Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Tägliche chronische Migräne nach NNH-OP? Gibts das? (Glücksfeder)

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  • Glücksfeder
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    Hallo alle miteinander, ich bin die Neue hier und möchte mich hiermit gern vorstellen und euch erzählen was bei mir so los ist. Vielleicht kann mir der ein oder andere Erfahrene auch Tipps geben. Ich hoffe es zumindest, denn ich bin absoluter Neuling in diesem „Migräne-Gebiet“. Ich bin 35 Jahre alt und lebe mit meinem Partner und unserem gemeinsamen Sohn in Niederbayern.
    Im September 2020 hatte ich eine Nasenbebenhöhlen Operation. Ich hatte viele Jahre schon eine chronische Entzündung, die mit Antibiotika und Cortison nicht mehr zu behandeln war. Zwei HNO Ärzte rieten mir also zu dieser OP.
    Fünf Tage nach der OP begann der Schmerz, der mich bis heute begleitet. Täglich… ohne Pause… der Schmerz sitzt im Hinterkopf und breitet sich über den ganzen Hinterkopf aus, beidseitig, ist bohrend, ich beschreibe ihn gern als „metallisch“ (weiß nicht ob jemand was damit anfangen kann), oft breitet sich der Schmerz sogar bis in die Ohren aus… mittlerweile tut mir auch schon der Nacken weh.
    Der Schmerz ist jeden Tag da. Morgens wenn ich aufstehe auszuhalten, dann steigert er sich. Mittags bin ich bei einer Skala von 8. Es ist wirklich jeden Tag in etwa gleich. Nachmittag ist es wieder auszuhalten, abends steigert sich der Schmerz wieder so auf 7-8. Wenn ich mir keine Ruhepause schaffe untertags, dann klettert der Schmerz auf 10 hoch (mit eventueller Panikattacke)
    Ich bin mittlerweile bei einem Neurologen in Behandlung, der nach kurzer Schilderung(!) meiner Schmerzen gleich gesagt hat, das wäre eine tägliche chronische Migräne. Er hat mir Topiramat verschrieben. Ich nehme 50 mg morgens und 50 mg abends. Aber es hilft mir absolut nicht 🙁 ich bin mittlerweile in psychotherapeutischer Behandlung. Jeden Tag Schmerzen zu haben, nichts dagegen tun zu können… das setzt mir einfach zu. Ich hab ja auch noch meinen 4jährigen Sohn… Seit der OP bin ich krank geschrieben. Ich arbeite normalerweise im Kindergarten. Ich sehe beruflich momentan gar keine Perspektive mehr 🙁 ich weiß einfach nicht mehr weiter…
    Nun zurück zu meiner eigentlichen Frage: hat das jemand von euch schon mal gehört, dass man eine „tägliche chronische Migräne“ aufgrund einer NNH-OP bekommen kann?
    Und vielen lieben Dank an alle die, die bis hier her gelesen haben… ich musste wohl echt gerade mein Herz ausschütten…

    Bettina Frank
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    Ein herzliches Willkommen bei uns, liebe Glücksfeder. 🙂

    Welche Akuttherapie setzt Du denn gegen den Schmerz ein? Hast Du schon mal ein Triptan versucht und wenn ja, hat es gewirkt?

    Theoretisch wäre es schon möglich, dass eine Migräne (die Anlage hat man dann in sich) durch eine OP oder einen Unfall startet. Aber gleich chronisch, das wäre ungewöhnlich.

    Wurde denn ein sekundärer Kopfschmerz (eventuell Nervenschmerz) ausgeschlossen?

    Ich bin mittlerweile bei einem Neurologen in Behandlung, der nach kurzer Schilderung(!) meiner Schmerzen gleich gesagt hat, das wäre eine tägliche chronische Migräne.

    Welche weiteren Untersuchungen wurden veranlasst?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Glücksfeder
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    Hallo Bettina,
    lieben Dank für deine Antwort!
    Ich habe bis jetzt noch kein Triptan von meinem Neurologen bekommen. Wir haben es erst mit Amitriptyllin und Venlafaxin versucht, aber beides musste ich wegen starker Nebenwirkungen wieder absetzen. Dann kam Topiramat.

    Einen Nervenschmerz schließt mein Neurologe per se aus. Das wäre mein erster Gedanke gewesen, als ich den Termin dort vereinbart habe. Er meinte, bei einer NNH-OP würde wenn dann nur der Trigeminusnerv verletzt werden und der würde Gesichtsschmerzen verursachen und nicht Schmerzen am Hinterkopf.

    Glücksfeder
    Participant
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    Bevor ich zum Neurologen kam, hatte ich ein CT für die Nasennebenhöhlen. Hier wurde leider festgestellt, dass die OP nicht erfolgreich war 🙁 naja, anderes Thema…
    Dann hatte ich noch zwei MRTs vom Kopf. Alles ohne Befund. Organisch wäre bei mir alles in Ordnung..

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Hallo Glücksfeder,

    Wir haben es erst mit Amitriptyllin und Venlafaxin versucht, aber beides musste ich wegen starker Nebenwirkungen wieder absetzen. Dann kam Topiramat.

    das sind ja nur Prophylaxen und keine Akutmedikamente. Wenn Du Triptane noch nicht mal getestet hast, ist es gewagt vom Arzt, eine Migräne zu diagnostizieren. 😉 Und auch sonderbar, Dir keine Triptane zumindest mal versuchsmäßig zu empfehlen. Es gibt auch zwei Freiverkäufliche, vielleicht magst Du diese nach Absprache mit dem Arzt mal testen?

    Er meinte, bei einer NNH-OP würde wenn dann nur der Trigeminusnerv verletzt werden und der würde Gesichtsschmerzen verursachen und nicht Schmerzen am Hinterkopf.

    DAs macht natürlich Sinn, aber hast Du denn tatsächlich nur am Hinterkopf Schmerzen? Schildere doch den Schmerz mal ganz genau, auch Begleiterscheinungen, Häufigkeit, Stärke, Art des Schmerzes usw.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Glücksfeder
    Participant
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    Danke, ich wusste nicht, dass es auch freiverkäufliche Triptane gibt. Vielleicht teste ich die mal.
    Der Schmerz befindet sich nur am Hinterkopf. Befindet sich mittig, breitet sich aber über den ganzen Hinterkopf aus, strahlt dann mit zunehmender Stärke in Richtung Nacken aus. Morgens stehe ich auf, da ist der Schmerz noch erträglich, er steigert sich dann bis Mittags… ab 12 oder 13 Uhr ist er auf einer Skala von ca 8 angekommen und mir bleibt nichts mehr anderes übrig als mich hinzulegen. Ich bin dann vom Schmerz so erschöpft, dass ich oft einschlafe. Nachmittags hat sich der Schmerz wieder auf einer Skala von ca 4 eingependelt, abends bin ich wieder auf 6-8. Es ist wirklich jeden Tag gleich. Ich habe gemerkt, dass körperliche Aktivität den Schmerz verschlimmert. Wenn ich nur einfache Tätigkeiten im Haushalt mache, muss ich Pausen einlegen und mich zwischendurch eine halbe Stunde hinlegen, weil der Schmerz plötzlich schlimmer wird, mir schwindlig und schlecht wird.
    Danke Bettina, dass du dir Zeit nimmst, dir meine Schilderung anzuhören. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher, ob die Migräne-Diagnose in meinem Fall so richtig ist… weil ja meine Schmerzen täglich immer zum gleichen Zeitpunkt wiederkehren.
    Ich hab auch oft das Gefühl während den Schmerzen, als würd ich mein Blut im Kopf fühlen, das nur sehr schwer durchgepumpt werden kann (tut mir leid, ich kanns grad nicht anders beschreiben ? ) sind Triptane nicht gefäßverengend? Wäre das nicht kontraproduktiv? Ich mach mir schon so viele Gedanken, weil ich schon so viel schlimme Nebenwirkungen zusätzlich zu den täglichen Schmerzen ertragen musste…
    Liebe Grüße!

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Hallo Glücksfeder,

    damit ich das richtig verstehe: Du hast täglich teilweise extrem starke Schmerzen und Du behandelst diese gar nicht? ?

    Beschreibe diese Schmerzen doch mal ganz genau! Also alles, was Dir einfällt – Art des Schmerzes – pulsierend, pochend, stechend, dumpf, drückend? Bei Bewegung verstärkt sich also der Schmerz, Du hast auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schwindel. Könnte theoretisch für Migräne sprechen, muss aber nicht. Starke Schmerzen an sich können auch diese zusätzlichen Symptome zeigen.

    Hast Du eventuell hohen Blutdruck?

    Wichtig wäre jetzt einfach mal, dass Du Akutmedikamente einsetzt. Vielleicht auch doch mal Triptane testen (sofern kein Bluthochdruck besteht), aber auch Schmerzmedikamente wie Ibuprofen, Naproxen, Arcoxia oder auch Novalgin wären möglich. Frage den Arzt mal ganz explizit nach Akutmedikamenten, er kann Dir doch nicht immer nur Prophylaxen empfehlen.

    Ich hab auch oft das Gefühl während den Schmerzen, als würd ich mein Blut im Kopf fühlen, das nur sehr schwer durchgepumpt werden kann (tut mir leid, ich kanns grad nicht anders beschreiben ? ) sind Triptane nicht gefäßverengend? Wäre das nicht kontraproduktiv? Ich mach mir schon so viele Gedanken, weil ich schon so viel schlimme Nebenwirkungen zusätzlich zu den täglichen Schmerzen ertragen musste…

    Deshalb auch meine Frage nach dem Blutdruck, der sollte man abgecheckt werden. Bei hohem unbehandeltem Blutdruck wären Triptane kontraindiziert.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Glücksfeder
    Participant
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    Du verstehst das ganz richtig, ich behandle diese gar nicht… ich halte sie Tag für Tag aus. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Novalgin, auch Tramadol helfen nicht. Ich hab das meinem Neurologen bereits gesagt, er hat mir nie etwas von einer Akutmedikation gesagt. Ich bin absoluter Neuling auf diesem Gebiet, hatte ja vor der OP nie eine Migräne, kenne mich ja überhaupt nicht aus… ich hab nächste Woche einen Termin bei meinem Hausarzt ausgemacht für ein großes Blutbild, dass mal alles durchgecheckt wird.
    Der Schmerz ist pulsierend, bohrend, drückend, ich beschreibs oft auch als würd mir jemand mit was metallischem im Kopf rumbohren.
    Ich hab am 1. März meinen nächsten Termin beim Neurologen. Dort spreche ich an, dass ich das Topiramat absetzen möchte, weil es mir nicht hilft.
    Mein Neurologe sagte mal zu mir, der letzte Weg wäre in eine Schmerzklinik zu gehen, davor müssten aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, dass z.B. die Prophylaxemedikamente und verschiedene andere Therapien nicht anschlagen. Anders würde man da keinen Platz bekommen. Stimmt das?

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Frag den Arzt mal, ob Du Triptane testen kannst. Das wäre der logische nächste Schritt. Danach, wenn diese (mehrere testen) auch nicht helfen, würde ich einen stationären Aufenthalt ins Auge fassen.

    Die Kassen zahlen nur, wenn alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Das wäre dann ja bei Dir der Fall.

    Glücksfeder
    Participant
    Beitragsanzahl: 50

    Ok, vielen Dank Bettina. Werd ich machen.
    Hab auch gerade einen Termin bei einem Schmerztherapeuten ausgemacht. Der ist allerdings erst im April. Mal sehen, was sich bis dahin tut…
    Liebe Grüße!

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Bis April würde ich nicht warten mit unbehandelten Schmerzen. Schreibe Deinem Arzt eine Mail wegen der Triptane oder rufe ihn an.

    Glücksfeder
    Participant
    Beitragsanzahl: 50

    Danke, ich habe am 1. März einen Termin bei ihm. Da werde ich das mit dem Triptan ansprechen und mir eins aufschreiben lassen.
    Den Termin beim Schmerztherapeuten im April werde ich, wenns nicht besser wird, dennoch wahrnehmen. Hab schon viel gutes von ihm gehört. Und wirklich gut behandelt fühle ich mich bei meinem Neurologen nicht. Die Wartezeit bei anderen Neurologen in meiner Stadt beträgt mehrere Monate, so ist ein Wechsel schwierig…
    Oder kannst du mir ein freiverkäufliches Triptan empfehlen? Habs mir im Internet schon angesehen, weiß aber nicht, welches, bzw welche Dosierung ich da nehmen sollte…

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