Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Meine Migräne Geschichte (Evi168)

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  • Evi168
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    Beitragsanzahl: 10

    Hallo liebe Forum Mitglieder,

    mein Name ist Evita und ich bin 34 Jahre alt. Kopfschmerzen kannte ich, vor Januar 2020, nur selten und diese ließen sich mit Ibuprofen 600-800mg gut behandeln. Diese waren immer hinter dem rechten Auge.

    Nach einer OP im Januar 2020 an der NNH fing dieses Dilemma an. 3 Tagen nach der OP hatte ich für 3-4 Tage schreckliche Kopfschmerzen. Kein einziges Schmerzmittel wirkte. Der HNO Arzt sagte mir direkt das diese Schmerzen in keinem Zusammenhang mit der OP stehen. Als die Schmerzen vorbei waren machte ich mir keine weiteren Gedanken darüber.

    Wenig später hatte ich Nackenschmerzen und einen Ausstrahlenden Schmerz in den rechten Arm. Nach einem MRT war der Befund gesichert das ein Bandscheibenvorfall in der HWS vorliegt. Leider war dieser Therapie resistent und wurde letztendlich im Juli 2020 operiert. Zwischen Januar und Juli hatte ich immer wieder starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und teilweise Erbrechen. Während ich auf den Neurologen Termin wartete besorgte ich mir freiverkäufliches Triptan. Als dieses wirkte war mir klar das es sich um Migräne handelt. Zwischen diesen Attacken war der Kopfschmerz jedoch immer wieder komplett verschwunden.

    Seit August 2020 ist der Kopfschmerz jedoch dauerhaft vorhanden. Er begleitet mich von morgens bis Abends. Teilweise ist es ein stechender Schmerz im ganzen Kopf, es gekribbelt auf der Kopfhaut und ein normaler Alltag war nicht mehr möglich. Nach der Eindosierung von Amitriptelyn ist der Kopfschmerz zumindest ein wenig schwächer geworden und hat sich auf einen Dauerkopfschmerz am linken Hinterkopfschmerz zurück gezogen. Es gibt aber seit Januar 2021 jeden Monat erfreulicherweise zumindest mal 3-5 komplett schmerzfreie Tage.

    Von meiner niedergelassenen Neurologin habe ich die Diagnose Migräne und chronische Spannungskopfschmerzen erhalten.
    Zur Zeit bin ich in der Kopfschmerzklinik in Königstein. Dort haben sie die Diagnose chronische Migräne gestellt und werde jetzt mit Amitriptelyn und Topiramat behandelt.
    Es verunsichert mich natürlich das ich jetzt zwei unterschiedliche Diagnose habe.

    Liebe Grüße
    Evita

    Chroninchen
    Participant
    Beitragsanzahl: 127

    Hallo Evita,

    herzlich Willkommen im Headbook.

    Mache dir wegen der ‚unterschiedlichen‘ Diagnosen nicht so viele Gedanken.

    Die Kriterien für chronische Migräne sind erfüllt, wenn du in drei aufeinander folgenden Monaten an mindestens 15 Tagen Kopfschmerzen hattest und davon an mindestens 8 Tagen Migräne.

    Chronische Migräne kann also auch Spannungskopfschmerz beinhalten und so mancher Spannungskopfschmerz entpuppt sich als Migräne.

    Viel wichtiger ist, dass du in fachkundiger Behandlung bist?

    Gute Besserung ? wünscht dir
    Chroninchen

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Evita,

    ich habe schon sehr lange Migräne und seit einigen Jahren auch noch den Spannungskopfschmerz dazubekommen. Beide Formen sind eine primäre Kopfschmerzerkrankung und leider kann man Läuse und Flöhe gleichzeitig haben. 😉

    Bei mir war die Unterscheidung zuerst schwierig, denn der Spannungskopfschmerz entwickelte sich langsam und fühlte sich anfangs wie Migräne an. Das kam daher, dass meine Migräne auf der re. Kopfhälfte schon immer anders verlief als links, nämlich weniger stark und ohne starke Übelkeit und Erbrechen. Deshalb hielt ich diese Attacken auch meist ohne Triptan aus, um für die schlimmere, linke Seite genügend Medikamententage zu haben.

    Irgendwann wurden diese Schmerzen auf der re. Seite häufiger, bis sie schließlich ständig vorhanden waren. Anfangs noch mit einer Schmerzintensität von 3-4 (auf einer Skala bis 10), später steigerte es sich bis Stufe 8. Dauerschmerzen in dieser Stärke brachten mich in die völlige Erschöpfung.

    Die Diagnosestellung war schwierig, denn ich hatte vor allem Schmerzen am und um das rechte Auge herum, ausstrahlend in die ganze rechte Kopfhälfte; also eher untypisch. Erst in der Schmerzklinik Kiel konnte die Diagnose gestellt und erfolgreich behandelt werden.
    Und genau das wünsche ich dir auch!

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Nachtrag: Gegen meinen Spannungskopfschmerz wirkte bei mir kein einziges Schmerzmedikament, auch nicht mal ansatzweise. Das kam erschwerend dazu, denn gegen die Migräne konnte ich wenigstens mit Triptan behandeln.

    Evi168
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Guten Morgen,

    vielen lieben Dank euch zwei für die netten Worte. Es ist einfach zum verzweifeln. Ich hoffe dass das die richtige Diagnose ist und das eine dementsprechende Therapie anschlägt.
    Geduld gehört leider nicht zu meinen Stärken ?
    Ich bin froh um dieses Forum und bin schon seit Monaten stiller Leser.

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34378

    Schön, dass Du jetzt auch einen eigenen Verlauf hast, liebe Evi. 🙂

    Mit Glücksfeder hast Du Dich ja bereits ausgetauscht, sie hat eine ähnlichen Verlauf. OPs und Unfälle usw. können sehr wohl die Erkrankung zum Ausbruch bringen, das ist aber immer noch nicht allgemein bekannt.

    Wie meine Vorschreiberinnen schon erklären, kann man mehrere Kopfschmerzarten haben. Mit Amitriptylin hast Du das „perfekte“ Medikament erhalten. Für den Spannungskopfschmerz ist es Mittel der 1. Wahl und kann auch gut wirksam bei Migräne sein. So erledigst Du zwei Baustellen mit einem Medikament – sofern Du gut darauf ansprichst. Das wünsche ich Dir, damit steigt dann die Lebensqualität wieder deutlich an.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Evi168
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Hallo Bettina,

    meine niedergelasse Neurologin hat bei mir die chronische Spannungskopfschmerzen im Vordergrund gesehen und hat Amitriptelyn eindosiert. Zuletzt war ich bei 35mg. Dies hat mir bereits eine Verbesserung gebracht. In der Klinik fiel aber jetzt auf das meine Vitalwerte „entgleist“ sind. Ich bin Tachykard und habe auch einen leichten Bluthochdruck entwickelt, ebenso habe ich auch 9 kg zugenommen seit der Therapie. Ich möchte das natürlich nicht auf das Medikament schieben. Ich glaube jedem ist klar das man sich mit Schmerzen weniger bewegt und ich bin auch ein „Frust Esser“. Die paar Kilo zu viel können natürlich auch den Blutdruck nach oben treiben. In der Klinik haben sie das Amitriptelyn auf 10mg reduziert und Tompiramat eindosiert. Hier laufe ich unter der Diagnose „chronische Migräne“.

    Chroninchen
    Participant
    Beitragsanzahl: 127

    Hallo Evi,

    wegen der 9 kg brauchst du dir nichts ‚vorzuwerfen‘; ich habe unter Amitriptylin über 30 kg zugenommen (4 Jahre, bis zu 125 mg tgl) und nach Austausch gegen ein anderes Antidepressivum in den ersten Wochen 6 und dann während der nächsten Monate nochmal 7 kg abgenommen – ohne meine Lebensweise in irgendeiner Form zu verändern.

    Es gibt manchmal viel wichtigere Dinge als das Gewicht, aber froh bin ich trotzdem, dass ich wieder zwei Kleidergrößen ‚geschrumpft‘ bin ?

    LG Chroninchen

    Evi168
    Participant
    Beitragsanzahl: 10

    Hallo liebe Kopfschmerzgeplagte,

    mein Aufenthalt in der Klinik neigt sich so langsam dem Ende zu.
    Mit der Diagnose „chronische Migräne“ macht es doch bestimmt Sinn einen GdB zu Beantragen.
    Ist es zwingend notwenig das ich bereits bei der Beantragung schon Mitglied beim VDK bin?
    Also das ausfüllen würde ich mir auch erstmal alleine zutrauen.
    Ich gehe erstmal davon aus das sie wahrscheinlich erstmal zu wenig anerkennen.

    Wie sind denn da eurer Erfahrungen?
    Mit wie viel kann ich rechnen?
    Ich arbeite im 3 Schichtbetrieb (Schaukeldienste) das ist ja Gift für meine Migräne.
    Auch arbeite ich seit Mai 2020 gar nicht mehr weil ich jeden Tag Kopfschmerzen habe mit mindestens 10 Migräneattacken im Monat an denen ich Medikmameten nehmen muss.
    Ich wäre um euere Hilfe sehr dankbar.
    Liebe Grüße

    Chroninchen
    Participant
    Beitragsanzahl: 127

    Hallo Evi,

    den Antrag kannst du selber stellen.

    Es schadet nicht, wenn du ausführlich den Ablauf deiner Attacken beschreibst, die Einschränkung, die eine Attacke mit sich bringt, und die Einschränkungen, die durch die ‚Furcht‘ vor einer neuen Attacke bestehen.

    Viel Erfolg wünscht dir
    Chroninchen

    lili
    Participant
    Beitragsanzahl: 281

    Hallo Evi,
    ich habe das auch alleine gemacht, musste dann einmal Widerspruch einlegen, ich glaube das ist fast üblich.
    Gut ist, von deine Ärzte Bescheid wissen und dich unterstützen, denn die werden ja gefragt. Und es gibt eine Einstufung in leichte, mittlere und schwere Verlaufsform (findest du leicht im Internet z.B. wenn du Schwerbehinderung und Migräne eingibst) und da würde ich Formulierungen übernehmen.
    Viel Erfolg!
    lili

    Katrin
    Participant
    Beitragsanzahl: 1278

    Liebe Evi,

    Angaben bzw. Beschreibungen zu Furcht/Angst würde ich weglassen.

    Einfach und sachlich die Fakten beschreiben und, wie du, liebe Lili, empfohlen hast, deine Ärzte informieren und um deren Unterstützung bitten. Die begleiteten dich sowieso und sind sicher sehr gut im Bilde, sonst würden sie dir keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

    Dem VdK oder SoVD würde ich dann beitreten, wenn sich ein mögliches Widerspruchsverfahren so entwickelt, dass mir weder ausreichende Energie- noch Kraftreserven dafür zur Verfügung stünden.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

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