Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Migräne seit Corona zurück und schlimmer als je zuvor! (Henry)

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  • Henry
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    Hallo liebe Leidensgenossen,

    seit meiner ersten Coronainfektion im Dezember 2023 ist meine Migräne zurück. Ich habe fast täglich Kopfschmerzen und bis zu 2 schwere Anfälle in der Woche, von denen ich mich kaum erholen kann.

    Ich bin 47 Jahre jung und habe Migräne seit der Pubertät. Von 2012 bist 2022 war ich die Migräne nahezu los, weil ich Metoprolol 47,5mg nahm. Leider entschied meine Kardiologin es abzusetzen bzw.auszuschleichen. Seit meine Migräne zurück ist, habe ich 3xmal versucht wieder Metoprolol zu nehmen, da ich ja lange davon profitierte. Jeweils eine Woche lang quälte ich mich mit Schlaflosigkeit oder wenig Schlaf ohne erholsame Wirkung. Ich verstehe selbst nicht so ganz, warum ich das Metropol nicht mehr vertrage.

    Einige Anfälle waren so schwer, dass ich den RTW rufen musste und dann Sumatriptan gespritzt bekam, das schnell wirkte, mich aber in eine andere Umlaufbahn katapultierte, sprich extrem benommen machte und starke Angst auslöste. Den nächsten Tag war ich jedesmal todmüde. Bei den Tabletten 50mg war es ähnlich.

    Im Frühjahr war ich wegen meiner Ängste und Depressionen in einer Klinik, dort empfahl mir eine Ärztin Rizatriptan. Einige Monate halfen es mir ganz gut, bereits 5mg und die Benommenheit war weniger stark. Seit einigen Wochen wirkt es gar nicht mehr. Nach Rücksprache mit meinem Neurologen nahm ich gestern die empfohlene Dosis von 10mg also 2x5mg ein. Nach 40 Minuten war die Migräne schlagartig weg, gleichzeitig wurde ich aber wieder so extrem benommen. Das hielt bis heute Mittags an gepaart mit starker Müdigkeit. Die anderen Nebenwirkungen wie sehr häufiges Wasserlassen direkt nach der Einnahme usw.kann ich gut ertragen aber nicht dieses starke Benommenheit. Ich fühle mich wie ein Zombie. Es hat mich viel Überwindung gekostet die hohe Dosis zu nehmen,weil sich meine Ängste auch auf Medikamente beziehen.

    Mein Therapeut, der auch Arzt ist, vermutet, dass ich ein slow metabolizer bin. Der Neurologe hat mir noch eleptriptan verschrieben (welches aktuell kaum lieferbar ist) und Amitriptilyn zur Prophylaxe. Hat jemand Erfahrungen damit? Ich bin ziemlich verzweifelt und weiß bald nicht mehr was ich nehmen soll. LG Henry

    Zimt
    Participant
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Henry,

    tut mir leid, dass du zurzeit so gebeutelt bist.

    Ich weiß, dass man sich an die Sumatriptanspritze mit der Zeit gewöhnt, dann fühlt man sich nicht mehr so überrollt. Die Spritzen kannst du dir auch verschreiben lassen, dann musst du den RTW nicht mehr rufen im Fall der Fälle (aber super, dass der RTW welche dabei hatte, wow, das war schon mal gut).

    Die Spritzen gibt’s in unterschiedlichen Dosierungen, vielleicht probierst du mal eine schwächere Dosierung und kommst besser damit klar. Hat sie dir dein Arzt vielleicht schon verschrieben?

    Zur Migräne gehört übrigens dazu, dass man nach der Schmerzphase erschöpft ist. Es kann auch sein, dass du nicht (nur) wegen der Sumatriptanspritze so erschöpft warst. Besonders nach schweren Anfällen kann die Erholungsphase schon mal 2 Tage dauern. Ich kenne das auch, ich bin müde, erschlagen und am liebsten mit mir alleine nach der Schmerzphase.

    Ich selbst nehme meist Riza- und Eletriptan. Beides macht mich müde, Rizatriptan mehr. Ich nehme das in Kauf. Wenn du die Wirkung kennst, vielleicht lässt dann deine Angst nach, weil du dann ja weißt, dass nichts passiert?

    Bist du denn gut über Migräne informiert? Gute Information kann auch Ängste nehmen. Ansonsten könnten dir die hier auf der Seite verlinkten Videos und Informationen helfen, schnell einen guten Überblick zu bekommen.

    Alles Gute Zimt

    Henry
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Zimt,

    vielen Dank für deine liebe Nachricht. Bin leider schon wieder groggy (oder immer noch?!) und konnte die Nachwehen heute mit Ibuprofen einigermaßen in Schach halten. Dieses hat mich aber nochmal müder gemacht. Stimmt, Erschöpfung gehört auf jeden Fall dazu. Ich antworte nochmal ausführlicher, bin platt wie eine Flunder. 😉 wollte mich nur noch fix bedanken. LG Henry

    Henry
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Zimt,

    die Nacht war nicht so gut und am Morgen war die Migräne volle Kanne zurück. Es ist jetzt der 4.Tag mit Schmerzen. 🙁
    Zu deinen Fragen:

    Leider hatten die Sanitäter keine Spritze dabei und ich wurde jedesmal in die Notaufnahme gefahren und musste einen langen Aufnahmeprozess durchlaufen bis es die spritze gab. Ich habe jeweils 6mg bekommen die maximale Dosis, glaub ich.
    Über Migräne bin ich ganz gut informiert, glaube ich ebenfalls, werde aber sehr gerne hier die Videos schauen.
    Mit der müdigkeit hab ich nicht so die Probleme, sondern viel mehr mit der Benommenheit die definitiv durch das rizatriptan verursacht wird. Ich stehe sehr lange neben mir, habe die die ganze Zeit Angst die nicht nachlässt und anders ist als meine gewohnte Angst. Ich fühle mich wie auf einem horrortrip, wie ein anderer Mensch und auch liegen ist nicht angenehm. Das ließ erst am nächsten Tag nach, nach 18-20h.

    Und jetzt merke ich, dass die Migräne extrem wird und es ist schon der 10. Tag im September mit Medikamenten und ich muss wohl wieder 10mg rizatriptan nehmen. Die Ibuprofen nach dem Frühstück ist natürlich wieder verpufft.

    Danke für den Tipp mit den verschiedenen Dosierungen bei sumaspritzen. Ich werde meinen Neurologen befragen.

    Nimmst du 10mg rizatriptan und bei Eletriptan 40 oder 20?

    Ich habe solche angst vor diesem langen „unter Drogen Gefühl“. 🙁

    LG Henry

    Zimt
    Participant
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Henry,

    du musst nur antworten, wenn dir danach ist. Fühl dich nicht verpflichtet.

    Zu diesem Horrortrip kann ich jetzt gar nicht viele sagen, das kenne ich so nicht. Das ist natürlich sehr schlimm für dich. Es gibt ja 7 verschiedene Triptane. Vielleicht probierts du mal andere und kommst besser damit klar. Es gibt ganz milde, die dafür lange wirken und starke, die schnell wirken, dafür nicht so lange. Kennt sich dein Arzt damit aus und kann dir raten?

    Ich nehme Rizatriptan 10mg und Eletriptan 40mg. An manchen Tagen auch 2x, wenn es notwendig ist. Aber wie schon geschrieben, ich bin dann auch nur eingeschränkt leistungsfähig und müde und matschig im Kopf. Angstzustände habe ich keine. Vielleicht gehört das zu deiner Angsterkrankung? Bist du noch in Behandlung deswegen?

    Ach, das ist ja schade, dass der RTW doch keine Sumatriptanspritze dabei hatte und du in die Notaufnahme gebracht wurdest. Hat sich so angehört. Ich rate dir, dass du unbedingt immer eine funktionierende Akutmedikation zuhause hast. Probier dich durch, besprich alles mit dem Arzt. Mach dann im Notfall alles, was dir hilft (wirksames Triptan, ausruhen, dunkles Zimmer…). In der Notaufnahme wird man als Migränepatient oft nicht entsprechend behandelt, weil man ja „nur“ nicht lebensbedrohliche Schmerzen hat und keinen Schlaganfall oder Unfall oder so. Wir fühlen uns zwar entsetzlich elend und hoffen auf schnelle Hilfe, aber oft gehen in der Notaufnahme andere Patienten vor.

    Ich wünsche dir gute Besserung! Zimt

    Henry
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hi Zimt,

    erstmal Danke für deine Amtwort. Gut möglich, dass dieses Horrorerleben durch die Benommenheit (Auslöser) durch meine starke Angsterkrankung ausgelöst wird. Es sind ja starke traumatische Ängste und die können ganz schön was bewirken. Durch dein Nachfragen bin ich da direkt entspannter im Hinblick auf dieses Erleben. 🙂

    So ein Wochenende im Bett, bei abgedunkelten Fenstern, ist natürlich für die Psyche auch nicht so förderlich.

    Ja ich bin in ambulanter Therapie. Gleich morgen wieder. Danach schaue ich noch beim Neurologen vorbei bzw. bei der Urlaubsvertretung. Mit etwas Glück kann ich das Rezept für die 40er Eletriptan morgen direkt mitnehmen.

    Beim zweiten Mal in der Notaufnahme hatte ich Glück. Als man mich in den Wartebereich schicken wollte, hab ich ein deutliches Veto eingelegt und darauf bestanden so schnell wie möglich die Spritze zu bekommen und das ich liegen müsse und sei es eine Besenkammer.
    Eine junge Neurologin hatte Dienst und hat sich rührend um mich gekümmert. Ich bekam einen freien Untersuchungsraum, eine Pritsche und sie machte das Licht aus. Sie schlug auch Amitriptilyn zur Prophylaxe vor. Seit einer Woche habe ich die Tabletten hier und hab mich immernoch nicht getraut sie zu nehmen…

    Heute hab ich es einigermaßen in den Griff bekommen mit 600er ibu und 5mg riza.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag. 🙂

    LG Henry

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Hallo Henry,

    ich habe mich früher auch schwer damit getan, eine medikamentöse Prophylaxe zu nehmen.
    Doch ich habe mich dann überwunden, weil ich die feste Gewissheit hatte, dass ich ja jederzeit wieder absetzen kann, wenn es mir nicht guttun würde bzw. die Nebenwirkungen die positive Wirkung überwiegen würden.
    Man kann auch mit einer sehr niedrigen Dosierung einsteigen, das senkt die Hemmschwelle zur Einnahme auch. Und wenn man erst merkt, dass die Nebenwirkungen nicht vorhanden sind oder gar nicht so stark wie befürchtet, wird man mutiger und positiver und traut sich mehr.

    Heutzutage bin ich sehr froh, dass ich mich dazu durchgerungen habe!

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Und noch ein Frage, Henry: Warum hast du nach dem Frühstück Ibuprofen genommen und nicht gleich das Triptan? Von den Schmerzmitteltagen her zählt ja beides gleich.

    Früher dachte ich, dass die „normalen“ Schmerzmittel harmloser seien als die Triptane, doch das stimmte nicht. Ich lernte hier in Headbook, dass Triptane weniger Nebenwirkungen haben bei meist besserer Wirkung, weil sie speziell gegen Migräne hergestellt werden und gezielter wirken als die anderen Schmerzmittel, die oft die inneren Organe belasten.

    Lieber Gruß
    Heika

    Henry
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Heika,

    danke für deinen Zuspruch bezüglich Prophylaxe. 🙂
    Ich starte auch mit einer kleinen Dosis, die man jederzeit wieder absetzen kann. Muss mich nur endlich mal durchringen. Der Zeitpunkt könnte eigentlich nicht besser sein, auch weil die MÜK-Grenze erreicht ist.

    Dass Ibuprofen viel schädlicher – auch für den Magen und das Herz – ist, weiß ich, aber um deine Frage zu beantworten: aus Angst vor dem Triptan bzw. der starken und langanhaltenden Benommenheit.
    Aus Angst treffe ich leider oft die falschen Entscheidungen oder eben keine. :/

    GlG Henry

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Hallo Henry, auch von mir noch ein herzliches Willkommen im Headbook. 🙂

    Du hast bereits super Beratung erhalten. Auch der Hinweis auf die niedriger dosierten Sumatriptan-Spritzen war wichtig. Der MigraPen enthält nur 3 mg, die auch reichen könnten von der Wirkung her. Sie machen auch weniger schlapp als die höhere Dosierung. Teste die doch mal, vielleicht kommst Du damit besser zurecht.

    Du könntest auch mal Triptane testen, die insgesamt „sanfter“ sind. Das wären Naratriptan (als Formigran freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich) und Frovatriptan (Allegro). Bei beiden dauert der Wirkeintritt relativ lange, dafür wirken sie auch lange. Vor allem Frovatriptan deckt ca. 24 Stunden ab.

    Schmerzmittel würde ich mal ganz weglassen und mich nur auf die Suche nach „Deinem“ Triptan machen. 😉

    Es ist gut, dass Du wegen Deiner Angststörung in Behandlung bist. Angst steht vielen so sinnlos im Weg und verhindert in Deinem Fall z.B. eine vernünftige Therapie. Dabei wäre genau das wichtig, um nicht neue Ängste entstehen zu lassen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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