Attackentherapie2024-12-22T21:09:57+01:00

Attackentherapie

4. Tag in Folge – keine Besserung in Sicht (Motte86)

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  • Motte86
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Guten Morgen Zusammen,

    den 4. Tag in Folge quält mich die Migräne, gestern Mittag hatte ich sogar Aura mit Zickzacksehen, das habe ich ganz selten (95% ohne Aura). Der Februar ist noch jung und ich habe jetzt schon den 4. Schmerztag.
    Ich nehme zur Prophylaxe Magnesium (500 mg pro Tag) und Vitamin B2, abends 4 Tropfen CBD Öl 5%.

    Leider hat sich die Anzahl meiner Migränetage pro Monat von 4-5 Tagen (so war es noch vor 2 Jahren) auf aktuell 7-8 gesteigert. Zusammenhänge zwischen Zyklus und emotionalem Stress sind nur teilweise zutreffend.

    Meine Frage an euch ist, wie mache ich weiter: Ich nehme bei einer Attacke immer 10 mg Zolmitriptan, das hilft ganz gut, allerdings meist „nur “ 16h. Am nächsten Morgen nehme ich eine weitere Tablette. Heute Nacht um 3 habe ich nun allerdings schon die 4. Tablette in Folge genommen.
    Ich arbeite in einem geistig anstrengendem Job, Ausfälle sind schwer machbar, zusätzlich bin ich „perfektionistisch veranlagt“ und habe den Antreiber „mach es allen recht“, wahrscheinlich wie so viele hier 😉

    Habt ihr noch eine Idee? Morgen kommt die Schwiegermama, mein Partner hat Geburtstag und ich will alles schön machen, wahrscheinlich stresst mich das unterbewusst, unabhängig von einer anstrengenden Arbeitswoche…

    Danke für eure Ideen,
    viele Grüße,

    Ani

    PS: meine Neurologin meinte zu mir: wenn ich so zufrieden bin, lassen wir alles so wie es ist, wenn ich was ändern will, haben wir verschiedene Möglichkeiten:
    Topiramat (da habe ich aber schon hier gelesen, dass man damit nicht starten sollte)
    Amitriptylin (irgendwie habe ich ein wenig innere Hemmungen, ein Antidepressiva zu nehmen (mein Ex hatte starke Depressionen); ebenso hab ich Angst vor Gewichtszunahme
    Antikörper – Spritze

    Mit meinem damaligen Hausarzt habe ich mal 3 Monate Betablocker genommen, außer einen fühlbar lahmeren Eindruck von mir selbst hatte ich keine Änderungen an mir gemerkt, ebenso keine Änderungen auf die Migräne wahrgenommen (aber vielleicht war es einfach nur das falsche Medikament?)

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Ein herzliches Willkommen im Headbook, liebe Ani. 🙂

    Migräne ist eine progredient verlaufende Erkrankung. Bedeutet, dass sie sich ohne dass man einen Grund findet, verschlechtern kann. Wenn Du noch unter 10 Einnahmetagen (hier zählen tatsächlich nur die Tage, nicht die einzelnen Tabletten) im Monat bleiben kannst, benötigst Du eigentlich noch keine Prophylaxe.

    Ich nehme bei einer Attacke immer 10 mg Zolmitriptan, das hilft ganz gut, allerdings meist „nur “ 16h. Am nächsten Morgen nehme ich eine weitere Tablette. Heute Nacht um 3 habe ich nun allerdings schon die 4. Tablette in Folge genommen.

    Nimmst Du immer gleich 10 mg ein pro Attacke? Eigentlich sollte man 5 mg nehmen und nicht mehr als 10 mg als Tageshöchstdosis. Da die Wirkdauer nur ca. vier Stunden beträgt, zeigt es Dir, dass Du die Attacke damit komplett kupieren kannst und halt am nächsten Tag eine erneute Attacke auftritt. Du hast somit eine sehr gute Wirkung durch das Triptan. Wenn Du allerdings öfter lange Attacken am Stück hast, könntest Du über einen Wechsel zu einem längerwirkenden Triptan nachdenken. So könntest Du Dir vielleicht das ein oder andere Triptan ersparen.

    abends 4 Tropfen CBD Öl 5%

    Nimmst du die Tropfen zum Schlafen? Auf die Migräne haben sie keine Wirkung.

    Habt ihr noch eine Idee? Morgen kommt die Schwiegermama, mein Partner hat Geburtstag und ich will alles schön machen, wahrscheinlich stresst mich das unterbewusst, unabhängig von einer anstrengenden Arbeitswoche…

    Jetzt akut gibt es keine andere Möglichkeit, als die Feier hoffentlich gut mit Triptan zu überstehen. 😉 Solche Stressphasen triggern meist Attacken, wer kennt das nicht.

    Solltest Du über eine Prophylaxe nachdenken, könntest Du es erneut mit einem Betablocker versuchen. Vielleicht dann mal mit einem anderen. Sie sind Mittel der Wahl und gut verträglich. Es gibt aber auch noch Sartane, Kalziumantagonisten, SSRIs usw., die keine Gewichtszunahme zur Folge haben. Unter Antidepressiva nimmt man auch nicht zwingend zu, es kann aber möglich sein.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Motte86
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Guten Morgen Bettina,

    Danke für deine hilfreichen Worte.
    Jetzt bin ich leider genau da, wo ich nicht hin wollte: musste heute wieder ein Triptan nehmen und hab die Situation, dass die App zum ersten Mal vor der 10 Tage Regel gewarnt hat, ich habe nun heute den 10. Tag in 30 Tagen erreicht.
    Was mache ich nun?
    Morgen auf keinen Fall was nehmen?
    So richtig hat das Triptan auch gar nicht gewirkt, es ist irgendwie immer noch ein diffuser Schmerz da, den ich nicht richtig einordnen kann, ist das schon MÜK?
    Bin da sehr unsicher und etwas ängstlich…
    Gibt es einen Leitfaden, wie ich am besten vorgehen kann?
    Ich will morgen natürlich keine Medikamente einnehmen, aber was, wenn ich massive Schmerzen hab?

    Danke für die Unterstützung.

    Viele Grüße, Ani

    karolina
    Participant
    Beitragsanzahl: 140

    Liebe Motte,

    ich habe ein bisschen mitgelesen und festgestellt, dass ich oft vor dem gleichen Problem stehe, wie Du gerade. Ein Migräneanfall, der einen zwingt, viele Triptane einzunehmen und dann noch eine Familienfeier, die man vorbereiten muss und die man schließlich auch genießen möchte.

    Erst mal würde ich genauso handeln, wie Du, und heute nochmal ein Triptan einnehmen. Damit kannst Du bei der Geburtstagsfeier dabei sein und mitfeiern. Da Du gute Wirkung hast, müsste das auch klappen.

    Morgen könnte die Welt auch schon wieder ganz anders aussehen und vielleicht zieht sich die Migräne von selbst zurück. Falls nicht, würde ich Dir raten, ohne Triptan auszukommen. Das ist schwer vorstellbar, es gibt aber Mittel und Wege.

    Du könntest zur Sedierung z.B. Vomex einnehmen, das hilft gegen Übelkeit und macht zusätzlich müde. Natürlich klappt das auch nur, wenn Du zur Ruhe kommen kannst. Meist liege ich den ganzen Tag, weil meine Schmerzen trotzdem sehr stark sind und sich meine Übelkeit bei jeder Bewegung verstärkt. Aber so komme ich bei einer nicht ganz so schweren Attacke über den Tag und spare mir ein Triptan.

    Bettina wird sich sicher noch bei Dir melden und hat bestimmt noch weitere wertvolle Tipps für Dich.

    Ich wünsche Dir heute eine schöne Feier und dass sich die Migräne von selbst verzieht!!!

    Liebe Grüße
    Karolina

    Daniela
    Participant
    Beitragsanzahl: 1141

    Liebe Motte,

    so schnell kommst du nicht in einen MÜK. Du hast geschrieben, dass die App das zum ersten Mal anmahnt. Mach dir da nicht zu viele Gedanken!

    Es ist ein Hinweise der App, dass man es beobachten sollte – mehr nicht. Wenn das jetzt mehrere Monate so geht, dann ist ein MÜK wahrscheinlich – aber so weit bist du noch lange nicht.

    Bettina hat dir geraten, evtl. ein anderes, länger wirkendes Triptan zu testen. Sprich das mal beim Arzt an.

    Das bringt dich aber heute oder morgen nicht weiter. Es gibt immer mal Phasen, wo man mehr Triptane/Einnahmetage braucht. Wie schon erwähnt, wenn das nicht regelmäßig passiert ist ein MÜK unwahrscheinlich.

    Die App warnt bei 10 Einnahmetagen innerhalb von 30 Tagen. Aber ich rechne immer pro Monat. Also erst mal keine Panik – das triggert nur wieder.

    Es zählt der Einnahmetag, nicht die Anzahl der Tabletten pro Tag. Man kann die Wirkung eines Triptans auch z. B. mit Naproxen beschleunigen und verstärken. Bei mir funktioniert das gut. Das kannst du auch mal bei deinem Arzt erfragen.

    Ich hatte Ende Januar/Anfang Februar auch eine Phase mit fast täglich Migräne – das ist eigentlich auch selten bei mir. Davor hatte ich eine sehr stressige Zeit – vermutlich habe ich mir etwas zu viel vorgenommen. Bei mir hilft dann nur (neben der Medikamente): runter fahren! Der Körper fordert Ruhe! Klar isses schön, wenn das Triptan wirkt und man voll weiter machen kann – es ist aber kontraproduktiv. Der Körper muss sich erholen.

    Es ist gerade für uns Perfektionisten nicht einfach nein zu sagen. Aber es ist wichtig.

    Für morgen: warte einfach mal ab, wie es dir geht. Trinke viel, achte auf genug Kohlenhydrate, nimm ein bisschen mehr Magnesium, nimm dir heute zwischendurch eine Auszeit, gönne dem Körper ein bisschen Ruhe. Mach dich heute nicht schon verrückt, was morgen sein könnte. Und wenn doch Migräne kommt, dann nimnst du halt was.

    Grüßle Daniela

    karolina
    Participant
    Beitragsanzahl: 140

    Liebe Motte,

    So richtig hat das Triptan auch gar nicht gewirkt, es ist irgendwie immer noch ein diffuser Schmerz da, den ich nicht richtig einordnen kann, ist das schon MÜK?

    Das ist bei mir auch der Fall, wenn ich mehrere Tage hintereinander ein Triptan einnehme. Dann kann es vorkommen, dass es nicht mehr so gut wirkt.

    Du bist sicher noch nicht im MÜK. Da stimme ich Daniela voll und ganz zu. Ich zähle auch die Migränetage pro Monat und nicht wieviele ich in den letzten 30 Tagen hatte. Somit bist Du im Februar erst bei 5 Einnahmetage, wenn ich das richtig verstanden habe? Also noch Luft nach oben.

    Vomex zur Sedierung ist eine Option, falls Du morgen noch Migräne hast und nichts einnehmen möchtest. Es kommt aber auf die Stärke Deiner Attacke an, denn Vomex reduziert nicht den Migräneschmerz, hilft einem aber beim „runterfahren“. Wenn die Attacke zu heftig ist und ich mit schwerer Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen habe, hilft mir Vomex nicht. Das nur nochmal als Hinweis an Dich. Das müsstest Du selbst ausprobieren und schauen, wie es Dir damit geht.

    Wenn Du jetzt nicht jeden Monat über 10 Schmerzmitteltage kommst, dann würde ich mich nicht durch eine unbehandelte Attacke quälen. Aber sich Ruhe gönnen, nach einer anstrengenden Woche ist sicher eine gute Möglichkeit, um aus dem Schmerzkreislauf rauszukommen!

    Liebe Grüße
    Karolina

    Motte86
    Participant
    Beitragsanzahl: 7

    Guten Morgen,

    ich wollte mich nur nochmal zurückmelden.
    Also den Sonntag habe ich ohne Triptan überstanden, es war zwar noch ein diffuser Kopfschmerz da, aber so erträglich, dass ich es ohne Medikamente geschafft habe.
    Ein Mittagsschläfchen, ein Spaziergang an der frischen Luft und abends früh ins Bett (wenn auch mit Kühlpack-der begleitet mich grad öfters 😉 so ging es ganz gut.
    Heute ist es auch noch irgendwie ein bisschen bewölkt im Kopf, aber auch ohne Tabletten zum Aushalten.

    Nochmal danke für eure Tipps.

    Viele Grüße,

    Motte

    PS: Bettina, du hast gemeint, wenn die Triptane gut wirken und ich unter den 10 Tagen pro Monat bleibe, würdet du noch nicht über Prophylaxe nachdenken. Also erstmal den Körper nicht unnötig mit diversen Medikamenten strapazieren? Ab wann sollte ich das mal mit dem Arzt angehen? Gibt es da so eine „Schwelle“, die überschritten sein sollte, dass man professionell nochmal draufschauen lässt?

    Danke euch.

    karolina
    Participant
    Beitragsanzahl: 140

    Liebe Motte,

    schön, dass Du schreibst, wie es Dir ergangen ist.

    Also den Sonntag habe ich ohne Triptan überstanden, es war zwar noch ein diffuser Kopfschmerz da, aber so erträglich, dass ich es ohne Medikamente geschafft habe.

    Das freut mich für Dich, dass Du kein Triptan mehr einnehmen musstest und es trotzdem irgendwie erträglich war.

    Ein Mittagsschläfchen, ein Spaziergang an der frischen Luft und abends früh ins Bett (wenn auch mit Kühlpack-der begleitet mich grad öfters ? so ging es ganz gut.

    Sehr vorbildlich 🙂 Das beste, was Du machen konntest!!!

    Dann wünsche Dir eine gute, migränefreie Woche!

    Liebe Grüße
    Karolina

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34374

    Liebe Motte,

    PS: Bettina, du hast gemeint, wenn die Triptane gut wirken und ich unter den 10 Tagen pro Monat bleibe, würdet du noch nicht über Prophylaxe nachdenken. Also erstmal den Körper nicht unnötig mit diversen Medikamenten strapazieren? Ab wann sollte ich das mal mit dem Arzt angehen? Gibt es da so eine „Schwelle“, die überschritten sein sollte, dass man professionell nochmal draufschauen lässt?

    erst wenn man einige Monate die 10 Tage nicht mehr einhalten kann, wenn Begleiterscheinungen stark einschränken und man nur mit Akutmedikation nicht mehr gut über die Runden kommt, wird der Arzt wahrscheinlich eine Prophylaxe empfehlen.

    Wenn Du nur einmal – wie das jetzt geschehen ist – die Grenze überschreiten musst, braucht Du Dir keine Sorgen zu machen. Das kann mal vorkommen, auch unter der besten Prophylaxe. So schnell kommt man nicht in einen MÜK, Angst ist eh immer verkehrt. 😉

    Sonst ist Dir hier von den anderen eh schon super geraten worden. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

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