Mein persönlicher Schmerzverlauf2024-12-22T21:09:57+01:00

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Zusammenhang Migräne Gastro-Enteritis? (Corto_04)

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  • corto_04
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo allerseits!
    Ich (männlich, 61) habe Migräne seit ich Teenager bin, verstärkt seit ca. 20 Jahren. Seit Anfang des Jahres Aimovig-Prophylaxe, lief gut an. Seit einer Woche Gastro-Enteritis (stark wässriger Durchfall, 10-15 mal am Tag). Besserung seit zwei Tagen. Seit drei Tagen nun (und auch an Tag 3) starker Migränekopfschmerz. Schmerz kommt 24 Stunden nach Einnahme Naratriptan zurück.
    Drei Fragen an euch:
    einfach weiter mit Naratriptan? Habe Sorge wg. MÜK. Schmerz schwer auszuhalten.
    Und: Migräne von G-E ausgelöst (Dehydrierung, Keine Nährstoffe, Stress) oder könnte der Durchfall Teil der Migräne-Attacke sein, bevor Kopfschmerz kam? Auffällig: Stuhlprobe (an Tag 5) konnte keinen Nachweis für Erreger erbringen und niemand in meinem Umfeld ist erkrankt. Wo sollte ich mich angesteckt haben? (Ich war fast nur zu Hause) Und warum habe ich niemanden angesteckt?
    Und: heißt das, Prophylaxe unwirksam, wenn so starke Migräne-Attacke trotzdem möglich ist?

    Chroninchen
    Participant
    Beitragsanzahl: 127

    Guten Abend,

    aufgrund der fortgeschrittenen Zeit kurze Antworten:

    1. Frage
    einfach weiter mit Naratriptan? Habe Sorge wg. MÜK. Schmerz schwer auszuhalten.

    Solange das Triptan wirkt, kannst du die Migräne weiter behandeln. Die 10/20-Regel als Schutz vorm MÜK ist ein Richtwert, aber keine starre Vorschrift. Die Gefahr für einen MÜK steigt, wenn man an drei aufeinander folgenden Monaten mehr als 10 Einnahmetage hat. Es ist also kein Problem, wenn du in einem Monat mal mehr Einnahmetage hast.

    2. Frage
    Migräne von G-E ausgelöst (Dehydrierung, Keine Nährstoffe, Stress) oder könnte der Durchfall Teil der Migräne-Attacke sein, bevor Kopfschmerz kam?

    Migräne ist ein Chamäleon, sie kann sich immer wieder verändern. Zudem ist bei Migräne das gesamte Nervensystem in Aufruhr, kann sich also auch auf die Darmtätigkeit auswirken. Wenn man keine nachweisbare Ursache finden kann, liegt der Verdacht nahe, dass es migränebedingt ist, auch wenn die Symptome schon einige Tage vor der Attacke auftreten.

    3. Frage
    heißt das, Prophylaxe unwirksam, wenn so starke Migräne-Attacke trotzdem möglich ist?

    Nein. Unter jeder Prophylaxe können schlechte Phasen auftreten, deswegen ist die Prophylaxe nicht unwirksam.

    Lieben Gruß
    Chroninchen

    corto_04
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Danke! Das hilft mir sehr!

    Noch eine Frage (für morgen, bitte..): wenn zu viele Tage Naratriptan hintereinander genommen wurden und es nicht aufhört, was dann? Ich las von Exit-Stratgien mit bestimmten Medikamenten, bspw. Gepant. Geht das? Erfahrungen damit?

    Liebe Grüße Corto 04

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    las von Exit-Stratgien mit bestimmten Medikamenten, bspw. Gepant. Geht das? Erfahrungen damit?

    Ja, das ist gut möglich. Lass dich vom Arzt dazu beraten. Das mal kurz auf die Schnelle. 😉

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Moin Corto, ein herzliches Willkommen im Headbook. 🙂

    einfach weiter mit Naratriptan? Habe Sorge wg. MÜK. Schmerz schwer auszuhalten.
    Und: Migräne von G-E ausgelöst (Dehydrierung, Keine Nährstoffe, Stress) oder könnte der Durchfall Teil der Migräne-Attacke sein, bevor Kopfschmerz kam? Auffällig: Stuhlprobe (an Tag 5) konnte keinen Nachweis für Erreger erbringen und niemand in meinem Umfeld ist erkrankt. Wo sollte ich mich angesteckt haben? (Ich war fast nur zu Hause) Und warum habe ich niemanden angesteckt?

    Wie Chroninchen schon geschrieben hatte: entweder weiter mit Naratriptan, oder auch ein Gepant wäre möglich (siehe meine Antwort von vorhin).

    Keine Nährstoffe, also wenn Du trotz Durchfall nichts (oder kaum) isst und trinkst, ist das ein Migränetrigger. Die Symptome können zur Migräne gehören, oder auch eine Nebenwirkung des Antikörpers sein. Ein Magen-Darm-Infekt wäre trotzdem auch möglich. 😉

    Und: heißt das, Prophylaxe unwirksam, wenn so starke Migräne-Attacke trotzdem möglich ist?

    Unter der besten Prophylaxe können solche Phasen leider auch mal vorkommen. Möglich wäre aber auch, dass Aimovig nachlässt in der Wirkung. In dem Fall könnte man dann einen anderen Antikörper testen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    corto_04
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    OK, vielen Dank für Ihre Einschätzung. Mein Neurologe rät zunächst zu einem anderen Triptan, Eletriptan. Gepante erst, wenn sich die Situation nach ein, zwei Monaten nicht wieder stabilisiert. Also: weiter mit Aimivog-Prophylaxe und ggf. Eletriptan als Akuttherapie.

    corto_04
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo allerseits.
    Inzwischen ist der – für meine Verhältnisse – heftige Migräneanfall nach der Gastroenteritis offenbar vorbei, seit ca. fünf Tagen. Er dauerte ca. fünf Tage. Ich stelle mir aber immer noch die Henne/Ei-Frage: hat die GE (bzw. die Begleiterscheinungen wie Dehydrierung) den Migränekopfschmerz ausgelöst oder war der Durchfall Teil der Attacke selbst? Gibt es Indikatoren für das ein oder andere?
    Und, ganz andere These, könnte gar Aimovig den starken Durchfall ausgelöst haben? Habe ca. 10 Tage vorher gespritzt. An sich wird ja im Gegenteil Verstopfung als Nebenwirkung genannt.
    Grüße an alle

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Hallo Corto,

    hat die GE (bzw. die Begleiterscheinungen wie Dehydrierung) den Migränekopfschmerz ausgelöst oder war der Durchfall Teil der Attacke selbst? Gibt es Indikatoren für das ein oder andere?

    beides ist möglich. Durchfall bei Migräne gehört allerdings für viele zu den Attacken dazu. Kenne das selbst so.

    Und, ganz andere These, könnte gar Aimovig den starken Durchfall ausgelöst haben? Habe ca. 10 Tage vorher gespritzt. An sich wird ja im Gegenteil Verstopfung als Nebenwirkung genannt.

    Nebenwirkungen auf den Gastrointestinaltrakt durch die Migräne-Antikörper gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Es kann Verstopfung auftreten, aber auch das Gegenteil.

    Du siehst, hier gibt es mehrere „Verdächtige“. 😉 Daher erst mal abwarten, wie sich nun alles weiter entwickelt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    corto_04
    Participant
    Beitragsanzahl: 5

    Erst noch einmal vielen Dank, dass Sie sich ohne Honorierung in diesem Forum um Sorgen der Patient:innen kümmern! Das weiß ich zu schätzen!
    Dann meine Frage: haben Sie denn jemals heftigen, fünftägigen, wässrigen Durchfall als mutmaßliche Nebenwirkung von Aimovig erlebt? Ich mache mir etwas Sorgen, weil ich morgen wieder spritzen muss und genau zu dem Zeitpunkt, bei dem zuletzt nach spritzen von Aimovig der Durchfall auftrat, ein sehr wichtiger familiärer Termin ansteht. Kann mir keinen Ausfall erlauben.
    Danke und Grüße

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Hallo Corto,

    wir duzen uns in den Foren, ist das okay für dich?

    Ich nehme kein Aimovig, kann daher nicht mit persönlichen Erfahrungen dienen.

    Verschiebe doch die Spritze um ein oder zwei Tage, bis der wichtige Termin vorüber ist. Dann kannst du stressfreier in den neuen Behandlungszyklus gehen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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