Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Migräne, Kieferschmerzen, Studentin (HCM)

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  • HCM
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    Hallo zusammen,

    Kurz zu meiner Person:

    Bin 38 Jahre alt, zurzeit Studentin.

    Habe seit dem 16. Lebensjahr Migräne. 10 Jahre half mir Ibuprofen Tabletten. Ab dem 26. Lebensjahr behandele ich meine Migräneattacken mit Zolmitriptan und Novalgin (7-8 mal pro Monat) Leider nehmen meine Migräneattacken zu. Seit 6-8 Monaten bekomme ich zunächst Kieferschmerzen auf der linken Seite und anschließend fängt das volle Programm an. Habe jetzt jeden zweiten Tag Kieferschmerzen und Migräne, lähmt mich heftig, außer im Bett zu liegen und abwarten bis die Schmerzen vergehen, bin ich nicht zu gebrauchen.

    Prophylaktisch nehme ich morgens Metoprolol 90 mg retard und abends 47,5 mg retard, da ich eine Tachykardie habe. Bisoprolol 5 mg hatte ich fast 1 Jahr genommen. Duloxetin habe ich für 2 Monate genommen, keine Besserung. Opipramol 0-0-1 abends have ich für 2,5 Jahre genommen und vor 6 Monaten abgesetzt. Trospiumchlorid nehme ich auch ein und L-Thyroxin wegen Hashimoto (Autoimmunthyreoditis, Schilddrüsenunterfunktion)

    Momentan fühle ich mich sehr erschöpft und traurig, da ich schriftliche Prüfungen habe. Kann leider nicht lernen und musste immer wieder die Klausuren verschieben.

    Bin momentan am Überlegen, ob mir evtl. Amitriptylin oder Topiramat helfen könnte?

    Habe vor beiden Wirkstoffen Angst:

    1. Amitriptylin soll dick machen, bin schon übergewichtig. 😞 verträgt sich nicht mit Trospiumchlorid. Vomex und co kann ich deswegen auch nicht benutzen.

    2. Topiramat wegen starken Nebenwirkungen, wie Gedächtnislücke, Nierenkoliken, Wortfindungsstörung. Bin ja zurzeit am Lernen. Vergesse ich dann alles, was ich gelernt habe.

    Bin so verzweifelt. Könnt ihr mir bitte helfen? Habt ihr Anregungen für mich?

    Besten Dank vorab.

    HCM2022

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe HCM,

    herzlich willkommen im Headbook!

    Deine Verzweiflung ist absolut verständlich und leider geht es vielen von uns so.
    Migräne ist oft eine progredient verlaufende Erkrankung, zunehmende Verschlechterungen sind also völlig normal und auch, dass man Medikamente im Laufe der Jahre anpassen muss.

    Angst vor Medikamenten ist natürlich keine gute Voraussetzung.
    Beim Topiramat wäre ich an deiner Stelle auch zurückhaltend, da die Nebenwirkungen deutlich spürbar sein können und du dich beim Lernen ja konzentrieren musst. Wobei Nebenwirkungen auftreten können, aber nicht müssen. Doch es gibt ja noch weitere Alternativen.
    Hast du schon einmal Botox versucht? Das wirkt lokal und senkt die Empfindlichkeit der Nerven in dem behandelten Bereich.
    Käme für dich auch ein Antikörper in Frage, wurde das mal angedacht? Bei Aimovig muss man nicht alle medikamentösen Prophylaxegruppen durchprobiert haben, da würde das, was du bereits nimmt oder genommen hast, für eine Verschreibung reichen.

    Lieber Gruß
    Heika

    HCM
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Liebe Heika,

    danke für deine Antwort.

    Botox wurde mir noch nicht vorgeschlagen. Momentan bin ich auf der Suche nach einem guten Neurologen, der sich bei Kopfschmerz-, Migränebereich spezialisiert hat. Fühle mich bei meinem alten Neurologen nicht gut aufgehoben.

    Bis ich bei einem anderen Neurologen einen Termin finde, wird es sicherlich einige Monate dauern. Dann werde ich die Antikörperbehandlung ansprechen.

    Danke für den Hinweis.

    Erholsamen Abend,
    Lg HCM

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo HCM, herzlich willkommen bei uns. 🙂

    Ab dem 26. Lebensjahr behandele ich meine Migräneattacken mit Zolmitriptan und Novalgin (7-8 mal pro Monat)

    Nimmst Du das Novalgin zum Zolmitriptan dazu, oder noch extra an anderen Tagen?

    Leider nehmen meine Migräneattacken zu. Seit 6-8 Monaten bekomme ich zunächst Kieferschmerzen auf der linken Seite und anschließend fängt das volle Programm an. Habe jetzt jeden zweiten Tag Kieferschmerzen und Migräne, lähmt mich heftig, außer im Bett zu liegen und abwarten bis die Schmerzen vergehen, bin ich nicht zu gebrauchen.

    An wie vielen Tagen behandelst Du denn die Migräne? Es zählen die Tage, nicht die einzelnen Medikamente.

    Tachykardie und Hashimoto sind gut eingestellt?

    Es gibt noch diverse weitere Prophylaxen außer Amitriptylin und Topamax. Vielleicht käme ja auch der Antikörper für Dich infrage, wie Heika schon empfohlen hat.

    Liebe Grüße
    Bettina

    HCM
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Bettina,

    lieben Dank!

    Da die Migräneschmerzen stärker werden und länger dauern, nehme ich Novalgin und Triptan zusammen.

    Da ich kein Ibuprofen einnehmen darf, nehme ich in den ersten beiden Tagen während meiner Periode Novalgin leider auch.

    Naproxen wirkt bei mir nicht, komischerweise. Habe immer vor der Periode, kurz am Ende und am 14. Tag sehr starke Migräneattacken.

    Bin momentan am Zweifeln, da ich jetzt ganz neu die Kieferschmerzen dazu bekommen habe. Zahntechnisch ist alles in Ordnung laut meinem Zahnarzt.
    Zahnschiene benutze ich auch, bemerke aber keine Besserung.

    Naratriptan habe ich auch versucht, was länger wirken soll, leider dauert es sehr lange bis Naratriptan wirkt und die Schmerzen werden nur zur Hälfte gesenkt.

    Meine Schilddrüse ist im Moment gut eingestellt.
    Mit der Dosiserhöhung des Metoprolols liegt mein Puls zwischen 74-82.

    Bei Schmerzen steigt mein Puls und bei Belastung auch.

    Seit 3 Tagen nehme ich Prednisolon 50 mg, Pantoprazol 40 mg, um den Schmerz zu unterbrechen.

    Fühle trotzdem leicht meine Kieferschmerzen, ich möchte die Tage ohne Triptane und Schmerzmittel aushalten. Habe Angst in einem MüK zu geraten. Da ich zu viele Triptane eingenommen.

    Hatte seit Jahren immer 7-8 Migränetage, aber seit 2 Monaten habe ich 12 -14 Migränetage plus die neuen Kieferschmerzen. Habe momentan Prüfungsstress, weiß nicht, ob es davon kommt.

    Sorry, habe viel geschrieben.

    Liebe Grüße

    HCM

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo HCM,

    Da die Migräneschmerzen stärker werden und länger dauern, nehme ich Novalgin und Triptan zusammen.

    das macht leider so wenig Sinn und belastet Dich unnötig. Besser ein Triptan finden, das stark genug auch alleine wirkt. Dann gibt es auch Triptane mit viel längerer Wirkdauer, teste Dich mal ein wenig durch. Novalgin wirkt nicht länger als Zolmitriptan, kann daher die Wirkung nicht verlängern.

    Naproxen wirkt bei mir nicht, komischerweise. Habe immer vor der Periode, kurz am Ende und am 14. Tag sehr starke Migräneattacken.

    Dann wie gesagt ein anderes Triptan testen. 🙂 Idealerweise wirkt das Triptan alleine ausreichend.

    Bin momentan am Zweifeln, da ich jetzt ganz neu die Kieferschmerzen dazu bekommen habe. Zahntechnisch ist alles in Ordnung laut meinem Zahnarzt.
    Zahnschiene benutze ich auch, bemerke aber keine Besserung.

    Kieferschmerzen können auch einfach nur zur Migräne dazugehören, aber abklären ist natürlich immer sinnvoll.

    Naratriptan habe ich auch versucht, was länger wirken soll, leider dauert es sehr lange bis Naratriptan wirkt und die Schmerzen werden nur zur Hälfte gesenkt.

    Dann teste mal Eletriptan, das stark und lange wirkt.

    Seit 3 Tagen nehme ich Prednisolon 50 mg, Pantoprazol 40 mg, um den Schmerz zu unterbrechen.

    Mit 50 mg ist Prednisolon für diese Zwecke leider sehr niedrig dosiert. Ganz generell lautet die Empfehlung, mit 100 mg zu starten. Diese Dosis drei Tage zu nehmen, dann abzusetzen ohne Ausschleichen. Oder man gibt Prednisolon länger, dann Start mit 100 mg für ein bis drei Tage, dann immer um 20 mg reduzieren.

    Wichtig unter Kortison ist absolute Reizabschirmung, keine Anstrengung, viel Ruhe, man sollte krangeschrieben sein. Ebenso sinnvoll ist ein Medikament zum Schlafen (Benzodiazepin, Neuroleptikum), damit man nachts zur Ruhe kommt. Wird Kortison nicht sinnvoll eingesetzt, kann es nicht wirken.

    Hatte seit Jahren immer 7-8 Migränetage, aber seit 2 Monaten habe ich 12 -14 Migränetage plus die neuen Kieferschmerzen. Habe momentan Prüfungsstress, weiß nicht, ob es davon kommt.

    Das kann durchaus mal ein Ausreisser sein wegen des Stresses.

    Sorry, habe viel geschrieben.

    Hast Du nicht, keine Sorge. 🙂 Hast einfach nur vernünftig meine Fragen beantwortet. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    HCM
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Liebe Bettina,

    herzlichen Dank für deine schnelle Rückmeldung.

    Ach so, ok im Internet hatte ich gelesen Prednisolon zwischen 50 mg – 100 mg. Habe dann gedacht, nehme einfach die niedrigste Dosierung.

    Eleptriptan? Ok, danke. Werde ich dann mal ausprobieren. Lieben Dank!

    Herzliche Grüße

    HCM

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo HCM,

    Ach so, ok im Internet hatte ich gelesen Prednisolon zwischen 50 mg – 100 mg. Habe dann gedacht, nehme einfach die niedrigste Dosierung.

    immer so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig. 😉 Wenn die Dosierung nicht ausreicht, tut man sich keinen Gefallen. Die Wirkung tritt nicht ein, der Körper wurde also unnötig belastet.

    Liebe Grüße
    Bettina

    HCM
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo zusammen,

    seit 2 Tagen habe ich wieder sehr starke Migräneschmerzen auf der linken Seite.

    Überlege eine zweite Prophylaxe zu starten neben Metoprolol.

    Habe vor der ‚Amitriptylin-Prophylaxe‘ Bedenken, dass ich dann zusätzlich noch mehr zunehme.

    Topiramat? Es wird ebenfalls von starken Nebenwirkungen beschrieben, wie bspw. kognitive Einschränkungen. Kann ich im Moment auch nicht gebrauchen, weil ich studiere und lernen muss.

    Botox und Antikörperspritzen kann ich im Moment nicht ausprobieren, da ich momentan noch keinen Neurologen gefunden habe.

    Welche Prophylaxen könnte ich ausprobieren? Bitte schreibt mir. Danke!

    Liebe Grüße

    HCM

    Andrea B
    Participant
    Beitragsanzahl: 41

    Hallo liebe HCM,

    Du hast mein ganzes Mitgefühl und Verständnis. Bei der Verteilung von Unerfreulichem hast Du ja leider eine Menge abbekommen.

    Mir ist Deine Beschreibung über die Kieferschmerzen aufgefallen. Ja, die können durch die Migräne verursacht werden, aber leider auch von unserem so geliebten Trigeminus Nerv.
    Ein Strang davon läuft nämlich auch sehr schön am unteren Kiefer lang. Wenn der Nerv gereizt wird (und das geht schnell, dieser Nerv ist ein ziemliches Jammerlappen und fängt schnell an Schmerzsignale zu senden) dann tut es aber so richtig weh. Es kann einen Dauerschmerz am Kiefer geben aber auch heftige blitzarte Schmerzen, die zwischen Sekunden und ein paar Minuten dauern. Diese Spitzen sind wirklich heftig und ich verliere dabei regelmäßig meine Contenance.

    So wie bei Dir, findet der Zahnarzt keine Ursache und die üblichen Schmerzmittel helfen nicht. Das Ganze nennt sich dann Trigeminusneuralgie.

    Ich möchte Dich mit dieser Info nicht nervös machen, nur informieren und dass Du das vielleicht mit dem Neurologen ausschließt. Hierfür würden nämlich ganz andere Medikamente helfen.

    Ich wünsche Dir ganz doll und von Herzen ganz bald Schmerzlinderung.

    Andrea B

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo HCM,

    suche Dir engagiert einen Neurologen, sicher findest Du einen vielleicht sogar in Deiner Nähe. Sonst schau auch mal in der Sidebar in den Link der Netzpartner der Schmerzklinik. Botox wäre nämlich sicher einen Versuch wert und ist gut verträglich.

    Liebe Grüße
    Bettina

    HCM
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo liebe Andrea,

    ganz herzlichen Dank!!!

    Freue mich immer wieder Infos zu erhalten.

    Wünsche Dir auch alles Gute und eine schmerzfreie Zeit.

    Gute Nacht,

    Liebe Grüße

    HCM

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