Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Meine Druckschmerzen (Firo)

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    Beiträge
  • Firo
    Participant
    Beitragsanzahl: 4

    Hallo zusammen,

    ich versuche mich sehr kurz zu fassen. Ich bin der Firo 36 Jahre aus Bonn und Vater von zwei Kindern.

    Ich habe seit genau zwei Jahren Druckschmerzen auf meiner linken Kopfseite. An der Schläfe und dann links die Seite runter.

    Sie sind permanent da. Ich habe ein Ärzte Odysee hintermir. Keiner kann mir helfen.

    Ich habe Angst dass es etwas schlimmes sein kann.

    Ich habe keine weiteren Symptome.

    Die Schmerzen sind zum Glück nie so stark dass ich Tabletten nehmen muss. Sie sind aber da. Und da sie permanent an der gleichen Stelle sind macht mir das sorgen.

    Ich denke dass die Psyche bei mir auch eine enorme Rolle spielt da ich mich mit den Gedanken immer daran festhalte und regelrecht ein Gedankenkarussel sich entwickelt hat.

    Wer hat ähnliche Erfahrungen? Wer kann mir helfen? Bin für jeden Rat dankbar.

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Firo

    Herzlich Willkommen im Headbook.

    Du schreibst, dass du seit fast genau 2 Jahren einen Dauerkopfschmerz hast. Wurde denn überhaupt schon einmal eine Diagnose gestellt?

    Hast du vor diesem Kopfschmerz schon mit Kopfschmerzen zu tun gehabt?

    Wenn du versucht hast diesen Schmerz zu behandeln, haben Schmerzmittel eine Wirkung gehabt?

    Ich habe Angst dass es etwas schlimmes sein kann.

    Das glaube ich weniger, da sich sonst deine Kopfschmerzsituation im laufe der Zeit veschlechtert haben müsste.

    Ich denke dass die Psyche bei mir auch eine enorme Rolle spielt da ich mich mit den Gedanken immer daran festhalte und regelrecht ein Gedankenkarussel sich entwickelt hat.

    Das ist dann eher eine Reaktion auf die andauernden Schmerzen. Eine psychosomatische Reaktion als Ursache würde ich eher ausschließen.

    Als mein Dauerkopfschmerz damals anfing ging es mir genau so wie dir. Ärzte Odysee und keine Diagnose sondern eher die Notlösung der Ärzte dieses als psychosomatische Reaktion abzutun. Schmerzmittel haben diesen Kopfschmerz nicht beeindruckt. Mittlerweile habe ich eine Diagnose.

    Bei mir handelt es sich um den New Daily Persistant Headache (NDPH). Dieses ist ein Kopfschmerz, der von jetzt auf gleich da ist und oftmals auch bleibt.

    Ganz wichtig ist, dass du einen Neurologen oder Schmerztherapeuten hast der sich mit Kopfschmerzerkrankungen auskennt.

    Gruß Flummi

    glückdererde
    Participant
    Beitragsanzahl: 884

    Hallo Firo,

    subjektiv kann ich Deine Sorgen gut verstehen: Ich selber habe seit über 10 Jahren tägichb Kopfschmerzen, aber wenn sie mal ein wenig stärker werden denke ich doch immer noch gleich: da wütet ein Tumor in Kopf 🙂 Wenn sie dann doch mal drei Tage verschwunden sein sollte bin ich sicher, dass ich komplett geheilt bin. Naja.

    Objektiv gibt es sogenannte Red Flags bei Kopfschmerzen, bei denen man genauer nachsehen muss:

    Alle plötzlich und neu auftretenden Kopfschmerzen, die man noch nicht kennt, zumal dann, wenn sie schnell ein Maximum an Stärke erreichen.

    Alle neu auftretenden Kopfschmerzen, die mit deutlichen neurologischen Symptmen einhergehen. (Nur wenn die neurologischen Symptome noch nie vorher da waren – im Gegensatz zu Auraerscheinungen, die man kennt und die zur Migräne gehören, da kann man versuchen ruhig zu bleiben).

    Wenn Fieber oder deutliche Veränderungen im Blutbild auftreten

    Wenn neu aufgetretene starke Kopfschmerzen lage- oder belastungsabhängig auftreten.

    Kopfschmerzen nach Traumen, Unfällen, Infekten etc.

    Ich glaube, ich habe nichts vergessen.

    Bei Dir würde ich am ehesten auf einen chronischen Spannungskopfschmerz tippen, oder aber Hemicrania continus (sehr selten oder NDPH (sehr selten).

    Wie Flummi schn schreibt: lass Dir einen Termin bei einem erfahrenen Kopfschmerzspezialisten geben (auch wenn Du lange warten musst).

    Alls Gute

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Herzlich willkommen im Headbook, lieber Firo. 🙂

    Bei mir handelt es sich um den New Daily Persistant Headache (NDPH). Dieses ist ein Kopfschmerz, der von jetzt auf gleich da ist und oftmals auch bleibt.

    Flummis Hinweis möchte ich gleich mal aufgreifen. Begann der Kopfschmerz bei Dir an einem bestimmten Tag (den Du noch erinnerst) und hat ab da nie mehr aufgehört? Wenn ja, solltest Du einen NDPH ausschließen (oder bestätigen) lassen.

    Dass die Psyche durch Dauerschmerzen leidet, liegt auf der Hand. Somit wäre es eine Folge Deiner Kopfschmerzen und nicht umgekehrt.

    Weiter forschen, nicht nachlassen und auch nicht als Schicksal akzeptieren.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Firo
    Participant
    Beitragsanzahl: 4

    Vielen Dank für eure Antworten. Eine klare Diagnose habe ich leider bis heute nicht bekommen. Es wurde vermutet das es sich um Migräne handelt.

    Ich kann mich tatsächlich auf den Tag genau erinnern wann es anfing. Nämlich am Morgen den 08.08.2021. Seitdem Tag sind sie kontinuierlich da. Mal mehr mal weniger. Aber sie sind da. Und dass immer an der gleichen Stelle.

    Schmerzmittel nehme ich kaum. Wenn es dann mal sein muss dann greife ich zu Thomapyrin Intensiv.

    Und ich nehme Amitrytilin 10mg Abends vor dem schlafen gehen.

    Ich werde weiter stark bleiben und versuchen der Sache auf den Grund zu gehen.

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Firo

    Das klingt ganz nach dem NDPH. Es ist jetzt sehr wichtig, dass du eine gesicherte Diagnose hast mit der du dann auch gezielter behandeln kannst.

    Auch wenn du jetzt noch halbwegs mit deinem Kopfschmerz klar kommst, kann sich dieses mit zunehmender Dauer ändern. Damit will ich dir dringend empfehlen zeitnah einen Facharzt aufzusuchen um Klarheit über die Diagnose und die daraus resultierenden Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren.

    Sowohl bei der Migräne als auch beim Spannungskopfschmerz treten die Schmerzen erst episodisch auf bevor sie dann chronisch werden können. Wobei dieses noch nicht bedeutet, dass die Migräne oder der Spannungskopfschmerz durchgehend vorhanden sein muss. Beim NDPH fehlt die episodische Phase komplett.

    Das Amitriptylin ist eine Prophylaxemöglichkeit, die erfolgversprechend sein kann. Sie wird als Mittel der 1. Wahl beim Spannungskopfschmerz eingesetzt und auch bei der Migräne.

    Lieber Firo. Ich versuche dir auf Grund meiner Erfahrungen zu vermitteln, dass du deinen Kopfschmerz bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Auch bei mir war er anfangs mehr oder weniger aushaltbar.

    Gruß Flummi

    Firo
    Participant
    Beitragsanzahl: 4

    Danke für deine Antwort Flummi. Ja ich werde der Sache auf den Grund gehen. Und einen Facharzt aufsuchen.

    Obwohl ich schon bei soviele Ärzten war und es immernoch bin. Habe am 04.08.2023 den nächsten Termin bei meiner Schmerztherapie. Werde dies mal ansprechen.

    Du hast erwähnt dass du selber von NDHS betroffen bist. Wie läuft es denn bei dir? Und wie wird das behandelt?

    Würde mich über einen Austausch sehr freuen.

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Firo

    Obwohl ich schon bei soviele Ärzten war und es immernoch bin.

    Genau das kann einen wirklich mürbe machen. Denn bei allen Arztbesuchen hat man eine Hoffnung weiterzukommen. Wenn du außer deinen Kopfschmerzen keine anderen Symptome hast und alle Werte in Ordnung sind, gehe den Weg über deinen Schmerztherapeuten und lasse dich von irgendwelcher Pseudomedizin ( z.B. Homöopathie, Akupunktur o.a.) nicht beeinflussen.

    Sollte dein Schmerztherapeut hier nicht weiterkommen kannst du ihn um eine Überweisung in die Schmerzklinik Kiel bitten. Die kennen sich in jedem Fall mit Kopfschmerzerkrankungen aus. Auch wenn es eine Sonderform sein sollte wie z.B. der NDPH.

    Du hast erwähnt dass du selber von NDHS betroffen bist. Wie läuft es denn bei dir? Und wie wird das behandelt?

    Meinen NDPH kann ich auf 1 Stunde genau datieren. Meine Diagnose habe ich erst in Kiel erhalten. Da waren aber schon über 24 Jahre mit durchgehenden Kopfschmerzen vergangen. Nach vielen Jahren der Akzeptanz meiner Kopfschmerzen hat sich dieser dann 2017 so deutlich verändert, dass ich nicht mehr arbeitsfähig war. Diese Erfahrung ist der Grund warum ich dir rate zeitnah zu handeln.

    Der NDPH ist eine Kopfschmerzform die eher selten ist. Man weiß bis jetzt nicht wie er entsteht und es gibt auch keine gesicherte Therapievorgabe dafür.

    Es ist ja ein Kopfschmerz der von jetzt auf gleich dauerhaft vorhanden ist. Überwiegend hat er die Form eines Spannungskopfschmerzes, kann aber auch migräneartig sein. In sehr vielen Fällen löst er sich auch plötzlich, nach mehr oder weniger Zeit auf. Warum weiß glaube ich keiner.

    Da es für den NDPH keine gesicherte Therapievorgabe gibt, versucht man alle Prophylaxemöglichkeiten die man beim Spannungskopfschmerz und oder bei Migräne kennt. Sprich man kann es nur testen. Außerhalb dieser Möglichkeiten ist mir bekannt, dass ein retardiertes!!! Opiat schon Erfolge erzielt hat.

    Ich habe schon sehr viele Möglichkeiten der Prophylaxe durchgetestet. Durch meinen Klinikaufenthalt in Kiel habe ich vor allem auch die nichtmedikamentösen Möglichkeiten kennengelernt. Diesen Faktor sollte man auch nicht unterschätzen.

    Ob sich meine Kopfschmerzsituation doch noch zum positiven verändert steht in den Sternen, da dieser einfach schon viel zu lange besteht. Trotzdem versuche ich es weiter.

    Fakt ist, dass du in deiner Situation noch alle Möglichkeiten hast. Aber ohne gesicherte Diagnose ist alles nur Theorie.

    Gruß Flummi

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Hallo Firo,

    Ich kann mich tatsächlich auf den Tag genau erinnern wann es anfing. Nämlich am Morgen den 08.08.2021. Seitdem Tag sind sie kontinuierlich da. Mal mehr mal weniger. Aber sie sind da. Und dass immer an der gleichen Stelle.

    Flummi hat es ja bereits geschrieben, das wird wohl NDPH sein. Da viele Ärzte diesen Kopfschmerz gar nicht kennen (das ist keine Kritik, man kann ja nicht alle Kopfschmerzformen kennen), würde ich ihn direkt ansprechen.

    Dieser Kopfschmerz kann tatsächlich nach einigen Jahren über Nacht wieder verschwinden, so wie er gekommen ist. Dafür drücke ich fest die Daumen. In der Zwischenzeit weiter zu Ärzten und diverse Medikamente testen.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Firo
    Participant
    Beitragsanzahl: 4

    Vielen Dank für diese Konversation. Ich danke euch von Herzen. Werde es bei meinem nächsten Termin Anfang August ansprechen.

    Ich wünsche jedem ebenfalls alles erdenklich Gute und hoffe dass alle zu ihrer wohl erhabenen Gesundheit irgendwann zurück kehren können.

    Ich werde berichten. Vielen Dank und liebe Grüße

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