Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Hormonell-bedingte Kopfschmerzen durch Östrogen?

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  • Science girl
    Participant
    Beitragsanzahl: 1

    Hallo,

    Ich bin 35 Jahre alt, Körpergröße 160 cm, Gewicht 70 kg, schwimme 2-3x Woche 45 Minuten.
    Ich leide seit circa 2 Jahre an einer Art Kopfschmerzform, welche hormonell-bedingt zu sein scheint. Immer am Zyklustag 4 beginnen starke Spannungskopfschmerzen,
    die 5-6 Tage anhalten. Danach wird es nur leicht besser bis Zyklustag 14.
    In der zweiten Zyklushälfte beginnen die Kopfschmerzen ab Zyklustag 18 wieder.
    Ich nehme an, ich vertrage den jeweiligen Östrogenanstieg im Zyklus nicht. Mein Kopf fühlt sich dann mehrere Tage an, als wäre er in einem Schraubstock. Schmerzmittel wie Ibuprofen, paracetamol, Aspirin oder Naratriptan schlagen gar nicht an. In den letzten 6 Monaten haben sich die Beschwerden und Schmerztage verschlimmert.

    Ich habe bereits die Einnahme der Minipille versucht, ohne Besserung der Symptome.
    Unter der Einnahme der Kombipille Yasmin treten die Kopfschmerzen unregelmäßig auf (halten aber immer 4-5 Tage an). Unter der Yasmin kam es zudem zu Schlafstörungen. Der Schlaf ist dann nur ganz leicht und ich wache mehrmals pro Nacht auf. Die Müdigkeit merke ich dann leider stark am nächsten Tag.

    Die Hormone wurden bereits gecheckt, laut meinem Gynäkologen alles normal, außer einem Progesteronmangel in der zweiten Zuklushälfte (Blutentnahme am 3. und 18. Zyklustag). Wegen dem Progesteronmangel wurde die Mjnipille verschrieben.

    Mittlerweile zermürben mich die ständigen Beschwerden, ich kann meinen Job nicht mehr richtig ausüben und ziehe mich zurück.

    Ich habe Anfang Dezember wieder einen Termin bei meinem Gynäkologen. Nächster Schritt wäre dann auch ein Termin beim Neurologen. Zudem möchte ich gerne mein Gewicht reduzieren. Was könnte ich sonst noch tun

    Leidet jemand an ähnlichen Beschwerden? Welche Schmerzmittel helfen euch?
    Wie konntet ihr die Kopfschmerzen/Zyklusbeschwerden reduzieren?

    Danke für den Austausch.

    Auguste72
    Participant
    Beitragsanzahl: 222

    Hallo Sciencegirl,

    Herzlich willkommen im headbook!

    Was du beschreibst klingt sehr nach hormonell getriggerter Migräne. Die Schmerztage (während der Periode und rund um den Eisprung) sind durchaus typisch dafür.

    Wie fühlst Du Dich denn mit den Schmerzen? Willst Du Dich lieber zurückziehen und Deine Ruhe haben oder verspürst Du eher den Drang, Dich zu bewegen und aktiv zu sein?
    Werden die Schmerzen bei Bewegung/Sport besser oder schlimmer?
    Verstärken sich die Schmerzen bei körperlicher Belastung, beim Bücken, Treppensteigen usw. oder bleiben sie gleich?

    Wer hat die Spannungskopfschmerzen diagnostiziert?

    Schmerzmittel wie Ibuprofen, paracetamol, Aspirin oder Naratriptan schlagen gar nicht an.

    In welcher Dosierung hast Du die Schmerzmittel genommen?
    Außer Naratriptan gibt es noch 6 andere Triptane. Naratriptan wirkt eher schwächer, dafür sehr lange. Außerdem wirken Triptane am besten, wenn man sie gleich nimmt, sobald die Kopfschmerzen beginnen. Wenn man wartet, bis die Migräne richtig „in Fahrt“ ist, kann es sein, dass das Triptan deswegen nicht mehr wirkt.

    Ansonsten könntest Du noch Naproxen oder Metamizol (z.B. Novalgin, verschreibungspflichtig) probieren.

    Unter der Einnahme der Kombipille Yasmin treten die Kopfschmerzen unregelmäßig auf

    Hast Du die Kombipille mit Pause genommen oder durchgehend?

    Ich habe Anfang Dezember wieder einen Termin bei meinem Gynäkologen. Nächster Schritt wäre dann auch ein Termin beim Neurologen.

    Hole Dir schon mal einen Termin beim Neurologen. Der ist der Facharzt für Kopfschmerzen (auch für hormonell getriggerte). Und die Wartezeiten sind leider lang.

    Allgemein kannst Du auf einen regelmäßigen Tagesablauf und regelmäßige Mahlzeiten achten, auf ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung. Hochdosiertes Magnesium kann auch helfen. Für Migräniker werden 600 mg pro Tag empfohlen. Mit weniger anfangen und langsam steigern, damit der Darm sich dran gewöhnen kann (sonst gibt es gern Durchfall).

    Sorry fürs Ausfragen, aber so können wir uns ein umfassendes Bild von Deinen Beschwerden machen und Dir gezielter helfen.

    Liebe Grüße
    Auguste

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Science girl,

    herzlich willkommen im Headbook!

    Da du von Kopfschmerzen schwer betroffen bist und sie sogar keine berufliche Leistungsfähigkeit und dein soziales Leben stark beeinträchtigen, solltest du so schnell wie möglich einen Neurologentermin abmachen. Kopfschmerzen gehören immer in die Hände eines guten Neurologen.

    Da die Wartezeiten oft lang sind, kann man sich gar nicht früh genug anmelden. Und bitte nachfragen, ob sie auf Kopfschmerzen spezialisiert sind.

    Dort wirst du dann hoffentlich eine genaue Diagnose erhalten. Das Schraubstockgefühl ist für Spannungskopfschmerzen ganz typisch, der Zusammenhang mit dem monatlichen Zyklus passt aber eher zur Migräne.

    Führst du einen Schmerzkalender? Falls noch nicht, bitte unbedingt damit beginnen und zum Neurologentermin mitnehmen.
    Lade dir am besten gleich die MigräneApp hier auf der Startseite herunter. Sie ist ausgesprochen bedienungsfreundlich.

    Was du auf jeden Fall sonst noch tun kannst, ist, regelmäßige Pausen im Alltag einzulegen, ausreichend trinken und falls möglich leichter Ausdauersport. Bei Spannungskopfschmerzen kann Bewegung helfen, bei Migräne würden sich die Schmerzen aber eher verschlimmern.

    Das Naratriptan ist ein Mittel, das nur bei Migräne wirkt, nicht bei Spannungskopfschmerzen. Da gäbe es noch andere Triptane, die man ausprobieren könnte, aber bei Spannungskopfschmerzen musst du zu den üblichen Schmerzmitteln greifen, die aber leider oft nicht wirken.
    Ein Neurologe wird mit dir vielleicht das Thema medikamentöse Prophylaxe thematisieren. Diese Möglichkeit der Schmerzreduzierung gibt es auch noch und bei beiden Kopfschmerzarten.

    Lieber Gruß
    Heika

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo science girl und willkommen im Forum! Cooler Name übrigens!

    Ich würde mich gern den anderen anschließen und erstmal genauer nachfragen.

    Mein Kopf fühlt sich dann mehrere Tage an, als wäre er in einem Schraubstock.

    Nach der Beschreibung, und auch der Diagnose Spannungskopfschmerzen, stelle ich mir vor dass du an den Schmerztagen starken Druck auf beiden Seiten des Kopfes spürst, vielleicht vor allem hinter der Stirn? Versteh ich das richtig?

    Laut Lehrbuch ist es immer Spannungskopfschmerz, wenn es auf beiden Seiten drückt, und immer Migräne, wenn es auf einer Seite pulsiert. Aber in der freien Wildbahn treten Symptome nicht ganz so regelmäßig auf. Wenn du ein bisschen durch das Forum hier blätterst, wirst du vor allem von Migräneschmerz ganz unterschiedliche Erscheinungsformen finden. Ich persönlich bekomme schon sehr lange immer an einem der letzten Zyklustage, also kurz vor der Periode, starke Kopfschmerzen die auf beiden Seiten gegen die Stirn drücken und oft noch von Nackenschmerzen begleitet sind. Das ist kein Spannungskopfschmerz, sondern etwas, was ich für mich gern »Hormonkopfschmerz« nenne: Migräne, die von der Art des Schmerzes eigentlich wie Spannungskopfschmerz daherkommen, aber keiner sind. Migräneanfälle an anderen Zyklustagen pulsieren an einer Seite, wie es sich laut Lehrbuch gehört.

    Hattest du jemals in deinem Leben Probleme mit Migräne?

    Hast du (oder dein Gynäkologe) schon mal an Perimenopause gedacht?

    Zudem möchte ich gerne mein Gewicht reduzieren. Was könnte ich sonst noch tun

    Hat dein Wunsch nach weniger Gewicht mit der Kopfschmerzproblematik zu tun?

    liebe grüße!
    annika

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