Hallo zusammen
Meine Symptome: linke Seite – stark tränendes Auge, mein Augenlid hängt, ist geschwollen. Linkes Nasenloch – läuft mit klarem Sekret. Starkes ziehen im linken Ohr und Kieferschmerzen – vor allem während der Nacht. Attacken bis zu 7 – 10 am Tag, täglich, Dauer bis zu 45min/60min. Dumpfes Gefühl im Kopf, tägliche, chronische Kopfschmerzen. Trigger: Alkohol, rohe Tomaten, geräucherte Lebensmittel, Milchprodukte, viel Lärm, Stress.
Über mehrere Jahre hinweg litt ich unter schweren, chronischen Kopfschmerzen. Relativ früh wurde bei mir die Diagnose Cluster-Kopfschmerz gestellt, und meine Behandlung richtete sich in der Folge konsequent danach. Parallel dazu tauchte in verschiedenen ärztlichen Berichten immer wieder eine zweite Diagnose auf: Hemicrania continua. Diese wurde zwar dokumentiert, aber lange Zeit nicht weiterverfolgt oder gezielt abgeklärt.
Ich war in dieser Zeit durchgehend in medizinischer Betreuung: bei Neurolog:innen, in Schmerzsprechstunden, im Akutspital und später auch in der Rehabilitation. Für mich als Patientin war klar: Wenn mehrere Fachpersonen meine Unterlagen sehen und ähnliche Wege einschlagen, dann wird das schon seine Richtigkeit haben. Ich habe darauf vertraut.
Die Jahre waren geprägt von einem hohen Leidensdruck – körperlich wie psychisch. Ich habe unzählige Therapien ausprobiert, viele Medikamente eingenommen und auch Behandlungen gemacht, die nicht von der Krankenkasse übernommen wurden. Teilweise waren diese Therapien sehr belastend, und rückblickend weiß ich: Einige davon hätte ich vermutlich nie gebraucht, wenn die richtige Diagnose früher konsequent verfolgt worden wäre.
Erst Ende letzten Jahres wurde bei mir die Diagnose Hemicrania continua eindeutig gestellt und bestätigt. Damit ergab plötzlich vieles Sinn, was vorher nie richtig zusammengepasst hatte. Gleichzeitig war da aber auch viel Trauer und Wut darüber, wie lange dieser Weg gedauert hat – und was er mich gekostet hat: an Gesundheit, Energie, Zeit und Geld.
Rückblickend hätte ich mir jedoch gewünscht, dass die Möglichkeit einer Hemicrania continua früher konsequent abgeklärt worden wäre – insbesondere, weil es für diese Erkrankung eine vergleichsweise klare diagnostische und therapeutische Option gibt.
Bei mir zeigte sich erst spät, dass die Kopfschmerzen auf eine Indometacin-Therapie (75mg Indocid-Retard, inkl. Magenschoner) ansprechen, was letztlich zur richtigen Diagnose führte. Diese Erfahrung hat mir vor Augen geführt, wie entscheidend es sein kann, diese Behandlungsoption frühzeitig in Betracht zu ziehen, wenn entsprechende Hinweise bestehen. Seit der Einnahme bin ich Schmerzfrei, habe massiv mehr Energie, meine Schlafqualität hat sich stark verbessert und ich habe endlich meine Lebensqualität zurück. Wenn ich das Medikament nicht einnehme, sind meine Schmerzen zurück. Mir wurde vorgeschlagen, dass ich zusätzlich Botox versuchen könnte, da es ebenfalls zur Entlastung kommen kann.
Ich hoffe ich kann jemanden weiterhelfen und bin gespannt auf eure Rückmeldungen.
Liebe Grüsse
Claudine
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CHagmann bearbeitet.