevor die ersten Läden aufgemacht haben, und meist erst am späten Abend fertig waren. Essen musste man meist im Laufen. Das hat also wirklich nichts mit Erholungsreise und Feiern zu tun. Daher habe ich es mir auch lange überlegt, überhaupt mitzufahren. Aber ich denke, dass ich nicht immer von allen Veranstaltung weg bleiben kann, auch wenn es in diesem Fall in Hinsicht auf meine Migräne sicherlich besser wäre. Andererseits habe ich jetzt natürlich Bedenken, dass ich mich, sollte ich tatsächlich einen starken Migräneanfall erleiden, mit der Frage, warum ich überhaupt mitgefahren bin, auseinandersetzen muss.

    Liebe Grüße,

    Minervaminor

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Minervaminor,

    warum erschreckt es Dich denn, dass ich annehmen, dass Du auch mal gerne feierst und länger aufbleibst usw? 😉 Was ist denn so erschreckend daran, das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. 🙂

    Meine Tochter ist 21, studiert im 3. Jahr, ist auch schwer betroffen, aber führt das unbeschwerte Leben eines jungen Menschen. Sie geht auf Partys, abends nach dem Abendessen auch mal in eine Bar, macht Fitness, wenn sie schmerzfrei ist und genießt ihr Leben. Bleibt ihr auch gar nix anderes übrig bei der Mutter… 😉 Allerdings hat sie nur wenig Zeit für diese Dinge, da das Studium die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

    Also Wasser und Snacks musst Du dabei haben, dann nimm Dir die Sachen schon von zu Hause mit, wenn das Einkaufen flach fällt.

    Solltest Du tatsächlich eine schwere Attacke haben und es kommen dann die „netten“ Fragen, dann antworte ganz selbstbewusst, dass Du selbstverständlich trotz Migräne am Leben teilhaben möchtest und selbst entscheidest, was Du wann machen möchtest.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: In meinem vorigen Beitrag habe ich einen „kleinen“ Fehler korrigiert. 😉 Danke Julia.

    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Bettina,

    danke für Deine liebe Antwort. Ich glaube einfach, dass ich ein kleiner Spießer bin. Das sagt zumindest immer mein Papa. Vielleicht mache ich mir auch immer zu viele Gedanken.
    Wasser und Essen werde ich auf jeden Fall schon im Koffer mitnehmen. Das ist eine gute Idee.
    Auch werde ich offen ansprechen, dass ich auch trotz Migräne am Leben teilhaben will. Seit ich nämlich von meiner Krankheit spreche, habe ich die Erfahrung gemacht, dass doch viele Menschen in meinem Umfeld sehr verständnisvoll sind.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

    Minervaminor

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Liebe Minervaminor,

    das hört sich doch schon viel besser an. 😉 Und nun arbeite auch ein wenig daran, dass Du ein bisschen mehr dem Klischee einer jungen, lebenslustigen Studentin entsprichst. 😀

    Wird schon alles gut gehen, wirst sehen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Ann
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo Minervaminor,

    also ich halte vorbeugend Cortison und dann in dieser Stärke zu nehmen für nicht so empfehlenswert, wenn Du wirklich von 7 – 21 Uhr fit sein musst. Ich muss das grad wieder aus andren Gründen nehmen und es ist einfach seeehr anstrengend für den Körper. Nimm es einfach als Notfallmedikament mit, denn Du wirst ja merken, ob sich so eine Attacke ankündigt und dann kannst Du ganz schnell damit gegensteuern. Dafür sind die 50 mg gut gewählt. Aber um einen langen Tag an einer Ausgrabungsstätte durchzustehen „einfach mal so“ würde ich das wirklich nicht empfehlen.

    Viel Spaß in Rom,

    Ann

Ansicht von 9 Beiträgen - 1 bis 9 (von insgesamt 9)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.