Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein Schmerzverlauf 20 Jahre Migräne

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  • Gaganini
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    Liebe Alle,
    Monate stillen Mitlesens sind vorbei und heute möchte ich meine Migräne-Geschichte erzählen. Aber Achtung! Könnte länger werden die Schilderung.
    Im Juli 2001 hatte ich während einer Fortbildung plötzlich einen Schatten im Auge, in dessen Zentrum ich nichts sehen konnte. Dieser Schatten wanderte von links unten nach rechts oben und verschwand, als ob nichts gewesen wäre. Voller Panik bin ich dann zum Augenarzt, der nichts feststellen konnte.
    Hin und wieder dann hatte ich die Zickzack-Kränze im Auge, sie kamen und verschwanden wieder.
    Im Januar 2002 hatte ich erstmals das Gefühl, wie besoffen durch die Gegend zu laufen. Alles war wie im Traum, so, als ob ich mich selber beobachte. Gleichzeitig traten heftige Nackenbeschwerden auf, die mich zum Orthopäden gehen ließen. Dort wurde dann ein HWS-Syndrom festgestellt, das komische Gefühl der Gangunsicherheit wurde hiermit verortet.
    Massagen, Aufhängen, Schlingentisch brachten keine nennenswerte Besserung. Also ab zum CT: dort wurden dann 2 Protrusionen der Bandscheiben diagnostiziert im Bereich C 4/5 und C 6/7. Therapievorschlag: Injektionen unter CT-Kontrolle in diesem Bereich.
    Nachdem ich mir eine 2. Meinung eingeholt hatte (arbeitete selber im Krankenhaus), habe ich von dieser Therapieoption Abstand genommen.
    Im Sommer 2002 schickte mich mein Hausarzt dann zum Neurologen, der ein EEG machte und eine körperliche Untersuchung vornahm. Er fand zunächst keine Erklärung für meine Beschwerden, gab mir aber eine Broschüre über Migräne mit der Bitte, diese durchzulesen und mitzuteilen, ob „ich mich dort wiederfinden würde“. Nachdem ich einige Parallelen zu mir feststellen konnte, diagnostizierte er eine Migräne und psychosomatische Beschwerden. Er verordnete Allegro bei Bedarf.
    Immer, wenn ich wieder diese komischen Sehstörungen hatte, habe ich dann eine Allegro genommen. Hiervon ließen sich weder die Sehstörungen, noch die Gangunsicherheit und auch nicht die Nachwehen dieses Anfalls beeindrucken.
    Nachdem sich keine Besserung einstellte und die Nackenbeschwerden immer schlimmer wurden, wurde ich krankgeschrieben. Die Arbeit am PC verschlimmerte alles noch, wahrscheinlich aufgrund der fehlerhaften Haltung.
    Insgesamt befand ich mich schon 3 Monate im Krankenstand bis ich eigeninitiativ in unserer Klinik den Neurochirurgen konsultierte und die CT-Aufnahmen präsentierte. Er sah aber keinen Zusammenhang zwischen den Protrusionen und den Beschwerden, schlug aber aufgrund der muskulären Dysbalance eine intensive Übungstherapie stationär vor. Diese absolvierte ich im November 2002 und wurde leicht gebessert und arbeitsfähig entlassen.
    Im Januar 2003 wechselte ich zu einem neuen Hausarzt, der ebenfalls psychosomatische Beschwerden diagnostizierte. Auf seine Initiative hin habe ich dann erstmalig eine Reha zu Lasten der DRV beantragt, die auch orthopädisch bewilligt wurde. In Bad Salzuflen konnte man mir leider auch nicht dauerhaft helfen, die Beschwerden in Form von Gangunsicherheit, Nackenschmerzen, Sehstörungen kamen und gingen wieder.
    Erstmalig hatte ich im Herbst des gleichen Jahres ein Gefühl, ob Ameisen über mein Gesicht liefen. Sehr merkwürdig. Dann fühlten sich Zunge und Wange an, als ob ich eine Betäubung beim Zahnarzt erhalten hätte, die nun auf dem Rückzug war. Ärzte (Hausarzt und Orthopäde) konnten sich dies alles nicht erklären, also MRT der HWS. Hier wurden wieder deutlich die Protrusionen beschrieben sowie Osteophyten und ein beginnender Prolaps. Erneuter Vorschlag zur Injektionstherapie unter CT-Kontrolle, die ich 2004 viermal über mich ergehen ließ, ohne durchschlagenden Erfolg.

    Wegen rheumatischer Beschwerden und einer familiären Vorbelastung wurde ich 3 Wochen lang tagesstationär in einer Rheumaklinik aufgenommen. Auch hier schilderte ich die diffusen Beschwerden, die man nicht erklären konnte. Dafür wurde eine rheumatoide Arthritis festgestellt, die basistherapeutisch behandelt wurde. Gegen die Schmerzen wurde mir Amitriptylin 10 mg verordnet, was mir auch hinsichtlich der anderen Beschwerden Linderung verschaffte.
    Gangunsicherheit, Sehstörungen und Missempfindungen kamen und gingen in den Folgejahren, neben den Nackenschmerzen trat nun ein Kopfschmerz auf, der vom Nacken beginnend über die Schädeldecke bis zu den Schläfen reichte.
    2014 absolvierte ich die 2. Reha, diesmal auf rheumatologischen Fachgebiet in Bad Sülze. Wie nach allen stationären Aufenthalten stellte sich kurzfristig eine Besserung ein, die bei täglicher Arbeit aber wieder rückläufig war. Alle 2 – 3 Wochen hatte ich nach wie vor mal Sehstörungen, verstärkte Nacken- und Kopfschmerzen, oder Missempfindungen. Sie kamen und gingen mit guten Phasen zwischendurch.
    Zu dieser Zeit berichtete meine Schwester von ihren Migräneattacken und auch, dass sie davor Sehstörungen habe. Zusätzlich leidet sie unter Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und dem vernichtenden Migränekopfschmerz. Gleiche Beschwerden hatte auch unsere Mutter, jedoch mit Erbrechen dazu. Je länger ich darüber sinniert habe ist mir ein Ereignis als 15jährige eingefallen. Da hatte ich plötzlich einsetzenden heftigen Kopfschmerz einseitig, konnte nicht mehr richtig sehen. Das war scheinbar die erste Migräneattacke, die mich befallen hat.
    Inzwischen ist auch meine Nichte betroffen, die neben den Auren auch einen Kopfschmerz hat.
    Licht- und geräuschempfindlich bin ich seit meiner Jugendzeit ebenfalls. Leide ich doch unter Migräne? Gibt es Migräne ohne den typischen Kopfschmerz? Erstmalig beschäftigte ich mich mit dem Thema ausführlicher und nahm erneut Rücksprache mit einem Neurologen in unserer Klinik, der das bestätigte.
    Damals habe ich auch erfahren, was Auren sind und Triptane bei Auren ohne Kopfschmerz keine Wirkung entfalten. Sieh mal an! Seine Empfehlung war, zunächst Migravent Classic als Prophylaxe auszuprobieren. Leider hatte das nicht den gewünschten Erfolg und ich habe es nach 4 Monaten abgesetzt.
    Im Februar 2021 erweiterte sich die Aurapalette. Ein unerklärlicher Drehschwindel, der plötzlich kam und auch spontan wieder ging, machte zunächst doch Panik. Die Zick-Zack-Auren kamen jetzt wöchentlich, manchmal 2 an einem Tag. Ein neuer Neurologe setzte das Amitriptylin auf 25 mg hoch als Prophylaxe.
    Im Mai kamen Missempfindungen hinzu, so als ob mir die linke Körperhälfte nicht ganz gehört. Je häufiger Auren kamen, desto schlimmer wurden die Nacken- und Kopfschmerzen. Warum hat mir jemand eine Schraubzwingen an die Schläfen gelegt?
    Im Juni hatte ich erstmals auf der Arbeit eine Gesichtsfeldaura. Kein Sehen mehr möglich, der Bildschirm auf der Arbeit war grau, Panik überkam mich. Anschließend setzte Schwindel ein. Bis zum Feierabend habe ich noch durchgehalten, dann bin ich nach Hause und am nächsten Tag zum Arzt. Es folgte eine Krankschreibung während der ich aber standby von zuhause aus die Kolleginnen unterstützt habe. Hierbei habe ich festgestellt, dass durch die Bildschirmarbeit die Auren getriggert werden und ich nicht lange vor dem Kasten sitzen kann. Das führte zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit.
    Der Orthopäde wusste sich auch keinen Rat mehr hinsichtlich der starken Nackenschmerzen und versuchte mit Neuraltherapie den Muskeltonus zu reduzieren, ohne Erfolg. Ebenso schlug die Behandlung mit Tapes fehl, so dass er dann meinte, jetzt helfe nur noch stundenlanger hemmungsloser Sex. Kein Witz, das hat er tatsächlich so gesagt. Dass ich zu ihm nicht mehr hingegangen bin, versteht sich von selbst.
    Der nächste Orthopäde mobilisierte 8 Segmente der Wirbelsäule, beginnend von der HWS bis zum Kreuzbein. Kein durchschlagender Erfolg.

    Man versucht ja alles, die Beschwerden loszuwerden. Also nächste Station Heilpraktiker. Akupunktur, Osteopathie, Schröpfen, Kinesiotapes, alles hat nicht geholfen.

    Die Hausärztin schrieb mich weiter krank und schickte mich zu einer Psychiaterin, da sie eine Angststörung vermutete. Die Psychiaterin diagnostizierte nach einem 15minütigen Monolog meinerseits mittelschwere Depressionen sowie eine somatoforme Störung. Gleichzeitig schlug sie eine stationäre Aufnahme in einer anthroposophischen Klinik vor. Bis zur Aufnahme dort erhielt ich eine Krankschreibung. Im Februar dann sollte ich aufgenommen werden und erfuhr, dass z.B. physikalische Therapien dort gar nicht angeboten werden. Der Fokus liege auf psychologischem Fachgebiet, Aufstellungstherapie, Plastizieren, Poesietherapie und rhythmischen Beineinreibungen. Auch ernährungstechnisch würde umgestellt, keine Milchprodukte, kein Fleisch. Fernsehen, W-Lan oder Telefon gibt es dort nicht. Dankend habe ich das Therapieangebot abgelehnt. Und so etwas bezahlt die Krankenkasse?
    Mein Neurologe schüttelte nur den Kopf wegen der vorschnell gestellten Diagnosen der Psychiaterin und er empfahl mir eine Vorstellung in der Kopfschmerzambulanz in Hamburg Eppendorf. Das Amitriptylin musste ich dann zwischenzeitig absetzen wegen eines grünen Stars. Problemlos habe ich das Absetzen vertragen. Als Prophylaxemedikament hat es ja auch nicht geholfen.

    Zeitgleich hatte ich erneut eine Reha zu Lasten der DRV beantragt, wobei aufgrund der psychiatrischen Krankschreibungen der letzten Monate hieraus eine psychosomatische Reha wurde.
    Während des stationären Aufenthaltes in der Rehaklinik hatte ich dann im Juni 2022 den Termin in der Kopfschmerzambulanz des UK Eppendorf. Hier diagnostizierte man eine chronische Migräne und stellte mir diverse Prophylaxemedikamente vor. Entschieden habe ich mich für Flunarizin, das seine Wirkung mittlerweile entfaltet hat. Zwar habe ich wöchentlich Auren, die aber auch vergehen. Der ständige Nacken- und Kopfschmerz ist verschwunden bis auf wenige Tage im Monat. Die dauerhafte Beeinträchtigung ist gewichen, es gibt jetzt wieder super gute Tage. Kaum zu glauben.
    Die Reha habe ich fast vollständig absolviert, auch wenn man mir freigestellt hatte, mich direkt nach der Diagnosestellung einer chronischen Migräne zu entlassen. Eine Depression oder somatoforme Störung konnte man nämlich nicht feststellen. Ach was.
    Auch habe ich jetzt einen Schmerzmediziner konsultiert, der sich auf Migräne spezialisiert hat. Der meinte dann locker hinsichtlich der Diagnose Depression, dass man mit chronischer Migräne selbstverständlich nicht gut drauf sein kann und schüttelte nur den Kopf. Von ihm habe ich auch Tizanidin verordnet bekommen als Muskelrelaxanz. Auch das lindert die Nackenschmerzen. Er wollte mich ambulant in Kiel vorstellen, aber Termine sind ja ein Jahr im Voraus nicht zu bekommen. Stattdessen riet man mir, dort einen stationären Aufnahmeantrag zu stellen. Das würde schneller gehen als ein Termin in der Ambulanz.

    Dank des ausführlichen Befundberichtes aus dem UK Eppendorf wurde mir ein Grad der Behinderung von 50 v.H. anerkannt. Hurra! Und da ich schon ein fortgeschrittenes Alter habe (fast 63) habe ich sogleich den Rentenantrag gestellt, nachdem ich von der Krankenkasse ausgesteuert worden bin.
    Seit 1.12.22 bin ich nun nach mehr als 34 Jahren im gleichen Betrieb Rentnerin, muss nicht mehr vor dem Bildschirm arbeiten, habe keine Termine oder Verpflichtungen mehr. Das entspannt doch ungemein.
    Meine Auren (neuerdings auch ab und zu mal Doppelbilder) sind ein Stück von mir, zwar lästig und unkalkulierbar, doch sie machen mir keine Angst mehr. Den Migränekater am Folgetag zu vertreiben, daran muss ich noch arbeiten und den besten Weg hierfür finden. Dass die Nackenschmerzen Folge der Migräne sind und nicht umgekehrt, habe ich auch inzwischen gelernt. Es wundert also nicht, dass keine Therapie Erfolg gezeigt hat. Einen sehr guten Physiotherapeuten habe ich gefunden, der mich manualtherapeutisch im Nackenbereich behandelt. Steht mal ein Wirbel schief, richtet er in sanft wieder zurecht und auch die Muskulatur wird behandelt. Das tut mir sehr gut. Akute Schmerzen behandele ich mit Ibu 400 und komme damit gut zurecht. Einen Vernichtungskopfschmerz habe ich gottseidank noch nicht und hoffe, dass er auch nicht kommt.
    Das Körnerkissen ist mein bester Freund und entspannt doch ein wenig die Muskulatur. Auch habe ich mir ein Tens-Gerät gekauft, welches die Verspannungen lindert.

    Nach Aussage des Schmerzmediziners kommt Botox für mich nicht infrage, da dieses keine Wirkung auf die Auren oder gar den Nackenschmerz hat. Schade, das hätte ich gerne versucht.
    Eine stationäre Aufnahme in Kiel werde ich erst einmal nicht in Angriff nehmen sondern den Platz gerne jemandem überlassen, der stärker leidet als ich. Sollte sich die Prophylaxemedikation (auch Magnesium und Vit. B2) als nicht mehr wirksam erweisen, steht mir dieser Weg ja immer noch frei.
    Dass ich so gut über meine Erkrankung Bescheid weiß und auch, dass die Leidenswege auch bei anderen sehr lang sind von ersten Beschwerden bis zur Diagnose und adäquaten Therapie, habe ich diesem Headbook zu verdanken. Dank Eurer Schilderungen weiß ich, dass ich nicht alleine bin mit den „komischen Zuständen“.
    Es ist schwer, Aussenstehenden meine Migräneform zu erklären. Nach wie vor verstehen Nichtbetroffene nicht, dass es auch Migräne ohne Kopfschmerz gibt. Dann kann es ja nicht so schlimm sein, bekommt man dann zu hören. Nun lasse ich es dabei, sage dass ich Migräne habe (wenn ich mal eine Einladung kurzfristig absagen muss) und lasse den guten Ratschlag, eine Tablette zu nehmen, einfach im Raum stehen.

    Derzeit habe ich den Eindruck, dass das Flunarizin nicht mehr so wirkt, wie zu Beginn der Behandlung letzten Juni. Als nächste Prophylaxe steht Topiramat auf dem Bericht vom UKE. Mal sehen, was der Neurologe im April beim nächsten Termin vorschlägt. Die Aura-Zahl pro Woche liegt derzeit bei drei, das war schon mal besser. Vielleicht reduziert sich mein Körpergewicht (Zunahme ca. 10 kg) bei Medikamentenwechsel dann ja auch und nicht nur die Zahl der Auren.
    Ich werde weiter berichten.
    Seid herzlich gegrüßt von Gaganini

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Gaganini

    Herzlich Willkommen im Headbook.

    Dein Bericht hat mich an meine Vorgeschichte erinnert. Alle Ärzte oder Psychologen, die du Anfangs besucht hast, haben nur ihren Bereich durchforstet und dich mit dem fortgeschickt was ihnen am naheliegensten erschien. Wenn man dann noch derart unqualifizierte Aussagen über sich ergehen lassen muss, kommt irgendwann auch die Verzweiflung.

    Jetzt scheinst du ja von ärztlicher Seite gut betreut. Das Flunarizin hat sich bei dir positiv auf das Aurageschehen ausgewirkt. Vielleicht kann man hier die Dosis noch anpassen. Sonst wäre hier das Lamotrigin noch möglich. Bei mir hat es einen sehr guten Erfolg.

    Gruß Flummi

    Gaganini
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Danke für das Willkommen, Flummi!
    Das Lamotrigin steht leider nicht auf der Empfehlungsliste vom UKE aber ich werde das mal beim Neurologen ansprechen. Danke für den Tipp.
    HG Gaganini

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Herzlich willkommen als schreibendes Mitglied, liebe Gaganini. 🙂

    Gleich mal eingangs sei gesagt, dass …

    Nachdem ich einige Parallelen zu mir feststellen konnte, diagnostizierte er eine Migräne und psychosomatische Beschwerden. Er verordnete Allegro bei Bedarf.

    Triptane nicht während einer Aura eingenommen werden sollten, da sie 1. nicht dagegen wirken und 2. in dieser Phase schädlich sein können.

    Gleichzeitig schlug sie eine stationäre Aufnahme in einer anthroposophischen Klinik vor. Bis zur Aufnahme dort erhielt ich eine Krankschreibung. Im Februar dann sollte ich aufgenommen werden und erfuhr, dass z.B. physikalische Therapien dort gar nicht angeboten werden. Der Fokus liege auf psychologischem Fachgebiet, Aufstellungstherapie, Plastizieren, Poesietherapie und rhythmischen Beineinreibungen. Auch ernährungstechnisch würde umgestellt, keine Milchprodukte, kein Fleisch. Fernsehen, W-Lan oder Telefon gibt es dort nicht.

    🤦🏻‍♀️

    ankend habe ich das Therapieangebot abgelehnt.

    Zum Glück!

    Und so etwas bezahlt die Krankenkasse?

    Ja leider, während andere sinnvolle Therapien oft nicht genehmigt werden und man teilweise sogar klagen muss für eine evidenzbasierte Therapie. Das muss man echt nicht mehr verstehen.

    Nach Aussage des Schmerzmediziners kommt Botox für mich nicht infrage, da dieses keine Wirkung auf die Auren oder gar den Nackenschmerz hat. Schade, das hätte ich gerne versucht.

    Hast Du denn ausschließlich nur Auren, nie einen Kopfschmerz? Botox kann vor allem auch den Nackenbereich sehr entlasten und die Schmerzen nehmen.

    Derzeit habe ich den Eindruck, dass das Flunarizin nicht mehr so wirkt, wie zu Beginn der Behandlung letzten Juni.

    Wie hoch dosiert nimmst Du das Flunarizin? 10 mg sollten es auf jeden Fall sein, aber vielleicht ist das ja bereits Deine Dosis.

    Sonst könnte auch noch Lamotrigin sinnvoll sein. Wird meist auch besser vertragen als Topamax.

    Ich wünsche Dir sehr, dass sich alles ein bisschen besser stabilisieren lässt. Nach all den Irr- und Umwegen hättest Du es Dir sehr verdient.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Gaganini
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Liebe Bettina und vielen Dank für das herzliche Willkommen.

    Ja, mich plagen vorrangig die Auren, gerade eben wieder die Zickzack-Kreise.
    Jetzt hat sich der Nacken noch mehr verspannt und ich habe mein Tens-Gerät angeschlossen, welche Wohltat. Der Kopfschmerz ist eher ein Spannungsschmerz, den ich mit Ibu 400 behandle. Die Schmerzen nehmen ihren Ausgang vom Schulternackenbereich und ziehen dann über die HWS in den Kopf über die Schädeldecke bis zur Schläfe bds. Echt ätzend.
    Das Flunarizin nehme ich mit 5mg zur Nacht ein. Das ist die Einschleichdosis, auf die ich nach einer 4wöchigen 10mg Dosis nach vorgegebenem Behandlungsschema seit August letzen Jahres wieder zurück gehen sollte. Vielleicht müsste doch hochdosiert werden.
    Dass Triptane bei Auren nicht genommen werden dürfen, ist mir mittlerweile bekannt aber dem Neurologen vor 20 Jahren wohl nicht.
    Werde mit dem neuen Neurologen im April alles besprechen, sowohl die Hochdosierung als auch die Alternative Lamotrigen.

    HG Gaganini

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Liebe Gaganini,

    Der Kopfschmerz ist eher ein Spannungsschmerz, den ich mit Ibu 400 behandle.

    sicher, dass es ein Spannungskopfscherz ist? Wobei ich mich frage, welcher Kopfschmerz von der Kinderdosis mit 400 mg überhaupt weggeht. 😉 Im Grunde bist Du damit unterdosiert. Wenn der Kopfschmerz davon trotzdem weggeht, stellt sich die Frage, ob er nicht sowieso von alleine auch weggegangen wäre.

    Die Schmerzen nehmen ihren Ausgang vom Schulternackenbereich und ziehen dann über die HWS in den Kopf über die Schädeldecke bis zur Schläfe bds. Echt ätzend.

    Möglicherweise ist das ja auch Migräne, den Du für Dich Spannungskopfschmerz nennst. Die Verspannungen in dem Bereich sind in aller Regel eher Folge der Migräne, seltner des Spannungskopfschmerzes.

    Das Flunarizin nehme ich mit 5mg zur Nacht ein. Das ist die Einschleichdosis, auf die ich nach einer 4wöchigen 10mg Dosis nach vorgegebenem Behandlungsschema seit August letzen Jahres wieder zurück gehen sollte. Vielleicht müsste doch hochdosiert werden.

    Eventuell müsste doch wieder die höhere Dosis für bessere Wirkung eingesetzt werden. Immer besser, man reizt ein Medikament aus, bevor man zum nächsten wechselt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Participant
    Beitragsanzahl: 927

    Hallo Gaganini,
    so wie du deine Kopfschmerzen beschreibst, war bei mir Migräne – von daher bin ich bei Bettina.
    Werden die schmerzen durch Bewegung besser oder schlimmer? Wenn du eher Ruhe halten musst, ist es Migräne. Dementsprechend kann man den Umgang damit und die Akutmedizin anpassen.
    Liebe Grüße

    Gaganini
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Hallo Jasmin,
    bei den Schmerzen muss ich ausruhen, am besten aucb die Augen schliessen.
    Durch Eure Tipps habe ich jetzt doch erheblich Redebedarf beim Neurologen und hoffe auf eine bessere Medikamenteneinstellung.
    LG Gaganini

    Gaganini
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Hallo Bettina,
    als Migräneneuling trotz 20 Jahre Beschwerden habe ich mir einen Migräneschmerz immer als unaushaltbar vorgestellt. Das scheint ja nicht so zu sein. Die „Kinderdosis“ hat den Schmerz nie verschwinden lassen aber aushaltbar gemacht. Das war für mich ja schon ein Erfolg. Wenn ich nun die Option bekomme, komplett schmerzfrei werden zu können, umso besser.
    Scheint ein längeres Gespräch zu werden beim Neurologen 🤔 hinsichtlich der Therapieoptimierung.
    HG Gaganini

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Hallo Gaganini,

    hört sich schon eher nach Migräne an, wenn Du ruhen muss und die Augen zumachst.

    Die “Kinderdosis” hat den Schmerz nie verschwinden lassen aber aushaltbar gemacht.

    Das macht ja echt keinen Sinn. 😉 Du hast ein Medikament genommen, was das Nervensystem registriert (MÜK), aber keine Schmerzbefreiung bringt. Wenn Ibuprofen, dann mindestens 600 mg, besser 800 mg. Optimal sind halt Triptane mit der besten und auch schonendsten Wirkung.

    Gut, dass Du bald beim Neurologen bist und alles abklären kannst. Mach Dir eine Liste mit Deinen Fragen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Participant
    Beitragsanzahl: 927

    Hallo Gaganini,
    es ist leider so, dass selbst Ärzte die Schmerzarten nicht immer unterscheiden können und jahrelang falsch behandeln .
    Auch sehr viele Betroffene glauben, es sei erst Migräne, wenn man über der Kloschüssel hängt. Es gibt aber eben verschiedene Schwere von Migräne. Die Unterscheidung ist wichtig für das Verhalten und die Behandlung akut wie auch prophylaktisch.
    Bei Migräneneigung weiß man mittlerweile, wie wichtig regelmäßige Kohlenhydratzufuhr ist, weil das Gehirn mehr bedarf hat, auch an Magnesium und B2.. und eben, dass bei Spannungskopfschmerzen oft ein Spaziergang hilft, bei Migräne Ruhe (auch körperlich) und Reizabschirmung.
    Und vllt kann man eine evtl. Prophylaxe abstimmen sowie die Akutmedikamente.
    Viel Erfolg beim Gespräch!

    Gaganini
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Liebe Alle,
    bin soeben vom Neurologen gekommen, der die Prophylaxe auf Topiramat umgestellt hat.
    Dazu noch Sumatriptan nach der Aura, wenn die Schmerzphase einsetzt.
    In 3 Monaten werden wir weiter sehen, ob und wie das Topiramat gewirkt hat. Als nächste Option stehen dann Antikörper auf der Agenda.
    Drückt mit die Daumen ✊😁

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