Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Neues Mitglied Nora stellt sich vor.

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  • NoriPotsdam
    Participant
    Beitragsanzahl: 2

    Hallo zusammen,
    ich bin 37, aus Potsdam, und habe seit meiner Jugend (ca.16) Migräne – früher eher selten, mittlerweile häufiger und intensiver, mit wechselnder Ausprägung.

    Form meiner Migräne:
    • Migräne mit und ohne Aura
    – Migräne ohne Aura kein Problem aushaltbar
    • Sensorische Auren: Kribbeln, Taubheitsgefühle (v. a. in Fingern dann Arme dann Lippe Mund Zunge manchmal Stellen im Gesicht)
    – „Missempfindungen“ nach der Migräne die mich sehr verunsichern
    • Visuelle Aura: als ob in ein Fotoblitz geschaut wurde mit sehausfälle – nicht mehr lesen können, 1000 kleine glitzernde flimmernde Flecken
    • Migräne-Schmerzen meist einseitig, wandern manchmal von rechts nach links hinterm Auge pulsierend, Hinterkopf
    • Begleitsymptome:
    -Geräusch- und Lichtempfindlichkeit, Schwächegefühl nach der Attacke
    • Häufig verlängerte Erholungsphase mit Empfindlichkeit, Ängsten und Nachsymptomen (bei euch auch bekannt)

    Auslöser & Muster:
    • Stress (emotional & körperlich): Konflikte Partner und Kind, Überlastung Partner ist selbständig, zu wenig Pausen für mich
    • Hormoneller Zyklus: Bisher traten zwei stärkere Attacken mit Aura und Taubheit jeweils an Zyklustag zwischen 10–12 auf → evtl. Zusammenhang mit dem Ende des Eisprungs
    • Lichtreize / Stroboskoplicht (nach Eventbesuch): konnten Migräne mit starker Aura auslösen
    Unvorhersehbares Helles reflektierendes Licht von Autos
    • Sport / Überanstrengung (leichte Eisen Anämie)

    Familiäre Veranlagung:
    • Migräne kommt in der Familie vor (Vater & Schwester)

    Was medizinisch abgeklärt wurde:
    • Vor 2 Jahren: Notaufnahme wegen Taubheit in Gesicht & Hand → Diagnostik durch Neurolog:innen → Migräne mit Aura (kein MRT damals, da klinisch eindeutig)
    • Aktuell: neurologisch kein Schlaganfall-Verdacht, ich habe aber große Unsicherheit bei atypischen Symptomen

    Was mir hilft:
    – Dunkler Raum wenig Licht und Reize
    • Triptane (Nasenspray) helfen teilweise gut – Schmerzen lassen nach, aber Auren oder Missempfindungen treten in der Erholungsphase noch auf (ist das bei euch auch so)
    • Ibuprofen 600 mg in der zweiten Phase hilfreich
    – Sonnenuntergang meist Besserung
    • Magnesium abends zur Beruhigung & Prophylaxe

    Was mich derzeit belastet:
    • Die Unvorhersehbarkeit der Auren und sensorischen Auren

    • Die Angst, ob es nicht doch etwas anderes ist (Schlaganfall etc.)?!

    • Die missempfindungen für sek. Obwohl die sensorische Aura vorbei ist (da ich oft nicht sagen kann ob Echt oder eingebildet aus Angst) manchmal flackern auch noch glitzernde Fleckchen auf – bekomme sofort bauchkribbeln und kann nicht einordnen ob ich es echt gesehen habe oder eingebildet war?! Kennt das noch jmd.?

    • Unsicherheit, ob ich in der Postdromalphase etwas “triggern” kann?!

    • Ich neige zu Kieferpressen, ich vermute das verstärkt bei mir Kribbeln & Taubheit an der Lippe?!

    Was ich suche:
    • Austausch mit Betroffenen, die auch sensorische Auren oder verlängerte Erholungsphasen genau dasselbe erleben

    • Tipps zur Migräneprophylaxe im hormonellen Kontext

    • Strategien für den Umgang mit Körpersymptomen & Angst in sensiblen Phasen

    Ich freue mich auf einen freundlichen Austausch mit euch! 💛

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Willkommen im Headbook, liebe Nora. 🙂

    Du schilderst einen Verlauf, den sehr viele von uns so hätten schreiben können. Alles im Rahmen des „Normalen“, zudem auch familiär vorbelastet.

    Wie oft hast Du Attacken im Monat? Nimmst Du jetzt schon eine Prophylaxe ein?

    Hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2 können sanft unterstützen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    NoriPotsdam
    Participant
    Beitragsanzahl: 2

    Hallo Bettina, danke für den freundlichen Empfang.
    Ich hatte Migräne mit Aura (jetzt werden mich die meisten beneiden nachdem was ich hier gelesen habe) 1 x im Jahr.
    Dieses Jahr ist es schon 2x passiert zuletzt mit einem von mir unbekannten Symptom der kurz vor Ohnmacht/schwindel Anfall den ich nicht als Migräne eingestuft habe aber typisch sein soll. Das macht mir derzeit extrem zu schaffen. Ich bin heute Tag 3 der Migräne und habe immer noch leichte sensorische missempfindung sekundenweise. Sowie plötzlich blitzartige Kopfschmerzen für 1 sek. Dann das Gefühl das rechts mein Gesicht überwärmt ist, ist es aber nicht.
    Ist das wirklich typisch für Migräne? Das es so nachhalt obwohl der eigentliche Schmerz weg ist?
    Im krankhaus war man genervt von mir das ich nichts hätte etc. Es verunsichert mich alles extrem. Ich habe im kkh gesagt ich weiß nicht ob das was ich fühle echt ist… kennt das jmd. Mein Mannesalter auch ich bilde es mir aus Angst ein?! Bitte um Hilfe und bin dankbar für jede Nachricht.

    Auguste72
    Participant
    Beitragsanzahl: 222

    Hallo Nora,

    Schwindel ist nicht typisch für Migräne, aber auch nicht untypisch. Migräne hat viele Gesichter und Auren können sich unterschiedlich zeigen. Im Laufe der Jahre kann sich Migräne verändern. In Häufigkeit, Stärke und „Erscheinungsbild“.

    Ich hatte mit Anfang 20 Migräne mit „nur“ Kopfschmerzen und immer auf der rechten Seite. Meist zyklusbedingt.
    Über die Jahre hat sich meine Migräne mehrfach geändert, jetzt auch mit Aura – mal mit mal ohne Kopfschmerz hinterher. Jetzt mit Anfang 50 habe ich verschiedene Auren, die sich erst nach und nach gezeigt haben (erst nur Sehstörungen, dann kam Kribbeln in den Händen, dann Wortfindungsstörungen). Die kommen einzeln, mehrere hintereinander oder mehrmals dieselbe. Die Sehstörungen verändern sich auch immer mal wieder und können von anfangs immer 20 Minuten, jetzt bis zu 45 Minuten bleiben. Die Wortfindungsstörungen halten bei mir meist mehrere Tage an.

    Früher hatte ich nach einer Attacke noch 1-2 Tage so ein Gefühl, als wenn ich durch Watte denke (Brainfog).
    Jetzt bin ich nach einer starken Attacke unglaublich müde und erschöpft und kann außer schlafen gar nichts mehr machen.

    Bei Migräne scheint nichts unmöglich. Unser Hirn ist immer gut für neue Überraschungen.
    Dass Dich solche Veränderungen stark verunsichern und Angst machen, ist verständlich. Nur leider ist Angst auch ein Migräne-Trigger – also kontraproduktiv.

    Warst du jetzt aktuell auch nochmal im Krankenhaus und bist Du ambulant in neurologischer Behandlung wegen der Migräne?

    Wie oft (wie viele Tage im Monat) hast Du insgesamt Migräne (also auch ohne Aura)?

    Was die zyklusbedingten Attacken angeht, so haben einige mit einer reinen Gestagenpille Erfolg. Kann aber auch nach hinten losgehen und die Migräne verstärke. Da hilft nur ausprobieren. Kombipräparate mit Östrogen sind bei Migräne mit Aura eigentlich kontraindiziert, manche nehmen sie aber trotzdem. Dann aber auch durchgängig ohne Pause. Das individuelle Risiko sollte mit dem/der Gyn besprochen werden.

    Ansonsten wird die zyklusbedingte Migräne genau so behandelt, wie andere Attacken. Magnesium kann prophylaktisch helfen. Nimmst Du es täglich und wie viel?

    Außerdem sind ein regelmäßiger Tagesablauf, ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Entspannungsverfahren (PMR, Mediation, oder auch Yoga) zu empfehlen und regelmäßiger moderater Ausdauersport.

    Strategien, wenn die Aura kommt:
    Nimm es als Signal, dass Dein Körper eine Auszeit braucht. Hinsetzen, in Ruhe eine Tee oder Kaffee trinken und abwarten bis es vorbei ist. Auren sind lästig – aber nicht gefährlich.

    Und was mir noch einfällt:
    Triptane niemals während der Aura nehmen, sondern immer erst, wenn die Aura vorbei ist. Triptane helfen eh nur gegen die Kopfschmerzen und es kann passieren, dass sie die Aura-Symptome verschlimmern oder verlängern, wenn sie währenddessen genommen werden.

    Liebe Grüße
    Auguste

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo Nora,

    Sowie plötzlich blitzartige Kopfschmerzen für 1 sek. Dann das Gefühl das rechts mein Gesicht überwärmt ist, ist es aber nicht.

    es gibt blitzartige Kopfschmerzen, die nur wenige Sekunden dauern, die Schmerzintensität ist nicht hoch. Hier könnte es sich um den Eispickelkopfschmerz handeln. Er muss nicht behandelt werden.

    Es gibt allerdings auch trigeminus-autonome Kopfschmerzformen, die häufig pro Tag auftreten, die Schmerzintensität ist hoch und sie müssen auch behandelt werden.

    Wie ist das bei dir genau?

    Sonst hat dir Auguste schon vieles mitgeteilt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Karl
    Participant
    Beitragsanzahl: 21

    Ich nehme seit langen als Prophylaxe Ajovy und um mein Nervensystem zu unterstützen versuche aktuell auch Magnesium langsam hochzudosieren bin aktuell bei 3 Kapsel a 100 mg von Magnesium pur ob ich 600 mg schaffe bin ich mir nicht sicher.
    Vitamin B bin ich am überlegen ob ich Vitabay über Amazon kaufe,kann ich eigentlich gleich mit 200 mg morgens und 200 mg Abends anfangen?
    Viele Grüße

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34367

    Hallo Karl,

    stelle Fragen bitte in Deinem eigenen Forum, ok? 😉 Hier bist Du im Schmerzverlauf von Nora.
    Aber eine kurzer Austausch mag ok sein für sie.

    bin aktuell bei 3 Kapsel a 100 mg von Magnesium pur ob ich 600 mg schaffe bin ich mir nicht sicher.

    Ist ja gar nicht nötig, bis 600 mg zu kommen. Damit wurden halt die Studien gemacht, aber vielen reicht eine niedrigere Dosierung auch schon aus für einen positiven Effekt.

    Vitamin B bin ich am überlegen ob ich Vitabay über Amazon kaufe,kann ich eigentlich gleich mit 200 mg morgens und 200 mg Abends anfangen?

    Wäre wahrscheinlich kein Problem, aber warum gleich in die Vollen gehen? Starte doch mit 200 mg und nach zwei oder drei Wochen nimm auch noch die restlichen 200 mg dazu. Man muss immer bedenken, dass der Körper alles verstoffwechseln muss. Nichts ist komplett harmlos und nebenwirkungsfrei. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

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