Hallo
ich bin Blumenwiese.
Nachdem ich in den letzten Jahren mal mehr und mal weniger intensiv mitgelesen habe, möchte ich mich jetzt auch einmal vorstellen.
Ich bin weiblich, 54 Jahre alt und habe seit ca. meinem 10. Lebensjahr Migräne. Über die Jahrzehnte hat sich meine Migräne auch immer mal wieder geändert.
In der Schulzeit war meine Migräne teilweise sehr belastend. Nach der Pubertät in der Ausbildung und den ersten Berufsjahren wurde es besser. Mit Anfang 30 wurde es wieder schlechter, mit Mitte 30 wesentlich schlechter. Dazu kam eine Depression. Je schlechter die Migräne, desto schlechter die Depression, je schlechter die Depression, desto schlechter die Migräne. Ein Teufelskreis. Dann Arbeitslosigkeit und eine versuchte Wiedereingliederung. Gescheitert. Seit 2012 erst eine befristete, dann eine unbefristete Erwerbsminderungsrente. 2012 bekam ich dann auch das erste Mal Botox, weil ich inzwischen eine chronische Migräne hatte.
2015 wurde bei mir Brustkrebs festgestellt. Zu Beginn meiner Brustkrebsbehandlung sagten mir mein Onkologe als auch mein Neurologe, dass die Migräne während der Behandlung in den Hintergrund treten wird. Was ich nicht glauben wollte. Aber so war es. Ich hatte nur ca. 2 oder manchmal 3 leichte Migräne Attacken im Monat. Das blieb so, selbst als die Wirkung vom Botox auslief.
So bescheiden die Brustkrebsbehandlung (Chemo, OP, Bestrahlung) auch war: Ich habe die Migräne freie Zeit genossen.
Mit Beginn der Behandlung wurde ich von einem auch den anderen Tag in die Wechseljahre geschmissen. Nach Ende der Behandlung nahm die Migräne stetig wieder zu. Die Migräne wurde schlimmer als vor der Brustkrebsbehandlung.
Im Januar 2021 war ich dann in Kiel. Obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit der Migräne auseinandersetze, konnte ich doch von einigen neuen Aspekten profitieren. Noch einmal ein ganz großes Danke an das ganze Team der Schmerzklinik.
Doch kurze Zeit später wurde bei mir ein Akustikusneurinom festgestellt. Das ist ein gutartiger Tumor am Hör- und Gleichgewichtsnerv im inneren Gehörgang, er war schon bis zum Stammhirn gewachsen. Ob dieser Tumor auch in die Migräne mit reingrätscht, wollte mir vor der OP niemand beantworten. Vor der OP im September 2021 mega Stress und mega Migräne. Nach der OP mega Übelkeit und mega Kopfschmerzen. Danach noch 5 Wochen Reha. Die Kopfschmerzen gingen, die Migräne blieb.
Als ich wieder zu Hause war bekam ich eine massive Fatigue, also Erschöpfung (und nein, bis jetzt wurde bei mir keine Corona Infektion nachgewiesen). Ich musste meinen Alltag noch massiver reduzieren als sowieso schon. Musste mich viel ausruhen, konnte nur wenig machen. Habe an einigen Tagen nur im Bett liegen können. Augen aufhalten war einfach zu anstrengend. Aber es wird ganz langsam besser. Meine Migräne war dann bei 8 bis 12 Tagen im Monat. Mein Neurologe meint, dass dies aber auch der derzeitige „Lebenswandel“ sein könnte.
Seit August geht jedoch meine Migräne wieder durch die Decke (17 Tage). Entweder das Ende der 3-monatigen Botox Phase (kenne ich, aber nicht so stark). Die Hitze oder ein Medikamenten Wechsel. Seit der Brustkrebsbehandlung mache ich eine Antihormontherapie, damit der Brustkrebs hoffentlich nie wieder kommt. Zuerst mit Tamoxifen. Da ich jetzt in der Menopause bin, habe ich bei meiner Frauenärztin (nach Leitlinie) Mitte Juli auf den Aromatasehemmer Letrozol gewechselt. Beide Medikamente greifen unterschiedlich in den Hormonhaushalt ein. Ich hoffe, dass wenn es meine Migräne verstärkt, dies nur eine Übergangsphase ist und mein Körper sich nur an das neue Medikament gewöhnen muss.
Ich weiß, das ist jetzt eine sehr spezielle Frage: Hat jemand in diesem Forum Erfahrung mit Letrozol in Verbindung mit Migräne?
Die große Hitze ist zum Glück vorbei und meine Migräne beruhigt sich ein wenig. Und neues Botox habe ich auch bekommen. Aber das braucht immer 1 – 2 Wochen, bis es seine volle Wirkung entfaltet.
LG Blumenwiese