Hier könnt Ihr über Euren persönlichen Schmerzverlauf berichten. Sei es Migräne, Aura, Sonderformen der Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, oder sonstige Schmerzzustände.
Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.
Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene und die Erfahrungen, wie mit der Erkrankung umzugehen ist.
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Meine Migräne und ich im Studium (Feder98)
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AutorBeiträge
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Hallo zusammen,
wie viele lese ich bereits seit einiger Zeit mit. Die Beiträge haben mir schon sehr geholfen. Vielen Dank! 🙂
Zu mir:
Nach meiner Weisheitszahn-OP vor 5 Jahren haben sich bei mir Verspannungen im Kiefergelenk und Spannungskopfschmerzen entwickelt. Meine Zahnärztin diagnostizierte CMD. Seither habe ich Physiotherapie, die kurzzeitig immer hilft. Hinzu kamen vereinzelte Migräne-Attacken (circa 5-7 pro Jahr).
Zwei Wochen nach meiner Corona-Infektion letztes Jahr haben sich die Migräne-Attacken vermehrt. Inzwischen hat mein Neurologe chronische Spannungskopfschmerzen und chronische Migräne diagnostiziert. Im Dezember und auch jetzt im Januar habe ich beinahe täglich Migräne und Abgrenzung zwischen den Attacken fällt mir schwer.Als Prophylaxe habe ich Amitriptylin ausprobiert. Das zeigte keine Wirkung und ich merkte ein sehr unangenehmes dumpfes Empfinden meiner Emotionen. Momentan probiere ich Metoprolol. Ich war bei 100 mg, habe in Absprache mit meinem Neurologen allerdings wieder auf 75mg reduziert. Ab 100mg traten vermehrt Übelkeit, Mundtrockenheit, Durchfall, Schwindel auf. Und leider kam auch eine depressive Verstimmung hinzu. Allerdings merkte ich erst mit dieser Dosis eine leichte Verbesserung der Schmerzintensität. Mein Neurologe hat die Hoffnung, dass der Spiegel mit 75mg ausreicht. Bisher merke ich leider noch nichts. Die depresswive Verstimmung ist allerdings wieder verschwunden. Das Absetzen auf 75mg ist eine Woche her.
Da ich bald Prüfungen im Studium habe, vereinbarten wir, dass ich danach Topiramat ausprobiere.
Außerdem hatte ich noch einen Termin in einer Schmerzambulanz und Anfang Februar nochmals. Bisher hat sich dort jedoch nichts Neues ergeben.Vor allem jetzt im Januar frage ich mich wie ich die 10/20-Regel einhalten soll. Ich bin bereits bei 9 Einnahmetagen und muss noch auf eine Prüfung lernen, die im Februar ist. Nebenher läuft noch der normale Uni-Alltag und ich muss auch arbeiten. Gibt es unter euch noch andere, die studieren? Wie macht ihr das?
Einen Nachteilsausgleich habe ich beantragt und dieser wurde auch genehmigt. Allerdings hat sich die Prüfung nur leicht nach hinten verschoben. Aber immerhin 🙂Freundliche Grüße
Willkommen im Headbook, liebe Feder. 🙂
Vor allem jetzt im Januar frage ich mich wie ich die 10/20-Regel einhalten soll. Ich bin bereits bei 9 Einnahmetagen und muss noch auf eine Prüfung lernen, die im Februar ist.
Hier gehen die Prüfungen vor, auch wenn man kurzfristig die 10 Tage im Monat nicht einhalten kann. Wir haben hier diverse Studierende und viele Mitglieder, die auch beruflich fit sein müssen. Für sie alle gilt, dass man abwägen muss. So schnell kommt man meist nicht in einen MÜK und wenn doch, kümmert man sich nach den Prüfungen/wichtigen Projekten usw. darum.
Da ich bald Prüfungen im Studium habe, vereinbarten wir, dass ich danach Topiramat ausprobiere.
Topamax ist nicht angezeigt bei Depressionen, depressiven Verstimmungen und der Neigung dazu. Aber auch ohne Vorbelastung kann Topamax Depressionen auslösen, das muss man einfach wissen. Zudem ist es eine Prophylaxe, die mit sehr vielen Nebenwirkkungen einhergehen kann. Neurologen setzen es daher in den letzten Jahren nur noch sehr zurückhaltend ein, vor ca. 20 Jahren war es DER Renner. 😉
Du hast noch viele Möglichkeiten, andere Prophylaxen, die weniger belasten, auszuprobieren.
Alles Gute für die Prüfungen! 🍀🍀🍀
Liebe Grüße
BettinaHallo Bettina,
vielen Dank für deine Antwort 🙂
Hier gehen die Prüfungen vor, auch wenn man kurzfristig die 10 Tage im Monat nicht einhalten kann.
Alles klar. Dann versuche ich mir da weniger Gedanken zu machen und Druck herauszunehmen in Bezug auf die Behandlungstage.
Dazu noch eine Frage: Domperidon zählt nicht als Behandlungstag, oder? In der DMKG-App wird das nämlich dazugezählt.Ich finde es allerdings im Moment durch die täglichen Schmerzen wahnsinnig anstrengend in der Uni und auch beim Arbeiten. Meine Augenringe sind gerade mein neues Make-up 😀
Ich mache Pausen so gut es geht. Aber gerade in der Uni gibt es keinen ruhigen Rückzugsort. Manchmal gehe ich dann in langen Pausen spazieren. Aber die kurzen Pausen mit 30 Minuten zwischen zwei Seminaren reichen dazu nicht, wenn man noch das Gebäude wechselt und Essen will.
Zwischendurch denke ich dann, dass ich außerhalb der Uni gerade nicht arbeitsfähig wäre. In Seminaren ohne Anwesenheit kann ich fehlen. Und durch den Nachteilsausgleich auch in anderen Seminaren. Ich bin bei den Dozent:innen zum Glück bisher immer auf Verständnis gestoßen.
Aber teilweise sitze ich dann mit Attacke zuhause und hole meine verpassten Sachen nach, weil richtig krank sein funktioniert im Studium nicht.Topamax ist nicht angezeigt bei Depressionen, depressiven Verstimmungen und der Neigung dazu. Aber auch ohne Vorbelastung kann Topamax Depressionen auslösen, das muss man einfach wissen. Zudem ist es eine Prophylaxe, die mit sehr vielen Nebenwirkkungen einhergehen kann. Neurologen setzen es daher in den letzten Jahren nur noch sehr zurückhaltend ein, vor ca. 20 Jahren war es DER Renner. 😉
Ich hatte das Gefühl, dass mein Neurologe gerne die Antikörper-Therapie ausprobieren würde und deshalb diese Wirkstoffgruppe mit Topiramat.
Alles Gute für die Prüfungen! 🍀🍀🍀
Dankeschön 🙂
Liebe Grüße
Eine Frage ist mir noch eingefallen:
Ich mache zur Entspannung täglich Yoga. In der Schmerzambulanz wurde mir jedoch empfohlen PMR nochmal mit einem Kurs auszuprobieren. Bisher war ich noch nicht so überzeugt für mich.
Allerdings sind alle Kurse bei mir in der Umgebung ausgebucht oder erst wieder im Sommer.
Kennt jemand einen zertifizierten Online-Kurs für PMR, damit dieser auch von der Krankenkassen (gesetzlich) bezuschusst werden kann?Liebe Grüße
Liebe Feder,
schau mal, ob deine Krankenkasse die 7Mind-App bezahlt, viele tun das inzwischen. Darin gibt es seit kurzem einen 8-wöchigen PMR-Kurs, vielleicht wäre das was für dich? Auch die anderen Kurse sowie die Meditationen in der App sind toll, ich nutze sie seit gut zwei Jahren regelmäßig. Wenn du „nur“ die PMR durchführen willst ohne einen Kurs, geht das auch in der Migräne App der Schmerzklinik.
Liebe Grüße
SusiLiebe Feder,
PMR ist wirklich ganz einfach, das geht auch ohne einen speziellen Kurs. Ich schließe mich Susi an, versuche doch mal die Übungen auf der Kieler MigräneApp.
Lieber Gruß
HeikaLiebe Feder,
zum einen kannst Du ganz einfach die PMR der Migräne-App testen, wie die anderen bereits schreiben. Es gibt sie kostenlos in unterschiedlichen Versionen. Zum anderen muss es auch nicht die PMR sein, falls sie Dir z.B. nicht liegen würde. Suche und finde ein Entspannungsverfahren, das Dir persönlich gut tut und das Dich runterbringt. Das ist dann genau das Richtige für Dich. 🙂
Liebe Grüße
BettinaLiebe Feder,
Dazu noch eine Frage: Domperidon zählt nicht als Behandlungstag, oder? In der DMKG-App wird das nämlich dazugezählt.
Eben erst Deine Frage gesehen. Domperidon zählt nicht als Behandlungstag. Wir haben in der Migräne-App daher eine grüne 10/20 implementiert, die man einfach wegdrückt, wenn man ein Medikament einnimmt, das nicht in die Medikamentenliste zählt. Beispiele wären Domperidon, Vomex, Neuroleptika wie Melperon, extra Magnesium usw.
Kann man solche Medikamente nicht wegklicken, verfälscht das ja die Statistik. Macht natürlich nur dann Sinn, wenn man sonst keine Schmerzmedikamente oder Triptane an dem Tag braucht.
Liebe Grüße
BettinaHallo zusammen,
jetzt komme ich endlich dazu zu antworten. Vielen Dank für eure Tipps!
Ich werde die angeleitete PMR in der App mal ausprobieren. Vielleicht finde ich ja inzwischen Zugang dazu.
Bisher liegt mir Yoga mehr, aber wer weiß 🙂 Und wenn nicht passt es ja auch ok, das stimmt.
Der Arzt der Schmerzambulanz betonte beim letzten Termin nur PMR so und meinte ich solle nach einem Kurs suchen. Da habe ich mich ein wenig verpflichtet gefühlt. Aber beim Termin dieses Mal hat er gar nicht mehr danach gefragt. Ich mache es einfach so wie es mir gut tut.Eben erst Deine Frage gesehen. Domperidon zählt nicht als Behandlungstag. Wir haben in der Migräne-App daher eine grüne 10/20 implementiert, die man einfach wegdrückt, wenn man ein Medikament einnimmt, das nicht in die Medikamentenliste zählt. Beispiele wären Domperidon, Vomex, Neuroleptika wie Melperon, extra Magnesium usw.
Das ist gut zu wissen, danke!
Kann man solche Medikamente nicht wegklicken, verfälscht das ja die Statistik. Macht natürlich nur dann Sinn, wenn man sonst keine Schmerzmedikamente oder Triptane an dem Tag braucht.
In der DMKG-App können in der Tabelle die Medikamenteneinnahmen nochmals angesehen werden. Dadurch ist es nicht auf den ersten Blick sichtbar. Und in der Übersicht ist es verfälscht, das stimmt.
In der Schmerzambulanz habe ich zur Entspannung der Muskulatur (v.a. für Spannungskopfschmerz und die verkrampfte Muskulatur durch die Schmerzen) ein TENS-Gerät testen dürfen. Hat jemand damit bereits Erfahrungen gemacht?
Liebe Grüße,
FederLiebe Feder,
mit TENS haben hier einige Erfahrungen sammeln können. Ich nenne mal Tanni und Julia, vielleicht lesen sie ja hier grad mit.
Liebe Grüße
BettinaLiebe Feder,
Ich hab regelmäßig ein Tens-Gerät in Gebrauch. Vor allem bei langen Fahrten aber auch zwischendurch setze ich es gerne an (klebe mir die Elektroden an den Nacken und die Schläfen). Nach einem Tipp von meinem Schmerztherapeuten stelle ich es immer ganz niedrig ein. Also so, dass ich es gerade nicht mehr oder nur minimal spüre. Wenn ich es stärker einstelle, ist es bei mir eher kontraproduktiv.
Ich kann dir nur empfehlen, es mal auszutesten und am besten täglich über längere Zeit. Dein Arzt kann dir ein Leihgerät für 3 Monate verschreiben, nach Ablauf der Mietzeit wurde es mir zum deutlich reduzierten Preis zum Kauf angeboten.
Von den Geräten, die man irgendwo online kaufen kann, würde ich abraten – sie sind meist auch auf der niedrigsten Stufe viel zu stark und lassen sich nur schwer regulieren…
Das wars mal auf die schnelle – hab hier irgendwo meinen Namen gelesen 😅 und wollte mich dann kurz melden 😉 bin jetzt aber schon wieder auf dem Sprung.
Liebe Grüße, Tanni
Liebe Feder,
auch ich bin wie Tanni seit Jahrzehnten fast abhängig von meinem TENS-Gerät. Lass dich in der Schmerzambulanz beraten, welches Gerät sinnvoll ist, und auch was das Anlegen der Elektroden angeht. Günstige Geräte kann man schon für ca. 39,-€ kaufen. Ich habe eines von der Firma Dittmann, gekauft vor Jahren bei Tchibo.
Früher habe ich meinen verspannten Nacken besonders beim Autofahren, wie Tanni auch, damit behandelt. Ohne hatte ich garantiert bei jeder Fahrt einen Migräneanfall. Allerdings mag ich es nicht im Gesicht, habe nur je eine Elektrode auf den Schultern gehabt. Da muss man ein bisschen rumprobieren.
Momentan hilft es mir sehr bei einer Polyneuropathie, wohl Coronafolge, die Schmerzen in den Füßen zu lindern. Und vor Jahren konnte ich die Nervenschmerzen nach einem Unfall im Arm mit TENS gut überspielen. Da war das Gerät stundenlang an.TENS heilt nicht, unterdrückt/mildert aber für eine gewisse Zeit die Weiterleitung der Schmerzen. Dadurch entspannt sich dann die Muskulatur im Nacken, wenn es um Migräne oder Spannungskopfschmerzen geht. Oder im Lendenbereich z.B. die Ischiasprobleme.
Probier es doch einfach mal über eine längere Zeit aus, schaden wird es dir nicht.
Alles Gute,
JuliaEtwas zu dem Thema findest du auch in der Gruppe „Alternative Behandlungsmethoden bei Kopfschmerzen…“ auf der 1 Seite.
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