Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Rosa – mein Verlauf

12 Beiträge anzeigen - 1 bis 12 (von insgesamt 18)
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    Beiträge
  • Rosasache
    Participant
    Beitragsanzahl: 9

    Hallöchen,

    ich heiße Rosa. Ich war bis jetzt eher stille Leserin in diesem lehrreichem Forum.

    Jetzt habe ich aber seit längerem doch eine Frage. Also ich bin 30 Jahre alt und arbeite als Anwältin und habe diagnostizierte Migräne. Bei mir ist es irgendwie so, dass bei mir die Migräne häufig erst beim Stressabfall oder so raus kommt. Also wenn ich angespannt bin bzw konzentriert dann geht es, aber wenn ich dann abends nach Hause komme, kommt die Migräne raus. Also tagsüber im am Schreibtisch oder im Gericht geht’s, aber oft kommt abends Migräne.
    Ih frage mich irgendwie, warum das so ist. Einerseits soll man sich ja abends entspannen aber andererseits kommt bei mir die Migräne dann mit der Entspannung eher raus.

    Ich weiß daher nicht so wirklich, was für mich das richtige Verhalten ist.

    Wisst ihr, warum die Migräne oft so richtig kommt wenn die Anspannung abfällt?

    Ganz Liebe Grüße,

    Rosa

    alchemilla
    Participant
    Beitragsanzahl: 3992

    Hallo, Rosa,
    herzlich willkommen als schreibendes Mitglied!

    Wenn du nachvollziehst, wie eine Migräneattacke entsteht, dann verstehst du, warum das so ist, was du beschreibst.

    Das Wissen bekommst du in der Rubrik „Migränewissen“ auf der Seite der Schmerzklinik, die hier am Rand auch verlinkt ist. Und natürlich ganz ausführlich in dem Buch von Prof. Göbel.

    Die Migräneattacke entsteht durch ein Defizit in der Energieversorgung im Gehirn. Tagsüber verbrauchen wir die Energie auf mannigfaltige Weise und abends sind die Speicher leer und lösen die Attacke aus.
    In längeren Zeiträumen passiert das Gleiche mit der sog. „Wochenendmigräne“ und erst recht mit der „Urlaubsmigräne“.

    Für uns ist das Entspannen am Abend meist zu spät.

    Deswegen besteht für uns das Training darin, schon im Lauf des Tages zu spüren, wie es mit Pausenbedarf aussieht und dann rechtzeitig wirklich echt Pause zu machen. Wenn wir tagsüber Erschöpfung verspüren, dann kann das schon zu spät sein. Besser ist es, den Tag von vorne herein so zu takten, dass wir regelmäßig Pause machen. Und in dieser Pause wirklich nichts tun und dem Gehirn keinerlei neue Reize zumuten.

    Vielleicht hilft dir das.

    Alles Gute
    alchemilla

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Willkommen liebe Rosa. 🙂

    Das ist leider eine üble Sache mit dem überaktiven Nervensystem, das die Reizüberflutung einfach nicht gut packt. Alchemilla hat Dir schon erklärt, dass man auch tagsüber versuchen sollte, das Stresslevel erst gar nicht auf so ein hohes Niveau kommen zu lassen. Mit Pausen über den Tag hinweg, vielleicht auch mal eine kurze Entspannung und sich selbst immer wieder runterfahren, wenn zu viel auf einen einströmt. Eventuell ist das nach und nach hinzubekommen, dann ist der Stressabfall zum Abend hin nicht so gravierend und das Nervensystem kann das dann besser packen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Rosasache
    Participant
    Beitragsanzahl: 9

    Vielen Dank ?

    Liebe Grüße

    Rosa

    Rosasache
    Participant
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo liebe Leute ?

    ich habe noch eine Frage, die vielleicht etwas seltsam ist.

    Ich habe bei mir irgendwie das Gefühl, dass wenn eine Migräne im Anmarsch ist und ich mich sofort hinlege, die Migräne irgendwie nicht so richtig „rauskommt“, sondern so komisch vor sich hindümpelt, dafür aber auch irgendwie nicht so gut weggeht ?.

    Anderseits: Wenn ich noch einen Spaziergang mache wird die Migräne irgendwie stärker, vor allem kommt Übelkeit hinzu, aber meine Wahrnehmung ist, dass die Migräne dann später besser weggeht.

    Aber wenn ich mich beim Aufflackern von Migräne direkt hinlege, kommt gar keine Übelkeit, aber gefühlt geht die Migräne dann auch nicht so gut weg. Vor allem wenn ich mich wegen der Migräne übergeben muss, fühle ich mich danach irgendwie so entgiftet und die Migräne ist meist sehr gut weg.

    Bilde ich mir das nur ein? ?

    Liebe Grüße ?
    Rosa

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Rosa,

    Vor allem wenn ich mich wegen der Migräne übergeben muss, fühle ich mich danach irgendwie so entgiftet und die Migräne ist meist sehr gut weg.

    Bilde ich mir das nur ein? ?

    ja, da ist auch viel Gefühl mit dabei von wegen entgiften usw. 😉 Hier gibts kein Gift, daher muss nichts entgiftet werden – mal abgesehen davon, dass das eh die Leber erledigt. 😀

    Beziehen sich Deine Schilderungen auf die behandelte Migräne oder die unbehandelte? Man muss für sich selbst herausfinden, was vom Verhalten her „zu einem passt“. Ich könnte mich nie hinlegen mit Migräne, dann pocht es nämlich erst recht. Spazierengehen geht aber auch nicht, wobei ich sowieso behandle und nicht zu lange abwarte.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Zuversicht
    Participant
    Beitragsanzahl: 304

    Hallo liebe Bettina, liebe Rosa,

    Bettina, darf ich dich fragen, was du dann bei einer Migräne machst?
    Ich hab Attacken, da geht nur Bett und manchmal bei leichteren kann ich noch alles machen.
    So richtige Empfehlungen gibt’s dann nicht, oder?
    Klar, trotz Triptane sollte man nicht gerade Sport machen, aber sonst so wie man selbst denkt?

    Du hast auch schon öfters geschrieben, dass du eher behandelst, als auszuhandeln und nicht so schnell in den MÜK kommst. Wie hast du das denn herausgefunden? Also dass die Schwelle etwas höher liegt?

    Ich z.B. behandele gerade immer um die 6 Tage, wenn ich die 10 ausreizen würde, würde es mir mehr Sicherheit und Lebensqualität geben, aber woher weiß ich, ob ich dann in den MÜK komme?

    Liebe Rosa, gib aber Bescheid, wenn es nicht ok ist, wenn ich das hier frage und liebe Bettina du gibst sicherlich auch Bescheid, falls die Fragen zu persönlich sind. Fand nur deine Antwort interessant, weil ich immer dachte, alle verbringen sofort die Migräne non-stop im Bett 😉

    liebe Rosa: momentan habe ich – gott sei Dank und klopf auf Holz – ganz selten Erbrechen. Aber ich kenne das von früher und da hatte ich auch immer das Gefühl, nachdem Übergeben war es wie „vorbei“. Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass das wie eine Art „Vergiftungserscheinung“ für den Körper ist und er das eben wieder loswerden will. Aber ohne Gewähr 😉 Bettina schreibt ja, dass dem nicht so sei.
    Ich weiß jetzt nicht, ob man deine beiden Wahrnehmungen so vergleichen kann – es ist ja jedes Mal eine andere Attacke und die sind ja immer unterschiedlich (ich hoffe du weißt, wie ich das meine). Also das eine Mal hätte es ja auch trotz Hinlegen dann weggehen können und das andere Mal hättest du dich trotz Spazierengehen übergeben können.
    Bei mir ist es so, dass es manchmal nach Bewegung eben richtig schlimm wird und manchmal bleibt es halt so. Also ich kann das nicht vom einen Anfall auf den nächsten übertragen. Und dann gibt es ganz starke, da geht in 5 Minuten gar nichts mehr.

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Zuversicht,

    Bettina, darf ich dich fragen, was du dann bei einer Migräne machst?

    ich achte für mich darauf, rechtzeitig das Triptan zu nehmen, damit nichts eskaliert. Meist schaffe ich das und warte dann auf der Couch oder sogar vor dem Computer auf die Triptanwirkung. 😉 Sicher nicht so ideal, mit Migräne z. B. hier zu schreiben, aber würde ich nur ausruhen in der Wartezeit, würden mir insgesamt die 12 Stunden am Tag nicht ausreichen.
    Ist es ein Tsunami, dann gehe ich schon ins Bett, türme viele Kissen auf und nehme eine halb sitzende, halb liegende Position ein. So geht das dann irgendwie.

    Du hast auch schon öfters geschrieben, dass du eher behandelst, als auszuhandeln und nicht so schnell in den MÜK kommst. Wie hast du das denn herausgefunden? Also dass die Schwelle etwas höher liegt?

    Das war relativ einfach. Ich behandle jede Attacke, da es sonst eskaliert bei mir und das will ich einfach nicht. ? Und dabei habe ich halt gemerkt, dass meine Schwelle zum Glück etwas höher liegt.

    Ich z.B. behandele gerade immer um die 6 Tage, wenn ich die 10 ausreizen würde, würde es mir mehr Sicherheit und Lebensqualität geben, aber woher weiß ich, ob ich dann in den MÜK komme?

    Die 10 Tage sind mein Minimum, oute ich mich jetzt mal. Aber ich achte schon darauf, diese Grenze einzuhalten. Nicht immer geht das, aber oft schon. Mit sechs Behandlungstagen käme ich in den meisten Monaten nicht hin.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Rosasache
    Participant
    Beitragsanzahl: 9

    hey ihr lieben 🙂

    sorry für die späte Antwort, war gerade viel los …

    vielen Dank für die Tips liebe Zuversicht & Bettina. Ich bin einfach immer wieder überrascht über das Wissen, das ihr so über die Migräne habt.

    Ich glaube es ist bei mir auch so, dass hinsetzen besser als hinlegen während einer Attacke ist (egal ob behandelt oder nicht) und es eher daran lag bei mir.

    Schönes Wochenende,

    Rosa

    Rosasache
    Participant
    Beitragsanzahl: 9

    Heyho liebes Headbook ?

    Ich lese immer mal wieder was von 6000-8000 empfohlenen Schritten am Tag bzw. das wird mir auch von meiner Smartwatch angezeigt.

    Erstmal finde ich das recht viel ?. Und ich das Gefühl habe, dass ich bei zu viel Bewegung/Sport eher mehr Migräne bekomme. Dadurch bin ich jetzt etwas verunsichert.

    Hat jemand Hinweise dazu?? Lebe ich sehr ungesund, wenn ich mich wegen Migräne weniger am Tag bewege?

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag Abend,

    Rosa

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Rosa

    Mein erster Gedanke war, mach dich nicht abhängig von Empfehlungen die dir die Smart Watch oder andere Meinungen in dieser Richtung geben.

    Lasse deinen Körper sprechen.

    Sicher ist Bewegung für uns wichtig, wie für jeden anderen auch aber wenn der Kopf oder Körper dir signalisiert es ist zu viel dann höre lieber auf ihn als auf Schrittzähler oder Co.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man trotz Migräne und anderen Kopfschmerzerkrankungen bewegungstechnisch nicht nach einem bestimmtem Schema vorgehen kann.

    Lebe ich sehr ungesund, wenn ich mich wegen Migräne weniger am Tag bewege?

    Während einer Migräneattacke ist man mehr oder weniger körperlich und geistig eingeschränkt. Dann sollte man sich auch ausruhen, denn dein Kopf sagt dir in diesem Moment „Halt Stop“.

    Irgendwelche Empfehlungen betreffend Bewegung sind dann kontraproduktiv und schaden dir nur.

    Ein geregelter Tagesablauf mit einer ausgewogenen Ernährung und Entspannungsphasen sind für uns wichtiger als wünschenswerte Standartvorgaben jeglicher Art.

    Gruß Flummi

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Rosa,

    die Frage ist, wie sehr dein Gefühl der Realität entspricht. Vielleicht wäre eine Dokumentation hilfreich, um Klarheit zu schaffen.
    Wobei man berücksichtigen muss, dass wir oft Migräne bekommen, auch ohne Sport, bzw. eine Attacke kann auch bereits ohne Sport ausgelöst sein. Und wenn man dann noch Sport macht, weil die Schmerzen noch nicht da sind, wird man die nachfolgenden Schmerzen dem Sport als Ursache zuordnen.

    Vor einer Sporteinheit macht es Sinn, dass man ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen hat und mit ein wenig Abstand davor noch etwas Kohlenhydrathaltiges gegessen hat, damit beide Speicher voll sind.

    Dann sollte man die Belastung nicht zu schnell steigern, sondern moderart beginnen und nur langsam steigern. Ein schneller Blutdruckanstieg kann triggern.

    Und logischerweise können Überbelastungen auch triggern. Die Frage ist immer, was ein zu Viel an Sport bedeutet. Das ist individuell verschieden.

    Ein gewisses Maß an körperlicher Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur im Training zu halten, die wiederum Bänder, Gelenke und Knochen entlastet. Außerdem wird der Kreislauf in Schwung gehalten und zur Verhinderung eines Diabetes wirkt Training auch. Es gäbe noch viel aufzuzählen.

    Nun ist es jedoch so, dass während der Migräneattacken Sport nicht möglich und nicht sinnvoll ist. Dann ist es eben so. Man kann sich an den migränefreien Tagen sportlich betätigen, so gut es eben geht. Bei einer hochfrequenten Migräne ist eine zügige Leistungssteigerung nicht möglich, Olympiasieger wird man wohl nicht werden 😉 , damit muss man sich abfinden.

    Ich würde mich auch nicht von Zahlen unter Druck setzen lassen, für den einen sind 6000 Schritte wenig, für den anderen schon ein unerreichbares Ziel.
    Viel besser ist es, auf sein eigenes Körpergefühl zu hören. An manchen Tagen ist man fitter und leistungsfähiger, an anderen eben nicht.

    Lieber Gruß
    Heika

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