Hallo ihr,
eigentlich bin ich nur stille Mitleserin, aber jetzt habe ich entschieden mich auch mal hier zu melden.
Ich habe seit ich 14 bin Migräne, trotz in der Summe vieler Migränetage bin ich ganz gut bislang durchs Leben gekommen. Seit 2019 habe ich Aimovig bekommen, was meine Lebensqualität nochmal stark verbessert hat, sodass Migräne im Alltag kein dominierendes Thema mehr war. Aimovig habe ich Mitte 2022 wegen Kinderwunsch abgesetzt, auch die Phase danach habe ich gut verkraftet, vom Gefühl ist die Migräne auch weniger geworden.
Nun zu meinem Problem. Ich bin Richterin an einem Landgericht. Aktuell bin ich in der 18. Woche schwanger. Seit der 8. Woche kämpfe ich mit heftigen Kopfschmerz- und Migräneattacken, die sich teilweise über Tage hinziehen und auch nur wenig auf Medikamente ansprechen, wobei in der Schwangerschaft ja nur Paracetamol, Ibuprofen und Sumtariptan erlaubt sind. 4-5 Tage von 7 Tagen habe ich Schmerzen. Natürlich versuche ich so wenig wie möglich zu nehmen und warte lange ab, was sicherlich auch oft die Wirksamkeit erschwert. Ich war deswegen bislang 3,5 Wochen krankgeschrieben und 2 Wochen konnte ich mit Urlaub überbrücken. Ich habe immer auf Besserung gehofft, erst nach dem 1.Trimester und jetzt mit jeder fortschreitenden Woche, aber bislang tut sich nichts. Seit einer Woche arbeite ich wieder, weil ich es nochmal versuchen wollte, meine Frauenärztin wollte mich länger krankschreiben. Ich merke jedoch, dass ich total erschöpft bin und psychisch auch echt angeschlagen. Gestern Abend hatte ich wieder eine so schlimme Attacke, dass ich wirklich Todesangst hatte (vielleicht kennt jemand das Gefühl) und heute Verhandlungen am Gericht, wobei es wirklich schwierig ist, diese kurzfristig abzusagen. Das stresst mich total. Ich weine viel und die Schwangerschaft, obwohl es ein absolutes Wunschkind ist, ist eine große Belastung. Dazu kommt, dass es auch Studien zu Risiken bei Schwangeren mit Migräne gibt, was mir zusätzlich Angst macht. Mein Mann ist Neurologe, fachlich werde ich als gut betreut, den Schmerz abnehmen kann er mir aber auch nicht.
Meine Kollegen sind verständnisvoll, allerdings lässt man auch durchklingen, dass es besser wäre, ich würde ins Beschäftigungsverbot gehen als immer wieder krankgeschrieben werden, da man nur so für mich Ersatz bekommen würde. Ansonsten wird nur von Kollegen vertreten, ohne die Stelle zu besetzen, was natürlich eine dauerhaft eine Belastung ist. Ich weiß jetzt einfach nicht, was ich machen soll bzw. ob ich überhaupt ein Beschäftigungsverbot bekommen würde? Hat damit jemand Erfahrung? Mit der Frauenärztin habe ich noch nicht darüber gesprochen, auf der Seite der Schmerzklinik Kiel steht darüber, dass dies in Betracht kommen könnte. Bezahlt werden muss ich als Beamtin, ob AU oder Beschäftigungsverbot sowieso.
Ich würde mich über Erfahrungen zum Thema Migräne in der Schwangerschaft und/oder Beschäftigungsverbot sehr freuen.
Viele Grüße