Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Vorstellung Migräneverlauf und Frage zu Antikörperspritze (Flordecanela)

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  • Flordecanela
    Participant
    Beitragsanzahl: 1

    Liebes Forum,
    mein Name ist Sylvia. Ich bin 56 Jahre alt und stamme aus einer Kopfschmerz-Migräne-Familie. Habe viele Jahre regelmässig Aspirin, später Ibuprofen genommen.

    Schlimme, mehrtägige Migräneanfälle traten bei mir jedoch erstmalig erst während meiner ersten Schwangerschaft ab dem dritten Monat auf. Nachdem ich mein zweites Kind abgestillt hatte (ca 3,5-4 Jahre später, beruhigte sich die Migräne (in diesen Jahren ohne Medikamente durchgestanden) mit wenigen, überschaubaren Anfällen (v.a. nach Alkohol, Wetterumschwung, Stress). Vor ca. 1,5 Jahren kam die Migräne – mit Ausbleiben meiner Regel und Einsetzen heftiger Hitzewallungen – schlagartig zurück. Zufällig entdeckte ich, dass es inzwischen eine Reihe neuer Triptane rezeptfrei auf dem Markt gab. Mein Mittel der Wahl ist seitdem Almotriptan, das oft gut anschlägt.

    Da sich die Migräneanfälle in kurzer Zeit extrem gesteigert haben, habe ich einen Neurologen aufgesucht und nach Amitriptylin und Betablockern habe ich vor genau zwei Wochen das erste Mal Aimovig gespritzt. Dennoch habe ich nach wie vor fast täglich Schmerzen, die in der Nacht beginnen, von denen ich aufwache. Inzwischen glaube ich, dass ich neben Migräne auch Spannungskopfschmerzen habe, die manchmal durch das direkte Aufstehen und Bewegung besser werden, manchmal aber auch in einer „klassischen“ Attacke münden. Soweit es geht, versuche ich auf die Einnahme von Triptanen zu verzichten, aber lande dennoch fast monatlich bei 9-10 Tabletten…

    Ich hatte große Hoffnung, dass die Antikörperspritze der – so oft beschriebene – Game-Changer sein wird… Bislang habe ich aber noch keinerlei Besserung festellen können („schlappe“ 3 schmerzfreie Tage). Meine Fragen:
    – Ist es möglich, dass die Wirkung erst später eintritt?
    – Wie lange sollte man den Wirkstoff ausprobieren, bevor man eventuell zu einem anderen wechselt?
    – falls ich nun tatsächlich auch noch Spannungskopfschmerzen habe (Almotriptan hilft auch hier meist): helfen die monoklonalen Antikörper auch dabei?
    Herzlichen Dank im Voraus!

    Jasmin
    Participant
    Beitragsanzahl: 928

    Hallo Flordecanela,
    ich wünsche dir hilfreiche Infos in diesem Forum, erstmal herzlich willkommen!
    Wenn Almotriptan wirkt, ist es auf jeden Fall Migräne, bei SpannungsKopfschmerzen helfen keine Triptane. Es ist nicht erst dann Migräne, wenn man die Kloschüssel im Arm hält 😉 jedenfalls denken das immer noch viele Menschen, es muss auch nicht unbedingt pulsierend und einseitig sein, wesentliches Kriterium ist, ob es durch Bewegung schlimmer wird und man sich am liebsten hinlegt(also dann Migräne..).
    Insofern könnte es sein, dass du in einem Migränestatus bist bei solchen länger anhaltenden Schmerzen oder MÜK, also Übergebrauchskopfschmerz, wenn du mehrere Monate häufig behandelt hast (bei mir selbst ging das schon bei monatlich 10 Triptantagen..). Danach richtet sich dann die Behandlung.
    Aimovig hat mir persönlich sehr geholfen aus chronischer Migräne zu kommen, aber nicht sofort, nach ein paar Wochen eher. Damals wurde mir gesagt ich solle drei Monate warten, weiß nicht, ob es immer noch so ist oder man eher auf einen anderen Antikörper wechselt. Das sollte der Arzt wissen oder die „Schwarmintelligenz“ hier. Da melden sich bestimmt noch andere. Jedenfalls würde ich noch nicht Aimovig ganz aufgeben.
    Wirken denn bei dir aktuell noch Triptane? Die Wirkung kann sich durch Aimovig ändern.
    Das für’s erste.
    Liebe Grüße

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34378

    Herzlich willkommen bei uns, liebe Flordecanela. 🙂

    Jasmin hat Dir schon erklärt, dass Triptane nur bei Migräne wirken. Wenn Du morgens schon mit Kopfschmerz erwachst, gehe eher mal von Migräne aus. Eine kleine kohlenhydrathaltige Mahlzeit vor dem Schlafengehen hilft manchen, nicht nachts oder morgens mit Migräne zu erwachen. Hier wäre der Blutzuckerabfall während der Nacht der Trigger, diesem kann man mit einer kleinen Mahlzeit abends entgegenwirken.

    Wie bei allen Prophylaxen, sollte man auch den Antikörpern gut drei Monate Zeit lassen, bevor man die Wirkung beurteilt.

    Der Wechsel kann uns Frauen leider kopfschmerzmäßig einigen Kummer bereiten, aber zum Glück gibt es ja die Prophylaxen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Auguste72
    Participant
    Beitragsanzahl: 222

    Liebe Sylvia,

    Gerade wenn Du fast täglich Schmerzen hast, kann es etwas dauern bis die Antikörper anschlagen. Es kann auch erst bei der 2. oder 3. Injektion eine Besserung eintreten. Bei mir reduziert der Antikörper „nur“ die Schmerzstärke, nicht die Schmerztage. Aber es ist trotzdem eine erhebliche Verbesserung, da ich die meisten Tage ohne Medikation durchkomme.

    Soweit es geht, versuche ich auf die Einnahme von Triptanen zu verzichten, aber lande dennoch fast monatlich bei 9-10 Tabletten…

    Entscheidend ist nicht die Anzahl der Tabletten im Monat, sondern die Anzahl der Tage, an denen Du Schmerzmittel -einschließlich Triptane- nimmst. Es ist also überhaupt kein Problem, wenn Du an einem Tag ein zweites Triptan nimmst, weil der Kopfschmerz wiederkommt – weil es immer noch ein Medikamenten-Tag ist.

    Ich wünsche Dir, dass Aimovig nur ein bisschen Zeit braucht, bis es Wirkung zeigt!

    Liebe Grüße
    Auguste

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