Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Vorstellung Enton – Enton oder Migränosaurus?

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  • Enton
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    Guten Abend liebe Mitglieder,

    ich bin durch mehr oder weniger Zufall hierüber gestolpert und muss gerade meinem Impuls nachgeben, mich hier mal vorzustellen.

    Vermutlich ist klar was mich zu euch führt. Aber die Geschichte dahinter ist laaaaaang und ein kleiner Marathon. Fangen wir mal an: Als ich ein kleiner Bub war, so im Grundschulalter. Da plagten mich hin und wieder solche Anflüge von starken Kopfschmerzen. Meistens Abends. Mit hin und wieder meine ich so selten, dass meine Eltern sich nichts weiter dabei dachten.

    Auf der weiterführenden Schule hatte ich sowas auch. Da kam bei solchen Situationen dann aber gelegentlich erbrechen dazu. Kopfschmerzen und manchmal mit erbrechen. Nichts „besonderes“ anscheinend. Zumindest hat das auch keinen Arzt weiter hellhörig gemacht. So vergingen die Jahre. Vom Zeitgefühl her waren die Attacken selten, aber sie waren da. Ich erinnere mich an 3 Situationen in denen die Kopfschmerzen wohl so schlimm waren, dass ich das bis heute noch weiß. Interessanterweise ging meine Mutter später von einer Migräne aus und hat das entsprechend durch Abdunklung und Reizminimierung probiert erträglicher zumachen. Irgendwann verschrieb mir mein Hausarzt Novamin Sulfon. Das war das erste Mal, dass ich ein Mittel hatte, dass diese Kopfschmerzen wegdrücken konnte. Die folgende Benommenheit schob ich auch auf das Medikament.

    Im Ausbildungsalter fing das ganze dann mit dem Rücken an. Immer mal wieder Rückenschmerzen die bis in den Kopf zogen. Manchmal so stark, dass ich komplett handlungsunfähig wurde. Ich war bei 3 Orthopäden. Alle sagten dasselbe: Skoliose! Sport machen, viel bewegen!

    Ich war zarte 17 Jahre alt, wog irgendwo um die 60kg. Mein Arbeitsalltag war im Handwerk auf dem Bau. 9 Stunden am Tag. Montags bis Freitags. Azubi – also a* vom Dienst. So bekam ich erstmals Physiotherapie. Diese hat immer zu den heftigsten Kopfschmerzen, die ich zu dem Zeitpunkt je hatte, geführt. Die Physiotherapeutin fand das seltsam und war auch bemüht Wege zu finden, die das nicht auslösten. Nach 6 Wochen a 2 mal Physio hab ich das im Sande verlaufen lassen, weil ich diese Schmerzen nicht mehr ertragen konnte.

    Ich wandte mich wieder an meinen Hausarzt. Dieser hat die Probleme meist durch Chiropraktik wegbekommen. Immer. Ohne Ausnahme. Bis er sagte, es reicht. Du musst nochmal zum Ortho. Okay. Ich mir also den nächsten Orthopäden von der Liste gesucht, Termin gemacht und mich vorgestellt.

    Dabei kam dann rum, dass ich Muskelaufbau im Rücken machen soll. Außerdem einen Fernkurs für Rückenübungen, der von der Krankenkasse bezahlt wird. UND Stoßwellentherapie. Spoileralarm: ging auch nach hinten los. Ich meldete mich also im Fitnessstudio an. Dort wurden ganz obligatorisch erstmal meine „Körperindexe“ ermittelt. Und man stellte voller entsetzen fest, dass ich fett bin… danke dafür! Blöder affe… Jedenfalls war zumindest der Trainer seriös. Im Gegensatz zu dem Typen der wohl nur Verkaufsgespräche macht. Nun denn. So zogen Wochen ins Land und brachten Gelenkentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen, überlastete Bänder und – ja, richtig geraten: viel mehr Kopfschmerzen als vorher. Teilweise noch heftiger als aus der Physio. Zum Glück hatte ich den Onlinekurs um 2x die Woche unter Anleitung Rückenübungen machen zu können. Der werte Herr sagte zu mir, den Schmerz wirst du sowieso nie los. Aber du musst ihn soweit trainieren, dass dich an ihn gewöhnst! Dadurch ist er weniger schlimm. Kinners… google sagte: Der Körper verfügt über ein Schmerzgedächtnis. Der Körper findet schmerzen total doof. Der Körper merkt sich sowas und zeigt dir dann den Vogel.

    Gibt es eigentlich nur unfähige Leute auf dieser Welt?!

    Aber hey, wo Schatten ist, findet man auch Licht. Die Stoßwellentherapie… oh mein Gott tat die gut. Ich sah zwar aus als hätte man mich mit einem Strumpf voller Münzen verprügelt, aber alter. Nie hat sich was so gut angefühlt – vor allem wenn die Kopfschmerzen auch akut da waren. Da ich aber nicht am Ende eines Regenbogens wohne und die Kasse das nicht zahlen wollte, blieb es nur bei 5 Sitzungen. Danach hab ich den Arzt auch abgehakt. Und das Fitnessstudio. Und diesen Onlinekurs sowieso.

    Wir sind jetzt mittlerweile in einem Alter angekommen, wo ich kein Azubi mehr war. Ich war bereits 1 Jahr ausgelernt. Und diese elenden Rückenschmerzen die bis in den Kopf zogen, plagten mich noch immer. Außerdem stellte ich fest, dass ich in absehbarer Zeit vor diesen Rückenschmerzen akute Anfälle von Blödheit hatte. Ich war einfach nicht ich selbst. Und da schob ich dann immer auf die Kopfschmerzen weil -> Schmerzen belasten einen ja. Das wird ja jeder kennen.

    Einen weiteren sinnlosen Orthopäden, diversen Heilpraktikern und Leuten die es besser wussten weiter.

    Mein Hauptmittel gegen die Kopfschmerzen war mittlerweile bevorzugt Ibu 800. Bis ich eine chronische Gastritis Typ C entwickelt habe. Und alle Unnötigkeiten auf die man durch Prävention schon hätte verzichten können. Leute, ich hab keine Lust mehr… anscheinend habe ich etwas, dass niemanden interessiert. Ich würde sagen wir skippen jetzt mal bis zum ersten Lichtblick.

    Ich wurde 29 Jahre alt. Zu den Kopfschmerzen mit Blödheitsanfällen kam immer öfter wieder die Übelkeit dazu. Anfangs auf Verdacht wegen dem Ibu und der Gastritis. Also wurde endgültig auf Novalgin umgestellt. Und gelegentlich Vomex dazu. Manchmal fühlte ich mich dazu auch hochgradig krank, wenn diese Anfälle kamen. Aber 3 Tage gelber Schein regelt. Bis ein Kumpel zu mir sagte: Hast du mal drüber nachgedacht ob das Migräne sein könnte?

    Der Boden unter meinen Füßen bebte. Ich fiel innerlich in ein tiefes Loch… und fing an zu lachen ob er mich verarschen will. Dann berichtete er mir von seinen Migräneanfällen und es war, als könnte er meine Gedanken lesen… bis dato hatte ich das nie wirklich auf dem Schirm. Ich dachte immer, Migräne haben doch nur komische Weicheier die wegen ein paar Kopfschmerzen rumjammern. Aber leider wurde ein Schuh draus…

    Ich sprach das Thema beim Hausarzt an. Er fragte mich förmlichst aus und meinte, joa. Das wäre denkbar. Er verschrieb mir Sumatriptan zum Testen. Er sagte, das nächste Mal wenn du Kopfschmerzen bekommst, nimmst du die Tablette. Merkst du das der Schmerz nachlässt, gehen wir den Weg weiter. Merkst du gar nichts, haken wir das Thema ab.

    Nächste Runde Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Blödheit -> Triptan rein -> Kopfschmerzen lassen nach…

    UND DARAUF MUSSTE ICH JETZT… äh… eins im Sinn… ACH EGAL! WAR DAS DENN JETZT SO SCHWER VERDAMMT?!?! *Hochemotionales Boah*

    Seit Mitte letztens Jahres bin ich beim Neurologen in Behandlung. Und der Neuro ist hoch sympatisch. Er hat während unseres Gesprächs mehrfach erwähnt, wie dreist er es findet, dass ich mir einen Termin bei ihm geklaut hätte. Ich soll zu einem Neurologen in meinem Ort gehen. Er hätte genug Patienten im Nachbarkreis. Da braucht er mich nicht auch noch.

    Weitere Details erspare ich euch jetzt aber. Die Pointe: Prophylaxe Metoprolol -> 5kg zugenommen. Attacken nicht verändert. Dann kam Topiramat -> 5 Tage genommen, nicht mehr Arbeitsfähig. Direkt abgesetzt. In der Zwischenzeit habe ich viele neue Formen von Migräneattacken kennengelernt. Enton ist die Migräne, die über Tage bleibt, aber erträglich ist. Migränosaurus ist der Supergau. Morgens nach dem Aufstehen binnen 60 Minuten von: Yay, was für ein schöner Tag, heute hab ich richtig bock! Zu -> Oh Gott, erschießt mich! Bitte! Ich will das nicht mehr… wie war noch die Nummer vom Notarzt?

    Ja. Gut. Soviel zu mir und meinem Weg hierher. Jetzt will der Neurologe erst beim nächsten Termin in 3 Monaten weitere Schritte besprechen. Bis dahin bleibts bei Akutmedikation. Sumatriptan 50mg als Tablette, wenn eine Attacke kommt die beherrschbar ist. Und 20mg Imigran Nasenspray für den Saurier. Achso, und MCP gegen Kotzikotzi.

    ICH WEISS! IST JA GUT! Wenn ich mich darüber nicht lustig machen würde, würde ich daran kaputt gehen. Über 22 Grad -> Migräne. Sonne -> Migräne. Wetterwechsel -> Migräne. An Migräne denken -> Migräne. Noch Fragen? Und für jegliche komische Fomrulrungen übernehme ich keine Haftung. Ich hab gerade eine 3tägige 8er Migräne hinter mir.

    Beste Grüße und danke für diese Plattform!

    Bettina Frank
    Keymaster
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    Hallo Enton, herzlich willkommen bei uns. 🙂

    Du schreibst zwar mit viel Humor, dahinter verbirgt sich aber eine Odyssee, auf die keiner wirklich Lust hat. Kennen aber viele von uns, macht es nur für Dich nicht besser.

    An wie vielen Tagen im Monat hast Du denn Migräneattacken und wie oft behandelst Du? Kennst Du die 10/20-Regel, die besagt, dass man nicht öfter als an 10 Tagen im Monat Akutmedikation einsetzen sollte?
    Nutzt Du einen Kopfschmerzkalender? Wenn nicht, dann lade Dir doch mal unsere kostenlose Migräne-App. Den Link findest Du in der Sidebar direkt zum Downloaden.

    Was ist jetzt eigentlich mit Deinem Rücken los? Hast Du die gesicherte Diagnose Skoliose?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Enton
    Participant
    Beitragsanzahl: 17

    Guten Abend,

    ich habe so im Schnitt alle 7-10 Tage eine Migräne. Manche davon können auch mal 3-5 Tage andauern. Die meisten sind nach 1-2 Tagen zum Glück wieder vorbei. Arbeite ich bei heißen Umgebungstemperaturen, bekomme ich auch außerplanmäßige Attacken. In der Regel behandle ich 3 Attacken im Monat mit Sumatriptan. Habe ich eine lange Attacke nehme ich kein zweites Mal das Zeug. Ich habs ein paar mal getestet, brachte mir aber nichts. Daher lasse ich das dann. Die schlimmsten waren über 5 Tage, beim Anbruch von Tag 6 gingen sie dann endlich weg. Natürlich 2 Stunden vorm Arzttermin. Da war ich auch am Ende mit meinen Kräften, da ging gar nichts mehr. Immerhin gabs noch für den Tag eine AU.

    Die 10/20 ist mir bekannt und ich nutze auch eure App. Da behält man schön den Überblick.

    Ich habe mal geschaut ob ich noch Unterlagen über meinen Rücken habe. Das ist aber nicht der Fall. Ich hab nochmal genauer drüber nachgedacht. Ich glaube ich kriege die Reihenfolge ungefähr wieder zusammen.

    – Rückenschmerzen erst beim HA mit Chiropraktik bis er nicht mehr wollte.
    – Dann erster Besuch beim Ortho. Der stellt nur eine schmerzbedingte Fehlhaltung fest.
    – Irgendwann dann bei einer Naturheilkundlerin gewesen. Die stellte Morbus Scheuermann fest.
    – Beim Hausarzt das Thema aufgegriffen. Der konnte gar nichts feststellen.
    – Bei Ortho 2 wurden dann Rückenverspannungen wegen Fußfehlstellungen festgestellt.
    – HA war irgendwann ratlos.
    – Ortho 3 hat dann eine Hyperkyphose festgestellt und dieses große Rundum-Sorglos-Paket verschrieben.

    Die Naturheilkundlerin hatte damals ein Bild von meiner Haltung gemacht. Sie sagte, das ist eindeutig. Aber im Verlauf dieser ganzen Geschichte fiel mir auch auf das ich mal mehr und mal weniger Rundrücken hatte. Heute vermute ich, dass die Migräne Verspannungen ausgelöst hatte. Insgesamt gabs glaube ich Untersuchungen auf Skoliose, Bechterew, Scheuermann und Rheuma. Aber ich habe nirgends etwas schwarz auf weiß.

    Heute hatte ich einen Termin beim meinem Senior-Hausarzt. Ich will Akupunktur ausprobieren. Er hat mich erstmal über diese Sachen mit der Energie, Yin und Yang, Meridiane der Galle und so weiter aufgeklärt. Und auch direkt gesagt, eine Garantie gibt es nicht. Es kann helfen. Das kann auch dauern bis sich was tut. Es kann auch sein, dass es gar nichts bringt. Ich solle mir das gut überlegen – zumal es keine Kassenleistung ist. Aber für 22€/Sitzung halte ich das für in Ordnung. Ich fand das Gespräch auch hochgradig interessant, vorallem als er das Thema Migränetyp aufnahm.

    Aber ich habe tatsächlich noch eine Frage an die Expertise hier. Triptan Einnahmezeitpunkt. Alle Ärzte sagten zu mir, erst wenn der Kopfschmerz da ist, auf gar keinen Fall früher. Meine Apothekerin (auch Migränebetroffene) sagte, sobald du merkst, dass da was kommt, nimm die Tablette! Also nicht vorweg, auch nicht bei der Aura. Sondern an dem Punkt, wo die Kiste durchzünden will. Beobachte deinen Körper, dann weißt du irgendwann welcher Zeitpunkt das ist. Dann stehen die Chancen gut, dass das Sumatriptan die Attacke abgwürgen kann.

    Einen schönen Abend und danke für die Rückfragen 🙂

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34369

    Hallo Enton,

    In der Regel behandle ich 3 Attacken im Monat mit Sumatriptan. Habe ich eine lange Attacke nehme ich kein zweites Mal das Zeug. Ich habs ein paar mal getestet, brachte mir aber nichts.

    das ist ungewöhnlich, normalerweise wirken Triptane auch gut gegen den Wiederkehrkopfschmerz. Dieser startet erneut nach Nachlassen der Triptanwirkung. Würde ich vielleicht doch noch mal testen an Deiner Stelle. Sonst wäre auch ein Schmerzmedikament wie z.B. Novalgin oder Ibuprofen möglich. Aushalten ohne guten Grund muss man nicht.

    Die 10/20 ist mir bekannt und ich nutze auch eure App. Da behält man schön den Überblick.

    Sehr gut. 🙂

    Heute vermute ich, dass die Migräne Verspannungen ausgelöst hatte. Insgesamt gabs glaube ich Untersuchungen auf Skoliose, Bechterew, Scheuermann und Rheuma. Aber ich habe nirgends etwas schwarz auf weiß.

    Das ist auch der wahrscheinlichste Grund und der Rücken ist im Großen und Ganzen eh in Ordnung. 😉 Häufige Attacken können bewirken, dass das Nervensystem im Kopf-, Schulter- und Nackenbereich übersensibel wird und mit Schmerzen reagiert, die strukturell bedingt gar nicht entstehen müssten. Hat mit der Migräne und nicht mit dem Rücken zu tun.

    Heute hatte ich einen Termin beim meinem Senior-Hausarzt. Ich will Akupunktur ausprobieren. Er hat mich erstmal über diese Sachen mit der Energie, Yin und Yang, Meridiane der Galle und so weiter aufgeklärt.

    Das ist Esoterik. 😉 Wir beraten hier evidenzbasiert und sprechen Tacheles bei unwirksamen Methoden, die nur eine Geld- und Zeitverschwendung sind. Wenn Du Lust drauf hast, ok. Aber erwarte Dir nichts davon, dann wirst Du auch nicht enttäuscht.

    Aber ich habe tatsächlich noch eine Frage an die Expertise hier. Triptan Einnahmezeitpunkt.

    Der richtige Zeitpunkt für das Triptan ist gekommen, wenn der Schmerz beginnt. Dieser kann noch ganz leicht sein, aber pochend/pulsierend, oft einseitig (muss aber nicht sein), sich bei körperlicher Aktivität verstärkt, wenn eventuell leichte Übelkeit bereits da ist, ebenso Licht- und Lärmüberempfindlichkeit.
    Nie schon vor Beginn des Schmerzes ein Triptan einsetzen!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Enton
    Participant
    Beitragsanzahl: 17

    Nabend,

    dann werde ich das vielleicht nochmal probieren. Aber ich hoffe erstmal das es so schnell nicht dazu kommt. Novalgin hab ich hier sowieso, aber das bringt gefühlt überhaupt nichts. Ich nehme das und der Schmerz wird nur etwas weniger Präsent. Da ist er trotzdem und reagiert auch auf Anstrengung und hat so ein beklemmendes Gefühl mit dabei.

    Ich hab mit das mit der Akupunktur nochmal die Woche durch den Kopf gehen lassen. Und mich weiter eingelesen… es wäre ja auch zu schön, wenn einfach mal was richtig und langfristig hilft.

    Die letzten 30 Tage waren mittlerweile echt übel. Ich bin jetzt bei 9 Schmerztagen. Und habe diese Woche schon 3 am Stück. Dienstagmorgen um 2 Uhr riss mich ne heftige Attacke aus dem Schlaf. Ich wusste erst gar nicht was los ist, so hat mir der Schädel gedröhnt. Im Tagesverlauf wurds langsam besser. Mittwoch kam der Kopfschmerz gegen 9/10 Uhr wieder, aber mal links. Das passiert relativ selten. Der war nicht schön, aber aushaltbar. Und heute kam er gegen 9 Uhr wieder rechts. War auch nicht schön, aber aushaltbar. Gegen 18 Uhr hatte ich mich hingelegt und nachdem ich wieder aufgewacht bin, war es sehr viel schlimmer. Dann hab ich das Triptan Nasenspray genommen und nach 15 Minuten ließ der deutlich nach.

    Ich würd gern mal das schöne Wetter mit Radfahren wieder nutzen… aber momentan seh ich das gar nicht mehr. Es ist und bleibt ermüdend.

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34369

    Hallo Enton,

    Novalgin hab ich hier sowieso, aber das bringt gefühlt überhaupt nichts. Ich nehme das und der Schmerz wird nur etwas weniger Präsent. Da ist er trotzdem und reagiert auch auf Anstrengung und hat so ein beklemmendes Gefühl mit dabei.

    wie hoch dosiert nimmst Du es denn ein? Ein Gramm bzw. 40 Tropfen (wirken noch schneller) sollten es schon sein. Sinnvoll ist manchmal ein Antiemetikum, das die Magen-/Darmperistaltik wieder ankurbelt.

    Ich würd gern mal das schöne Wetter mit Radfahren wieder nutzen… aber momentan seh ich das gar nicht mehr.

    Doch, mach das! Tut Dir sicher gut, wenn auch nur für die Psyche. Migräne hast Du auch, wenn Du nur zu Hause bleibst. 😉

    Es ist und bleibt ermüdend.

    Leider, aber es kommen dann auch wieder bessere Zeiten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Enton
    Participant
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    Nabend, danke für die regen Antworten! So machts zumindest etwas Spaß daran am Ball zu bleiben.

    Ich hab bei den Migränekopfschmerzen immer 40 Tropfen genommen. Das war ja zuletzt auch einer Gründe damit zum Arzt zu gehen, weil es dagegen nicht mehr half. Für Magen/Darm hab ich MCP Tabletten bekommen, weil Vomex auch nicht mehr half. Das MCP hat aber die ungünstige Eigenschaft, nach etwa einer Stunde das „Feuer“ zu eröffnen. Deswegen kommt das nur in Frage, wenn ich ohnehin migränös bettgebunden bin. Und nicht wenn ich über eine Stunde von zu Hause auf einer Baustelle rumturne.

    Am Wochenende 2 Radtouren gefahren. Insgesamt 93km. Ganz entspannt, abends dann gegrillt.

    Und heute ist die erste Attacke seit 7 Tagen wieder. Vielleicht komme ich jetzt endlich (leider) wieder in meinen 7-10 Tage-Rhythmus. Es gab gestern auch schon Anzeichen, dass da was kommt. Habs bis 16 Uhr durchgehalten ohne was zu nehmen – und ohne jemanden den Kopf abzureissen. Dann kam pünktlich Richtung Feierabend der Kopfschmerz dazu. Zur Rückfahrt habe ich dann mein 20mg Imigran Spray genommen und unterwegs wurds deutlich besser. Jetzt ca. 4,5h Stunden später kommt der Kopfschmerz wieder durch. Habe jetzt noch eine 2. Dosis zum Ausprobieren genommen. Ich spüre deutlich, dass da was im Kopf passiert. Es ist schon fast unangenehm, aber der Schmerz verschwindet wieder. Hoffentlich bin ich dann morgen zu einem Tag voller Besprechungen wieder auf Höhe. Heutemorgen war ich in der Vorphase schon so verpeilt, dass ich fast die falsche Hose angezogen hätte. Dann hätte ich fast mein Frühstück aufm Tisch stehen lassen. Auch noch die falschen Schuhe angezogen. Und in der Firma bin ich erstmal ins Lager gerannt, statt an meinen Schreibtisch… keine Ahnung wieso. Erst vorm Regal fiel mir ein, dass ich da gar nicht hin wollte. Dann gabs heutemorgen noch mit den Kollegen rumgealber – wie immer eigentlich. Aber mein Kopf und meine Stimmung konnten das nicht ertragen. Ich hab dann die Kurve gekratzt, bevor ich explodiere und wahllos Leute anschimpfe. Damals dachte ich immer, die hätten das verdient wenn sie mich morgens schon so stressen. Heute weiß ich, die können nichts dafür das ich einen „schlechten“ Tag habe.

    Insgesamt scheine ich das Nasenspray auch deutlich besser zu vertragen als die Tabletten.

    // Edit

    Ich habe jetzt gerade das Phänomen das sich die rechte Kopfhälfte total gut anfühlt. Ich kanns kaum beschreiben. Wie so ein entlastender „Druck“? Ich wüsste da jetzt gerade kein passendes Wort für. Und mein rechtes Auge tränt von alleine.

    • Diese Antwort wurde vor vor 5 months, 2 weeks von Enton bearbeitet.
    Bettina Frank
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    Hallo Enton,

    wenigstens hast du eine Fahrradtour gemacht.

    Gereiztheit vor den Attacken ist halt leider ein typischer Vorbote der Migräne und andere kriegen es dann ab. 😉

    Alles was du schilderst, ist bekannt. Aber das wirst du eh schon wissen.

    Wünsche dir ein paar gute Tage.

    Liebe Grüße
    Bettina

    • Diese Antwort wurde vor vor 5 months, 2 weeks von Bettina Frank bearbeitet.
    Enton
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    Nabend Bettina,

    die 2. Dosis hat wohl den Unterschied gemacht. Ich bin seitdem wieder frei von der Attacken. Auch wenn das sehr komisch war.

    Enton
    Participant
    Beitragsanzahl: 17

    Ein Update.

    Die Attacken werden mehr und mehr. Meine Nerven dünner und dünner. Es könnte passieren das ich demnächst beim Arzt durchdrehe. Ich kann bald echt nicht mehr.

    Ich habe 2 Wochen Urlaub – endlich. Und bin nach der ersten schon beim 6. Migränetag. Mal 2 in Folge. Dann in ein paar Tagen Abstand. Meine 12 Attacken/Monat krieg ich mittlerweile voll. Würd ich mich jedes Mal krankschreiben lassen, wenn sie nicht auszuhalten ist, hätten wir auf der Arbeit schon ziemliche Probleme.

    Beim Triptan wiege ich ab, ob eine Attacke schon schlimm genug ist, damit ich nicht in Richtung Medikopfschmerz komme.

    Ich hab jetzt zumindest eine Spur zum Auslöser: Wetter 🫠 vergleiche ich Luftdruckveränderungen mit den Migränetagen, scheint das ab 5hPa/9h ins Gewicht zu fallen. An mehreren zusammenhängenden Tagen ist immer ein auf und ab des Drucks zu sehen. Jetzt liege ich flach sobald eine Wetterfront naht.

    Letzte Nacht musste ich mich zu höllischen Kopfschmerzen fast übergeben. Da war der Druckunterschied auf 12h etwa 6hPa. Gegen Mittag heute verschwand die Migräne von selbst. Zu dem Zeitpunkt blieb der Druck schon 3 Stunden stabil. Die Attacke heutenachmittag kam in Zeitraum von einer weiteren Druckschwankung. Erst gings in 2h wieder 5hPa runter. Da fing die Migräne etwa eine Stunde versetzt langsam wieder an. Dann sprang der Druck innerhalb einer Stunde wieder um 4hPa.

    Jetzt lieg ich mit Triptan und Vomex im Bett und schreibe das hier auf dem abgedunkelten Smartphone. Während die nächste Unwetterfront 2 Stunden entfernt ist.

    Und wiedermal kam ein Kumpel auf die Wetteridee. Er meinte nur, ich wäre ja ein menschlicher Gewitterwarner. Daraufhin hab ich die letzten 2 Monate mit den Druckverläufen verglichen.

    • Diese Antwort wurde vor vor 4 months, 1 week von Enton bearbeitet.
    Bettina Frank
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    Hallo Enton,

    tut mir sehr leid, dass es dir wieder schlechter geht.

    Aber bitte lass diese Fokussierung auf das Wetter und um Himmels Willen miss nicht permanent den Druck. 😳
    Du landest sonst schneller als du glaubst in einer negativen Erwartungshaltung und alles dreht sich nur noch um die nächsten Druckunterschiede, den nächsten Sturm, den nächsten Wetterwechsel.

    Jeden Tag ist irgendein Wetter, du kannst es nicht ändern. Ich reagiere auch auf Wetterumschwung, aber halt nicht immer. Würde ich jetzt permanent den Fokus darauf setzen, verderbe ich mir auch die guten Tage und löse durch die Anspannung vielleicht sogar die ein oder andere Attacke aus. Also bitte lass das wieder bleiben.

    Hast du jetzt aktuell eigentlich eine Prophylaxe? Hab ein bisschen nachgelesen bei dir, die Info aber nicht gefunden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Enton
    Participant
    Beitragsanzahl: 17

    Der Leidensdruck ist im Moment unglaublich hoch… ich find sonst keine Ursachen dafür und jetzt wo das Wetter so harakiri macht ist es einfach extrem. Ich nehme aktuell keine Prophylaxe. Der Betablocker hat sich nach einem halben Jahr zum Nachteil umgekehrt. Das Topiramat hat mich geistig zu sehr ausgebremst. Und jetzt nachdem ich merke was der Betablocker über den Einnahmezeitraum mit mir angestellt hat, verliere ich auch die Geduld weiter Versuchskaninchen zu spielen. Ich will mein verdammtes Leben von vor 2-3 Jahren zurück! Was zur Hölle ist passiert, dass das so schlimm wurde… mittlerweile besteht der Alltag nur noch aus arbeiten, extra eingeplante Ruhetage und Migräne. Die leichten Attacken die mittlerweile alle 2-3 Tage kommen vertrag ich ja noch. Aber die stärkeren Aktuell sind zuviel.

    Mein Neuro Termin ist erst in 1,5 Monaten. Hab da auch probiert mit denen zu reden, aber keine Chance. Mein Hausarzt sagte immer nur, weiter probieren, weiter probieren. Ich fahr da heute hin und sag ihm dass das so nicht weitergeht. Wäre ich am Arbeiten statt im Urlaub, hätte ich die letzten 13 Tage wahrscheinlich schon 3 Fehltage gehabt. Die Wochenenden mal nicht berücksichtigt. Ich würd gern wieder regelmäßig Fahrradfahren, bouldern gehen, spontane Ausflüge machen oder mal einen meiner Reisepläne umsetzen. Selbst mein Nebengewerbe hab ich auf Eis gelegt, weil mir das Risiko zu hoch ist auszufallen. Da kommen schnell mal 2-3 13h Tage zusammen. Vor 2 Jahren, noch gar kein Problem. Klar waren da öfter mal Kopfschmerzen bei – aber das wars auch. Am meisten macht mir die Logistik zu schaffen. Egal was ich mache, ich bin immer mindestens 1-2 Stunden von zu Hause entfernt. Kommt da so eine Attacke rein hab ich ein Problem.

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