Welche Therapie ist wirksam? Welche Probleme können auftauchen?
Im Avatar sehr Ihr den Kopf des Gereon von Köln, welcher Schutzpatron gegen Kopfschmerzen ist.
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Menstruell-assoziierte Migräne: Triptan wirkt nicht mehr
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AutorBeiträge
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Hallo ihr Lieben,
nachdem ich schon länger mitlese, habe ich nun auch eine Frage. Ich (w, 26) habe menstruell-assoziierte Migräne und habe eigentlich relativ zuverlässig während meiner Periode meistens genau 2 Tage Migräne. Kam bisher ganz gut klar mit 2-tägiger Einnahme von Sumatriptan (50mg) oder Naratriptan (2.5).
Seit ca. 3-4 Zyklen habe ich den Eindruck, dass beide nicht mehr so gut wirken. Teilweise gar nicht; letztes Mal habe ich dann noch eine zweite Sumatriptan nach ein paar Stunden dazugenommen und nach einem Tiefschlaf war dann plötzlich alles weg, sodass ich dann doch die Vermutung hatte, dass das Triptan Wirkung gezeigt hat.(Bei den eher seltenen Attacken außerhalb der Periode haben beide Triptane bislang problemlos gewirkt.)
Da meine Hausärztin nicht so gut über Migräne Bescheid weiß (und es mir bisher nicht notwendig erschien mir einen Neurologen zu suchen), frage ich hier, was ich tun könnte:
– Triptanwechsel, wenn ja was bietet sich an? Ist das üblich, dass Triptane irgendwann nicht mehr so gut wirken (nehme sie bisher seit ca 2-3 Jahren) ?
– Habe auch schon oft von Naproxen gelesen, gerade im Zusammenhang mit Menstruation, was ist da eure Einschätzung?
– Oder liegt es doch eher an einer zu geringen Dosis? Würde aber gefühlt ungern aufstocken, da ich auch für den zweiten Tag noch was brauche, und 3 Triptane für eine Attacke klingt erstmal nach viel in meinen Ohren.Liebe Grüße,
DoroLiebe Doro,
herzlich willkommen im Headbook!
Da du außerhalb der Menstruation nur selten Migräne hast, kannst du während dieser beiden relevanten Tage großzügig behandeln, d.h. wirklich genügend Medikamente nehmen, weil du dir um zu viele Medikamententage keine Gedanken machen musst.
Wir alle möchten natürlich mit so wenig Medikamenten wie möglich das Optimum erreichen und wenn sich wie bei dir jetzt etwas verändert, fragt man sich natürlich, wie das jetzt kam.Ich selber habe im Laufe der Jahrzehnte schon mehrere Triptane längerfristig genommen. Das Sumatriptan hat eine Halbwertszeit von nur wenigen Stunden, so dass eine weitere Einnahme an einem Tag völlig normal ist. Naratriptan ist ein eher schwächer, dafür länger wirkendes Triptan.
Manchmal verstärken sich die Migräneattacken mit der Zeit, da Migräne oft eine progredient verlaufende Erkrankung ist, also muss man dann die Medikation diesem Umstand anpassen. Du denkst vielleicht, der Körper hat sich an das Triptan gewöhnt, doch vielleicht wurde einfach die Migräne hartnäckiger.
Entweder nimmst du guten Gewissens gleich 100mg Sumatriptan (diese Dosierung ist ja auch erlaubt) oder wenn die 50mg nicht gut wirken, später noch mal eine zweite Sumatriptan-Tablette an einem Tag dazu oder du versuchst erst einmal 500mg Naproxen zur 50mg-Tablette Sumatriptan dazu. Das Naproxen (Halbwertszeit ca. 12 Stunden) kann die Wirkung eines Triptans verstärken und verlängern. Das Naproxen könnte halt auch noch Unterleibsschmerzen mit erledigen, falls du welche haben solltest.Dass man sich an ein Triptan gewöhnen kann und es nicht mehr so gut wirkt, wird immer wieder diskutiert, von ärztlicher Seite jedoch bestritten. Ich hatte bei meinem Maxalt (Rizatriptan) tatsächlich auch das Gefühl, dass die Wirkung nachließ. Danach nahm ich 50mg Sumatriptan, bei dem ich bei meinen 2-3-tägigen Attacken bis zu vier 50mg-Tabletten brauchte, dann stieg ich wegen der langen Attacken auf Frovatriptan um. Dies hat von allen Triptanen mit Abstand die längste Wirkungsdauer (Halbwertszeit von über 20 Stunden), ist aber auch das sanfteste aller Triptane. Seit vielen Jahren wirkt es sehr zuverlässig, da spüre ich überhaupt keine Veränderung in der Wirkung, obwohl meine Migräneerkrankung insgesamt stark an Fahrt aufgenommen hatte.
Lieber Gruß
HeikaHallo Doro,
schön, dass du nun hier auch schreibst.
Vorweg, alles was Heika geschrieben hat, möchte ich aus meinem Migräneleben genau so bestätigen.
Ich pers. habe die Tristane auch schon gewechselt, weil die Migräne sich immer wieder von einer anderen Seite zeigte.
Mittlerweile bin ich schon seit langer Zeit bei Zolmitriptan angekommen. Es wirkt bei mir zuverlässig, obwohl es ein Triptan ist, welches nur eine kurze Halbwertzeit hat.
Ursprünglich habe ich Allegro bzw. Frovatriptan, wegen seiner langen Halbwertzeit genommen. Da dieses Triptan zu schwach war, musste ich wechseln.
Meine Erfahrung sagt, dass man sich (wie bei vielem in der Migränebehandlung) durchprobieren muss.
Unter Migräne Wissen hier rechts an 3. Stelle auf der Seite unter den Links, findest du alle Triptane mit ihren Besonderheiten aufgeführt. Ließ dich doch mal ein. Sicher findest du hier ein passendes Mittel. Übrigens, wenn dir Suma.. im Moment nicht gut hilft, heißt das nicht, dass es immer so sein muss.
Als letztes kann ich noch sagen, dass mir die Kombination bei starken. langen Attacken mit Naproxen gut geholfen hat.
Die 10/20 Regel kann man wirklich ausschöpfen. Was bedeutet, dass du in den paar Tagen deiner Regelblutung gut behandeln kannst.
Alles Liebe
SternchenLiebe Doro,
schön, dass Du nun auch einen Schmerzverlauf für Dich geöffnet hast. 🙂
Die Dosierung wird Dir wahrscheinlich für die Attacken um die Periode herum nicht ausreichen. Diese Attacken sind meist stärker als die anderen Attacken. Ich bin ja absoluter Fan der Monotherapie und würde Dir sehr raten, es bei der Periode erst mal mit der höheren Dosierung beider Triptane zu versuchen. Ergänzung mit Naproxen nur dann, wenn die Triptane trotz ausreichender Dosierung nicht mehr so gut wirken. Das ist aber immer nur die zweitbeste Lösung. 😉
Unabhängig davon kann es natürlich sein, dass ein jahrelang eingenommenes Triptan irgendwann nicht mehr befriedigend wirkt. Dann wechselt man zu einem anderen Triptan, das dann wiederum sehr gut wirken kann. Das nennt man Triptanrotation und ist nichts Ungewöhnliches und sagt auch nichts aus über die generelle Wirkung der Triptane.
Liebe Grüße
BettinaHallo Doro,
zu den Triptanen (oder sternchens Tristanen… ich finde diesen Verschreibser immer wieder nett) 😊 haben dir schon genug Leute geschrieben. Es ist völlig normal, dass man sich da immer mal wieder durchprobieren muss. Wenn dir Naratriptan geholfen hat, kannst du vielleicht mal Eletriptan probieren – wirkt ähnlich lange wie Naratriptan aber ist etwas stärker.
Hast du denn nur Migräne während der Menstruation oder auch Bauchschmerzen? Dann könnte Naproxen auch für die Bauchschmerzen ergänzend wirken. 2 Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Mir hat allerdings gegen Regelschmerzen immer nur Ibuprofen geholfen, Naproxen gar nicht. Aber einen Versuch wäre es wert.
Ich bin übrigens auch nicht bei einem Neurologen in Behandlung. Alles was mit der Menstruation zu tun hat, macht meine Gynäkologin – die ist bereit sich auch ein bisschen mit Migräne zu beschäftigen – soweit es eben in ihren Bereich fällt. Der Rest kommt von einem Anästhesist mit Spezialisierung „spezielle Schmerzmedizin“. So komme ich gut zurecht. Nur wenn die Migräne mal völlig abdreht – lasse ich das auch mal von einem Neurologen prüfen.
Mein Hausarzt hat keine Ahnung – bzw. ist auf dem Wissensstand von vor 20 Jahren. Aber im Notfall bekomme ich auch da meine (Akut-) Medikamente. Für mich ist das so eine gute Lösung.
Und dann gibt es ja noch Headbook 😍
Viele Menschen mit vielen Erfahrungen – das ist wirklich Gold wert!Alles Gute dir!
Grüßle DanielaLiebe Heika, sternchen, Bettina und Daniela,
danke für eure Ratschläge, jetzt hab ich mehr Klarheit, was ich tun kann. Dann probiere ich als erstes einfach eine höhere Dosis aus, bzw. schneller nachzulegen, wenn ich merke, es wirkt nicht.
Das ist auch ein bisschen erleichternd zu wissen, dass es an der Dosis liegen könnte – auf ein neues Triptan umzusteigen scheint mir auch mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, bezüglich Wirkung und Nebenwirkungen. Wechseln kann ich ja dann immernoch, wenn ich Suma- und Naratriptan ausgereizt habe, und mir sicher bin, dass sie nicht mehr so gut wirken.Das mit Naproxen ist interessant, da ich manchmal auch Unterleibsschmerzen habe. Könnte also einen separaten Versuch wert sein, wenn sich die Bauchschmerzen mal wieder melden. Bisher hab ich da immer Ibu genommen, aber vielleicht schlägt Naproxen dann wirklich zwei Fliegen mit einer Klappe.
Grade kommen mir noch zwei (kleine) Fragen, bei denen ihr mir mit eurer Erfahrung vielleicht weiterhelfen könnt.
Kann man ein Triptan zu früh nehmen? Also wenn sich der Schmerz anbahnt und man eh schon weiß, dass es eine Migräne wird (und keine anderweitigen Kopfschmerzen). Hab es früher oft erst sehr spät bei einem Anfall eingenommen, das ist ja aber auch nicht Sinn der Sache. Hab es dann in letzter Zeit früher eingenommen (aber Schmerz war allerdings schon deutlich da, Stufe ‚grade noch so arbeitsfähig‘) – und eben in letzter Zeit schlechtere Wirksamkeit beobachtet. Nur ein Zufall?
Und eine weitere Theorie von mir ist (wie man eben so seine Theorien hat 😉 ), dass es nicht so gut gewirkt hat, weil ich mich nicht direkt nach der Einnahme schlafen gelegt habe (wie ich es sonst oft tue). Mir ist klar, Schlaf ist super bei Migräne, aber was ist da eure Einschätzung? Ist auch irgendwie unpraktisch, wenn ich jedes Mal schlafen gehen muss, damit es wirkt.Liebe Grüße,
DoroHallo Doro,
zu deiner ersten Frage: Einnahmezeitpunkt der Triptane: in der Packungsbeilage eigentlich jedes Triptans, das ich bis jetzt genommen habe, steht, dass man es „bei den ersten Anzeichen von Migräne“ nehmen soll. Ein „zu früh“ gibt es also eher nicht. Grundsätzlich wirkt ein Triptan aber auch, wenn man es später nimmt, nur dann kann es halt länger dauern bis die Wirkung eintritt. Wir alten Hasen tendieren dazu, länger zu warten – weil die Hoffnung immer da ist, dass es doch ohne Triptan geht 😉 was sich meistens nicht so entwickelt – aber gerade, wenn man mit Einnahmetagen sparen muss (du ja eher nicht), dann kann man nicht immer „bei den ersten Anzeichen“ was nehmen. Aber gerade in deinem Fall, während der Menstruation wo es ja schon recht eindeutig und berechenbar ist, kannst du es ruhig früher in der Attacke nehmen – aber wirklich falsch oder richtig gibt es da nicht, das musst du für dich rausfinden, wie es am besten klappt.
Zum Thema schlafen nach der Einnahme: auch das ist individuell. Ich wache oft mitten in der Nacht auf mit Migräne – dann nehme ich mein Triptan und leg mich wieder hin. Wenn es klappt, dann wache ich 2-4h später schmerzfrei auf und kann meinen Alltag nahezu normal leben.
Wenn eine Attacke tagsüber kommt, dann schlafe ich nicht nach der Einnahme. Momentan nehme ich Naratriptan oder Eletriptan. Beide machen mich nicht müde. Früher habe ich Rizatriptan genommen, das hat mich müde gemacht. Da war es schwer, weiter zu arbeiten oder z.B. Auto zu fahren. Also wenn du nach der Einnahme müde bist, ist Schlaf sinnvoll – oder zumindest Ruhe. Wenn nicht dann nicht. 😉 Auch das musst du für dich rausfinden – es gibt aber keine Verhaltensvorschrift, wie das Triptan besser wirkt. Grundsätzlich sagt man schon, man sollte auch nach der Einnahme nicht 100% Fullpower laufen, denn der Körper fordert schon Ruhe. Reizabschirmung, wenn möglich. Aber ich kann z.B. schon weiter arbeiten, mache aber etwas langsamer, bis die Wirkung voll da ist. Und insgesamt nehme ich an diesem Tag etwas Tempo raus.
Leider gibt es da keine leichte Lösung – und keine Garantie 😉 jeder muss selber testen, wie es am besten klappt.
Grüßle Daniela
Lieben Dank Daniela für das Teilen deiner Erfahrungswerte! 🙂
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