Hallo ihr alle,
leider wird mir mein alter Eintrag (von vor 2 Stunden) nicht mehr angezeigt. Vielleicht habe ich ihn versehentlich gelöscht? Falls ich jetzt zwei Foren eröffnet habe tut es mir leid, dann kann das alte Forum bitte gerne gelöscht werden.
Ich lese schon seit ein paar Monaten quer durch headbook durch und konnte mich nun endlich überwinden, selbst auch mal was zu schreiben. Ich versuche einfach mal, meinen Migräne-Verlauf kurz zusammenzufassen.
Ich bin 21 Jahre alt und komme aus einer richtigen Migräne-Familie. Ich selbst hatte wohl als Kind auch schon häufiger Migräne, insb. Bauchmigräne, aber auch Kopfschmerz-Attacken. An letztere kann ich mich selbst nicht erinnern, mir wurde aber davon berichtet. Seit dem 1. Januar diesen Jahres leide ich unter ziemlich schweren Migräneattacken, die sich nicht mehr mit den bekannten Schmerzmitteln (Ibuprofen, Novalgin, Naproxen) behandeln ließen. Seit Ende Januar bin ich bei einem tollen Neurologen in Behandlung und behandle mit Triptanen. Die Attacken zeichnen sich insbesondere durch ihre Länge aus, sie dauern meist die vollen drei Tage mit dem vollen Programm – Übelkeit, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit, Schwindel. Ich habe also trotz Triptanen immer Wiederkehrkopfschmerzen.
Ich war leider auch schon mindestens drei Mal in einem Status Migränosus (mehr als drei Tage Migräne, die ab dem vierten Tag nicht mehr auf die gewohnte Akutmedikation ansprach und an Intensität immer mehr zunahm). Der erste Status war im April, ich war dann vier Tage stationär im Krankenhaus und wurde einmal komplett durchgecheckt (Blutentnahme, CT, Lumbalpunktion). Der Status wurde dann glücklicherweise nach 4 Tagen Kortison-Infusionen (250mg, 100mg, 100mg, 250mg Prednisolon) gestoppt. Außerdem habe ich dann eine Prophylaxe mit Amitriptylin 25mg begonnen.
Nach Absprache mit meinem behandelnden Neurologen habe ich die Dosis später auf 10mg reduziert, weil mich das Mittel auch tagsüber sehr müde und unkonzentriert gemacht hat. In der Uni war ich in dieser Zeit garnicht. Die Nebenwirkungen haben sich unter den 10mg verbessert, allerdings war ich trotzdem nicht ganz “Ich selbst”, sprich müde und unkonzentriert. Da Ich momentan studiere, hat mir das doch ziemlich zu schaffen gemacht. Das Amitriptylin hat mir zwar vier gute Wochen mit kaum Migräne beschert, Ende Mai kam dann allerdings die nächste Hammer-Attacke, die wieder im Status endete. Ich habe dann erneut drei Tage lang Kortison-Infusionen bekommen, diesmal ambulant bei meinem Neurologen. Er hat mir dann vorgeschlagen, Aimovig zu versuchen, was ich dankend angenommen habe. Seitdem spritze ich mir alle 4 Wochen 140mg. Das Amitriptylin habe ich ausgeschlichen.
Seit Juni ist es ein auf und ab mit der Migräne – ich habe das Gefühl, die Wirkung der Spritze lässt innerhalb der vier Wochen nach, ich hatte bisher jedes Mal vor der nächsten Spritze eine richtige Mörder-Attacke. Auch innerhalb der letzten Monate hat sich die Attackenanzahl leider wieder gehäuft – ich bin immer noch bei mindestens 12 Schmerztagen im Monat, schaffe es aber seit Mai, immer unter 10 Schmerzmitteltagen zu bleiben. Ausnahme war der August, da hat mir eine Nasennebenhölenentzündung zusätzlich zugesetzt. Leider bin ich nun auch seit über einer Woche wieder im Status. Seit gestern behandle ich in Absprache mit meinem Neurologen mit Prednisolon-Tabletten, ich soll drei Tage lang 100mg morgens zusammen mit Magenschutz einnehmen. Ich bin mir bewusst, dass Kortison mit Vorsicht zu genießen ist. Ich vertraue allerdings meinem Neurologen sehr und würde es auch nicht nehmen, wenn meine gewohnten Medikamente (Eletriptan, Ibuprofen, Vomex) mir Linderung verschaffen würden. Ich soll nun weiter Aimovig spritzen (habe noch 2 Spritzen) und ggf mit 5mg Amitriptylin kombinieren um zu sehen, ob das die Wirkung verbessert. Im Dezember habe ich den nächsten Termin und dann werden wir schauen, ob wir evtl. doch noch eine andere Prophylaxe ausprobieren.
So, ich denke, das waren erst einmal die wichtigsten Punkte! Es gibt mit Sicherheit noch viel mehr zu sagen, aber nun freue ich mich erst einmal über euren Input. Ich muss definitiv noch lernen, das richtige Maß zwischen “gut-informiert-sein” und “sich-verrückt-machen” zu finden. Es fällt mir doch noch ziemlich schwer, diese Krankheit und den damit einhergehenden Lebenswandel zu akzeptieren.
Alles Liebe 🙂