Hier könnt Ihr über Euren persönlichen Schmerzverlauf berichten. Sei es Migräne, Aura, Sonderformen der Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, oder sonstige Schmerzzustände.
Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.
Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene und die Erfahrungen, wie mit der Erkrankung umzugehen ist.
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Musicaldarstellerin mit Migräne (Leona)
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AutorBeiträge
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Guten Abend!
Ich bin neu hier und hoffe, ich mache alles richtig.😊Migräne habe ich seit ca. 3 Jahren, bisher allerdings immer eher unregelmäßig und kam mit Sumatriptan ganz gut klar.
Im Moment nimmt die Häufigkeit leider deutlich zu und mein größtes „Problem“ dabei ist mein Beruf.Ich bin Musicaldarstellerin und habe zunehmend mehr Angst, dass mich die Migräne auf der Bühne erwischt oder ich ausfalle.
Das ist mein absoluter Traumjob und ich habe so eine Angst ihn nicht mehr ausüben zu können.Was ich mir hier erhoffe, kann ich gar nicht genau sagen, aber wäre über jeden Rat dankbar!
Vielen Dank!
LeonaLiebe Leona,
herzlich willkommen im Headbook!
Und bei deiner Anmeldung hast du alles richtig gemacht, prima!
Da hast du aber einen ausgesprochen wundervollen Beruf, den du ausüben kannst. Deine Bedenken kann ich gut verstehen, wenn sich jetzt eine derart auffällige Verschlechterung deiner Migräneproblematik ergeben hat.
Führst du einen Schmerzkalender? Hat sich nur die Frequenz deiner Attacken erhöht oder auch die Schmerzintensität oder Dauer? Wie viele Triptan-Einnahmetage pro Monat hast du? Führst du einen Schmerzkalender, so dass du den genauen Überblick hast? Die App der Schmerzklinik Kiel (siehe auf der Startseite rechts unten) ist super und leicht zu bedienen.Zu was ich dir auf jeden Fall schon einmal raten würde, ist die Einnahme von Magnesium, weil das die Erregbarkeit der Nervenzellen senkt. Und viele Migränepatienten haben einen Magnesiummangel. Mit der Einnahme kannst du sowieso nichts falsch machen. 600mg täglich werden empfohlen, doch man sollte mit weniger anfangen und nur langsam steigern, damit sich der Darm daran gewöhnen kann.
Lieber Gruß
HeikaWillkommen bei uns, liebe Leona. 🙂
Heika hat Dir schon wichtige Dinge genannt und Fragen gestellt.
Sonst würde mich auch noch interessieren, wie viele Attacken Du pro Monat hast und an wie vielen Tagen Du behandelst.
Nimmst Du sonst schon eine medizinische Prophylaxe ein?
Liebe Grüße
BettinaVielen Dank für die netten Antworten!
Die APP habe ich mir direkt mal runtergeladen.In erster Linie hat sich „nur“ die Anzahl der Attacken verändert, wobei ich auch das Gefühl habe, dass sie mich im ganzen noch mehr umhauen als früher.
Bis zum Sommer hatte ich tatsächlich eher alle paar Monate mal 2-3 Schmerztage, meistens am Stück und dann auch wieder wochenlang nichts.
Jetzt sind es eher 7-12 Schmerztage pro Monat.Eine medizinische Prophylaxe nehme ich nicht. Magnesium nehme ich tatsächlich sowieso bereits, allerdings nicht in der Menge und werde mich in Hinblick auf die Migräne damit beschäftigen.
Danke für den Tipp!Vielen Dank!
LeonaLiebe Leona,
Magnesium und Vitamin B2 in wirksamen Dosierungen ist empfehlenswert. Wenn keine Gegenanzeigen bestehen (bitte den Arzt dazu kontaktieren) sind sie gut verträgliche Prophylaxen praktisch ohne nachteilige Nebenwirkungen.
Sollte die Frequenz über eine längere Phase so bleiben, vielleicht auch mal über eine med. Prophylaxe nachdenken. Verhalten entsprechend der Erkrankung ist auch enorm wichtig, ebenso Entspannungsverfahren und Regelmäßigkeit im Tagesablauf.
Liebe Grüße
BettinaLiebe Bettina,
danke, ich werde mit meinem Hausarzt zu Magnesium und Vitamin B2 sprechen.
Regelmäßigkeit im Tagesablauf ist leider berufsbedingt eher schwierig für mich umzusetzen.
Aber dann werde ich versuchen da auch noch zu optimieren.Das schlimmste ist für mich immer auf der Bühne Migräne zu bekommen.
Liebe Grüße
LeonaLiebe Leona,
aus deinen Beiträgen kann ich nicht ganz rauslesen, ob deine Angst davor, Migräne auf der Bühne zu bekommen, eine Befürchtung ist oder ob es dir schon mehrfach so widerfahren ist…
Es geschieht erstaunlich oft, dass während einer Show ein Darsteller wechselt, eine Rolle wegfällt oder von einem anderen Darsteller mit übernommen wird. Vielleicht kann dir das ein wenig den Druck nehmen – du bist da nicht allein (auch wenn man immer das Gefühl hat, damit alleine zu sein).
Während einer Show sind natürlich enorm viele Reize vorhanden – Stress, Physische Anstrengung, Licht, Lärm… Vieles davon kann man nicht mal eben ausblenden. Wichtig wäre aber, dass dein Körper nicht zusätzlich noch auf Sparflamme fahren muss, also genug Flüssigkeit, Zucker und Salz bekommt.
Und dann außerhalb der Arbeit für Regelmäßigkeit und Entspannung sorgen, wie Heika und Bettina schon geschrieben haben…
Meine Erfahrung zum Thema Regelmäßigkeit und Pausen ist, dass jeder Migränekopf da anders reagiert. Bei manchen ist regelmäßiger Schlaf enorm wichtig, für andere regelmäßige Mahlzeiten oder Pausen… Schau, was die hilft – es lohnt sich, dran zu bleiben.Liebe Grüße, Tanni
Liebe Leona,
Musicaldarstellerin – wow 😊 – toller Beruf!
Was die Migräne angeht: die Angst ist ungünstig aber natürlich verständlich – jede Veränderung macht erst mal Angst.
So ziemlich jeder hier kennt das. Da ist der Beruf ziemlich egal. Jeder will arbeitsfähig bleiben.
Wie Tanni schon sagt, versuche deinem Körper genug Energie zu geben. Und gönne ihm nach dem ganzen Trubel (Licht, Musik, Sport, viele Menschen) Pausen. Das muss nicht unbedingt Ruhe sein, sondern eben das, was dir gut tut.
Und für Tage, an denen die Migräne mittendrin kommt musst du einen Weg finden, damit umzugehen. Bei mir gibt es da 2 Varianten. Die eine: lieber mit Kopfschmerzen weiter machen, bis ich zur Ruhe kommen kann – erst dann macht es Sinn, das Triptan zu nehmen. Die andere: ich nehme direkt das Triptan und kann weiter arbeiten (oder z. B. Flöte spielen im Konzert, oder Auto fahren, usw). Zu erkennen, wann ich wie handle, das sind einfach Erfahrungswerte und es kommt sehr darauf an, was ich an diesem Tag tue. Kann ich Sachen, die grad schlecht gehen wann anders machen? Kann ich mal zwischendurch frische Luft schnappen oder einen Kaffee mehr trinken? Usw.
Also man muss eben seinen Weg finden – und je mehr man liebt was man tut um so kreativer wird man da. So meine Erfahrung 🙂
Bettina hat dir schon geraten: wenn die Attacken mehr werden kannst du auch über eine medikamentöse Prophylaxe nachdenken. Das musst du aber auf jedem Fall mit deinem Arzt besprechen.
Die Migräne wird sich immer mal wieder verändern. Es wird einfacher damit umzugehen, wenn man lernt das anzunehmen.
Heutzutage gibt es so viele gute Medikamente die uns helfen können. Es gibt z. B. noch andere Triptane, die du probieren kannst. Teilweise wirken sie schneller oder länger, so dass du vielleicht besser klar kommst in deinen Beruf.
Grüßle Daniela
Liebe Leona,
eine Migräneerkrankung ist für jede Lebenssituation eine Herausforderung, doch es gibt Berufe, bei denen es sich definitiv noch herausfordernder darstellt, und deiner gehört eindeutig dazu.
Ich weiß nicht, ob dem einen oder anderen hier in Headbook der Name Marika Kilius etwas sagt. Sie ist 1943 geboren und war in den 50er und 60er Jahren im Roll- und Eiskunstlauf erfolgreich. Vor allem im Paarlaufen mit Hans-Jürgen Bäumler wurde sie berühmt.
Ich las vor einiger Zeit ihre Biografie und erfuhr, dass sie schon damals an schwerer Migräne mit Aura litt. Und welche Herausforderung das war, wenn sie während ihrer Auftritte eine Aura hatte und nicht mehr klar sah. Sie beschrieb, dass sie mit ihrem Sportpartner zum Glück so vertraut war und sich auf ihn verlassen konnte, dass die Griffe sozusagen blind funktionierten.
Nach ihrer aktiven Laufbahn waren sie noch bei Holiday on Ice unter Vertrag. Da stand für sie hinter der Bühne ein Eimer parat, wenn die Übelkeit während einer Migräneattacke zu heftig wurde… Und danach dann wieder lächelnd vor den Vorhang zum Publikum.
Damals gab es noch keine Triptane und die starken Schmerzmittel, die wenigstens ein bisschen linderten, machten müde und unkonzentriert, für Sportler alles andere als einfach.
Wie gut ist es, dass man heute so viel mehr über diese Erkrankung weiß und bessere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung hat. Dennoch muss man mit den Einschränkungen klarkommen und ich wünsche dir sehr, dass du das möglichst gut hinbekommst.
Lieber Gruß
HeikaLiebe Leona,
ich hab mal eine Weile semiprofessionell hinter der Bühne gearbeitet (Technik, Umbauten, Orga) und möchte mich Heika anschließen: Bühnenjobs sind für Migränemenschen definitiv nochmal eine ganz andere Nummer. Es geht ja nicht nur um Reizüberflutung, sondern auch um präzises Timing, Konzentration, auf den Punkt genau körperlich und stimmlich präsent zu sein, maybe den Umgang mit Lampenfieber und mit der in Bühnenberufen leider oft vorhandenen „Geht nicht, gibt’s nicht“-Arbeitseinstellung.
Ich kenn die Situation mit dem Eimer backstage übrigens sehr gut und kann mich noch dran erinnern, wie es war, mit Migräne einen in zwei Minuten stattfindenden, kaum geprobten 60-Sekunden-Umbau koordinieren zu müssen, während man gleichzeitig merkt, dass einem genau dann wahrscheinlich schlecht werden wird. Adrenalin hat zwar, fast magisch, immer dafür gesorgt, dass das nicht passiert ist. Aber so gesund war das auf die Dauer nicht, glaube ich, eher ein Überlebensmechanismus. Wie das für Darstellende sein muss, kann ich mir ernsthaft gar nicht vorstellen.
Ich will dir damit aber keine Angst machen. Ich glaube, dass es auf der anderen Seite auch viele schützende Faktoren und Ressourcen gibt, die man nutzen kann, um das Attackenrisiko zu senken. Wichtig ist, denke ich, dass man ehrlich mit sich ist und die Erkrankung nicht einfach ausblendet und standardmäßig immer über seine Grenzen hinausgeht.
Du hast z. B. geschrieben, dass du mit deinem Hausarzt über Magnesium und B2 sprechen willst. Das klingt, als ob du noch keine neurologische Begleitung hättest? Das wäre vielleicht ein wichtiger Schritt, zumal dir dann auch weitere Optionen zur Prophylaxe offenstehen würden.
Was auch superwichtig sein kann, ist ein Umfeld, das die Migräne versteht und dich damit ernstnimmt. Leute, mit denen du dich darüber austauschen kannst, wie es dir mit der Migräne und dem Job geht, die vielleicht nicht nur so „Tschakka, du schaffst es“- mäßig motivieren wollen, sondern dich auch mal darauf aufmerksam machen, wenn du dich überforderst. Mit denen man ehrlich darüber sprechen kann, ob man gerade auf dem richtigen Weg ist.
Auch das Arbeitsumfeld kann man ruhig mal auf „Barrierefreiheit“ überprüfen: Sind da Verständnis und Mitgefühl? Kannst du es offen ansprechen, wenn du z. B. mehr Pausen brauchst oder ist vielleicht sogar eine Zweitbesetzung möglich (leider ja oft nur in größeren Häusern umsetzbar)?
Oder wird gelästert, wenn Leute krank sind, oder wenn man die Premierenparty zwecks Schlaf lieber ausfallen lässt, keinen Alkohol trinkt, nicht raucht etc? Das kann schon viel ausmachen, wenn man diese Faktoren achtsam bedenkt und gute Grenzen setzt.Und dann gibt es auch noch die üblichen, aber nicht weniger wichtigen Tipps, wie regelmäßige Mahlzeiten (kleiner kohlenhydratreicher Snack vor der Vorstellung und für die Pause), kein oder gleichmäßiger Koffeinkonsum (der Abfall des Pegels am nächsten Tag kann Attacken nämlich auch triggern), gute Rituale zum Runterkommen nach der Vorstellung. Das kann alles auch sehr hilfreich sein.
Ich hoffe, du findest gute Sachen, die für dich hilfreich und umsetzbar sind.
Toi, toi, toi und liebe Grüße 🙂Frakti
Vielen vielen Dank für die ganzen Ratschläge! Ich bin ganz überwältigt von der Hilfe hier!
Dann werde ich mir wohl mal einen Neurologen suchen, bisher kam ich mit meinem Hausarzt da gut klar, aber in der Vergangenheit hatte ich ja auch nur alle paar Wochen mal Migräne.
Mit der jetzigen Situation ist er auch überfragt.Ich würde sagen mein „berufliches Umfeld“ ist da aktuell relativ verständnisvoll, aber es ändert nichts daran, dass man nunmal zuverlässig abliefern muss und spontane Ausfälle extrem ungünstig sind.
Adrenalin rettet mich dahingehend zum Glück auch oft, sodass es mir dann oft nach der Show erst richtig schlecht geht und mich die Migräne dann richtig überrollt.
Aber leider funktioniert das auch nicht immer. Den Eimer backstage habe ich auch schon gebraucht und ein Kühlpack ist auch da, um mich in Pausen zumindest ganz kurz hinlegen und den Kopf bei starken Schmerzen zumindest kurz kühlen zu können.Wahnsinn, was Marika Kilius geleistet haben muss! Das wusste ich nicht, habe ich eben mal gegoogelt.
Liebe Grüße
LeonaDer früheste Termin, den ich bei einem Neurologen bekommen habe, ist jetzt tatsächlich im Juli.
Ich hoffe, dass er mir dann wenigstens auch helfen kann.
Über Magnesium habe ich mit meinem Hausarzt gesprochen und werde langsam mehr nehmen.Das Wochenende war leider schwierig. Ich hatte Samstag morgen schon starke Migräne, Dank Sumatriptan ging es mir dann besser. Aber die Show abends war doch sehr anstrengend.
Gestern ging es tagsüber besser, ich hatte ein leichtes unterschwelliges Pochen im Kopf, aber dachte das wären noch die Reste von der abklingenden Migräne.
Kaum war ich aber abends von der Bühne runter, hatte ich das Gefühl die Migräne überrollt mich ganz plötzlich wieder.
Mir war plötzlich speiübel, konnte kaum noch gerade laufen und es hämmerte extrem im Kopf.
Ich bin noch lächelnd von der Bühne gegangen und 5 Minuten später hing ich über der Toilette und konnte mich vor Kopfschmerzen kaum noch auf den Beinen halten.So schnell wurde die Migräne noch nie so extrem stark, das hat mich schon etwas erschrocken. Heute fühle ich mich völlig erschlagen.
Liebe Grüße
Leona -
AutorBeiträge
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