Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Neuvorstellung Julex3 mit chronischer Migräne

12 Beiträge anzeigen - 1 bis 12 (von insgesamt 17)
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  • Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Hallo ihr lieben,

    Ich bin 24 Jahre alt und leide seit ich denken kann an sehr starker Migräne mit Aura. Momentan bin ich ziemlich am verzweifeln.. Ich habe vor einigen Monaten eine Ausbildung zur Karosserie-und Fahrzeugbaumechanikerin begonnen, die mir super Spaß macht! Nur leider macht mir meine migräne so zu schaffen, dass ich in 5 Monaten nicht eine Arbeitswoche komplett durchziehen konnte, mein Chef ist bis jetzt sehr verständnisvoll gewesen aber auch er macht das nicht mehr lange mit. Ich habe gefühlt fast jeden Tag migräne, ich wache auf und mein Kopf pulsiert vor Schmerz. Dazu kommt noch, dass ich eine Störung der Bewegungssegmente im Nacken habe. Ich nehme dann auch fast täglich Triptane, oftmals hilft auch das nicht dann muss ich tramadol nehmen. Vor ein paar Tagen wurden mir Sumatriptan anstatt Rizatriptan verschrieben,ich hoffe das es etwas schneller und besser hilft. Min. 1x pro Woche ist es so stark, dass ich nicht aufstehen kann und nur am brechen bin, meist am Wochenende,daher nehme ich mir auch nie etwas vor.
    Auch unter der Woche sind die Schmerzen oft kaum aushaltbar und ich zwinge mich dann zur Arbeit aber meist wird es nach einer Zeit so schlimm das mein Chef oder Kollege mich nach Hause bringt, was mir natürlich unendlich unangenehm ist. Leider sieht man es mir auch direkt an, sodass jeglicher Versuch es zu überspielen sinnlos ist. Ich wünschte mir so sehr, dass ich fit genug wäre, die Ausbildung zu schaffen, es macht mich so traurig und ärgert mich einfach auch stark! Ich habe zudem eine hormonstörung und bin sehr Untergewichtig, ich esse allerdings mehr als genügend. Es dauert ziemlich bis ich mal ein paar Kilo mehr drauf habe und dann kommt eine heftige migräne Attacke und dann bin ich wieder da wo ich angefangen habe..

    Liebe Grüße
    Jule

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Jule,

    herzlich willkommen in Headbook!

    Du bist von Migräne wirklich extrem stark betroffen und dein ganzes Leben wird davon massiv beeinträchtigt. Da sollte sich dringend etwas ändern, denn so bist auch nicht voll arbeitsfähig. Und es wäre sehr schade, wenn du deine Ausbildung, die dir so viel Freude macht, nicht durchziehen könntest.

    Allerdings scheint bei dir bei der Behandlung einiges nicht optimal zu laufen. Wenn ich lese, dass du fast täglich Triptane nimmst, bist du ziemlich sicher im MÜK (=Medikamentenübergebrauchskopfschmerz). In so einem Fall wirken die Triptane im Laufe der Zeit immer weniger gut bis irgendwann gar nicht mehr. Das lässt sich aber wieder ändern.

    Um dir besser raten zu können, wären noch ein paar weitere Informationen von dir hilfreich:

    Kennst du die Regel, dass man nur an max. 10 Tagen pro Monat Triptane oder Schmerzmittel nehmen sollte?
    Führst du ein Kopfschmerztagebuch?
    Wie bist du ärztlich versorgt, bist du bei einem Neurologen oder Schmerzspezialisten in Behandlung?
    Nimmst du eine medikamentöse Prophylaxe ein?
    Kennst du das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“? Das ist ein super guter Patientenratgeber, sehr umfassend und gut verständlich geschrieben.

    Lieber Gruß
    Heika

    Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Heika,
    Vielen Dank für die schnelle Antwort!
    Leider war ich auch lange Zeit arbeitsunfähig geschrieben, allerdings musste ich diesen Status zwangsweise aufheben lassen. Da mein Vater sehr gut verdient,bekam ich kein Geld vom Amt. Laut ihnen müsste er bis ich 25. Jahre alt werde für meinen Unterhalt aufkommen. Daher musste ich arbeiten gehen egal ob meine Krankheit es zulässt oder nicht.
    Ich bin so gut wie jede zweite Woche einmal bei meinem Hausarzt, da ich dann auch schnell neue Tabletten brauche. Ich sprach es immer wieder an, dass ich so viele Tabletten nehmen muss und ich auch Angst habe, wegen meiner Organe. Aber er sagte, dass ich da ja aber nichts machen kann und die Tabletten dann ja nunmal nehmen müsste um am Leben teilzunehmen. Oftmals werden mir einfach andere triptane als vorher verschrieben. Ich war schon bei vielen Ärzten seit meiner Kindheit und alle meinte ich brauche nicht zum Neurologen zu gehen, da er ausser triptanen oder Antidepressiva nichts tun könnte.
    Mein Gynäkologen riet mir hochdosiertes Magnesium zur Prophylaxe zu nehmen, besser wurde es aber eigentlich nicht.Ich habe mir vor ein paar Tagen Migravent bestellt und hoffe sehr das es dann hilft.
    Das Buch habe ich mir auch gestern Abend direkt bestellt, da bin ich auch schon sehr gespannt.
    Zudem kann ich noch sagen, dass ich seit ein paar Monaten wöchentlich zur Physiotherapie muss, wenn ich Migräne habe, geht es mir danach auch wirklich besser, am nächsten Tag aber wieder genau wie vorher. Ab Mitte des Monats muss ich dann zusätzlich für 1,5jahre einmal pro Woche zum rehasport, es hieß das es auch dann wohl besser werden soll, da bin ich aber eher skeptisch.
    Liebe Grüße!

    glückdererde
    Participant
    Beitragsanzahl: 884

    Liebe Heika,

    auch von mir ein herzliches Willkomen hier!

    Deine Geschichte klingt als seiest Du mdeizinisch sehr schlecht versorgt und hättest auch noch nie (vom Magnesium abgesehen) wirklich Prophylaxen ausprobiert. Das ist einerseits natürlich mies, andererseits hast Du so auch noch jede Menge noch nie ausprobierter Möglichkeiten zur Verfügung, sobald Du einen kompetenten Arzt gefunden hast.

    Die Akutbebandlung einer Migräne darfst Du immer nur an höchstens 10 Tagen im Monat durchführen. Ansonsten verlieren die Medikamente ihe Wirksamkeit und Du nimmst immer mehr davon und dann bekommst Du Kopfschmerzen von den Schmerzmitteln.

    Dass Du Dir das Buch von Prof. Göbel bestellt hast ist schon mal sehr gut. Lade Dir doch auch noch gleich die Migräne App herunter, sieh sie Dir an und benutze sie.

    Und dann benutze doch einen Teil des Tages heute um einen in Migränetherapie erfahrenen Neurologen oder Kopfschmerztherapeuten in Deiner Gegend zu finden. Du brauchst eine optimale Migräneprophylaxe (und Dein Hausarzt hat, mit Verlaub, keine Ahnung davon).

    Neurologen haben meist sehr lange Wartezeiten also melde Dich gleich morgen bei einer Praxis an und versuche all Deine Überzeugungskraft dazu zu benutzen einen frühen Termin zu bekommen.

    Alles Gute

    glückdererde
    Participant
    Beitragsanzahl: 884

    Soll natürlich heissen: Liebe Jule!!!!

    Aber an Heika natürlich auch einen lieben Gruß.

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Liebe Jule,
    wie gut, dass du Headbook gefunden hast. Fühl dich herzlich willkommen.

    Was du wirklich ganz dringend brauchst, ist ein Neurologe, der wirklich auf Migräne und Kopfschmerzen spezialisiert ist. Das sind leider nur sehr wenige. Rechts unten in der Sidebar findest du eine Liste mit Ärzten, die sich gemeldet haben, aber nicht überprüft werden können, sind aber überwiegend sehr gut. Außerdem hat die DMKG, die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, noch eine Liste mit zertifizierten Experten. Also mach dich schlau, bevor du einen Termin machst. Ich habe noch ein paar Adressen von Ärzten, die hier in Headbook als gut beschrieben wurden. Wenn du magst, schick mir doch eine PN mit deinem Wohnort.

    Und noch ein Tipp: ganz viel Wissen erreichst du wenn du regelmäßig hier alle Beiträge mitliest. Da stecken sooo viele für dich interessante Hinweise drin, egal, ob du sie sofort oder erst mit mehr Wissen für dich nutzen kannst.

    Und was ganz wichtig ist: stell uns alle Fragen, die du hast, wir werden sie dir, wenn möglich, alle beantworten.

    Sei zuversichtlich, du hast ja noch alle Wege, die dir helfen könnten, offen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Glückdererde,

    Vielen Dank auch für deine Antwort!
    Ich komme mir meist auch eher wie ein Versuchskaninchen vor. Ich habe so viele Ärzte durch und niemand weiß was genaueres, alle geben einem die verschiedensten Tabletten bis zu Morphium und Oxicodon und selbst das half mir nicht.
    Ich werde morgen direkt im bei einem Neurologen anrufen!
    Die App habe ich mir vorgestern runtergeladen, dadurch bin ich auch auf dieses forum gestoßen.
    Liebe Grüße!

    Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Julia,

    Ich bin sehr dankbar für jegliche Hilfe!
    Ich habe dir eine PN geschrieben.
    Herzliche Grüße!

    Jasmin
    Participant
    Beitragsanzahl: 927

    Liebe Jule,
    Du hast mein volles Mitgefühl!! Ich kenne solche schlimmen verzweifelten Phasen ohne entsprechende ärztliche Begleitung sehr gut, habe dann durch Empfehlung eine sehr kompetente, verständnisvolle und hilfreiche Spezialistin gefunden. Du hast noch einige Optionen, wenn du das Buch von Prof. Göbel liest, werden dir viele Lichter aufgehen.
    Vor allem darfst du hoffen, dass es einen Weg gibt. Welcher für dich der richtige ist, wird sich zeigen, täglich Triptane nehmen hilft definitiv nicht und es ist quasi „normal“, dass es dir damit schlecht geht.
    Du hast nichts falsch gemacht, sondern wurdest falsch beraten und vermutlich hat es dein Arzt sogar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.
    Also sei zuversichtlich!
    Herzliche Grüße
    Jasmin

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Willkommen im Headbook, liebe Jule. 🙂

    Du hast jetzt schon einige Tipps erhalten, die Dir zumindest wissensmäßig weiterhelfen können. Auch das Buch von Prof. Göbel ist eine gute und wichtige Grundlage.

    Akutmedikamente (Triptane und Schmerzmittel) sollten nicht öfter als an 10 Tagen/Monat eingenommen werden. Überschreitet man diese Grenze mehrere Monate lang, ist ein Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) sehr wahrscheinlich. Aber auch das wurde bereits erwähnt. Ist man im MÜK, helfen weder Akutmedikamente noch Prophylaxen.
    Hier hilft dann nur eine konsequente Medikamentenpause, am besten stationär. Warst Du schon mal stationär in Behandlung?

    Vor ein paar Tagen wurden mir Sumatriptan anstatt Rizatriptan verschrieben,ich hoffe das es etwas schneller und besser hilft.

    Rizatriptan wirkt schneller als Sumatriptan. Aber im MÜK macht es leider keinen Sinn, noch im Bereich der Akutmedikation eine Optimierung zu versuchen. Es hilft nur das komplette Weglassen jeglicher Medikation, bis Du aus dem MÜK raus bist.

    Ich nehme dann auch fast täglich Triptane, oftmals hilft auch das nicht dann muss ich tramadol nehmen.

    Lass das sein mit dem Tramadol. Außer starker Sedierung ist kaum mit Wirkung zu rechnen, die Medikamentenpause gestaltet sich aber mit einem Opioid im Gepäck deutlich schwieriger.

    Min. 1x pro Woche ist es so stark, dass ich nicht aufstehen kann und nur am brechen bin, meist am Wochenende,daher nehme ich mir auch nie etwas vor.

    Es gibt eine Triptanspritze – Sumatriptan Injekt -, die ideal ist bei Attacken mit Erbrechen. Aber auch sie wirkt im MÜK nicht mehr, daher erst nach der Medikamentenpause testen.

    Ich habe zudem eine hormonstörung und bin sehr Untergewichtig, ich esse allerdings mehr als genügend. Es dauert ziemlich bis ich mal ein paar Kilo mehr drauf habe und dann kommt eine heftige migräne Attacke und dann bin ich wieder da wo ich angefangen habe..

    Achte darauf, dass man Dir nicht Topamax (der Hit unter einigen Ärzten 😉 ) verschreibt.

    Kannst Du Dich für einen stationären Aufenthalt vom Arzt einweisen lassen? Ich würde Dir die Schmerzklinik sehr empfehlen.

    Nach der Medikamentenpause und mit guter medikamentöser Einstellung und nichtmedikamentöser Einweisung wirst Du bald weiter Deinem tollen Beruf nachgehen können. 🙂

    Ich war schon bei vielen Ärzten seit meiner Kindheit und alle meinte ich brauche nicht zum Neurologen zu gehen, da er ausser triptanen oder Antidepressiva nichts tun könnte.

    Was für ein Schmarrn! ?

    Höre nicht auf solche Leute, es gibt definitiv super gute Hilfe für Dich. ?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Bettina,
    Ich bin auch sehr froh, über all die nützlichen Informationen und trauriger Weise wird hier mehr vermittelt als von meinen Ärzten!
    Ich war als Kind schon in einer Klinik aber das hat nichts verändert mit höherem Alter wird es eher schlimmer.
    Ich werde jetzt auch eine Medikamentenpause versuchen, mit tramadol wird es kein Problem da ich es sehr ungern nehme und mich dann gar nicht gut fühle, ich hab des öfteren erwähnt das die opiate nicht helfen, aber es werden mir dann einfach andere verschrieben. Nur habe ich Sorge, dass ich ohne die triptane gar nicht zur Arbeit komme. Ich habe leider auch kein Auto und fahre bei Wind und Wetter mit dem Rad,alleine der hinweg zur Arbeit sind 40min.fahrt. Wenn ich all die netten und kompetenten Antworten lese, bekomme ich wirklich Mut, dass es sich zum besseren wenden kann!
    Liebe Grüße!

    Jule
    Participant
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Lovely,
    Vielen lieben Dank!
    Ich bin nach den Antworten sehr guter Dinge! Es ist nur auch schade, dass so viele Ärzte anscheinend nicht viel über migräne wissen.
    Liebe Grüße!

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