Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Blumenwiese hat seit Jahrzehnten Migräne

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  • Blumenwiese
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    Beitragsanzahl: 3

    Hallo

    ich bin Blumenwiese.

    Nachdem ich in den letzten Jahren mal mehr und mal weniger intensiv mitgelesen habe, möchte ich mich jetzt auch einmal vorstellen.

    Ich bin weiblich, 54 Jahre alt und habe seit ca. meinem 10. Lebensjahr Migräne. Über die Jahrzehnte hat sich meine Migräne auch immer mal wieder geändert.

    In der Schulzeit war meine Migräne teilweise sehr belastend. Nach der Pubertät in der Ausbildung und den ersten Berufsjahren wurde es besser. Mit Anfang 30 wurde es wieder schlechter, mit Mitte 30 wesentlich schlechter. Dazu kam eine Depression. Je schlechter die Migräne, desto schlechter die Depression, je schlechter die Depression, desto schlechter die Migräne. Ein Teufelskreis. Dann Arbeitslosigkeit und eine versuchte Wiedereingliederung. Gescheitert. Seit 2012 erst eine befristete, dann eine unbefristete Erwerbsminderungsrente. 2012 bekam ich dann auch das erste Mal Botox, weil ich inzwischen eine chronische Migräne hatte.

    2015 wurde bei mir Brustkrebs festgestellt. Zu Beginn meiner Brustkrebsbehandlung sagten mir mein Onkologe als auch mein Neurologe, dass die Migräne während der Behandlung in den Hintergrund treten wird. Was ich nicht glauben wollte. Aber so war es. Ich hatte nur ca. 2 oder manchmal 3 leichte Migräne Attacken im Monat. Das blieb so, selbst als die Wirkung vom Botox auslief.

    So bescheiden die Brustkrebsbehandlung (Chemo, OP, Bestrahlung) auch war: Ich habe die Migräne freie Zeit genossen.

    Mit Beginn der Behandlung wurde ich von einem auch den anderen Tag in die Wechseljahre geschmissen. Nach Ende der Behandlung nahm die Migräne stetig wieder zu. Die Migräne wurde schlimmer als vor der Brustkrebsbehandlung.

    Im Januar 2021 war ich dann in Kiel. Obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit der Migräne auseinandersetze, konnte ich doch von einigen neuen Aspekten profitieren. Noch einmal ein ganz großes Danke an das ganze Team der Schmerzklinik.

    Doch kurze Zeit später wurde bei mir ein Akustikusneurinom festgestellt. Das ist ein gutartiger Tumor am Hör- und Gleichgewichtsnerv im inneren Gehörgang, er war schon bis zum Stammhirn gewachsen. Ob dieser Tumor auch in die Migräne mit reingrätscht, wollte mir vor der OP niemand beantworten. Vor der OP im September 2021 mega Stress und mega Migräne. Nach der OP mega Übelkeit und mega Kopfschmerzen. Danach noch 5 Wochen Reha. Die Kopfschmerzen gingen, die Migräne blieb.

    Als ich wieder zu Hause war bekam ich eine massive Fatigue, also Erschöpfung (und nein, bis jetzt wurde bei mir keine Corona Infektion nachgewiesen). Ich musste meinen Alltag noch massiver reduzieren als sowieso schon. Musste mich viel ausruhen, konnte nur wenig machen. Habe an einigen Tagen nur im Bett liegen können. Augen aufhalten war einfach zu anstrengend. Aber es wird ganz langsam besser. Meine Migräne war dann bei 8 bis 12 Tagen im Monat. Mein Neurologe meint, dass dies aber auch der derzeitige „Lebenswandel“ sein könnte.

    Seit August geht jedoch meine Migräne wieder durch die Decke (17 Tage). Entweder das Ende der 3-monatigen Botox Phase (kenne ich, aber nicht so stark). Die Hitze oder ein Medikamenten Wechsel. Seit der Brustkrebsbehandlung mache ich eine Antihormontherapie, damit der Brustkrebs hoffentlich nie wieder kommt. Zuerst mit Tamoxifen. Da ich jetzt in der Menopause bin, habe ich bei meiner Frauenärztin (nach Leitlinie) Mitte Juli auf den Aromatasehemmer Letrozol gewechselt. Beide Medikamente greifen unterschiedlich in den Hormonhaushalt ein. Ich hoffe, dass wenn es meine Migräne verstärkt, dies nur eine Übergangsphase ist und mein Körper sich nur an das neue Medikament gewöhnen muss.

    Ich weiß, das ist jetzt eine sehr spezielle Frage: Hat jemand in diesem Forum Erfahrung mit Letrozol in Verbindung mit Migräne?

    Die große Hitze ist zum Glück vorbei und meine Migräne beruhigt sich ein wenig. Und neues Botox habe ich auch bekommen. Aber das braucht immer 1 – 2 Wochen, bis es seine volle Wirkung entfaltet.

    LG Blumenwiese

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Liebe Blumenwiese,

    deine Frage zum Letrozol kann ich dir leider nicht beantworten, möchte dich aber gerne herzlich willkommenheißen und deinen Beitrag mal hochholen, damit er nicht untergeht.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Jasmin
    Participant
    Beitragsanzahl: 927

    Hallo blumenwiese,
    Da bist du ganz ordentlich gebeutelt mit Erkrankungen, in den letzten Jahren besonders. Migräne allein hätte ja auch gereicht, aber da werden wir leider nicht gefragt;)
    Die Häufung im August könnte evtl.auch durch die Hitze bedingt sein und/oder die vorangegangene OP. Jedenfalls ist es bei Hitze bei mir immer schlechter.
    Du hast wieder Botox bekommen. Wird es nun besser? Bei mir selbst hat dann nach einer Zeit die Wirkung sehr nachgelassen und ich konnte auf die Antikörper spritzen wechseln mit sehr gutem Erfolg zum Glück, seit immerhin vier Jahren. Wäre das für dich ggf.eine Alternative?
    Liebe Grüße und gute Besserung!
    Jasmin

    Blumenwiese
    Participant
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo Jasmin,
    Vielen Dank für deine Antwort. Leider habe zumindest mit zwei Antikörpern keine gute Erfahrung gemacht.
    Direkt Anfang 2019 (noch bevor der G-BA offiziell zugestimmt hat), habe Aimovig ausprobiert.

    Einfache Dosis
    Der 1. Monat ohne Wirkung 20 Tage.
    2. und 3. Monat super Wirkung mit 9 – 10 Tagen.
    4. Monat wieder über 20 Tage.
    Mit der doppelten Dosis genau dasselbe Ergebnis.
    Mein Neurologe meinte, dass ich wohl zu den Patientinnen gehöre, bei der sich der Körper sehr schnell darauf einstellt und die gute Wirkung nach nur jeweils 2 Monaten verpufft ?.
    Zudem war trotz guter Migräne Wirkung meine Depression und Stimmung total im Keller. Das ging total auseinander. Außerdem habe ich in diesen 8 – 9 Monaten wieder über 15 Kilo zugenommen. ?
    Unter Botox war ich wieder bei ca 15 Tagen.

    Anfang 2020 habe ich 3 Monate Ajovy ausprobiert. Ohne Wirkung bei 20 – 25 Migränetagen.
    Danach hatte ich keine Lust mehr den 3. Antikörper auszuprobieren.
    Was bei mir im Moment am besten wirkt ist halt Botox (auch ohne großartige Nebenwirkungen)
    Seit Kiel Anfang 2021 nehme ich noch Candesartan 8 mg dazu.

    Die große Hitze ist jetzt weg und meine Migräne hat sich momentan etwas beruhigt. Und das Botox beginnt zu wirken.
    Gestern hatte ich aber fast den ganzen Tag einen einseitigen teils beidseitigen Druck. Habe viel gelegen und mich ausgeruht.
    LG Blumenwiese

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34361

    Ein herzliches Willkommen, liebe Blumenwiese. 🙂

    So bescheiden die Brustkrebsbehandlung (Chemo, OP, Bestrahlung) auch war: Ich habe die Migräne freie Zeit genossen.

    In diesem Satz von Dir liegt die große Bedeutung, die die Migräneerkrankung für uns Betroffene hat. Brustkrebstherapie war zwar schlimm und belastend, aber Migräne kann in der Tat noch mehr belasten als eine erfolgreiche Brustkrebsbehandlung.

    Hat jemand in diesem Forum Erfahrung mit Letrozol in Verbindung mit Migräne?

    Vielleicht meldet sich jemand mit eigenen Erfahrungen. Ich würde Dir allerdings raten, es auf Dich zukommen zu lassen. Nur Du kannst beurteilen, wie sich das Medikament auf Dich und die Migräne auswirkt. Beide Medikamente greifen in den Hormonhaushalt ein und „können“ erst mal Trigger sein. Mit der Zeit stellt sich der Körper aber darauf ein, so dass es Dich hoffentlich nicht über die Maßen beeinträchtigt.

    Die große Hitze ist jetzt weg und meine Migräne hat sich momentan etwas beruhigt. Und das Botox beginnt zu wirken.

    Sehr gut. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Blumenwiese
    Participant
    Beitragsanzahl: 3

    Liebe Bettina,

    Vielen Dank für dein herzliches Willkommen.

    Ja, ich werde erstmal noch abwarten, wie sich das Letrozol bei mir entwickelt.
    Ich hoffe, dass es nur für eine Übergangszeit ist. Vielleicht war die Kombination mit der Hitze einfach unglücklich.

    Wie gesagt momentan beruhigt sich meine Migräne etwas.

    LG Blumenwiese

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34361

    Liebe Blumenwiese,

    wir brauchen immer etwas Geduld, wenngleich es schwer ist. Schön, dass sich die Migräne etwas beruhigt hat.

    Liebe Grüße
    Bettina

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