Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

ständig Migräne in der Schwangerschaft-Richterin2020

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  • Richterin2020
    Participant
    Beitragsanzahl: 1

    Hallo ihr,
    eigentlich bin ich nur stille Mitleserin, aber jetzt habe ich entschieden mich auch mal hier zu melden.
    Ich habe seit ich 14 bin Migräne, trotz in der Summe vieler Migränetage bin ich ganz gut bislang durchs Leben gekommen. Seit 2019 habe ich Aimovig bekommen, was meine Lebensqualität nochmal stark verbessert hat, sodass Migräne im Alltag kein dominierendes Thema mehr war. Aimovig habe ich Mitte 2022 wegen Kinderwunsch abgesetzt, auch die Phase danach habe ich gut verkraftet, vom Gefühl ist die Migräne auch weniger geworden.

    Nun zu meinem Problem. Ich bin Richterin an einem Landgericht. Aktuell bin ich in der 18. Woche schwanger. Seit der 8. Woche kämpfe ich mit heftigen Kopfschmerz- und Migräneattacken, die sich teilweise über Tage hinziehen und auch nur wenig auf Medikamente ansprechen, wobei in der Schwangerschaft ja nur Paracetamol, Ibuprofen und Sumtariptan erlaubt sind. 4-5 Tage von 7 Tagen habe ich Schmerzen. Natürlich versuche ich so wenig wie möglich zu nehmen und warte lange ab, was sicherlich auch oft die Wirksamkeit erschwert. Ich war deswegen bislang 3,5 Wochen krankgeschrieben und 2 Wochen konnte ich mit Urlaub überbrücken. Ich habe immer auf Besserung gehofft, erst nach dem 1.Trimester und jetzt mit jeder fortschreitenden Woche, aber bislang tut sich nichts. Seit einer Woche arbeite ich wieder, weil ich es nochmal versuchen wollte, meine Frauenärztin wollte mich länger krankschreiben. Ich merke jedoch, dass ich total erschöpft bin und psychisch auch echt angeschlagen. Gestern Abend hatte ich wieder eine so schlimme Attacke, dass ich wirklich Todesangst hatte (vielleicht kennt jemand das Gefühl) und heute Verhandlungen am Gericht, wobei es wirklich schwierig ist, diese kurzfristig abzusagen. Das stresst mich total. Ich weine viel und die Schwangerschaft, obwohl es ein absolutes Wunschkind ist, ist eine große Belastung. Dazu kommt, dass es auch Studien zu Risiken bei Schwangeren mit Migräne gibt, was mir zusätzlich Angst macht. Mein Mann ist Neurologe, fachlich werde ich als gut betreut, den Schmerz abnehmen kann er mir aber auch nicht.

    Meine Kollegen sind verständnisvoll, allerdings lässt man auch durchklingen, dass es besser wäre, ich würde ins Beschäftigungsverbot gehen als immer wieder krankgeschrieben werden, da man nur so für mich Ersatz bekommen würde. Ansonsten wird nur von Kollegen vertreten, ohne die Stelle zu besetzen, was natürlich eine dauerhaft eine Belastung ist. Ich weiß jetzt einfach nicht, was ich machen soll bzw. ob ich überhaupt ein Beschäftigungsverbot bekommen würde? Hat damit jemand Erfahrung? Mit der Frauenärztin habe ich noch nicht darüber gesprochen, auf der Seite der Schmerzklinik Kiel steht darüber, dass dies in Betracht kommen könnte. Bezahlt werden muss ich als Beamtin, ob AU oder Beschäftigungsverbot sowieso.

    Ich würde mich über Erfahrungen zum Thema Migräne in der Schwangerschaft und/oder Beschäftigungsverbot sehr freuen.

    Viele Grüße

    Danielle
    Participant
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo Richterin,
    Ich bin auch Beamtin (Lehrerin) und bekam damals (2015) Beschäftigungsverbot, weil ich Schwindelattacken und ständig mit dem Kreislauf Probleme hatte und nicht mal mehr länger als 10 Minuten Auto oder sonstiges fahren konnte. Ich hatte einen längeren Arbeitsweg. Ein Mal wäre ich fast im Auto „umgekippt“ und das war dann mein letzter Arbeitstag.

    Das war 2015, chronische Migräne habe ich seit 2019 und ich würde dir raten, dich neben deiner schon ohnehin anstrengenden Erkrankung nicht weiter zu stressen und dich unter Druck zu setzen. Vielleicht kannst du mit deiner Frauenärztin darüber sprechen, die dir denke ich auch dazu raten wird. Bei mir war es damals kein Problem. Das Gehalt wird weiter bezahlt und die Kollegen bekommen eine feste Vertretung, was sowohl sie als auch dich entlasten kann.
    Es ist ja auch nicht aus der Luft gegriffen, es geht dir nicht gut damit. Deshalb denke ich nicht, dass dies problematisch sein wird. Im Gegenteil, vielleicht kannst du dann deine Schwangerschaft auch besser genießen.

    Liebe Grüße Danielle

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Ein herzliches Willkommen im Headbook, liebe Richterin. 🙂

    Seit der 8. Woche kämpfe ich mit heftigen Kopfschmerz- und Migräneattacken, die sich teilweise über Tage hinziehen und auch nur wenig auf Medikamente ansprechen, wobei in der Schwangerschaft ja nur Paracetamol, Ibuprofen und Sumtariptan erlaubt sind.

    Bitte kein Paracetamol in der Schwangerschaft, das Kind kann Schaden erleiden. Auch wenn es in Embryotox noch „freigegeben“ ist, so bestehen erhebliche Zweifel an der Ungefährlichkeit. Lies gerne mal hier ein wenig quer: https://schmerzklinik.de/?s=schwangerschaft

    Du kannst ein Beschäftigungsverbot erhalten, sprich darüber erneut mit Deiner Neurologin und der Gynäkologin. So macht das ja absolut keinen Sinn und Du kannst die Schwangerschaft gar nicht genießen. Nimm Dir diese Auszeit für Dich und Dein Baby.💖 Es dankt Dir niemand, wenn Du Dich jetzt durch die Schwangerschaft quälst und hinterher mit Grauen daran zurückdenkst.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    alioet
    Participant
    Beitragsanzahl: 91

    Hallo Richterin,
    habe mich mit deinen Migräneattacken in der Schwangerschaft total wieder erkannt. Ich bin 61 und habe 1994 meine Tochter geboren. Ich war 31 Jahre und hatte bis zur Schwangerschaft Migräne mit Aura höchstens 1 bis 2 mal im Jahr. Ab dem 4. Monat bekam ich tägliche Migräne. Damals gab es noch gar kein Triptan. Ich hielt die Schmerzen aus, immer mit einem kalten Waschlappen auf der Stirn. Es war furchtbar. Aufgrund anderer Schwangerschaftskranheiten durfte ich dann nicht mehr arbeiten. Das war eine Erleichterung. Ich habe dann auch nicht gestillt, weil ich endlich wieder Medikamente gegen die Migräneattacken einnehmen wollte. Ich hatte dann nach der Entbindung noch 3 Attacken und dann kam wieder der Rythmus 1 bis 2 mal im Jahr. Das zog sich dann bis zu meinen 40. Lebensjahr. Dann wurde die Migräne chronisch mit bis zu 20 Anfällen im Jahr. Auch heute mit 61 Jahren bin ich nicht migränefrei. Ist aber schon besser geworden. Nun nehme ich seit 2 Monaten Aimovig 140 mg. Es scheint zu wirken. Mal gucken. Ich wünsche Dir trotz dieser blöden Krankheit eine schöne Schwangerschaft. LG alioet

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Alioet,

    schön, wieder mal was von dir zu lesen.

    Dann wurde die Migräne chronisch mit bis zu 20 Anfällen im Jahr.

    Meinst du damit vielleicht 20 Anfälle pro Monat? 20 Migräneattacken pro Jahr wären ja erfreulich wenig, so dass es nicht der Klassifizierung der chronischen Migräne zugeordnet würde.

    Lieber Gruß
    Heika

    alioet
    Participant
    Beitragsanzahl: 91

    Hallo liebe Heika, ja ich war lange nicht im Forum. Nein natürlich 20 Anfälle im Monat. Ich war fast nie richtig migränefrei. Ich habe 2011 dann das Loch im Herz geschlossen bekommen und bekam dann für ein halbes Jahr Clopedogrel. Die Aura war dann weg. Die Schmerzen aber noch da. Schnell merkte ich das es nicht an der Schließung des Loches lag sondern an dem Clopedogrel. Immer wenn ich es absetzte wegen Operation bekam ich nach ca 5 Tagen tägliche Migräne mit Aura. So habe ich es immer wieder verschrieben bekommen und kam besser mit meiner Migräne klar. Nun aber bin ich 61 und mein Neurologe möchte gern das ich es absetze. Wegen der Blutungsgefahr. Ich solle nun doch die neuen Medikamente ausprobieren. Spritze Aimovig 140 mg erst 2 Monate. Im ersten Monat hatte ich gar keinen Erfolg. Nach Absetzen Clopedogrel hatte ich tägliche Aura mit schlimmen Schmerzen. Aber jetzt hatte ich seit erst einen Tag Migräne mit Aura und mußte auch nichts einnehmen. Mal gucken ob es so bleibt. Nebenwirkungen habe ich bis jetzt keine. Ich schlafe auch sehr gut. Bin gespannt wie es auf Dauer wirkt.

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