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Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.
Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene und die Erfahrungen, wie mit der Erkrankung umzugehen ist.
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Aura ohne Kopfschmerz (Kawaianer)
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AutorBeiträge
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Hallo in die Runde,
ich habe seit ich ca. 13 oder 14 Jahre alt war mit einer „klassischen“ Migräne mit Aura zu kämpfen gehabt. Das war aber alles erträglich, da es nur 2 – 3 Mal im Jahr auftrat. Das lief dann so bis vor zwei Jahren. Zwischendurch gab es mal lange Phasen ohne irgendwelche Beschwerden.
Seit ca. zwei Jahren, (bin jetzt 45), hat sich etwas gewandelt. Ich habe jetzt ganz häufig einfach nur Auren/Auras ?, ohne irgendwelche Konsequenzen danach. Keine Kopfschmerzen, keine Müdigkeit, nichts. Die aber dafür recht häufig. Ich habe dann begonnen, einen Migräne-Trigger-Schwellenmodell zu erarbeiten. Seit vergangenem Jahr im April sammle ich jeden Tag Daten wie Schlafqualität, Koffeinkonsum, Alkohol, Luftdruck, Temperatur usw. und füttere damit ein Analysetool namens „Knime“. Ergebnis: Kein klares Muster erkennbar, (mit Ausnahme des Luftdruckdeltas). Hat den Vorteil, dass man aufhört, auf irgendwas zu verzichten, weil es in meinem Fall eh keine Rolle spielt.
Auf die Frage, ob man eine Vorbeugende Medikation gegen die Aura durchführen könne, antwortete meine Neurologin „Es gibt keine zuverlässige Prophylaxe gegen die Aura“. Für sie ist das ein klassischer Verlauf einer Migräne mit Aura, in Verbindung mit Patienten die dann „älter“ werden.
Ich kann damit tatsächlich „gut“ leben, da wie gesagt, sobald die Aura durch ist, der Tag ganz normal weiterläuft. Allerdings habe ich die letzten beiden Wochen echt beinahe jeden Tag eine Aura. Kommt bei mir immer mal wieder vor, dass es Cluster gibt mit Häufungen. Aber dieser hier ist hartnäckig. Und auffällig war heute z.B. auch, dass eine Aura starten wollte, aber dann nur ganz kurz in einem kleinen Bereich für fünf Minuten „wütete“, und dann wieder verschwand.
Gibt es hier ggf. Leute, die einen ähnlichen Verlauf haben ?
Hallo Kawaianer.
Es gibt Prophylaxen die bei Auren sehr wirksam sein können und sich in Studien bewiesen haben.
Das sind Flunarizin und Lamotrigin. Ich nehme seit einigen Jahren das Lamotrigin. Meine Auren sind extrem zurückgegangen und teiweise auch nicht mehr so heftig.
Hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen.
Gruß Flummi
Vielen Dank. Jeder Hinweis ist hilfreich. Muss mir jetzt erstmal einen anderen Neurologen/in suchen. Das dauert dann wieder vier Monate. Mein Hoffnung ist ja, dass dieser „Lauf“ gerade auch mal wieder endet. Am Dienstag habe ich ohnehin einen Termin bei meiner Hausärztin. Irgendeine Idee, was ich dort für eine Akuthilfe anfragen könnte ? Ich meine, es ist keine schöne Aussicht, wenn ich daran denke, diesen Zustand jetzt noch bis zum nächsten Neurologentermin ertragen zu müssen……
Hallo Kawaianer, herzlich willkommen im Headbook. 🙂
Flummi hat Dir schon zwei gute Möglichkeiten der Prophyaxe bei häufigen Auren aufgezeigt. Es können aber auch andere Prophylaxen versucht werden wie Amitriptylin oder Betablocker.
Irgendeine Idee, was ich dort für eine Akuthilfe anfragen könnte ? Ich meine, es ist keine schöne Aussicht, wenn ich daran denke, diesen Zustand jetzt noch bis zum nächsten Neurologentermin ertragen zu müssen……
Eventuell könnte Dir Deine Hausärztin Flunarizin aufschreiben, Lamotrigin (ist ein Antiepileptikum) wohl eher nicht. So könntest Du die Zeit überbrücken bis zum nächsten Neurologentermin.
Hochdosiertes Magnesium, das man langsam eindosiert, könnte auch Sinn machen als tägliche Prophylaxe.
Ich kann damit tatsächlich „gut“ leben, da wie gesagt, sobald die Aura durch ist, der Tag ganz normal weiterläuft.
Du solltest bedenken, dass die Attacke (ob nun nur Aura oder auch Schmerzen) bedeutet, dass Du eine Reizüberflutung hast und Dein Nervensystem eigentlich stopp ruft. 😉 Weitermachen wie zuvor bedeutet, dass es keine Entspannung für das Nervensystem gibt und Du am nächsten Tag vielleicht schon erneut eine Attacke hast. Reizabschirmung und zumindest etwas Ruhe nach der Aura könnten sinnvoll sein.
Liebe Grüße
BettinaBisher habe ich das „Leid“ immer mit mir selber ausgemacht, (und natürlich den Ärzten). Alleine der Austausch hier tut schon gut.
(Hätte ich viel früher machen sollen).
Ich befürchte, dass meine Hausärztin bei der Prophylaxe mir keine Medikamente verschreiben wird. Sie war da immer zurückhaltend, und hat auf den Facharzt verwiesen. Ich werde ihr das alles mal vorschlagen.Vielen Dank erstmal bis hierhin. Ich werde weiter berichten, und natürlich das Forum fleißig durchstöbern.
Bisher habe ich das „Leid“ immer mit mir selber ausgemacht, (und natürlich den Ärzten). Alleine der Austausch hier tut schon gut.
(Hätte ich viel früher machen sollen).Aber jetzt bist Du ja da. 🙂
Ich befürchte, dass meine Hausärztin bei der Prophylaxe mir keine Medikamente verschreiben wird. Sie war da immer zurückhaltend, und hat auf den Facharzt verwiesen. Ich werde ihr das alles mal vorschlagen.
Das kann durchaus sein, wenn sie damit keine Erfahrungen hat.
Liebe Grüße
BettinaGuten Abend,
ich wollte einmal kundtun, was zwischenzeitlich passiert ist. Gestern war ich bei meiner Hausärztin, die mich sofort an einen Neurologen/In überwiesen hat. Da war ich heute morgen vorstellig, in der Annahme einen Termin für in ein paar Wochen zu bekommen. Aber nachdem die Sprechstundenhilfe kurz Rücksprache mit einem Arzt gehalten hatte, konnte ich direkt bleiben. Behandelt hat mich dann ein ganz junger Arzt „in Weiterbildung“. Der hat wirklich genau nachgefragt, immer wieder Rücksprache mit seinem Kollegen gehalten. Ich habe ihm meinen ganzen Leidensweg beschrieben. Er hat mir dann zwei Optionen vorgeschlagen. Zum einen Anti-Depressiva, oder eben Beta-Blocker. Aber ein anderer Blocker, als der den mir meine Hausärztin verschrieben hat, und den dann auch in einer höheren Dosierung, die aber langsam eingeschlichen werden soll. Sollte ich mit der Dosis (100 Mg sind anvisiert), Probleme bekommen können wir die „andere Karte“ ziehen. Ich hatte mich bewusst für den Beta-Blocker entschieden, da das vor Jahren schonmal funktioniert hatte. (Anderer Hausarzt).
Er hat mir dann auch gesagt, dass wenn es Probleme geben sollte, ich jederzeit mittels Videosprechsstunde bescheid geben solle.Dann wurde heute Morgen noch ein Ultraschall meiner Halsschlagadern durchgeführt. Zitat des jungen Arztes: „Angelegt wie im Lehrbuch Anatomie“. Also kein negativer Befund. Ich habe jetzt noch eine Überweisung zum MRT. Aber der Doc meinte, dass das eine reine Vorsichtsmaßnahme ist.
Ich hatte tatsächlich bis gestern noch Auren. (Jeden Tag eine). Heute war bis jetzt noch nichts. Ich habe mich vom ersten Gefühl her, sehr gut aufgehoben gefühlt. Wenn ich weiß, dass keine Gefahr im Verzug ist, kann ich meine Auren „aushalten“, bis die Therapie beginnt zu wirken. (Ich habe das Gefühl, dass sie das schon tut ganz ohne Medikamente. Reine Kopfsache….:-)) ! Aber langsam hatte sich wirklich leichte Verzweiflung ausgebreitet.
Hallo Kawaianer,
das hört sich doch jetzt alles ganz gut an, freut mich für Dich. 🙂
Wahrscheinlich hast Du Metoprolol erhalten, das ist Mittel der Wahl zur Migräneprophylaxe. Viel Erfolg damit.
MRTs werden leider so massenhaft durchgeführt und sind in so Fall fast immer unnötig.
Liebe Grüße und gute Besserung,
BettinaDann möchte ich mal ein kleines Update geben. Ich hatte bis vergangenen Samstag, fünf Aura/Migräne-freie Wochen. Seit Samstag scheint es wieder abzukippen. Es stellt sich wieder das Muster ein, welches ich den Monat davor hatte. (Jeden Tag Aura). Hinzugekommen sind allerdings leider wieder die Kopfschmerzen.
Bei der Dosierung von 75 Mg mit dem Betablocker hatte ich dann, (erstmal), darauf verzichtet weiter zu erhöhen, da mir so schon teilweise schwindelig wurde. Natürlich in Absprache mit der Hausärztin. Diese hat mich auch auf einen anderen Beta-Blocker umgestellt, mit dem Hinweis einer besseren Verträglichkeit. Der Neurologe hatte mir Metoprolol 50 verschrieben. Meine Hausärztin hat mir Metoprololsuccinat 47,5 verschrieben. Ist das plausibel ? Der Schwindel ist derzeit tatsächlich weg. Nur habe ich auch das Gefühl, dass der Beta-Blocker irgendwie nichts bringt. Seit ca. zwei Wochen nehme ich den jetzt.
Sollte ich doch mal die anvisierten „100“ Mg ausprobieren, die der Neurologe als Zielmarke angegeben hatte ? Oder erstmal weiter beobachten ? Ich habe halt Angst davor, dass es wieder ein Dauerzustand wird, wie im Januar/Februar.
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Diese Antwort wurde vor vor 7 months von
Kawaianer bearbeitet.
Hey Kawaianer,
Ich habe auch ein Problem mit Aura ohne Kopfschmerz und habe gerade einen eigenen Eintrag verfasst, guck also gerne Mal rein.
Leider dauert es 8-12 Wochen bis man die entgültige Wirksamkeit eines Prophylaxe Medikaments beurteilen kann.
Was das Metroprolol angeht, kann ich dir sagen, dass 47,5mg Metroprololsuccinat weniger Metroprolol enthält als Metroprololtatrat (Metroprolol 50) und nur einmal täglich eingenommen werden muss. Also musst du eventuell mehr davon nehmen, um auf die gleiche Dosierung zu kommen.
Jetzt da deine Schmerzen zurückgekehrt sind könntest du Akutmedikamente gegen die Migräne ausprobieren. Frag also vielleicht Mal deinen Neurologen. Achtung bei Triptanen, die Vertragen sich manchmal nicht gut mit Betablockern!
Ich würde dir empfehlen einen Termin mit einem auf Migräne spezialisiertem Kopfschmerzzentrum auszumachen. Diese kennen sich besonders gut mit Migräne und Migräne-Sonderformen aus.
Viel Glück und Gute Besserung 🙂
GnomHallo Kawaianer,
Ich verstehe deine Verzweiflung und freue mich für dich, dass du das richtige Medikament gefunden hast und Ärzte, die dich so toll unterstützen. Halte durch es braucht alles seine Zeit.
@bettina, verbessere mich wenn ich etwas falsches sage, aber mein größtes AH- Erlebnis war, dass ich von dir gelernt habe, niemals ein Triptan in einer Aura Phase einzunehmen (Gefahr, bei einer Aura Gefäße ziehen sich zusammen, Triptane verengen die Gefäße).
Zum Glück, habe ich dann von dir gelernt was die Klassischen Aura Symptome sind und das bei einer Hirnstamm Aura die auch mehrere Tage anhalten kann, durchaus ein Triptan genommen werden kann.Was mich erleichtert hat 🙂
Halte durch und weiterhin gute Besserung
LunaHallo Kawaianer,
Der Neurologe hatte mir Metoprolol 50 verschrieben. Meine Hausärztin hat mir Metoprololsuccinat 47,5 verschrieben.
Die 50er sind unretardierte Tabletten. Das heißt, der komplette Wirkstoff (die 50 mg) werden sofort nach der Einnahme freigesetzt. Da geht die Wirkstoffkonzentration nach der Einnahme hoch und wenn das Maximum erreicht ist, fällt sie dann wieder ab, bis zur nächsten Einnahme.
Die 47,5er sind retardiert. Das heißt, dass der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum verzögert freigesetzt wird, also nicht die kompletten 47,5 mg sofort, sondern über mehrere Stunden verteilt immer wieder ein bisschen. Dadurch steigt die Wirkstoffkonzentration nach der Einnahme nicht so stark an, ist aber gleichbleibend über den Tag verteilt. Das führt auch zu der besseren Verträglichkeit, weil die Schwankungen im Wirkstoff-Spiegel nicht so groß sind.
Es könnte also einen Versuch wert sein, die Dosis zu erhöhen (in Absprache mit Deinem Arzt), wenn Du merkst, dass die 47,5er nicht reichen.
Liebe Grüße
Auguste -
Diese Antwort wurde vor vor 7 months von
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