Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Annika hat eine Frage

12 Beiträge anzeigen - 1 bis 12 (von insgesamt 43)
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  • Annika
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    Beitragsanzahl: 63

    Hallo ihr alle,

    ich verfolge das Forum hier, seit ich vor zweieinhalb Jahren in der Schmerzklinik Kiel war, habe bisher aber nur gelegentlich selbst was gepostet weil ich seit meinem Klinikaufenthalt eigentlich ganz gut klarkomme. Ich habe viele Ratschläge aus der Klinik beherzigt und es lohnt sich!

    Nun habe ich aber ein konkretes Problem, von dem ich nicht so recht weiß in welchen Thread es am besten passt, deshalb stelle ich es hier ein:

    Vor ungefähr zwei Wochen ist mein linkes Knie ziemlich unvermittelt (kein Unfall, keine schmerzhaften Bewegungen) angeschwollen. Zuerst war es nur eine leichte Schwellung, die nicht mal wehgetan hat, aber dann ist die Schwellung von Tag zu Tag größer geworden und das Auftreten wurde schmerzhaft.
    Davon ausgehend, dass es ein Gelenkproblem ist, bin ich zum Orthopäden gegangen, der nach einer (sehr flüchtigen) Untersuchung nichts finden konnte und mich zum Hausarzt geschickt hat. Mein Hausarzt war zwar nicht begeistert von dem faulen Facharzt, hat aber eine Blutuntersuchung angeordnet.
    Jetzt kommt das Problem: Sowohl der Orthopäde als auch der Hausarzt sind der Meinung, ich solle zehn Tage jeden Tag Ibuprofen nehmen, um das Knie abzuschwellen. Das klingt zwar logisch, aber wie vermutlich alle hier erraten können, kollidiert diese Anweisung für mich mit der berühmten 10/30-Regel. Von der hat keiner der zu Rate gezogenen Ärzte schon mal gehört.
    Ich habe eine Schmerzärztin hier, mit der ich meistens zufrieden bin, und werde die natürlich auch nach ihrer Meinung fragen, aber in dem Forum hier ist einfach unschlagbar viel Kompetenz zu dem Thema.

    Deshalb: Kann hier jemand einschätzen, wie hoch das Risiko ist, in Übergebrauchsschmerzen zu geraten wenn ich soviel Ibuprofen nehme? Habe ich eine andere Wahl, als das Risiko einzugehen? Ich weiß einfach selber nicht, wie ich das beurteilen soll.

    Freu mich sehr, falls jemand helfen kann!
    liebe grüße
    annika

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Hallo, liebe Annika,

    die Antwort ist ganz einfach: du solltest das IBU nehmen, und zwar in ausreichender Dosierung. Ich wünsch dir schon mal schnelle und gute Besserung.

    Akute Sachen gehen immer vor, egal wie nah man am MÜK schon dran sein könnte. Und… 1. kommt man nicht so schnell in den MÜK, 2. kommt man aber auch immer wieder raus! Dann muss eventuell eine Schmerzmittelpause ran, wodurch, wenn es gut begleitet wird, die Welt ja auch nicht untergeht. Da können wir dir dann ja auch ein paar Tipps geben. Wie oft hast du denn in den letzten Monaten behandelt?

    Alles Gute,
    Julia

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    Hey Julia,

    wow, danke für die superschnelle Antwort!

    Ich war in den letzten Monaten konstant bei drei, manchmal vier von 30 Tagen. Ich hatte sogar ein paarmal Migränesymptome, die ohne Medikation, nur durch Ruhe und Kopfkühlen, wieder weggegangen sind.

    liebe grüße
    annika

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Dann musst du dir ja gar keine Sorgen machen ??!
    Mach’s gut

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Annika,

    es kann immer mal einzelne Monate geben, an denen man auch die 10er-Grenze überschreiten kann, ohne dass man gleich MÜK-gefährdet ist, und da du ansonsten derart niedrig bist mit der Einnahmetagezahl, wäre ich völlig tiefenentspannt in dieser Hinsicht. Ich schließe mich also Julia an.

    Was ich jedoch auch noch zusätzlich empfehlen würde, wäre, das Bein immer mal wieder hochzulagern, das Knie ungefähr auf Herzhöhe, damit es besser abschwellen kann. Auch Quarkwickel können gut tun, Wickel mit Retterspitz oder einfach Coolpacks draufpacken, letztere aber bitte nur mit einem Tuch drunter, auf keinen Fall direkt auf die Haut, und nur maximal ca. 10 Minuten.
    Wurde dir Derartiges auch von den Ärzten geraten? Würde bei Knieschwellungen immer Sinn machen.

    Gute Besserung!

    Lieber Gruß
    Heika

    Tanni
    Participant
    Beitragsanzahl: 2102

    Liebe Annika,

    ich hatte mit meinem Talent für Sportverletzungen (Rippenprellung, Bänderdehnung, Sehnenanriss…) schon mehrfach die Situation, dass ich mehrere Tage am Stück Schmerzmittel nehmen musste und einen Monat die 10er Regel nicht einhalten konnte. Die Monate davor und danach war ich wie du bei 3 bis 5 Tagen. Es gab nie wirkliche Probleme. Nach 15 Tagen am Stück kam es schonmal vor, dass sich mein Kopf deutlicher gemeldet hat, als sonst – das hat sich dann aber nach 2-3 Tagen wieder eingependelt. Einfach nur als Info, dass du dich nicht wunderst und dir keine Sorgen machst, falls das bei dir auch so sein sollte.

    Ich kann mich daher Julia und Heika nur anschließen, mach dir da keine Gedanken und kümmere dich erstmal um dein Knie 🙂

    Hast du Magenschutz dazu bekommen? Da würde ich bei 10 Tagen zumindest mal darüber nachdenken…

    Ansonsten kann ich Heikas Tipp mit Retterspitz aus eigener Erfahrung wärmstens empfehlen. 😉

    Sonnige Grüße und alles Gute, Tanni

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Annika,

    wo an welcher Stelle ist denn die Schwellung? In der Kniekehle ist das ja meist eine Baker-Zyste. ?

    Wie die anderen bereits schreiben, ist Abschwellung wichtig. Egal, wie nun die Diagnose aussieht und andere Probleme gehen immer vor. Da lässt man die 10/20-Regel links liegen und kümmert sich nachher darum.

    Aber mir persönlich wäre wichtig, dass ich eine vernünftige Diagnose habe. Nun stochert man im Nebel und gibt einfach mal Ibuprofen. Unbefriedigend. ? Wenn der Orthopäde keine Lust hat, würde ich mir einen anderen suchen.

    Retterspitz aus dem Kühlschrank (da hat man die Kühlung gleich mit dabei) ist ein guter Tipp. 🙂 Quarkwickel nicht. ?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    Hi ihr alle,

    und noch mal danke für die vielen netten kompetenten schnellen Antworten. Ich mag dieses Forum!
    Um eure Fragen zu beantworten:
    Die Schwellung ist hauptsächlich links vorne, über dem Knie.
    Ja, Magenschutz hab ich, brauch ich auch.
    Ja, ich kühle das Knie ganz brav und lege es hoch, und ich habe einen Superrythmus entwickelt um mit einer Krücke zu laufen, so kann ich mein Bein in Bewegung halten ohne es über die Schmerzgrenze zu belasten.
    Und ja, natürlich suche ich mir einen anderen Orthopäden. Obwohl ich mich mal wieder frage, ob ich mir die Mühe überhaupt machen sollte — nach meiner Erfahrung stellen sich Besuche beim Orthopäden fast immer als Zeitverschwendung heraus. So wie jetzt.
    Das mit der Diagnose läuft aber. Meine Hausarztpraxis ist voll bis unter sämtliche Dächer, deshalb können sie mich erst Ende dieser Woche drannehmen, aber dann nehmen sie eine Blutprobe. Da ich eigentlich keine Risikokriterien für kaputte Knie erfülle und auch keinen Unfall hatte, ist die These dass da irgendeine Infektion am Werk ist. Wir werden sehen.

    liebe grüße
    annika

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Annika,

    ich wünsche Dir, dass das Problem bald wieder Geschichte ist. Braucht man ja wirklich nicht extra noch.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    ich wünsche Dir, dass das Problem bald wieder Geschichte ist. Braucht man ja wirklich nicht extra noch.

    Ja wirklich, danke! Ich finde, eigentlich sollten wir, da wir eh schon chronisch krank sind, von anderen Krankheiten befreit sein. Aber das Universum hat einen komischen Humor.

    Übrigens: Inzwischen ist das Knie geröngt worden und das Ergebnis der Blutprobe reingekommen. Ergebnis: nüscht. Alles in Ordnung. Das ist einerseits natürlich super, andererseits kann ich es damit auf die Liste ungelöster Rätsel setzen, die mein Körper mir aufgibt. Die einzige Theorie ist, dass es sich bei dem Ganzen um ein Andenken handelt, das meine Covid-Infektion mir dagelassen hat.

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    Aber noch was anderes:
    Ich habe in neueren Beiträgen hier gelesen, dass alle von der 10/20-Regel schreiben. Ich hätte schwören können, es wäre 10/30. Haben sich hier in letzter Zeit viele Leute verschrieben, oder hat sich da was geändert?

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Annika,

    die 10-/20-Regel ist richtig, die besagt, dass man nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat mit Schmerzmitteln oder Triptanen behandeln soll, die anderen 20 Tage nicht. Man geht der Einfachheit halber von den 30-Tage-Monaten aus.
    Man addiert also die beiden Zahlen bei dieser Regel.

    Wenn du eine 10-/30-Regel aufstellen möchtest, würde man subtrahieren, die 10 Tage also von den 30 Tagen abziehen. Das ginge natürlich auch, doch man hat sich allgemein auf Ersteres geeinigt.

    Lieber Gruß
    Heika

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