Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Plötzlich neuer Kopfschmerz – Phia

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  • Phia
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    Beitragsanzahl: 15

    Hallo erstmal an Alle 🙂

    Vor einigen Wochen habe ich dieses Forum nach längerer Zeit wieder entdeckt und mich hier schon durch einige Beiträge und persönliche Schmerzverläufe gelesen. Hauptsächlich in der Hoffnung dadurch schon Antworten auf meine Fragen zu bekommen.

    Ich bin Anfang 20 und habe eigentlich schon seit der Kindheit Kopfschmerzen. Den genauen Beginn könnte ich gar nicht mehr nennen, aber spätestens ab der Grundschule hatte ich Kopfschmerzen. Da ich mich nicht daran erinnern kann, dass es mir währenddessen „schlecht“ ging, gehe ich davon aus, dass es damals einfach Spannungskopfschmerzen waren. Die Migräne kam, glaube ich, erst etwas später dazu. Allerdings wusste ich auch lange nicht, dass es tatsächlich Migräne ist.

    Da alle anderen Familienmitglieder mit Migräne deutlich stärkere Begleitsymptome und/oder eine ausgeprägte Aura haben bzw. hatten, war ich sehr, sehr lange der Meinung, dass mein Migränekopfschmerz gar nicht schlimm genug für eine Migräne ist. Dadurch hab ich auch sehr lange gar nicht unterschieden in Migräne und Spannungskopfschmerz und einfach das gemacht, was sich für mich in solchen Moment als gut angefühlt hat.

    Bis Anfang des letzten Jahres bin ich mit meinen Kopfschmerzen eigentlich gut klargekommen. Durch Corona und Anfangs die damit einhergehende viele Zeit zu Hause, sind die Kopfschmerzen insgesamt erst etwas weniger geworden (besonders die langen Uni-Tage haben bei mir irgendwie immer die Migräne getriggert und Spannungskopfschmerzen ohnehin. Das gleiche „Problem“ hatte ich auch schon zu Schulzeiten. Lange Schultage und die im ungünstigsten Fall noch kombiniert mit Sportunterricht haben deutlich häufiger zu fiesen Kopfschmerzen geführt, als es an den anderen Tagen der Fall war)

    Seit Anfang des letzten Jahres hat sich aber ein Kopfschmerz entwickelt, der sich für mich neu anfühlte. Vom „Schmerz“ war das ein sehr dumpfer, ganz leicht drückendes Gefühl in der linken Stirn, das sich bis hinter das linke Auge zog. Zu Beginn aber wirklich so leicht, dass man eigentlich kaum von Schmerz sprechen konnte (mit der Zeit hat das leider eindeutig zu genommen und ist nun eigentlich fast dauerhaft bei einer mittleren Intensität) Nach einem Tag hat es mich dann aber doch so gestört, dass ich Ibuprofen genommen habe, allerdings ohne Wirkung und auch ein erneuter Versuch zwei Tage später blieb ohne Wirkung. Das meine Kopfschmerzen deutlich länger als einen Tag anhalten, kannte ich so bisher nicht. Da es vom Schmerz aber nur sehr leicht war (im Vergleich zu meinen sonstigen Kopfschmerzen) habe ich es ab da eine zeitlang ignoriert und habe das auch einige Wochen „erfolgreich“ geschafft.

    In den folgenden zwei Monaten habe ich aber immer wieder bemerkt, dass ich deutlich häufiger diesen neuen Kopfschmerz habe. Besonders morgens bin ich mit diesem eigenartigen Gefühl hinter der linken Stirn und dem linken Auge aufgewacht. Von Mai bis November hatte ich dann immer wieder teils mehrere Wochen am Stück, in denen dieser Kopfschmerz in seiner Intensität permanent präsent war und praktisch nicht mehr zu ignorieren war. Darauf folgten aber auch immer wieder Phasen, in denen der Schmerz deutlich in den Hintergrund rückte. Besonders in den schlechten Phasen wirkte sich der Kopfschmerz auch auf meinen Schlaf aus. Ich konnte nur schwer einschlafen oder bin dann Nachts mehrmals aufgewacht und konnte dann durch die Kopfschmerzen nur schwer wieder einschlafen. Ich bin jeden Morgen aufgewacht und habe mich wie überfahren gefühlt. Und auch in dieser Zeit haben die Schmerzmittel kein einziges Mal gewirkt bzw. immer absolut unzureichend.

    Im November bin ich dann zu meiner Hausärztin. Nachdem ich vier Wochen einen Kopfschmerzkalender geführt habe, an dem ich jeden Tag Kopfschmerzen hatte, bekam ich die Überweisung zum Neurologen(vorher konnte ich ihr tatsächlich gar nicht sagen, an wie vielen Tagen ich Kopfschmerzen habe, weil ich es nie aufgezeichnet habe ). Vom Neurologen bekam ich dann die Diagnosen Spannungskopfschmerz und Migräne (gut, beides nicht überraschend gewesen :D) und für den neuen Kopfschmerz die Verdachtsdiagnose Hemicrania continua. Daraufhin nahm ich dann knapp zwei Wochen Indometacin 50 mg (erst zweimal täglich dann dreimal). Während dieser Zeit hat sich eigentlich nichts merklich an dem Kopfschmerz geändert. Leider hatte ich ausgerechnet in diesem Zeitraum zwei Tage hintereinander (für meine Verhältnisse) starke Migräne und auch zwei/drei Tage vorher hatte ich das Gefühl, dass sich kopfschmerztechnisch vielleicht etwas mischt. Da das Indometacin keine Wirkung zeigte, bekam ich dann Amitriptylin 10 mg, von denen ich jetzt aktuell jeden Abend eine Tablette nehme. Die nächsten knapp 4 Wochen bis zum nächsten Termin beim Neurologen möchte ich gerne nutzen, um dieses ganze „Kopfschmerzchaos“ irgendwie etwas besser für mich zu sortieren.

    Die ersten knapp zwei Wochen nach dem Indometacin waren beispielsweise auffallend gut bzw. besser als die Wochen davor und auch deutlich besser als es aktuell ist. Könnte das vielleicht doch eine Wirkung des Indometacins gewesen sein, oder ist das kompletter Quatsch, weil ich es wirklich in dieser Einnahmezeit hätte bemerken MÜSSEN? Ich habe ein bisschen Angst, dass die Migränetage vielleicht eine mögliche Wirkung überschattet haben.

    Wenn das Amitriptylin mit der aktuellen Dosierung keine Wirkung zeigt, würde man dann die Prophylaxe direkt wechseln oder das Amitriptylin erstmal höher dosieren?

    Hat vielleicht noch jemand von euch die Verdachtsdiagnose Hemicrania continua bekommen, die sich nicht bestätigen ließ? Welche Diagnose habt ihr stattdessen letztendlich bekommen?

    Einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz kann ich auf jeden Fall zu 100% ausschließen, weil ich jeden Monat deutlich unter den 10 Tagen liege. Insbesondere weil ich den Dauerkopfschmerz die meiste Zeit nur aushalte, da ja bisher nichts wirklich Wirkung gezeigt hat. Ich nehme also eigentlich nur noch was, wenn ich mir sicher bin, dass ich zusätzlich Migräne habe. Da beides auf der selben Seite ist (links), ist es leider häufig schwierig die Migräne unter dem Dauerkopfschmerz auszumachen (außer sie ist stark).
    Ich würde mir aktuell wirklich einfach nur mal wieder einen gute Kopfschmerztag wünschen. In den zwei guten Wochen nach dem Indometacin habe ich erst wieder wirklich gemerkt, wie sehr einem das Qualität nimmt, wenn einem ansonsten eigentlich ständig der Schädel brummt.

    Entschuldigt bitte, dass ist eindeutig länger geworden, als geplant.

    Liebe Grüße!

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Phia,

    bei mir stand die Diagnose Hemicrania continua auch im Raum, alle Symptome passten, doch ich habe auf Indometacin nicht reagiert, also war sie hinfällig.
    Ich musste sogar noch einen zweiten Versuch mit der doppelten Dosis Indometacin starten, um ganz sicherzugehen, was mich äußerst genervt hat, weil ich neben diesen Kopfschmerzen auch eine ausgeprägte Migräne habe und die Schmerzmitteltage eigentlich dafür brauche.

    Bei mir war der Schmerz rund um das rechte Auge und ausstrahlend in die rechte Kopfseite. Ähnlich wie meinem Migräneschmerz, wenn er auf der rechten Seite ist, weil da die gleichen Nervenbahnen aktiviert werden. Allerdings sprach kein einziges Schmerzmittel auf diesen Nicht-Migräne-Kopfschmerz an, auch nicht in maximaler Dosierung. Die Fachleute vor Ort waren überfordert, konnten mit meinen Symptomen nichts anfangen.

    Der Schmerz war anfangs nur hin und wieder aufgetreten, auch nicht sonderlich stark. Doch im Verlauf von etlichen Monaten nahmen Frequenz und Stärke deutlich zu und am Schluss war ich monatelang im Dauerschmerz.
    Erst in der Schmerzklinik Kiel erhielt ich endlich die Diagnose: Spannungskopfschmerz. Und mir konnte dort super gut geholfen werden – mit nachhaltiger Wirkung.

    Lieber Gruß
    Heika

    Phia
    Participant
    Beitragsanzahl: 15

    Liebe heika,
    Vielen Dank für deine Antwort. Über Spannungskopfschmerzen habe ich selbst schon mehrmals nachgedacht, deshalb im Folgenden nochmal ein paar Gedanken von mir dazu, die aktuell nicht so richtig aus meinem Kopf wollen.
    Ich bin beinahe der festen Überzeugung, dass ich zu Schulzeiten schon zu den beidseitigen Spannungskopfschmerzen auch einseitige Spannungskopfschmerzen hatte und wenn dann auch immer links. Seit ich allerdings weiß, dass ich zu 100% auch Migräne habe, bin ich mir so unsicher, wie viel davon nicht vielleicht doch eher ne Migräne waren. Davon abgesehen kommt mir dieser wirklich eklige Schmerz hinter dem Auge so gar nicht von vorher bekannt vor.

    Hattest oder hast du zusätzlich auch beidseitige Spannungskopfschmerzen, oder immer nur einseitig? Habe teils zusätzlich zu dem Dauerkopfschmerz noch einen ziemlich gleichmäßig verteilten Druck im Kopf, der dann meist nach ein paar Stunden nachlässt (für mich eigentlich klassische Spannungskopfschmerzen, besonders weil sie dann auch in bzw. nach Situationen auftreten, die mir schon als Auslöser bekannt sind). Was ich mich also frage ist, ob man gleichzeitig (und das wirklich zeitlich gesehen :)) einen einseitigen und beidseitigen Spannungskopfschmerz haben kann (hoffe das ergibt Sinn).

    Letztlich scheint das auch der aktuelle Verdacht des Neurologen zu sein, sofern ich das beim letzten Mal richtig herausgehört habe bzw. das Amitriptylin geht ja auch in diese Richtung (ganz deutlich gesagt hat er das allerdings nicht mit dem Spannungskopfschmerz).

    Liebe Grüße,
    Phia

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Phia,

    meine Spannungskopfschmerzen waren immer nur einseitig und immer nur rechts. Das ganze Auge tat mir großflächig weh und die Schmerzen strahlten in die gesamte rechte Kopfhälfte aus.
    Mit der Einseitigkeit taten sich auch die Ärzte vor Ort so schwer, doch ein Spannungskopfschmerz kann durchaus nur einseitig auftreten, so wie Migräne auch beidseitig auftreten kann.
    Bei einem Migräne-Seitenwechsel komme ich selber für ein paar Stunden in den beidseitigen „Genuss“, bei anderen ist es durchgängig beidseitig.

    Man liest ja immer von typischen Kennzeichen bei Kopfschmerzerkrankungen, das heißt aber nur, dass die Mehrzahl der Patienten diese Symptome aufweist. Es kann durchaus viele andere Varianten geben, was die genaue Diagnose natürlich erschwert. Doch kompetente Fachleute wie in der Kieler Schmerzklinik kriegen das auch in schweren Fällen hin.

    Das mit dem gleichzeitigen ein- und beiseitigen Spannungskopfschmerz kann ich nur dann verstehen, wenn einmal die eine Seite an einer anderen Stelle (Auge) schmerzt als das beidseitige Druckgefühl. Und dann kann es das natürlich gleichzeitig geben, auch wenn es etwas seltsam klingt.

    Das Amitriptylin stärkt u.a. das Schmerzabwehrsystem, ist bei Spannungskopfschmerzen meist das erste Medikament, das man ausprobiert. Wichtig sind auch genügend Nachtschlaf, regelmäßige Ruhezeiten, Entspannung, Ausdauersport (wenn die Migräne das zulässt). Manchen hilft es, Pfefferminzöl auf die Schläfen aufzutragen. Es gibt Roller, die nicht tropfen, denn Pfefferminzöl sollte nicht in die Augen gelangen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Herzlich willkommen im Headbook, liebe Phia. 🙂

    Die Differenzierung Spannungskopfschmerz/Migräne ist eigentlich recht einfach. 😉 Bei Migräne verstärkt sich der Schmerz oder Druck im Kopf, beim Spannungskopfschmerz nicht. Das kannst Du testen, indem Du Dich kurz anstrengst oder den Kopf ganz nach unten beugst. Durch die Drucksteigerung in den Hirngefäßen verstärkt sich dann der Schmerz meist recht deutlich.

    Bei Migräne zieht man sich lieber zurück, beim Spannungskopfschmerz kann man seinen Tätigkeiten weiter nachgehen. Meist sind bei der Migräne auch Licht-/ und Lärmüberempfindlichkeit mit dabei, oft auch Übelkeit und sogar Erbrechen. Beim Spannungskopfschmerz, mit seltenen Ausnahmen, nie.

    Kennst Du unsere kostenlose Migräne-App? Da findest Du auch einen Kopfschmerz-Schnelltest.

    Beide Kopfschmerzformen treten zeitgleich nicht auf. Es ist entweder Migräne oder Spannungskopfschmerz. Oft meinen Betroffene auch, dass sie Spannungskopfschmerzen haben, wenn die Migräne leichter auftritt.
    Es kann durchaus sein, dass Du auch als Kind und Jugendliche bereits Migräne hattest, diese aber nicht so schwer ausgeprägt war. Ich habe auch von Kindheit an Migräne, die aber die ersten Jahre/Jahrzehnte leichter verlief als sie dann im Alter ab ca. 30 auftrat.

    Mit dem Amitriptylin bist Du aber jetzt mal gut versorgt, aber all das hat ja Heika bereits geschrieben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Phia
    Participant
    Beitragsanzahl: 15

    Liebe heika,

    lieben Dank für deine erneute Antwort.
    Auf genügend Schlaf achte ich eigentlich sowieso, da ich ein zu wenig meist schnell merke und das nicht nur auf die Kopfschmerzen bezogen. Deshalb sind die Phasen, in denen mich der Kopfschmerz wachgehalten hat, auch irgendwie besonders schlimm gewesen. Ausgeruht komme ich damit eindeutig besser klar (auch wenn es trotzdem aktuell kopfschmerztechnisch weit weg von dem ist, wie ich es mir eigentlich wünschen würde). Da kommt mir die Nebenwirkung „Müdigkeit“ vom Amitriptylin tatsächlich sehr gelegen. Kann seit dem auch an schlechteren Tagen besser Abends abschalten bzw. dann auch einschlafen. Vielleicht ist das auch mehr Placeboeffekt, aber selbst den würde ich dankend annehmen 😉
    Nehme mir seit Ende des letzten Jahres auch mehr bewusste Pausen für mich selber und habe Ende des letzten Jahres auch wieder mit dem Ausdauersport angefangen, den ich zu meiner eigenen Überraschung mittlerweile sogar gerne mache (das ich das einmal sagen würde…) Das Pfefferminzöl steht immer griffbereit neben meinem Bett. Über einen Roller sollte ich aber mal nachdenken, nachdem ich mir das Zeug heute Vormittag versehentlich ins Auge gerieben habe (da war sogar die Migräne kurz vergessen).

    Liebe Bettina,

    lieben Dank auch für deine Antwort.
    Nachdem ich heute Migräne hatte, kann ich eigentlich nur über mich selber lachen. Gut den richtigen Beginn habe ich durch den Dauerkopfschmerz tatsächlich verpasst, aber kaum war ich aufgestanden, war die Antwort ganz klar: Migräne! Werde demnächst meine Zeit also nicht mehr damit verschwenden, zu überlegen, ob es Migräne ist oder nicht. Die Migräne scheint so „nett“ zu sein und sich gar nicht hinter dem Dauerkopfschmerz zu verstecken. Die App nutze ich bereits als Kopfschmerzkalender, also werde ich da auch mal nach dem Kopfschmerz-Schnelltest schauen. Danke für den Tipp 🙂 ! Werde den nächsten Termin beim Neurologen auch nutzen, um nochmal Triptane anzusprechen. Bei dem letzten Anfall vor vier Tagen, ließ die Wirkung vom Ibuprofen nämlich zum ersten Mal bei der Migräne sehr zu wünschen übrig.

    Liebe Grüße an euch!

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Phia,

    Werde demnächst meine Zeit also nicht mehr damit verschwenden, zu überlegen, ob es Migräne ist oder nicht.

    😉

    Werde den nächsten Termin beim Neurologen auch nutzen, um nochmal Triptane anzusprechen. Bei dem letzten Anfall vor vier Tagen, ließ die Wirkung vom Ibuprofen nämlich zum ersten Mal bei der Migräne sehr zu wünschen übrig.

    Würde das dringend thematisieren, da Triptane Mittel der Wahl sind bei Migräne. Zudem auch organschonender als Schmerzmittel.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Phia
    Participant
    Beitragsanzahl: 15

    Hallo 🙂
    Ich habe seit gestern Abend wieder Migräne und leider nicht direkt eine Tablette genommen. Ich hatte gehofft, dass die Kopfschmerzen vom Joggen kämen und wollte dann keine der wenigen Triptantabletten für eine Vielleicht-Migräne verschenken. Jetzt liege ich seit gestern Abend mit Kühlpad im Bett und hoffe dass es irgendwann endlich aufhört. Die Attacke ist eine von denen, bei der ich weiß, dass das Ende noch ein bisschen dauern wird…
    Ich hatte es im Laufe des heutigen Tages mit Ibuprofen probiert, aber ohne Wirkung. Macht es so spät noch Sinn, es doch noch mit einem Triptan zu probieren oder ist das eher sinnlos?

    Wünsche euch einen schönen Rest-Sonntag!

    Viele Grüße,
    Phia

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Liebe Phia,

    da bei mir das Triptan immer noch wirkt, auch wenn die Migräne sich schon eingelaufen hat, würde ich es mit dem Triptan versuchen. Und dann vielleicht noch eine Schmerztablette hinterher. Hast du Naproxen 500mg oder 2x 250mg im Haus? Das wäre das beste, aber IBU richtig dosiert ist auch nicht schlecht.

    Was meinst du mit den wenigen Triptanen? Die 10/20 Regel kennst? Oder bekommst du nicht ausreichend Triptane in der auch noch richtigen Dosierung verordnet?

    Gute Wirkung und schnell einen ruhigen Kopf,
    Julia

    Phia
    Participant
    Beitragsanzahl: 15

    Liebe Julia,
    vielen Dank für deinen Rat bezüglich des Triptans. Ich habe es dann Abends doch noch gewagt und hatte dadurch eine vergleichsweise ruhige Nacht. Allerdings bin ich morgens dann direkt wieder mit dem Brummschädel aufgewacht (was natürlich an der kurzen Wirkzeit lag). Der Brummschädel hat sich dann aber im Laufe des Montags endlich verzogen. Blöderweise stecke ich seit Mittwoch schon wieder in der nächsten Attacke.

    Hast du Naproxen 500mg oder 2x 250mg im Haus? Das wäre das beste, aber IBU richtig dosiert ist auch nicht schlecht.

    Nein, Naproxen hatte ich leider nicht da und bei Ibu habe ich eben seit kurzem sehr das Gefühl, dass die Wirkung praktisch gegen Null geht. Das frustiert mich tatsächlich sehr, weil das bis vor einigen Monaten zumindest bei der Migräne noch gut gewirkt hat. Danke für den Tipp mit Naproxen. Den hatte ich hier schon öfter gelesen und werde ich demnächst auf jeden Fall mal ausprobieren.

    Was meinst du mit den wenigen Triptanen? Die 10/20 Regel kennst? Oder bekommst du nicht ausreichend Triptane in der auch noch richtigen Dosierung verordnet?

    Ich hatte beim letzten Termin ein Rezept über eine kleine Packung (3 Tabletten) bekommen, um es auszuprobieren. Deshalb die Sorge, eine der wenigen Tabletten „zu verschwenden“.

    In den letzten Wochen haben sich noch ein paar Fragen angesammelt, dann nutze ich direkt die Gelegenheit, um die auch noch loszuwerden 😉

    Was zählt als Migränetag? Jeder Tag, an dem man Migränesymptome hat? Angenommen ich bekomme Montagabend ca. 21 Uhr Migräne und die würde bis Mittwoch etwa bis zur selben Uhrzeit anhalten, sind das dann 3 Migränetage oder 2 (wegen der 48h)?

    Bei neuen Ärzten muss man ja normalerweise am Anfang immer einen Anamnesebogen ausfüllen. Gibt man auf diesem dann auch seine Kopfschmerzprophylaxe bei Medikamenten an? Unter Umständen ändert sich das doch regelmäßig. Und schreibt man dann dazu, dass man es nur zur Kopfschmerzprophylaxe nimmt? Die meisten Prophylaxen sind ja primär für was anderes.

    Wie viel Wirkung darf man realistisch von einem Triptan erwarten? Ist es realistisch zu erwarten nahezu Kopfschmerzfrei zu sein, oder ist das komplett fern jeglicher Realität? Oder anders formuliert, wie viel besser muss es mir nach dem Triptan gehen, damit man von einer guten bis sehr guten Wirkung sprechen kann?

    Viele Grüße,
    Phia

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Phia,

    das war bei mir in meiner „Migränekarriere“ auch so, dass irgendwann Medikamente wie Aspirin oder Ibuprofen überhaupt nicht mehr gegen die Migräneschmerzen halfen, nur noch die Triptane. Das ist also an sich nichts Beunruhigendes. Ich hatte früher, als ich noch zu wenig Wissen über meine Erkrankung hatte, allerdings das Gefühl, dass die „leichten“ Schmerzmittel nicht mehr wirken und ich jetzt zu den „starken“ Triptanen greifen muss. Doch diese Annahme war falsch. Triptane sind für den Körper schonender, die anderen Schmerzmittel belasten die inneren Organe viel stärker als Triptane, die gezielter gegen die Migräneauslöser wirken.

    Es gibt Triptane, die du ohne Rezept in der Apotheke kaufen kannst. So könntest du selber für Nachschub sorgen.

    Die Zählung der Migränetage erfolgt immer am Tag selber bis 24.00 Uhr, ebenso die Schmerzmitteleinnahmetage. Wenn du also heute um 21.00 Uhr Migräne bekommst, hast du heute einen Migränetag, auch wenn dieser nur 3 Stunden dauert bis Mitternacht.
    Benutzt du zur Dokumentation die App der Schmerzklinik? Diese ist sehr empfehlenswert. Da kann man dann die Stundenanzahl pro Tag eintragen.

    Ja, man gibt bei einem Anamnesebogen die aktuelle medikamentöse Prophylaxe an. Und es ist hilfreich, wenn du in Klammern dazuschreibst („zur Migräneprophylaxe“), wenn du z.B. Betablocker oder Antidepressiva nimmst. Dann kann der Arzt das besser zuordnen, wobei jeder gute Arzt da im Gespräch sowieso nachhaken würde.

    Im optimalen Fall bringt dir alleine das Triptan völlige Schmerzfreiheit. So ist es bei mir. Allerdings spüre ich die Attacke ganz dumpf im Hintergrund noch laufen. Ich weiß, das klingt komisch, weil ich ja dann keine Schmerzen mehr habe. Es fühlt sich im Hintergrund trotzdem anders an, als wenn ich keine Migräne habe.
    Und bei mir ist es so, dass ich mich körperlich auch wirklich schonen muss, sonst wirkt das Triptan nicht so gut oder gar nicht. Und das Schonen sollen wir auch.

    Wenn ich mein Triptan auf vollen Magen einnehme, setzt die Wirkung deutlich später ein und ist manchmal nicht ganz so gut.
    Ich nehme es also am besten auf nüchternen Magen. Das funktioniert bei mir gut.

    Es gibt allerdings Migränepatienten, bei denen die Magen- und Darmperistaltik während einer Attacke nicht so gut funktioniert, d.h. dass das eingenommene Triptan vom Körper nicht gut aufgenommen werden kann, weil der Magen „lahmliegt“. Dann hilft es, eine Kleinigkeit dazu zu essen, falls das von der Übelkeit her überhaupt geht. Das bringt die Magentätigkeit ein wenig in Schwung und das Triptan wird besser aufgenommen.

    Ist die Übelkeit zu stark, vor der Einnahme ein Medikament wie z.B. Domperidon oder MCP-Tropfen einnehmen, das erfüllt diese Funktion auch.

    Es gibt 7 verschiedene Triptane, die unterschiedlich stark und unterschiedlich lange wirken. Es dauert manchmal ein wenig, bis man das zu einem passende Triptan gefunden hat.

    Lieber Gruß
    Heika

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Liebe Phia,

    nur eine kleine Ergänzung, Heika hat dir ja schon ganz viel wunderbar erklärt.

    Ich habe eben mal in meiner Online-Apotheke „Medikamente per Klick“ nachgeschaut. Dort bekommst du, falls dein Arzt dir immer nur sehr kleine Mengen verschreiben sollte, das Suma 50mg und Naproxen 250mg für ungefähr den halben Preis. Dann nimmt man eben 2 Tabletten! Beim Naproxen sind 500mg nötig, um eine gute Wirkung zu erzielen. Beim Suma eventuell auch, musst du probieren.

    Schönes Wochenende,
    Julia

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