Hallo zusammen,
ich möchte hier einmal unter allen Leidensgenossen meinen Verlauf vorstellen.
Ich habe bereits viele Einträge gelesen und mich in vielen Ausführungen wiedergefunden.
Dennoch ist jeder Verlauf doch irgendwie speziell und unterschiedlich.
Mir geht es aber tatsächlich mehr um die Gemeinsamkeiten – um natürlich selber Tipps, Ratschläge und Erfahrungen zu sammeln. Aber auch um selbiges zurückzugeben und evtl. Anhaltspunkte zu geben.
Wo liegt mein Anfang? Das kann ich gar nicht so genau sagen. Nur, dass ich seit dem Teenager-Alter erste Berührungspunkte hatte.
Zurückblickend fiel mir erst Jahre später auf, dass ich zur Schulzeit als 16-/17-jähriger eine Attacke hatte. Sprachstörungen und Wortfindungsstörungen während der Schule. Jahre später war mir erst klar, dass dies eine Migräne-Attacke war. Zu dem derzeitigen Zeitpunkt war das alles einfach nur befremdlich und beängstigen. Vor allem da lange Zeit ein solcher Vorfall oder eine Migräne verbunden mit Kopfschmerzen nicht auftrat.
Erst später hatte ich dann wieder Probleme mit Migräne, dann aber ohne die zuvor beschriebene Begleiterscheinung.
Nun trat die Aura ins Spiel.
Überwiegend nach dem Fußballtraining und intensiven Meisterschaftsspielen.
Aber auch bei vielen freizeitlichen Aktivitäten mit hoher körperlicher Belastung.
Stets erst Stunden nach der eigentlichen Belastung, nachdem der Körper wieder runtergefahren war. Dann zuerst die Aura mit Sichtfeldbeeinträchtigungen und danach Kopfschmerzen.
In der Zwischenzeit wurde bei mir die Autoimmunerkrankung APS (Antiphospholipidsyndrom) diagnostiziert. Nach mehreren Thrombosen und zwei Embolien wurde ich dann lebenslang auf Blutverdünner eingestellt.
Gefühlt haben sich fortan öfter Migräneattacken bei mir ergeben. Teilweise auch bei keiner körperlichen Belastung.
Es kam auch durchaus vor, dass ich ab und zu wieder Sprachstörungen hatte. Dies sogar einmal auf der Arbeit, was dann natürlich sehr unangenehm ist und auch absolut zu Fehlern führen kann.
Beim Betriebsarzt konnte ich mich nicht artikulieren, so dass ein Notarzt gerufen wurde.
Ich wusste zwar, dass die Krankenhauskontrolle auf Schlaganfall überflüssig war, weil ich wusste dass die Attacke bei mir üblicherweise nach 30 – 60 Minuten vorbei ist. Aber die Kollegen hat in dem Moment sicher das richtige getan.
Gerade beim Sport konnte ich mich auch durch Informationen sehr gut einstellen. Mit Kohlenhydraten vor dem Sport, Banane zum Sport und Magnesium konnte ich die Attacken bei Sport treiben gut unter Kontrolle halten. Wenn auch nicht immer.
Trotzdem sind die Begleiterscheinungen wie Aura und gerade Sprachstörungen immer sehr unangenehm und versetzen mich immer wieder in Panik, obwohl ich das schon 100-fach durchgemacht habe.
Aktuell habe ich lange kein Sport mehr getrieben. Ich habe das Gefühl, dass bei mir eine gewisse Ausdauer fehlt und das wurde mir nach dem Start im Fitness-Studio zum Verhängnis.
Ich bin nicht der Typ, der langsam anfängt und konstant behutsam Sport macht. Ich lasse mich dann immer auf den Sport ein und will „Gas“ geben. Dabei überpowere ich mich dann natürlich schnell.
Diesmal hatte ich vor dem Sport „nur“ zwei Brote und Magnesium zu mir genommen.
Am Abend war auch alles okay. Am nächsten Morgen dann nach dem ersten Kaffee (Koffeintrigger?) dann die erste Attacke: Aura mit anschließenden Kopfschmerzen und Sprachproblemen.
Nach viel Trinken und etwas Süßem war es wieder okay. Bis zum Nachmittag. Auffällig: direkt nach dem Nachmittagskaffee die zwei Auraattacke. Diesmal ohne Kopfschmerzen und Begleiterscheinungen.
Konzentrieren fiel schwer und was soll ich sagen. Ich fühle mich dann irgendwie dumm und habe Angst, dass das bleibt…
Am Abend wurde es aber richtig seltsam. Beim Einkaufen fahren war ich wie in Trance, wie in einem Traum. Ich wusste zwischendurch auf einmal gar nicht wo ich war und das bekannte Parkhaus kam mir fremd vor.
Beim Zurückkehren und eintreten in unser Haus bekam ich Herzklopfen. So ein Gefühl hatte ich zuletzt vor vielen Jahren als ich einmal ohnmächtig geworden bin. Daran erinnerte ich mich und ich wurde natürlich panisch. In der Wohnung fühlte sich alles fremd an. Quasi aus der Gewohnheit fand ich den Weg aufs Sofa wo ich mich ausruhen konnte.
Das war völlig neu für mich und machte mich natürlich Angst. Am Tag danach fühlte ich mich immer noch wie etwas in Watte gepackt.
Nur noch wenige Kopfschmerzen am Folgetag. Merken tue ich dies vor Allem beim Niesen und Husten.
Arztbesuche beim ansässigen Neurologen habe ich auch schon hinter mir. Hirn-MRT ebenfalls. Alles unauffällig.
Auch der bisherige Arzt nimmt einem gefühlt überhaupt nicht richtig ernst und verschrieb auf die schnelle vor Jahren einfach mal Triptane, die mich damals völlig weggehauen haben.
Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Meinungen, Erfahrung und Ratschläge teilen würdet.
Etwas Übung hatte ich ja schon bezüglich der Vorbereitung zum Sport. Da muss ich wohl nun wieder etwas genauer drauf achten.
Für den Alltag hatte ich bisher nie eine Art Prophylaxe gemacht.
Zum Thema Arzt würde ich schon gerne nochmal den Weg dorthin wagen, um vielleicht etwas mehr über Hintergründe und Umgang zu lernen/erfahren.
Wenn ihr da Tipps habt, lasst es mich gerne wissen (Raum Paderborn/Bielefeld).