Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Stephie79 – Vorstellung

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  • Stephie79
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    Beitragsanzahl: 13

    Hallo in die Runde,
    freue mich sehr, diese Community über die Migräne-App entdeckt zu haben. Es tut einfach gut zu wissen, man ist nicht allein.
    Ich leide schon seit meiner Pubertät an Spannungskopfschmerzen und Migräne. Leider ist es seit 2 Jahren – bin inzwischen 45 Jahre alt – sehr heftig geworden. Ob Long-Covid oder beginnende Wechseljahre vielleicht dahinter stecken, weiß man nicht. Fakt ist, dass ich jeden Monat 17-20 Schmerztage habe. Eine Mischung aus chronischem Spannungskopfschmerz und chronischer Migräne. Manachmal fällt es mir schwer zu erkennen, welche Kopfschmerzart gerade vorliegt, denn auch der Spannungskopfschmerz ist bei mir inzwischen sehr stark. Ich halte mich sehr strikt an die 20/10 Regel und ehrlichgesagt stresst es mich richtig, das Migränetagebuch zu führen. Ich halte Schmerzen tagelang aus, um „gute Zahlen“ in der App zu sehen. Weiß natürlich, dass das nicht richtig ist, aber ich möchte auf keinen Fall in einen MüK kommen.
    Amitriptylin habe ich – erfolglos – ausprobiert. Betablocker kommen eher nicht in Frage, da ich sehr niedrigen Blutdruck habe. Rizatriptan und Sumatriptan zeigen bei mir leider keine Wirkung. Meistens nehme ich 1.000 mg ASS alle vier Stunden in meinen Attacken. Die Wirkung ist meist schwach, aber besser als gar keine Wirkung. Meine Attacken dauern immer über 2-3 Tage. Bin dabei und danach total erschöpft. Der Alltag mit Beruf und drei Kindern leidet bzw. kann nicht stattfinden.
    Meine Neurologin meint, ich müsse unbedingt Aimovig ausprobieren. Beim Gefäßspezialisten wurde bei mir Morbus Raynaud an beiden Händen und Füßen diagnostiziert. Meine Neurologin meint, wir sollten es trotzdem versuchen. Der Gefäßarzt meint, wenn es als Kontraindikation in der Backungsbeilage stünde, lieber nicht. Was soll ich machen? Meine Lebensqualität ist einfach seit 2 Jahren dahin …
    Meinen Nebenberuf als Übungsleiterin im Sport musste ich aufgeben, da ich ständig absagen musste.
    Nach den Attacken lebe ich wie im Nebel (Brainfog). Mein Körper erholt sich nur langsam. Ich habe schon viel ausprobiert: Physiotherapie, Osteopathie, Manualtherapie, Psychotherapie gegen die Angst, Meditation täglich, PME täglich

    Kann ich die Antikörperspritze ausprobieren und ggf. absetzen, falls sich Morbus Raynaud verschlechtert? Oder kann es direkt zu nikrotischen Fingerkuppen führen?

    Danke fürs Lesen! Es tut gut, diese Dinge aufzuschreiben.

    LG Stephie79

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34361

    Herzlich willkommen bei uns, liebe Stephie. 🙂

    Ich halte mich sehr strikt an die 20/10 Regel und ehrlichgesagt stresst es mich richtig, das Migränetagebuch zu führen. Ich halte Schmerzen tagelang aus, um „gute Zahlen“ in der App zu sehen. Weiß natürlich, dass das nicht richtig ist, aber ich möchte auf keinen Fall in einen MüK kommen.

    Es ist wirklich nicht gut, sich mit dieser Regel (die ja nur ein Richtwert ist) zu stressen. Das kann nämlich tatsächlich die ein oder andere Attacke auslösen.

    Amitriptylin habe ich – erfolglos – ausprobiert.

    War es ausreichend dosiert und auch ca. drei Monate getestet worden? Es ist Mittel der 1. Wahl beim Spannungskopfschmerz, aber hilft natürlich auch nicht jedem.

    Rizatriptan und Sumatriptan zeigen bei mir leider keine Wirkung.

    Es gibt noch fünf weitere Triptane, auch in unterschiedlichen Darreichungsformen. Hast Du diese auch schon getestet?

    Meine Neurologin meint, ich müsse unbedingt Aimovig ausprobieren. Beim Gefäßspezialisten wurde bei mir Morbus Raynaud an beiden Händen und Füßen diagnostiziert. Meine Neurologin meint, wir sollten es trotzdem versuchen. Der Gefäßarzt meint, wenn es als Kontraindikation in der Backungsbeilage stünde, lieber nicht. Was soll ich machen? Meine Lebensqualität ist einfach seit 2 Jahren dahin …

    Ich persönlich würde die Antikörper noch etwas nach hinten stellen und andere Prophylaxen testen. Es gibt ja noch genügend weitere, die Du noch nicht versucht hast.

    Kann ich die Antikörperspritze ausprobieren und ggf. absetzen, falls sich Morbus Raynaud verschlechtert? Oder kann es direkt zu nikrotischen Fingerkuppen führen?

    Nekrotisch werden sie sicher nicht (so schnell), aber das M. Raynaud könnte sich halt verschlimmern.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Stephie79
    Participant
    Beitragsanzahl: 13

    Danke für die schnelle Rückmeldung, Bettina.
    Bei der Einnahme von Amitriptylin ist mein Puls, der normal zwischen 55 und 65 schlägt, kontinuierlich bei 85-90 gewesen. Außerdem zeigte das EKG eine verlängerte QT-Zeit an, woraufhin meine Neurologin die Aufdosierung stoppte und ich wieder ausgeschlichen habe.

    Was wäre bei Spanungskopfschmerz die nächste Wahl für eine Prophylaxe?

    Meine Migräneattacken ziehen sich immer über mindestens 48 Stunden oder länger. Welches Triptan sollte ich als nächstes ausprobieren? Eletriptan?

    Kommt es vor, dass man sich zwischen den Attacken so gedämpft und voller BrainFog fühlt? Mein vegetatives Nervensystem scheint jedes Mal außer Tritt zu geraten.

    Danke für den Tipp mit dem Kopfschmerzkalender. Ich versuche es nun etwas lockere zu sehen und tragen trotzdem tapfer alle Tage ein.

    Viele Grüße
    Stephie

    Matthias
    Participant
    Beitragsanzahl: 4

    Hallo Stephie79,
    ich nehme aktuell für meine Spannungskopfschmerz Mirtazipin 15mg. Ich habe jedoch auch festgestellt, dass mein Puls auch immer bei 85-95 ist. Nachst ist aber aber beim Schlafen so bei 60-70. Der Bluddruck ist aber in Orndnung.

    Mich würde interessieren was man gegen den hohen Puls machen kann. Sport mache ich aber schon fast täglich.

    Viele Grüße
    Matthias

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34361

    Liebe Stephie,

    Was wäre bei Spanungskopfschmerz die nächste Wahl für eine Prophylaxe?

    Du könntest noch andere trizyklische Antidepressiva testen. Dass Amitriptylin nicht mehr geht, ist sehr verständlich.

    Meine Migräneattacken ziehen sich immer über mindestens 48 Stunden oder länger. Welches Triptan sollte ich als nächstes ausprobieren? Eletriptan?

    Eletriptan wirkt stark und lange, ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

    Kommt es vor, dass man sich zwischen den Attacken so gedämpft und voller BrainFog fühlt? Mein vegetatives Nervensystem scheint jedes Mal außer Tritt zu geraten.

    Das kennen viele Betroffene. Nach der Attacke ist es halt meist nicht vorbei. Ruhe und Entspannung kann hilfreich sein.

    Danke für den Tipp mit dem Kopfschmerzkalender. Ich versuche es nun etwas lockere zu sehen und tragen trotzdem tapfer alle Tage ein.

    Ganz genau, cool bleiben. 😎

    Liebe Grüße
    Bettina

    Stephie79
    Participant
    Beitragsanzahl: 13

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    seit 10 Tagen leide ich unter einem andauernden Kopfschmerz. Zuerst half Ibu 600 4 x tgl, dann ASS 3.000 mg tgl, Sumatriptan 100 keine Wirkung. Seit gestern nehme ich 3 x 40 Tropfen Novalgin und kann wenigstens die Schmerzspitzen abfangen. Leider fällt es mir immer schwer zu entscheiden, ob es Spannungskopfschmerz oder Migräne ist. Meine Fragen:
    – Sollte ich lieber mal ein paar Tage gar nichts einnehmen, um dem Körper die Chance zu geben, selber aus der Spirale rauszukommen? Dann würde ich mich morgen eine Woche krankschreiben …
    – Oder soll ich lieber 2-3 Tage Maximaldosis Novalgin nehmen und hoffen, dass der Schmerz damit durchbrochen wird. Bezüglich der 10/20 Regel bin ich bei Tag 6 … hätte also noch etwas Luft.
    – Falls es doch ein Status migraenosus ist, gibt es nur die Möglichkeit mit Cortison dort rauszukommen oder hört das irgendwann von alleine auf?

    Meine Kopfschmerzen sind mittelstark. Ich kann aufrecht sein, spazieren gehen, etwas essen etc. Vielleicht ist es wirklich „nur“ Spannungskopfschmerz – trotzdem schränkt es die Lebensqualität sehr ein.

    Hier scheint heute zum Glück die Sonne!
    Viele Grüße
    Stephie

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34361

    Liebe Stephie,

    – Sollte ich lieber mal ein paar Tage gar nichts einnehmen, um dem Körper die Chance zu geben, selber aus der Spirale rauszukommen? Dann würde ich mich morgen eine Woche krankschreiben …

    das würde ich für mich so entscheiden. Zusätzlich aber mit sedierenden Medikamenten wie Vomex, Melperon oder Diazepam für einige Tage. Je nachdem, was Dir der Arzt in der Vergangenheit für ähnliche Situationen empfohlen hat.

    Meine Kopfschmerzen sind mittelstark. Ich kann aufrecht sein, spazieren gehen, etwas essen etc. Vielleicht ist es wirklich „nur“ Spannungskopfschmerz – trotzdem schränkt es die Lebensqualität sehr ein.

    Das kann beim Spannungskopfschmerz so sein, aber auch bei leichteren Migräneattacken. Da Sumatriptan nicht geholfen hatte, ist es möglicherweise doch ein starker Spannungskopfschmerz.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Annika
    Participant
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Stephie,

    Falls es doch ein Status migraenosus ist, gibt es nur die Möglichkeit mit Cortison dort rauszukommen oder hört das irgendwann von alleine auf?

    ganz egal was du tust, und ganz egal was es ist, es hört immer irgendwann wieder auf. Wenn man so drinsteckt wie du gerade, ist das schwer zu sehen, aber ja: Es hört immer irgendwann wieder auf.

    Ich an deiner Stelle würde mich definitiv für eine Weile krankschreiben. Was die Medikation angeht, hast du schon mal ein Triptan mit Schmerzmitteln kombiniert? Sumatriptan mit Naproxen soll besonders gut wirken, aber andere Kombinationen gehen auch.

    Ich drück dir die Daumen!

    Stephie79
    Participant
    Beitragsanzahl: 13

    Guten Morgen, Danke für eure Rückmeldung.
    Ich wunder mich, dass mein Schmerz sich gar nicht verändert. Bin diese Woche krankgeschrieben und schone mich total: viel Wärme im Nacken, Migränemaske, Spaziergänge, etc. Es bleibt aber gleichbleibend. Die Schmerzstärke liegt bei 4-5 … ist also auszuhalten, aber zu stark, um einfach so weiterzumachen. Gestern Abend habe ich ein Zäpfchen 1.000 mg Paracetamol und 400 mg Ibu kombiniert. Ich wollte einfach mal keine Schmerzen haben. Was soll ich sagen … KEINE Wirkung. Das gibt es doch einfach nicht! Die Schmerzen sind jetzt seit 14 Tagen vorhanden. Kann das wirklich ein Status migraenosus sein? Müsste der nicht irgendwann abklingen? Ich habe im letzten Sommer eine ähnliche Situation gehabt und 4 Tage Prednisolon 50 mg genommen. Fand damals nicht, dass es ein Game changer war. Ich habe die Tabletten hier und könnte das Gleiche nochmal versuchen. Was meint Ihr? Leider ist die Praxis meiner Neurologin aufgrund von Krankheit nicht erreichbar. Mein Hausarzt kennt sich nicht aus.
    Oh Mann, dieses ständige Überlegen, welche Kopfschmerzart habe ich gerade und welches Mittel könnte ich nehmen zermürbt mich.
    Danke für eure Erfahrungen!
    Viele Grüße
    Stephie

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Guten Morgen, liebe Stephie.

    Welche Kopfschmerzvariante du gerade hast, ist sicher per INet nicht zu sagen. Sollte es Migräne sein, sind die 50mg sicher nicht ausreichend, da würde ich 100mg nehmen und eventuell auch für 3 Tage. Das aber bitte nur, wenn die letzte Einnahme mindestens 3 Monate her ist. Und wenn es nach 3 Tagen nicht verschwunden ist, wäre langsames abdosieren wohl sinnvoll.
    Aber noch eine Frage: kann es sein, dass dein Kopfschmerz die Folge von Corona ist? Hast du eventuell Long-Covid? Ich habe so sonderbare Kopfschmerzen, die auf nichts reagieren, aber auch immer mal eine Pause einlegen, durch Corona. Dann wäre eine Cortisonbehandlung wohl nicht angesagt. Das könnte dein Hausarzt vielleicht beurteilen ?

    Gute Besserung und liebe Grüße,
    Julia

    Stephie79
    Participant
    Beitragsanzahl: 13

    Hallo Julia,
    meine Neurologin hat heute Morgen direkt angerufen und ich habe heute 100 mg Prednisolon genommen und soll morgen und übermorgen 50 mg nehmen. Ich versuche es jetzt einfach … wenn es nicht wirkt, weiß ich wenigstens, dass nicht die Entzündungen der Grund für die Kopfschmerzen sind.

    Meiner Meinung nach hat es bei mir tatsächlich mit Covid-19 zu tun. Vor zwei Jahren hatte ich die Infektion und gleichzeitig die vierte Impfung und bin danach total abgeschmiert. Brainfog, Kopfschmerzen, Belastungsintolereanz über Monate bis zum heutigen Tag. Leider ist die Studienlage zu diesen Zusammenhängen noch immer sehr dünn. Ich verfolge viele Veröffentlichungen zum Thema Long-Covid, um nichts zu verpassen. Aber auch wenn ich für mich weiß, dass das wohl der Grund sein wird, ändert es nichts an der Vorgehensweise zur Behandlung der Kopfschmerzen.

    Ich hoffe jetzt auf Cortison und berichte euch nächste Woche, ob ich aus dem Dauerschmerz raus bin.

    Viele Grüße
    Stephie

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7220

    Liebe Stephie,

    ich habe beide Kopfschmerzformen, Migräne und Spannungskopfschmerzen.

    Gegen meine Spannungskopfschmerzen wirkt kein Schmerzmittel, auch nicht in hoher Dosierung.
    Mir hat aber eine medikamentöse Propyhlaxe mit 10mg Escitalopram, einem modernen Antidepressivum, sehr geholfen, weil es die Schmerzabwehr stärkt.

    Es hatte bei mir einige Zeit gedauert, bis ich die beiden Kopfschmerzformen genau differenzieren konnte. Denn wenn ich auf der rechten Seite Migräne habe, fühlt es sich ähnlich an, wie wenn ich Spannungskopfschmerzen habe, die bei mir ausschließlich rechts auftreten. Der Migräneschmerz ist noch deutlich stärker und wird schon bei leichter Belastung pulsierend und das Triptan wirkt, wenn auch nicht so gut wie auf der linken Seite bei Migräne.

    Da sind wohl auf der rechten Seite die Nervenbahnen deutlich aktivierter und deshalb der Migräneschmerz auch schwerer zu unterdrücken.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Suche.

    Lieber Gruß
    Heika

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