Migränekopfschmerzen, die an mindestens 15 Tagen pro Monat seit über mehr als 3 Monaten auftreten.
Zum Einstellen eines Beitrags bitte immer auf „Forum“ klicken. Dann öffnen sich alle Foren, die in dieser Gruppe schon bestehen. Nun kann man sich ein passendes Forum für seinen Beitrag aussuchen. Ist das passende Thema nicht dabei, bitte auf „Neues Thema“ klicken und somit ein neues Forum eröffnen. Aussagefähige Überschrift wählen, Beitrag einstellen und unter „Tags“ die relevanten Suchwörter eintragen.
Aimovig oder Betablocker bei chronischer Migräne mit Dauerschmerz
-
AutorBeiträge
-
Hallo liebes Forum,
ich habe seit Februar 2025 dauerhaft durchgehende Kopfschmerzen. Seitdem habe ich dauerhaft mind. eine Schmerzstärke von 2-3/10 und mehrmals in der Woche werden die Schmerzen sehr viel stärker und auch andere Migränesymptome verstärken sich bei zunehmenden Schmerzen. Fast täglich gehen die Schmerzen zumindest zeitweise auf eine 4/10, ca. viermal pro Woche auf eine 5/10, ca. einmal pro Woche auf 6/10 und ca. 3x im Monat auf 7-8/10. 7-8/10 kam früher häufiger vor, inzwischen breche ich aber häufiger Aktivitäten rechtzeitig ab oder trete sie gar nicht erst an und gehe in dunklen Rückzug mit Kühlpack, bevor es dazu kommt. Das ist aber super frustrierend.
Mein Neurologe spricht meist nur von Migräne-Attacken und der Dauerschmerz bleibt im kurzen Arztgespräch häufig aus. Es klingt immer so, als gäbe es Migräne nicht als Dauerschmerz, sondern nur in Form von Attacken.
Die dauerhaften Kopfschmerzen haben aber auch Migräne-Charakter (Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, teilweise Geruchsempfindlichkeit, beim Bücken wird es schlimmer, Kühlen hilft, Wärme verschlimmert, Ruhe und Dunkelheit hilft,…). An 5-10 Tagen im Monat habe ich auch Auraerscheinungen.Früher (vor 2-4 Jahren) hatte ich eher attackenweise Migräne, inzwischen ist da aber eben dieses dauerhafte Mindestlevel und dann steigt die Migräne eher langsam an und nach 1-5 Tagen schwächt sie langsam bzw. über Nacht wieder ab. Das Abschwächen passiert aber immer nur bis zu diesem gewissen Mindestlevel. Manchmal habe ich den Eindruck, ich hätte im Februar 2025 eine Migräne-Attacke gehabt, die einfach nie wirklich beendet wurde. Ich tu mir etwas schwer damit, die Dauerschmerzen klar einer Migräne zuzuordnen, weil mein Neurologe das implizit auszuschließen scheint, habe von den Kriterien her aber immer mehr den Eindruck, dass es sehrwohl so etwas wie eine Dauer-Migräne ist. Zumindest anteilig, vielleicht steckt auch noch eine andere Kopfschmerzart dahinter, aber die konnte ich bislang trotz ausführlichem Schmerz-Tagebuch nicht richtig einordnen.
Vielleicht ist es sowohl eine dauerhafte Migräne als auch dauerhafter Spannungskopfschmerz. Sumatriptan hilft mir nämlich sehr gut, bringt mich aber auch nie auf eine Schmerzstärke von 0/10, ein Restschmerz bleibt immer, der vielleicht ja dann teilweise auch Spannungskopfschmerz ist? Wegen der Vermutung Migräne + Spannungskopfschmerz bekam ich Amitriptylin, weil das ja wohl gegen beides helfen soll, hat es aber leider nicht. Ich achte sehr darauf, Sumatriptan (und Schmerzmittel generell) an nicht mehr als 10 Tagen pro Monat zu nehmen.
Nun nehme ich seit 5 Monaten Amitriptylin 50mg, ohne schmerzlindernde Wirkung. Jetzt hat mein Neurologe vorgeschlagen, es mit Betablockern oder monatlichen Aimovig-Spritzen zu versuchen. Er sagt aber, dass das nicht gegen den Dauerschmerz helfen wird, sondern nur „gegen Migräne-Attacken“.
Kann der Dauerschmerz keine Migräne sein? Und wenn doch, sollten Betablocker und/oder Aimovig dann nicht auch dagegen helfen? Gibt es hier Erfahrungen von Menschen mit Betablockern und/oder Aimovig bei dauerhafter oder fast dauerhafter Migräne? Oder auch mit Linderung durch andere Medikamente, die ich hier nicht erwähne?
Ich bin inzwischen ein bisschen verzweifelt, vor allem weil mein Neurologe zuletzt wirklich knapp mit der Zeit war und wir gar nicht viel besprechen konnten, obwohl das erst mein 3. Besuch bei ihm war und wir bislang nur ein Medikament ausprobiert haben. Beim ersten Gespräch mit ihm war ich total zuversichtlich, aber das war nach dem 3. Termin komplett hinüber… Inzwischen habe ich mich wieder ein klein wenig aufgerappelt.
Danke im Voraus für jegliches Gedankenteilen und liebe Grüße an euch alle!
Hallo Larus,
deine Vermutung trügt dich überhaupt nicht. Es gibt ganz klar seit etlichen Jahren die Diagnose „chronische Migräne“, die beinhaltet, dass man an mindestens 8 Tagen /Monat klassische Migräne hat und an mindestens 7 Tagen oder mehr zusätzlich auch andere Kopfschmerzen. Da wärst du deiner Beschreibung entsprechend dabei. Wenn Sumatriptan hilft, ist es definitiv Migräne. Weißt du, dass es noch 6 weitere Triptane gibt, die du ausprobieren kannst?
Bei mir hat Amitriptylin auch nicht geholfen. Das heißt erstmal nichts. Bei deinem Dauerzustand würde ich ehrlich gesagt sofort Aimovig versuchen. Mich persönlich hat es 2018 aus der chronischen Phase heraus befördert, nach Jahren, und zu einem gefühlt neuen Leben geführt. Später wurde auf Ajovy als Alternative umgestellt, aber bei Aimovig musst du keine Liste an anderen Prophylaxen abarbeiten..
Bei mir führte Aimovig jedenfalls zu Kopfschmerzfreiheit an vielen Tagen, die Migränetage wurden harmloser.
Den pen kann man selbst monatlich setzen.
Bei chronischer Migräne steht dir zudem auch Botox-Behandlung zu, allerdings kann es Monate bis zur Wirkung dauern. Daher würde ich das Angebot für Aimovig schnellstmöglich annehmen – und nicht zusätzlich zu Betablocker, sonst weißt du ja nicht, was nun gewirkt hat.
Schade, dass dein Neurologe nicht die Diagnose kennt.. aber er wird kein ausgewiesener Kopfschmerzspezialist sein – und nun lernt er dazu. Die Neurologie hat ja viele Spezialgebiete..
In jedem Fall darfst du hoffen, dass es auch für dich eine Lösung geben wird.
Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht😉
Liebe Grüße
JasminHallo Jasmin!
Ganz lieben Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort! Die hat mich ein bisschen zuversichtlich gestimmt und mir mehr Klarheit gegeben. Danke also fürs Teilen! Ich habe mich für Aimovig entschieden und werde nächste Woche die erste Spritze bekommen. Bin sehr gespannt und werde hier teilen, ob es mir auch hilft, falls noch andere Menschen mitlesen. Über Botox denke ich vielleicht im nächsten Schritt nach, falls Aimovig nicht hilft, aber jetzt werde ich erst einmal Aimovig testen für ein paar Monate. Und der Tipp mit anderen Triptanen ist auch ein guter, vielleicht habe ich da weniger Nebenwirkungen. Danke!
Ganz liebe Grüße
LarusHallo Larus, herzlich willkommen bei uns. 😊
Jasmins Tipp, gleich den Antikörper zu testen, ist super. Wünsche dir jetzt schon viel Erfolg damit.
Dass der Neurologe die Diagnose chronische Migräne gar nicht kennt, verwundert mich etwas. Aber nun weißt zumindest du Bescheid.
Möglich wäre allerdings auch ein Kopfschmerz vom Medikamentenübergebrauch, solltest du mehrere Monate lang an mehr als zehn Tagen pro Monat Akutmedikation eingesetzt haben. Könnte das zutreffen bei dir?
Liebe Grüße
BettinaHallo Bettina,
danke! Nein, ein Medikamentenübergebrauch kann es auf keinen Fall sein. Ich nehme wie gesagt nie an mehr als 10 Tagen pro Monat Schmerzmittel. Mein Neurologe ermutigt mich immer eher, häufiger mal Schmerzmittel zu nehmen, weil ich damit sehr vorsichtig bin. Ich dokumentiere jede Einnahme und habe die 10 Tagen pro Monat auf jeden Fall, wie auch im Text geschrieben, nie überschritten.
Liebe Grüße
Behandelst du oft bis zu zehn Tage im Monat? Ich frage deshalb nach, weil es auch knapp unter dieser Grenze bereits einen MÜK geben „kann“.
Das kann ich leider bestätigen, bei mir sind 8 die Grenze, wenn es mehrere Monate hintereinander ist/war..
Durch Aimovig konnte ich vor ein paar Jahren locker eine Schmerzmittelpause durchhalten, das hat auch nochmal zur Reduktion geführt.
Also viel Glück für nächste Woche 🤞Hmm, also knapp unter der Grenze bin ich nicht so häufig. Ich habe jetzt nochmal genauer nachgeschaut in meinem Schmerztagebuch und es sind meist so um die 5/30 Tagen. Manchmal komme ich auf 8, das passiert aber selten. Zu Beginn der Behandlung bei meinem Neurologen habe ich nur an so 2-4 Tagen Schmerzmittel genommen, weshalb er mir empfohlen hat, häufiger Schmerzmittel zu nehmen, solange ich unter den 10 Tagen bleibe. Ob es bei mir jetzt trotzdem zusätzlich ein MÜK ist, da bin ich gerade ratlos. Wenn die 10 Tage als Grenze nicht unbedingt stimmen, weiß ich nicht, wie ich meine Grenze finden soll… Woher weiß man das, wie findet man das heraus? Wie schnell würde der MÜK abklingen bei verringerter Schmerzmitteleinnahme?
Danke und liebe Grüße!
Hallo Larus,
war nur eine Überlegung und eine Mitteilung, dass es das auch geben kann. Aber du nimmst ja wirklich nicht so häufig Schmerzmittel/Triptane, da bist du wohl auf der sicheren Seite.
Wie merkt man, ob man in einen MÜK kommt?
Triptane und Schmerzmittel wirken schlechter, ebenso Prophylaxen. Die Frequenz der Attacken steigt, hinzu kommen Erschöpfung und manchmal auch Depressionen. Das ist ein schleichender Prozess, man merkt aber, dass es einem zunehmend schlechter geht.Liebe Grüße
Bettina -
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um zu diesem Thema eine Antwort verfassen zu können.