Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Vorstellung und Schmerzverlauf Tigress + Schüttelfrost während Migräneanfall

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  • Tigress
    Participant
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo an alle,

    ich bin ganz neu hier und freue mich, auf dieses Forum gestoßen zu sein.
    Gern würde ich einmal meinen Schmerzverlauf skizzieren und ein paar Fragen stellen, die mich schon länger umtreiben.
    Ich bin 30 Jahre alt und habe seit ca. 10 Jahren Migräne. Erst wusste ich überhaupt nicht, dass es Migräne ist, ich dachte zuerst, ich hätte Muskelschmerzen in der rechten Schulter, die nach oben in den Schädel ziehen. Seit 7-8 Jahren habe ich aber nun den immer gleichen Verlauf: Es zieht immer vom Rücken/Schulterbereich über den Schädel in die Schläfen und geht in die Nerven des rechten Auges. Ich habe immer mehrtägige Attacken, durchgängig für 3 Tage, die regelmäßig ca. 2x im Monat wiederkehren. Mit dabei ist eine absolute Reizüberflutung, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Magenkrämpfe, Augenflimmern, Sprachstörungen, extreme Müdigkeit und kalter Schweiß auf der Stirn.
    Arbeitstechnisch und privat belasten mich die Schmerzen natürlich sehr, wie wohl alle hier…und vor allem, weil es sich nicht bessert. Es ist stressbedingt manchmal noch stärker, und im Sommer manchmal etwas schwächer. Jetzt im Winter, zusammen mit viel beruflichem und privatem Druck, ist es besonders schlimm.

    Ich war im Kopfschmerzzentrum der Charité in Berlin in Behandlung, leider behandelt mein Arzt (Dr. Neeb) derzeit nicht mehr, und die Nachfolgerin sagt, sie kann „nicht viel machen“. Ich nehme Rizatriptan, hadere aber mit der Dosierung, weil sie bei mir nur ca. 8 Stunden wirken und ich entsprechend Schmerzen aushalte, weil ich ja nur 2 in 24 Stunden nehmen darf.

    Seit ca. 1 Jahr kommen nun aber grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost dazu. Das ist mir irgendwie neu. Ich fühle mich auch sehr fiebrig, habe allerdings normale Temperatur (37,5).

    Jetzt habe ich gerade wieder einen starken Anfall hinter mir und dachte, ich melde mich hier mal an, vielleicht kennt der ein oder andere diesen Fall mit Schüttelfrost auch? Ist das normal?
    Kommt ihr gut mit Rizatriptan zurecht?

    Vielen Dank für jeden Ratschlag!
    Tigress

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Tigress

    Herzlich Willkommen im Headbook.?

    Ja, Schüttelfrost oder frieren begleitet mich bei fast jeder Migräneattacke. Die von dir genannten Begleitsymptome kennen hier ganz viele.

    Ich nehme Rizatriptan, hadere aber mit der Dosierung, weil sie bei mir nur ca. 8 Stunden wirken und ich entsprechend Schmerzen aushalte, weil ich ja nur 2 in 24 Stunden nehmen darf.

    Hier kannst du noch optimieren, denn es gibt 7 verschiedene Triptane die in ihrer Stärke und auch in der Wirkdauer sich unterscheiden. In der Sidebar findest du einen Link zum Migränewissen, dort kannst du unter anderem die Unterschiede der verschiedenen Triptane nachlesen.

    Hier im Forum gibt es einige Gruppen (z.B. Akutmedikation) in denen du viele Informationen sammeln kannst.

    Oder in dem Forum Du bist Migräniker, wenn… findest du dich bestimmt auch wieder und hast noch was zum Lachen dazu.

    Führst du einen Schmerzkalender? Die MigräneApp der Schmerzklinik Kiel ist eine auch von Fachleuten empfohlene App.

    Gruß Flummi

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34369

    Willkommen, liebe Tigress. 🙂

    Wenn Rizatriptan acht Stunden bei Dir „hält“, ist das eh recht lang. Es wirkt sonst deutlich kürzer. Wie Flummi bereits rät, würde ich auch mal Triptane mit längerer Wirkdauer testen.

    Frieren, Schüttelfrost und sogar Fieber können begleitend bei starken Attacken auftreten.

    Hochdosiertes Magnesium kann als tägliche Prophylaxe sinnvoll sein, aber auch zusätzlich als Granulat im Akutfall speziell bei Auren. Versuche das mal. Sonst wirst Du ja sicher wissen, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura eingenommen werden dürfen.

    Kannst Du die 10 „erlaubten“ Triptantage im Monat einhalten? Wenn nicht, sollte vielleicht auch über eine Prophylaxe nachgedacht werden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Tigress
    Participant
    Beitragsanzahl: 3

    Liebe Bettina,

    vielen Dank für deine Antwort. 🙂

    Das ist interessant, dass Schüttelfrost und Fieber „regulär“ bei Migräne auftauchen können.
    Zu den Triptanen, könntest du eine Empfehlung geben, welches eine längere Wirkdauer hat?
    Ist dann Rizatriptan eher das „Einstiegstriptan“? Momentan komme ich knapp hin mit den 10 Triptanen, aber nur, weil ich dazwischen versuche, Schmerzen „auszuhalten“. Ideal ist es nicht..

    Magnesium werde ich mal ausprobieren, vielen Dank für den Tipp.
    Zu der Aura: Bisher hatte ich keine. Kann sich das im Migräneverlauf einer Person verändern?
    In letzter Zeit hatte ich plötzlich mehr das Gefühl, Blitze, Farben und Schattierungen zu sehen.

    Vielen lieben Dank und herzliche Grüße
    Tigress

    Tigress
    Participant
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo Flummi 🙂

    danke für deine Antwort! Das hilft sehr weiter.

    Ja ich führe einen Schmerzkalender, aber werde die App mal ausprobieren.
    Welche Triptane kannst du empfehlen, bzw. funktionieren denn bei dir gut? Ich weiß, es ist kein Anhaltspunkt, aber interessant wäre es..

    Das Forum „Du bist Migräniker wenn“ ist fantastisch! 🙂
    Schön, wenn man mit den Schmerzen nicht allein ist.

    Herzlich
    Tigress

    Flummi
    Participant
    Beitragsanzahl: 581

    Hallo Tigress

    Ich benutze den Sumatriptan Pen in Verbindung mit Naproxen welches dann die Wirkdauer verlängert. Da ich wegen einer anderen Dauerkopfschmerzform nie erkennen kann, wann der Schmerz beginnt, hatte ich mit den anderen Triptanen keinen so guten Erfolg.

    Der Einsatz eines Triptans ist abhängig von den Migräneattacken. Je nachdem ob sie sich kurz oder lang, leicht oder stark zeigen oder wie sich die Übelkeit zeigt.

    Du könntest Frovatriptan (Allegro) oder Naratriptan versuchen, dass sind langanhaltende Triptane. Auch Eletriptan wäre eine Möglichkeit.

    Bei der 10/20 Regel zählt man nicht die Anzahl der Akutmedikamente sondern die Tage an denen man behandelt.

    Zu der Aura: Bisher hatte ich keine. Kann sich das im Migräneverlauf einer Person verändern?
    In letzter Zeit hatte ich plötzlich mehr das Gefühl, Blitze, Farben und Schattierungen zu sehen.

    Eine Aura entsteht in der Regel kurz bevor der Migräneschmerz beginnt und dauert ca. 10 bis 30 Minuten. Ein Triptan darf in dieser Phase nicht genommen werden. Gleich zu Beginn der Schmerzphase sollte ein Triptan genommen werden.

    Du kannst dir mal in der MigräneApp eine typische Aura ansehen. Vielleicht kommt dir das ja bekannt vor, da du von Farben und Schattierungen sprichst. Eine Aura kann auch jederzeit in einer Migränegeschichte zusätzlich auftreten, denn Migräne ist wandelbar und kann sein Erscheinungsbild immer mal wieder ändern.

    Gruß Flummi

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34369

    Liebe Tigress,

    Zu den Triptanen, könntest du eine Empfehlung geben, welches eine längere Wirkdauer hat?

    Flummi hat Dich schon darauf hingewiesen, dass wir ein Forum zum Überblick über die 7 Triptane haben. Es gibt nicht DAS Einstiegstriptan, das wird vom Arzt individuell empfohlen. Eine sehr lange aber eher schwache Wirkung hat Frovatriptan, lang und auch eher schwach wirkt Naratriptan (gibt es auch freiverkäuflich als Formigran), lang und stark wirkt Eletriptan.

    Zu der Aura: Bisher hatte ich keine. Kann sich das im Migräneverlauf einer Person verändern?
    In letzter Zeit hatte ich plötzlich mehr das Gefühl, Blitze, Farben und Schattierungen zu sehen.

    Migräne kann sich immer wieder mal ändern im Laufe der Zeit. Was Du hier schilderst, könnte Aura sein.

    Liebe Grüße
    Bettina

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