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Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.
Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene und die Erfahrungen, wie mit der Erkrankung umzugehen ist.
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Aus Verdacht auf Schlaganfall wird Migräne mit Aura
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AutorBeiträge
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Moin Zusammen,
ich darf mich kurz vorstellen: Weiblich, 42 Jahre alt, verheiratet, Mutter von drei Kindern, selbstständig … und nun komm ich auch direkt zum Bericht: Letzte Woche Donnerstag, vormittag, zu Hause mit zwei KiTa-Kindern (der Große darf in die Grundschule derzeit) da kein Anrecht auf Notbetreuung, mein Betrieb ist coronabedingt bis auf weiteres geschlossen. Also Mittagessenvorbereitung, denn um 13:00 Uhr kommen Mann und großer Sohn heim. Noch ist Zeit, alles entspannt, mal eben ein paar Mails checken. Puh, brauch ich doch bald mal eine Brille? Was’n das? Weiter weg, oder näher ran? Halte das Handy näher, weiter, näher, weiter… verdammt, immer das zentrale Wort fehlt. Auch ohne Handy vor Augen ist alles seltsam. Verschwommen irgendwie. Das geht nicht weg. Oh, woher kommt der Zackenkranz??? Scheisse, Du brauchst ne Brille. Verdammter Mist!!! Uha, jetzt wird mir aber komisch, schummrig. Lieber schnell den einen erlaubten Nachmittagsbesuch des Mittelkindes per whatsapp absagen – das geht heute irgendwie gar nicht. Wie spät ist es?… hm, hab noch etwas Zeit, ich leg mich kurz was hin… der Mittlere darf sich die Switch holen, der Kleine kuschelt sich aufs Sofa dazu. Ruhig jetzt… gaaaanz ruhig, Mama macht mal kurz die Augen zu…. oha, das geht nicht weg, wenn ich die Augen schließe. Verdammt nochmal!!! Was ist das? Leuchtende Zacken, die wandern, die wandern irgendwie durchs Bild… schräg, sowas, am besten zum Doc nachher… wieviel Uhr? Essen!!! Okay, wieder in die Küche, weiter vorbereiten… boah, ist das anstrengend alles, ganz schön wackelig, richtig kodderig… Mann kommt! Endlich und Gott-sei-Dank. Schatz, alles ist so komisch. Wie? Kann ich nicht sagen… äh, kann ich wirklich nicht sagen. Ich kann nix sagen. Scheisse! Schlaganfall? Neee, ich glaube, ich kann lächeln, ich weiss, wer ich bin, ich weiss wann ich geboren wurde und ich weiss wo ich wohne, wie meine Kids heissen. Warum kann ich nix sagen? Ich weiss das doch. Konzentrier Dich!!! Mein Mann wird ganz weiss, rennt zum Telefon, Doc anrufen… ich höre ihn klar, er telefoniert, spricht von Schlaganfall, der Arzt kommt.. ok, gleich wird mir geholfen. Warum kann ich nichts sagen??? Ok, ich kann doch was sagen, aber höchstkonzentriert und extrem langsam und unsicher…. mein Mann schaut seltsam, verständnislos, panisch… die Kinder bemerken nichts – scheint ruhig zu sein hier. Denken ist sooooo anstrengend. Wie heissen die Kinder nochmal? Ich weiss es, aber sicher bin ich mir nicht. Der Doc ist da, wir sitzen auf dem Sofa, er hält meine Hand, ich versuche ihm alles zu erklären, was da passiert ist, es geht etwas besser, oder? Ich sehe zumindest wieder ganz normal. Aber der Kopf ist soooo schwammig, nix drin, sage die ganze Zeit, dass ich mich auf einmal dumm fühle, nicht denken kann. Der Doch lässt mich reden/stammeln/versuchen und dann redet er. Hat er mir zugehört? Ich verstehe jedes Wort von allen um mich rum klar und deutlich, ich weiss, dass ich keinen Schlaganfall habe, ich bin klar – hier in mir drin. Die Rettungsanitäter sind da – es soll in eine Neurologische Klinik gehen. Das ist gut. Irgendwie wird alles klarer, es geht irgendwie besser, kann klarer denken. Im Krankenhaus, Notaufnahme, werde untersucht, Augen getestet, kann wieder reden, erzählen was passiert ist und da sind sie nun die Kopfschmerzen. Kriege was dagegen! Auf einer Skala von… keine Ahnung, ich hatte noch NIE Kopfschmerzen.. so acht vielleicht… ich weiss es nicht und dann, das erste Mal höre ich es durch einen Schleier der Benommenheit: Migräne mit Aura!
Ich fall fast von der Liege. Bitte was??? Der verarscht mich doch, dieser junge Assistenzmensch, der weiss doch nicht, was er da redet. Ich bin dem Tod grad von der Schippe gesprungen, irgendwie… was auch immer… so, dann wird es immer konkreter: MRT, Augentest, Nervenwasseruntersuchungen – alles unauffällig. Diagnose bei Entlassung einen Tag später: Migräne mit Aura!
Tadaaa, da bin ich. Völlig panisch! Was soll das bitte aus heiterem Himmel? Seit einer Woche lese ich also quer durch alle Seiten und Foren, Bücher sind schon bestellt und ein Migränetagebuch liegt parat. Jetzt warte ich also? Ich hoffe natürlich, dass es nie nie nie wieder kommt. Das war die schlimmste Erfahrung meines doch ansonsten anscheinend sehr ruhigen und beschaulichen Lebens. So stellt man sich einen Horrortrip vor. Kann ich ein bisschen hoffen, dass dies eine einmalige Vorstellung war? Gibt es sowas? Natürlich beschäftige ich mich mit der Ursachensuche. Stress ist naheliegend. Stress habe ich aber immer, ich führe einen kleinen Betrieb, ich habe drei Kinder, Mann, Haus – alles wofür man eben gerne auch viel arbeitet. Das ist ok, das tue ich in dieser Dimension seit ca. 8 Jahren und gerade ist es natürlich extrem ruhig, wir haben geschlossen… was ist anders, was ist nun anders? Meine Grapefruitdiät??? Naja, Diät… ich habe seit ca. 2 Wochen vor dem Vorfall/Anfall oder Attacke, wie das wohl heisst, das Abendessen durch eine „Pink Grapefruit“ ersetzt, um meine paar Coronapfunde etwas einzudämmen. Die esse ich wahnsinnig gern, zugegeben aber noch nie so lange am Stück regelmäßig. Ich nehme keine Medikamente (gar nix!) und trinke keinen Alkohol. Könnte es also tatsächlich schon daran gelegen haben? Das ist das einzige, was sich tatsächlich kurz vorher verändert hat. Ansonsten alles wie immer. Vorsichtshalber habe ich natürlich seit Rückkehr aus dem Krankenhaus auch keine Grapefruit mehr angerührt.
Medikamente (auch vorbeugend) möchte ich eigentlich nicht nehmen. Die meiste Angst habe ich vor dieser Aura. Das kann ich wirklich nicht gebrauchen. Der Gedanke vor Menschen auf einmal dazustehen und nicht (richtig) reden zu können, ist der absolute Albtraum und kommt im meinem Beruf so gar nicht passend – ich rede viel, schnell und sehr gerne. Die Lichtimpulse waren zumindest in meiner jetztigen Erinnerung nicht so schlimm, zumindest konnte ich noch sehen. Wie lange alles gedauert hat, kann ich nicht genau sagen, ich würde schätzen so ca. 30 Minuten… zu den Kopfschmerzen kann ich noch weniger sagen: Ich habe davon gesprochen und anscheinend auch schlimm rumgejammert, aber ich kann mich seltsamerweise nicht wirklich an Kopfschmerzen erinnern. Sie wurden zumindest im Krankenhaus mit Ibu und Paracetamol recht schnell eingestellt, kamen auch seither nicht zurück.
Aus der Apotheke habe ich mir nun diese Magnesium-Sticks geholt. Davon sprachen hier im Forum viele, dass es die Aura abschwächen könnte. Das werde ich versuchen sobald es nochmal losgehen sollte. Mein Hausarzt meinte allerdings, ich sollte sofort nach Bemerken der ersten Aura-Anzeichen eine Ibu nehmen. Ist das wirklich gut? Oder könnte ich die Aura dadurch vielleicht sogar noch anregen??? Ich habe wirklich wahnsinnige Angst davor, dass die Aura nochmal kommt. Andererseits will ich es auch lieber unter gesicherteren Bedingungen einmal testen… hört sich seltsam an, oder? Ich meine, ich möchte es am liebsten sofort am WE mit Mann und Medikamenten im Haus nochmal durchmachen um zu sehen, wie ich das im Ernstfall alleine mit Kindern, oder im Auto oder im Berufsalltag durchstehen kann. Ich habe jetzt – wo ich doch einiges erfahren konnte über die Aura – nicht wirklich Angst vor der Sache an sich, eher vor den Umständen, in denen ich mich unkontrolliert befinden könnte. Kontrolle ist leider alles!
Gerade geht es mir gut… soweit. Ich bin immer noch etwas angeschlagen. Irgendwie liegt ein Teppich über allem, so gedämpft irgendwie. Kennt ihr das? Ich kann zwar alles machen, aber es ist anstrendender. Wenn ich am Rechner sitze, muss ich mich mehr konzentrieren um keine Fehler zu machen. Ich habe nichts wichtiges vergessen bisher, dennoch bin ich definitiv nicht die alte. Also nicht wieder in Form im Kopf, nicht 100% leistungsfähig. Ist das normal, dass es dauert bis man wieder richtig hergestellt ist?
So, ich hoffe, das war nicht zu wirr, ich schäme mich auch etwas, dass ich das hier so panisch platziere, haben doch die allermeisten Betroffenen, von denen ich bisher lesen konnte, ganz andere Wege hinter sich. Ich habe größten Respekt vor allen Menschen mit Migräne jedweder Form da draußen und Euren teilweise ja schon jahrzentelangen Leidensweg. Was ist das nur für eine gemeine böse Sache? Wie mit so vielem: Man steckt erst drin, wenn man drin steckt. Ich wusste vor 1,5 Wochen noch nichts über Migräne – kenne keinen Betroffenen persönlich. Bisher.
Alles Gute Euch und herzlichen Dank fürs Lesen!!!!
Hallo,
herzlich willkommen hier in der Liste!
Was Du erlebt ist kennen hier tatsächlich viele. Gerade beim ersten mal ist Migräne mit Aura ungeheuer erschreckend. Die Welt gerät aus den Fugen, Angst vor Blindheit oder Schlaganfall stürmen panisch ins Bewusstsein und wenn Du dann auch gleichzeitig noch für Kinder verantwortlich bist, wird der Druck noch größer.
So eine Attacke, wie Du sie gehabt hast, kann einmalig sein und nicht wiederkommen. Muss aber nicht, kann auch heute schon wieder passieren – leider. Deshalb solltest Du vorbereitet sein. Wichtige Untersuchungen haben ja schon stattgefunden.
Als erstes würde ich Dir raten das Buch von Prof. Göbel: „Erfolgreich gegen Kopfschmerz und Migräne“ zu kaufen. Lohnt sich sehr, weil wir bei allen Krankheiten und gerade bei Kopfschmerzen unsere eigenen Experten werden sollten und dazu viel Wissen brauchen!Dann such Dir einen Neurologen, möglichst einen der auch auf Kopfschmerzen spezialisiert ist. Ich persönlich würde nach einer einmaligen Attacke, so erschreckend sie auch sein mag, noch nicht unbedingt zur medikamentösen Prophylaxe raten (grundsätzlich gibt es die natürlich, auch in Bezug auf Auren). Aber verhaltensmedizinische Änderungen Deines Lebens können gleich gar nicht schaden: Regelmässigkeit alles Tagesabläufe, regelmässiges Essen mit regelmässiger Kohlehydrataufnahme, genügend Ruhepausen, weniger Stress, regelmässiger Schlaf usw. usw. Vieles davon kannst Du hier nachlesen oder im Buch von Prof. Göbel.
Auch den Link hier auf der Seite rechts: „Migräne-Wissen“ kannst Du benutzen. Da steht schon sehr viel an Grundlagen drin.
Liebe Grüße
Ein herzliches Willkommen im Forum, liebe „Neue“. 🙂
Dir gehts so wie allen, die das erste Mal mit einer (bleich schweren) Migräneaura konfrontiert werden. Der Patientenratgeber von Prof. Göbel wurde Dir schon von Glückdererde empfohlen, ich möchte Dir noch das Führen unserer kostenlosen Migräne-App empfehlen.
was ist anders, was ist nun anders? Meine Grapefruitdiät??? Naja, Diät… ich habe seit ca. 2 Wochen vor dem Vorfall/Anfall oder Attacke, wie das wohl heisst, das Abendessen durch eine „Pink Grapefruit“ ersetzt, um meine paar Coronapfunde etwas einzudämmen.
Einseitige Diäten insgesamt und das Auslassen der abendlichen Mahlzeiten im Speziellen sind mit die größten Migränetrigger. Wenn man eine Attacke (ob mit oder ohne Aura) riskieren möchte, muss man nur das Abendessen weglassen. 😉 Also hier hast Du schon Deinen sehr potenten Auslöser, den Du aber sehr einfach vermeiden kannst. Regelmäßige kohlenhydrathaltige Mahlzeiten sind das A und O für Migränepatienten. Abnehmen kann man, indem man über den Tag hinweg die Kalorien reduziert. Einfach gesagt, ich weiß, aber trotzdem sehr wirkungsvoll. 🙂
Liebe Grüße
BettinaLiebe Neue,
deine Schilderung deiner Aura habe ich noch nie so lebendig erklärt gelesen. 🙂
Jeder, der schon einmal eine heftige Aura hatte, weiß, welche Ängste das auslöst. Nun bist du – leider – auch im „Club“, dem du logischerweise wohl lieber nicht beigetreten wärst.Zu dem Weglassen des Abendessens hat Bettina ja schon geschrieben. Das solltest du auf keinen Fall tun. Für viele ist schon die ganz normale, lange Nachtphase ein Problem, weil da der Blutzuckerspiegel stark sinkt, deshalb kann eine kleine, späte und vollkornhaltige Abendmahlzeit den Zeitraum etwas verkürzen. Bei dir reicht es vielleicht auch, abends wieder ganz normal zu essen.
Du könntest auch mit der Einnahme von Magnesium beginnen. Magnesium senkt generell die Reizschwelle der Nervenzellen, kann also gut unterstützend wirken. Nur langsam eindosieren, damit der Darm sich daran gewöhnen kann. Und dann so viel nehmen, wie man gut verträgt. 600mg täglich werden empfohlen, mir selber ist das jedoch zu viel.
Lieber Gruß
HeikaLiebe Neue,
mir geht es genau so. Ich habe noch nie eine so detaillierte gute Beschreibung der Aura gelesen.
Meine erste Aura mit Sprachstörungen verlief genau wie du es geschildert hast. Damals wußte auch ich noch wenig darüber. Also endete mein „Notfall“ wie auch bei dir, im Krankenhaus.
Die Aura ist geblieben. Manchmal sehr häufig. Aber immer auf einem anderen Level. Manchmal mit wirklich schlimmer Angst, manchmal macht sie mir fast nichts aus. Manchmal mit anschließendem KS manchmal ohne. Sie ist eigentlich immer etwas anders da und kommt auch grad wie sie will.
Hilfreich ist natürlich, dass einem das Geschehen klar und bewußt ist. Die Aura ist eigentlich nix Schlimmes. Sie kommt, und geht auch wieder. Auch die Angst gehört für mich zur Aura dazu. Ich fühle mich immer so, als wenn ich einen besonderen Cocktail getrunken habe, alles ist so irreal.
Wie schon geschrieben, suche dir einen guten Neurologen, der sich mit Migräne und Aura auskennt. Wichtig ist auch, dass du gut mit ihm zusammen arbeiten kannst. Mir hilft es nicht, wenn jemand einfach nur Medi´s verschreibt, aber nicht auf meine Fragen und Ängste eingeht. Denn die Angst kann nochmal zusätzlich krank machen.
Deine Abstinenz vor Medikamenten kann ich gut verstehen. Zumal du anscheinend bisher noch keinen Kontakt hattest. Es ist aber enorm wichtig zu verinnerlichen, dass Medis dafür entwickelt wurden Krankheiten zu heilen oder zu verbessern. Genau dafür solltest du sie auch unbedingt einsetzen. Medis, die für bestimmte Krankheiten entwickelt wurden, und nicht genommen werden, machen keinen Sinn.
Ich kann dir nur unbedingt raten, dich gut zu informieren. Deinen Tagesablauf etwas anzupassen, dir gewisse Dinge wie Magnesium oder auch Diclofenac auf Vorrat zuzulegen. Dann bist du nicht völlig unvorbereitet und kannst entspannter mit der Situation umgehen sollte sie nocheinmal auftauchen.
Solltest du vom Arzt Tristane (spezielle Migränemitte) verschrieben bekommen, dürfen diese Medis nicht während einer Aura genommen werden. Also abwarten bis das Geschehen vorüber ist.
Alles Liebe
SternchenLiebe Neue,
Informationen zur Aura findest du, wenn du weiter runter scrollst, hier:
Weiterführende Informationen – auch zur Aura – findest du im Buch von Professor Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“.
In der Migräne-App findest du zwei Simulationen der Aura, die sich jedoch individuell auch anders äußern kann.
Alles Gute
KatrinViva la Vida! ?
Ups… ?! Ich sehe gerade, dass Glückdererde und Bettina bereits auf das Buch hingewiesen haben.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil ?!Viva la Vida! ?
Hallo Zusammen,
und herzlichen Dank Euch allen für Eure Antworten. Es tut so wahnsinnig gut, Eure Antworten zu lesen und zu wissen, dass es da Menschen gibt, die einen verstehen und wissen, wovon man da so wirr daherredet. Ich vermeide es definitiv in meinem Umfeld groß davon zu erzählen. Klar, es kamen einige Rückfragen wegen des Krankenhausaufenthaltes – irgendwie geht die Nachricht „Oha, Verdacht auf Schlaganfall“ ja doch schnell durch die Buschtrommelreihen… aber das ist mir jetzt doch alles zu privat. Leider ganz klares Zeichen von Schwäche, dass ich aus verschiedenen Gründen in meinem Umfeld vor allem beruflich nicht zeigen kann/will. Also, die Fassade steht schon wieder, da ist alles auf Normalmodus.
Mir hat es übrigens sehr geholfen die Aura so detailliert zu beschreiben, auch die Dinge – an die ich mich eben erinnern konnte – immer wieder durchzuspielen/durchzufühlen. Ich werde es nämlich bei einem etwaigen nächsten mal sehr gebrauchen können, wenn ich einen Erinnerungswert zum dran festhalten habe: Ha, das kenn ich schon. Du weisst, das geht vorbei. Das ist kein Schlaganfall. Gleich kannst Du wieder sehen/sprechen. Schau auf die Uhr, das geht vorbei. So oder so ähnlich stelle ich mir das zumindest beim nächsten Mal vor.
Jetzt ist der Vorfall 10 Tage her und ich verzichte natürlich auf die Zitrusfrüchte, esse regelmäßig und für meine Verhältnisse so gesund und ausgwogen wie lange nicht. Ansonsten laufe ich allerdings eher wie ein scheues Kaninchen durch die Gegend – ziemlich körperfühlig, reinhorchend, sofort innehaltetend wenn irgendetwas zickt oder zwackt… und das tut es gewaltig: Ich bin megaschnell außer Atem, mir ist super schnell zu heiss, dann auch wieder Schüttelfrost, schwindelig, ich muss mich setzen. So ein bisschen wie kurz vorm Kreislaufzusammenbruch. Mit Ausruhen, wegatmen, frischer Luft geht das auch alles – komme mir vor wie Mitte 80. Gott-sei-Dank kann mich groß keiner sehen hier. Ich versuche aber nun auch nicht, mich komplett in Watte zu packen. Der Alltag läuft ja trotzdem, auch wenn mein Mann mir wirklich viel abnimmt, kann ich nicht die Decke übern Kopf ziehen. Ich habe große Sorge vor dem – ja eigentlich hoffentlich baldigen – Ende des Lockdowns. Dann muss ich wieder hergestellt sein!
Also das empfohlene Buch von Herrn Prof. Göbel ist bereits auf dem Weg zu mir, vielen Dank für die Empfehlungen. Ich werde mich kommende Woche dann mal auf die Suche nach einem Neurologen machen. Medikamente nehme ich bis dahin natürlich nix, würde mir nur im Bedarfsfall dieses Magnesiumstick reinpfeifen, wenn es zur Aura kommt. Bin gespannt, wann es dann zu einem Termin kommen kann und wie so ein Gespräch abläuft. Der lacht mich sicher aus, wenn ich da mit meiner ersten und einzigen Erfahrung auflaufe…
Tjo, es ist Sonntag Nachmittag und den genieße ich nun noch mit den Kids und versuche erhobenen Hauptes auf die Aufgaben der neuen Woche zu blicken. Ich habe mir einiges vorgenommen, mal sehen, was davon zu packen ist.
Ich danke Euch herzlich fürs Lesen und Antworten. Einen schönen Sonntag noch und alles Gute für Euch!!!
Liebe Neue,
Jetzt ist der Vorfall 10 Tage her und ich verzichte natürlich auf die Zitrusfrüchte,
kein Grund, auf Zitrusfrüchte zu verzichten. 😉 Kein Grund, auf irgendetwas zu verzichten. 🙂 Nahrungsmittel lösen keine Migräne aus, wenngleich sich dieser Mythos leider felsenfest hält.
Ich habe große Sorge vor dem – ja eigentlich hoffentlich baldigen – Ende des Lockdowns. Dann muss ich wieder hergestellt sein!
Bis dahin bist Du sicher wieder fit, aber setze Dich nicht unter Druck! Du hast eine neurologische Erkrankung, die man nicht einfach abstellen kann. Bald kommt das Buch, dann wirst Du Dir erste Basics anlesen können und verstehen, was bei Migräne abgeht im Körper und was man selbst tun kann.
Bin gespannt, wann es dann zu einem Termin kommen kann und wie so ein Gespräch abläuft. Der lacht mich sicher aus, wenn ich da mit meiner ersten und einzigen Erfahrung auflaufe…
Macht er sicher nicht, denn wenn die erste Aura gleich so schwer daherkommt, ist das auch besorgniserregend.
Liebe Grüße
Bettina -
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