Wie entsteht MÜK, wie erkennt man ihn und wie wird er behandelt?
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MÜK auch unter 10 Einnahmetagen?
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AutorBeiträge
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Anonym
Inaktiv22. April 2023 um 18:42Beitragsanzahl: 11Liebe Headbook Communtity,
nun melde ich mich auch mal mit einem eigenen Beitrag.
Ich habe eine Frage bzw. eine Situation, die ich gerne schildern würde. Vielleicht hat ja jemand eine Idee oder Antwort dazu…Ich habe schon seit Jahren Migräne, seit ca. eineinhalb Jahren chronisch. Seit ca. 1-2 Jahren habe ich nun einen Dauerkopfschmerz, der in den letzten Monaten immer migräneartig ist (häufig inklusive Begleiterscheinungen).
Sämtliche Triptane haben bei mir leider noch nie gewirkt (probiere sie erst seit ca. einem Jahr aus) und seit einigen Monaten wirken auch andere Schmerzmittel überhaupt nicht mehr oder sehr wenig.
Da ich jedoch immer wieder (in ärztlicher Absprache) neue Triptane und Schmerzmittel ausprobiert habe, hatte/ habe ich monatlich zwischen 7 und 9 Einnahmetage. Ich halte mich immer sehr an die 10/20 Regel und habe diese auch noch nie überschritten.
Ab ab dem nächsten Monat brauche ich eigentlich keine Akutmedikation mehr zu nehmen, da ja leider nichts hilft… Aus neurologischer Sicht wurde eigentlich ein MÜK ausgeschlossen, da ich ja noch nie die 10/20 Regel überschritten habe.
Aufgrund des Dauerkopfschmerzes und dem Aspekt, dass nichts (mehr) wirkt, überlege ich jedoch momentan immer wieder, ob ich einfach empfindlicher bin und schon in den MÜK reingeraten bin. Aber da dies aus ärztlicher eigentlich ausgeschlossen wurde, ist es ja wahrscheinlich eher unwahrscheinlich…
Vielleicht hat ja jemand schon einmal ähnliche Erfahrung gemacht.Liebe Grüße
Herzlich willkommen in Headbook, liebe Chronic.ami.
Es gibt viele Migräniker, die schon mit weniger als 10 Behandlungstagen in den MÜK kommen. Ich schaffe es schon bei 6 Tagen. Du wärest also nicht allein damit. Es könnte also durchaus, auch wenn dein Arzt das nicht glaubt 🥴, ein MÜK sein. Da stellt sich dann auch die Frage, ob du überhaupt schon im chronischen Stadium der Migräne bist.
Und hast du schon das Sumatriptan als Spritze probiert? Das ist bei mir das Einzige was hilft. Zur Verlängerung der Wirkung kann ich dann auch Tabletten nehmen.
Was hast du denn schon an Prophylaxen versucht? Und ist dein Arzt auf Migräne spezialisiert? Das wäre sicher wichtig, um eine gute evidenzbasierte Behandlung hinzukriegen.
Und um eine gute Behandlung zu erhalten, ist es sehr wichtig, viel selbst zu wissen. Prof. Göbel sagt immer, man müsse so viel Wissen haben, dass man sein eigener Anwalt sein kann. Darum, kennst du den Ratgeber „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Du findest ihn rechts in der Sidebar unter Buchtipps, in meinen Augen unverzichtbar. Auch das Migränewissen und unzählige Beiträge unter Aktuelle medizinische Neuigkeiten solltest du nutzen.
So das soll’s erstmal sein. Du hast aber sicher noch weiteren Gesprächsbedarf. Dafür sind wir da, also immer fragen.
Liebe Grüße,
JuliaHallo chronic,
MÜK auch unter 10 Einnahmetagen?
Kurz gesagt: ja, durchaus möglich!
Der Medikamentenübergebrauchtskopfschmerz mit der Definition von Akutschmerzmitteleinnahme an über 10 Tagen im Monat ist kein statischer Wert. Der MÜK ist ein beobachtetes Phänomen das auf einen Erschöpfungszustand der körpereigenen schmerzreduzierenden System zurück geführt wird. Die Anzahl von 10 Tagen (bzw. 15 Tagen bei Monopräparaten) ist dabei ein Wahrscheinlichkeitswert und kein statischer Laborwert, der nicht über- oder unterschritten werden darf.
Es gibt Menschen, auch hier in Headbook, die entwickeln schon bei der Einnahme von Akiutschmerzmitteln an mehr als 6 Tagen im Monat einen MÜK! Andere entwickeln auch nach 20 Schmerzmitteltagen keinen MÜK.
Wenn man an über 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen hat, die sich häufig auch dahingehend verändert haben, dass eine klare Trennung zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz schwierig wird und zudem an vielen Tagen (dabei ist 10 ein Schätzwert) Akutschmerzmittel eingenommen werden und die Einnahme von Akutscherzmitteln die Wirkung zunehmend verliert, dann ist ein MÜK wahrscheinlich! Das ist bei Dir offenbar der Fall.
Das heißt bei Vorliegen der anderen beiden Merkmale kannst Du auch nach ca.3 Monaten Akutschmerzmitteleinnahme an durchschnittlich 7 Tagen im Monat bereits einen MÜK haben.
Und genau rausbekommen, ob das so ist, kann man nur durch eine Schmerzmittelpause! Und die lohnt sich immer!!!!! (auch wenn sie schwierig ist).
Alles Gute
Anonym
Inaktiv22. April 2023 um 21:07Beitragsanzahl: 11Liebe Julia,
lieben Dank für deine ausführliche Antwort!
Das ist ja interessant zu, hören. Dann ist bei mir ein MÜK vielleicht ja doch nicht ganz ausgeschlossen.
Sumatriptan als Spritze ist tatsächlich eine der wenigen Dinge, die ich noch nicht ausprobiert habe. Vielen Dank für den Tip, werde ich beim nächsten Termin bei meiner Neurologin ansprechen.
Als Prophylaxen habe ich schon Metoprolol, Amitriptylin, Aimovig und nun Botox ausprobiert. Bis jetzt alles ohne Erfolg. Dem Botox muss ich aber auf jeden Fall noch Zeit und eine geben.
Ich war tatsächlich vor kurzem in der Schmerzklinik in Kiel, wo mir eigentlich auch bestätigt wurde, dass es wahrscheinlich kein MÜK ist. Trotzdem zweifle ich daran immer wieder, weil ich es so komisch finde, dass gar nichts (mehr) hilft… Vielleicht sollte ich auch nicht alles so sehr in Frage stellen🫣. Schließlich war ich in der Schmerzklinik ja eigentlich in besten Händen.
Das Buch von Prof. Göbel habe ich schon und finde es auch sehr gut. Wissen ist auf jeden Fall ein großer Bestandteil, den ich auch schon immer viel mit einbezogen habe. Trotzdem bin ich gerade noch etwas ratlos muss ich ehrlich sagen.
Danke nochmal für deine Nachricht. So hat man das Gefühl, nicht alleine damit zu sein.
Liebe Grüße
AmiAnonym
Inaktiv22. April 2023 um 21:15Beitragsanzahl: 11Liebe Glückdererde,
auch Dir danke ich für deine ausführliche Nachricht. Ich hätte gar nicht gedacht, dass man hier so schnell, so hilfreiche Antworten bekommt😊.
Gut zu wissen auf jeden Fall. (Leider) sprechen dann ja doch einige Punkte für einen MÜK. Ich werde das auf jeden Fall zeitnah mit meiner Ärztin besprechen und eine Pause in Erwägung ziehen. Wenn es danach wieder besser wird und Akutmedikationen anfangen zu wirken, wäre ja viel gewonnen! Schade, dass mich diesbezüglich noch keine Ärztin/ kein Arzt drauf angesprochen hat. Es hieß bis jetzt immer, dass ein MÜK sehr unwahrscheinlich/ nicht der Fall ist…
Habt ihr Erfahrungen damit, eine Medikamentenpause zu Hause durchzuführen (eventuell mit ambulanter Unterstützung wenn möglich). Da ich nun gerade erst in Kiel war, ist eine stationäre Pause ja nicht möglich.
Liebe Grüße
AmiHallo noch mal Ami,
es wäre eigentlich besser, wenn du dir einen eigenen Schmerzverlauf anlegen würdest, denn dein Thema geht ja wohl deutlich weiter, als nur die Medipause zu besprechen.
Und dann bitte auch gleich deinen Namen mit ins Thema schreiben.Und ja, die Pause kann man mit guter Begleitung auch zuhause machen. Ich bin seit 25 Jahren ambulant in Kiel und noch nie stationär, und hatte schon mehrere Pausen. Ging immer gut mit der Unterstützung aus Kiel.
In den Schmerzverlauf schreib bitte auch gleich mal warum du keine Pause in Kiel machen musstest.
Gute Nacht,
JuliaLiebe Ami,
wenn Du Dich ausschließlich über den MÜK austauschen möchtest, kannst Du hier in diesem Forum bleiben. Für weiteren themenübergreifenden Austausch wäre ein eigener Schmerzverlauf besser. Link findest Du rechts in der Sidebar.
Wie die anderen schon schreiben, ist ein MÜK leider nicht ausgeschlossen. Eine Medikamentenpause zu Hause ist mühsam, aber mit guter Betreuung durch die Ärztin machbar.
Sämtliche Triptane haben bei mir leider noch nie gewirkt (probiere sie erst seit ca. einem Jahr aus)
Hast Du alle sieben Triptane in den unterschiedlichen Darreichungsformen getestet? Kannst Du Migräne und Spannungskopfschmerz (die nie gleichzeitig auftreten) gut unterscheiden? Triptane wirken nämlich nur bei Migräne, beim Spannungskopfschmerz nicht.
Liebe Grüße
BettinaAnonym
Inaktiv24. April 2023 um 14:12Beitragsanzahl: 11Liebe Bettina,
danke für Deine Informationen.
Ich werde mit meiner Neurologin besprechen, ob eine Medikamentenpause sinnvoll wäre und wie man diese so angenehm wie möglich gestalten könnten.
Da ja momentan bei mir leider sowieso keine Medikamente wirken, halte ich die Schmerzen so gesehen ja eh schon die ganze Zeit aus. Der Unterschied wäre dann nur, dass ich dann wirklich nichts mehr nehme für einen Zeitraum.
Auch wenn bei mir die chronische Migräne im Vordergrund steht, ist wahrscheinlich zwischenzeitlich auch ein Spannungskopfschmerz mit dabei.
Da es mir leider momentan sehr schwer fällt, diese beiden Schmerzarten voneinander zu trennen, können wahrscheinlich die Triptane auch nicht wirken. Ich hoffe einfach, dass es wieder eine Zeit geben wird, in der ich die beiden Kopfschmerzarten besser voneinander trennen kann und dann gezielter die Akutmedikation einsetzen kann.
Mir wurde jetzt aber auch von ärztlicher Seite empfohlen, momentan keine Triptane auszuprobieren, da ein Wirkungserfolg sehr gering ist…
Liebe Ami,
Da ja momentan bei mir leider sowieso keine Medikamente wirken, halte ich die Schmerzen so gesehen ja eh schon die ganze Zeit aus. Der Unterschied wäre dann nur, dass ich dann wirklich nichts mehr nehme für einen Zeitraum.
wenn Du jetzt seit einiger Zeit (wie lange bereits?) eh nichts mehr nimmst, machst Du ja praktisch schon eine Pause.
Auch wenn bei mir die chronische Migräne im Vordergrund steht, ist wahrscheinlich zwischenzeitlich auch ein Spannungskopfschmerz mit dabei.
Das kann natürlich sein.
Da es mir leider momentan sehr schwer fällt, diese beiden Schmerzarten voneinander zu trennen, können wahrscheinlich die Triptane auch nicht wirken. Ich hoffe einfach, dass es wieder eine Zeit geben wird, in der ich die beiden Kopfschmerzarten besser voneinander trennen kann und dann gezielter die Akutmedikation einsetzen kann.
Bei Migräne verstärkt sich der Schmerz bei körperlicher Bewegung, beim Spannungskopfschmerz nicht. Das ist ein wichtiges Unterscheidungskriterium.
Mir wurde jetzt aber auch von ärztlicher Seite empfohlen, momentan keine Triptane auszuprobieren, da ein Wirkungserfolg sehr gering ist…
Dann kannst Du es später noch mal versuchen und dann hoffentlich mit mehr Erfolg.
Liebe Grüße
Bettina -
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