Welche Therapie ist wirksam? Welche Probleme können auftauchen?
Im Avatar sehr Ihr den Kopf des Gereon von Köln, welcher Schutzpatron gegen Kopfschmerzen ist.
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Migräneattacken vor/während/nach Corona-Impfung
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AutorBeiträge
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Hallo zusammen,
am nächsten Dienstag bekomme ich (Lehrerin, 56 Jahre) meine erste Corona-Impfung mit AstraZeneca. Zwar bin ich froh, dass ich die Gelegenheit zur Impfung erhalte, bin aber auch nach dem plötzlichen Impf-Stopp in der letzten Woche sehr besorgt. Vielleicht könnte jemand von euch mich diesbezüglich ein wenig beruhigen…. 😉 Ich habe an 10-15 Tagen im Monat Migräne mit zum Teil langer Dauer (3 Tage oder mehr). Seit einigen Jahren werde ich mit Botox behandelt, was ein wenig Linderung bringt. Zusätzlich habe ich Begleiterkrankungen: Bluthochdruck, Schilddrüsenunterfunktion mit kalten Knoten.Hier meine Fragen:
1. Darf ich, falls ich am Tag der Impfung schon Migräne habe, ein Triptan nehmen? (Ich kann sonst gar nicht mit dem Auto dorthin fahren) oder könnte es wegen der durch das Triptan verengten Gefäße Probleme mit dem Impfstoff geben?2. Wie soll ich denn NACH der Impfung überhaupt erkennen, ob es die üblichen Migräne-Kopfschmerzen sind oder ob es vielleicht sogar ein Hinweis auf eine Thrombose ist?
3. Darf ich die Kopfschmerzen nach der Impfung mit Triptanen behandeln oder in diesem Fall lieber aushalten und leiden?
Insbesondere weil wir Migräne-Patienten ja sowieso schon ein deutlich höheres Thrombose-/Schlaganfall-Risiko haben, fühle ich mich bei diesem Impfstoff überhaupt nicht sicher und mein Bauchgefühl sendet deutliche Vorsicht-Signale. Was meint ihr dazu?
Liebe Grüße
BrigittaHallo Brigitta,
ich bin ebenfalls Lehrerin, habe chronische Migräne und bekomme seit Jahren regelmäßig auch Botox.
Am Montag wurde ich mit AstraZeneca geimpft.
Nebenwirkungen: Gliederschmerzen, Schlappheit, leichte Kopfschmerzen.
Beim Aufklärungsgespräch vor dem Impfen kannst du das ja bezüglich des Triptans ansprechen.
Ich habe das explizit nicht getan, nur die Migräne erwähnt.Die Wahrscheinlichkeit in einen Autounfall nach der Impfung verwickelt zu werden ist ungleich höher, als die schlimmen Nebenwirkungen zu bekommen.
wenn du dir Sorgen machst, würde ich dir raten, vor der Impfung bei deinem Arzt nachzufragen, wie du verfahren sollst.Ich bin froh und dankbar die erste Impfung zu haben.
Liebe Grüße
RosinanteLiebe Brigitta,
die Frage könnte von mir sein und gefällt mir! Schmerzen sind häufig auch mit Angst verbunden, Corona ist mit Angst verbunden und Impfen (fälschlicherweise) ist auch mit Angst verbunden. Hier käme dann alles zusammen.
Bei Angst ist es es immer gut, sie als solche zu erkennen und sie mit Vernunft und Wahrscheinlichkeit abzugleichen.
Das versuchst Du ja gerade mit Deiner Frage. Rosinante hat ja schon geantwortet, dass die Wahrscheinlichkeit diese Art der Nebenwirkung zu bekommen sehr sehr gering ist.
Meines Wissens darfst Du ein Triptan auch am Tag der Impfung nehmen. Es gibt Vermutungen, dass Schmerzmedikamente die Immunantwort des Impfstoffs verringern könnten, das sind aber Vermutungen und kein Ergebnis von Untersuchungen. Ausserdem ist ein Triptan kein Schmerzmittel.
Kopfschmerz als Nebenwirkung der Impfung tritt eher in relativ kurzem zeitlichen Abstand zur Impfung auf und verhält sich eher ähnlich wie ein Spannungskopfschmerz (bzw. fühlt sich eher so an – beidseitig etc.). Die sehr seltene Thrombose als Folge der Impfung muss sich erst aufbauen. Die beschriebenen Komplikationen treten dann in einem Abstand von 5 – 10 Tagen auf. Eine Sinusvenenthrombose geht meistens auch mit neurologischen Ausfällen einher.
Wenn Du an 10 – 15 Tagen im Monat Migräne hast, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Du in den 10 Tagen nach der Impfung Migräne bekommen wirst. Das ist zu erwarten und hat mit der Impfung nichts zu tun.
Grund zur Sorge würde nur in dem absolut unwahrscheinlichen Fall bestehen, wenn Du (1) in dem beschriebenen Abstand zur Impfung Dir bislang (2) nicht bekannte Kopfschmerzen bekommst die zudem von (3) Dir bislang nicht bekannten neurologischen Ausfällen begleitet werden und (4) gar nicht mehr aufhören wollen.
Liebe Grüße
Liebe Rosinante, liebe Glückdererde,
vielen Dank für eure netten Worte und ausführlichen Infos. Das war sehr hilfreich. Ein wenig beruhigter bin ich schon, aber noch nicht so ganz, weil ich immer noch das Gefühl habe, dass ein anderer Impfstoff für uns Migränepatienten wahrscheinlich sicherer wäre.Zumal ja auch ständig kontrovers diskutiert wurde, ob AstraZeneca für Leute über 50 Jahre überhaupt geeignet ist. Nach den Thrombosefällen bei jüngeren Leuten ist AstraZeneca plötzlich genau der richtige Stoff für „uns Oldies“. (Andere Länder nehmen ihn für die Altersgruppe ü. 50/55 nicht).
Hinzu kommt für mich persönlich, dass die Grundschulkinder in der Klasse keine Maske tragen, ich mit meiner Maske zwar andere schütze, aber nicht umgekehrt. Sollte sich dann die afrikanische Mutante, die seit Januar auch in Deutschland nachgewiesen wurde, ausbreiten, bietet AstraZeneca diesbezüglich voraussichtlich kaum Schutz.
Meine Ärztin ist leider momentan nicht erreichbar und im Impfzentrum kann man nicht anrufen. Insofern findet keine richtige Aufklärung statt. Ich weiß, dass ich dankbar sein kann (bin ich auch!), überhaupt einen Impfstoff zu erhalten und alle Mitarbeiter in medizinischen und anderen Bereichen hätten sicherlich auch lieber Biontech oder Moderna bekommen, dennoch bin ich verunsichert.
Momentan zieht bei mir eine Migräne auf, insofern muss ich morgen wohl mit Triptan-Einnahme zum 40 km entfernten Impfzentrum fahren, in welchem Lehrer geimpft werden. Das Impfzentrum an meinem Wohnort ist gerade mal 5 km entfernt. Wieder etwas, was nicht nachzuvollziehen ist, zumal es sich um dasselbe Bundesland handelt. Aber das ist ein anderes Thema….Liebe Grüße
BrigittaHi Rosalie,
meine Nichte hat mir ein super Video empfohlen: gibt mal bei Youtube „mailab“ ein – da wird sehr gut und anschaulich erklärt, was da jetzt bei dem Impfstop von Astra Zeneca passiert ist. Und es wird auch ganz klar gesagt, das könnte auch mit jedem anderen Impfstoff passieren.
Die Gruppe, die diese Nebenwirkung hauptsächlich betrifft, kriegt halt jetzt grad nur Astra Zeneca – alle anderen Impfstoffe sind Personen älteren Alters vorbehalten.
Also keine Panik vor Astra Zeneca.
Ich hab meine erste Impfung mit Astra Zeneca schon bekommen, Anfang März, ich hatte am Tag der Impfung Migräne, aber so leicht, dass ich sie nicht behandelt habe – am Tag nach der Impfung hatte ich dann stärkere Migräne, die ich auch ganz normal behandelt habe. Ansonsten hatte ich, bis auf ein bisschen Schmerzen im betroffenen Arm keinerlei Nebenwirkungen – mein Mann lag einen Tag flach mit Fieber und Schüttelfrost. Am 2. Tag war der Spuk vorbei.
Ich glaube nicht, dass es was ausmacht, am Tag der Impfung (also vor der Impfung) ein Triptan zu nehmen. Ich würds dann halt dem Arzt sagen vor der Impfung, aber normalerweise wirkt das Triptan wirklich nur gegen die Migräne und tut sonst nix wildes im Körper.
Nimm die Impfung auf jeden Fall war – jeder Impfstoff, mit oder ohne Reaktion, ist besser als eine Covid-Erkrankung!
Grüßle Daniela
Liebe Brigitta,
deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen.
Es fehlen halt überall gewisse Erfahrungen, die man zu einer umfassenden Beurteilung von Medikamenten und Situationen unbedingt braucht. Auch sind unsere Institutionen aktuell oft völlig überfordert, die Politik tut sich auch schwer.
Warten wir heute mal die neuesten Entwicklungen der Vorschriften ab. Und hoffen wir auf klare Linien.
Ich finde es gut, dass du deinen morgigen Impftermin trotzdem zu schätzen weißt. Ich kenne nämlich eine Lehrerin, deren Impftermin mit AstraZeneca letzte Woche gerade in die drei ausgesetzten Tage fiel und noch hat sie keinen Ersatztermin.
Es ist für alle eine wirklich sehr herausfordernde Zeit.
Wobei ich tatsächlich den Eindruck habe, dass wir geplagte Schmerzpatienten oft besser mit derartigen Herausforderungen umgehen können als völlig Gesunde, die schon wegen Kleinigkeiten ein großes Jammerlied anstimmen. Wir haben bereits viel Übung in der Akzeptanz von unerwünschten Lebenssituationen und so manche Unternehmung ist für schwer Betroffene eh oft nicht möglich, ganz unabhängig von Corona. Wir sind das Verzichten – notgedrungen – schon geübt.Ich wünsche dir alles Gute für morgen.
Lieber Gruß
HeikaLiebe Rosalie,
es gibt bis jetzt keinerlei Kontraindikationen zu Triptanen und Impfung.
AstraZeneca ist nicht schlechter als die fancy mRNA-Impfstoffe, das sollte man einfach mal verinnerlichen. Bereits ab der 1. Impfung mit AstraZeneca bist Du zu 100 % vor dem Tod geschützt und zu ca. 70% vor der Notwendigkeit eines stationären Aufenthalts. Das sind doch super Nachrichten! Zudem kamen Sinusvenenthrombosen auch nach den mRNA-Impfstoffen vor, nur kräht kein Hahn danach. AZ ist und bleibt im argwöhnischen Fokus der Presse, daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Sehr schädlich für die Compliance, wie man ja immer wieder lesen muss. Politik hat geschlampt, Presse ist nur auf Clickbait aus und dazwischen eine große Anzahl verunsicherter Menschen.
Also freue Dich und sei sehr dankbar, dass Du morgen diesen wichtigen Schutz erhalten wirst. Impfreaktionen sind üblich nach Impfungen, vor allem nach Impfungen, bei denen sich das Immunsystem auf völlig unbekannte Eindringlinge einstellen muss.
Prof. Göbel hatte dies kürzlich auf Facebook veröffentlicht:
Das Neuauftreten von Kopfschmerzen meist über vier und mehr Tagen in Verbindung mit neurologischen Ausfällen wie Schwindel, Sehstörungen, Tinnitus und Augenmuskellähmungen und variierenden Bewusstseinsstörungen ist die entscheidende Leitsymptomkonstellation für die Sinusvenenthrombose. Diese Kopfschmerzen unterscheiden sich deutlich von typischen Kopfschmerzen nach einer Covid-Impfung. Letztere treten bei rund 50% innerhalb von 17 h nach der Impfung im Mittel mit einer Dauer von 18 h auf. Bewusstseinsstörungen bestehen als Begleitsymptom nicht.
Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Du solche Symptome verspürst, wende Dich an Deinen Arzt. Aber bitte nicht angstvoll darauf warten, sonst kommt der Noceboeffekt zum Tragen und man spürt Dinge, die gar nicht da sind. 😉
Alles Gute und liebe Grüße
BettinaLiebe Daniela, liebe Heika,
es tut einfach gut, von Leidensgenossinnen aufmunternde Worte und Tipps zu bekommen. Herzlichen Dank dafür. Nur in diesem wunderbaren Forum kann man ohne Probleme von seinen Ängsten berichten und bekommt unglaublich viel Verständnis. Dass selbst die kleinsten Anforderungen oder Anspannungen/Anstrengungen schon einen heftigen Anfall auslösen können, stößt woanders immer wieder auf ungläubiges Kopfschütteln. Aber ihr wisst ja, wovon ich rede ;). Nachdem meine Migräne heute richtig Fahrt aufgenommen hat, musste ich leider doch noch ein Triptan nehmen. Eine liebe Freundin hat angeboten, mich morgen zum Impfen zu fahren. Es fällt mir oft schwer, Hilfe anzunehmen, aber in diesem Fall wird es mich bestimmt entlasten.
Liebe Grüße und passt weiter gut auf euch auf.
Brigittameine Nichte hat mir ein super Video empfohlen: gibt mal bei Youtube „mailab“ ein
Das Video habe ich vor einigen Tagen rechts in der Sidebar verlinkt. Sehr empfehlenswert, sich das mal anzusehen.
Liebe Bettina,
auch an dich noch meinen herzlichen Dank für deine wertvollen Informationen und lieben Worte. Mittlerweile habe ich die Impfung hinter mir. Bin mit Migräne hingefahren, habe an dem Tag der Impfung aber kein Triptan mehr genommen. Erst in den frühen Morgenstunden des nächstens Tages wieder. Bis heute Nachmittag ging es mir nicht besonders gut und ich bin überwiegend im Bett geblieben (Migräne/allg. Kopfschmerzen, Schüttelfrost, leichtes Fieber, Übelkeit). Aber es war auf keinen Fall schlimmer als das, was viele von uns bei einem heftigen Migräneanfall erleiden. Meinen 14 Kolleginnen ging es zum Teil ähnlich (die eine Hälfte hatte Symptome wie ich, die andere spürte deutlich weniger). Das ist vielleicht eine kleine Beruhigung für alle, die sich ähnliche Gedanken machen.
Haltet durch und liebe GrüßeBrigitta
Liebe Brigitta,
schön, dass Du die Impfung nun gut hinter Dich gebracht hast und alles in Ordnung ist. 🙂 Schone Dich noch einige Tage, dann kannst Du das abhaken.
Liebe Grüße
BettinaHallo zusammen,
ich bin gerade sehr dankbar, dass es dieses Thema hier schon gibt 😉
Ich gehöre zu den (eigentlich) Glücklichen, die einen Impftermin für Ü60-Jährige in NRW mit Astrazeneca erwischen konnte. Lieber wäre mir natürlich auch ein MRNa-Impfstoff gewesen, doch besser als noch Monate warten. Mal ein Vorteil, dass ich nun schon 60 J. bin.Nun habe ich allerdings auch phasenweise genau die Ängste, die oben schon beschrieben wurden. Eigentlich wäre heute meine Ajovy-Spritze dran, hatte mich schon gefreut, weil ich wieder mehr Kopfschmerzen habe, der Spiegel ist nach 2 Mon.wohl noch nicht optimal.. Kann das sein?
Nun hat sich ja geändert, dass plötzlicch genau die Altersgruppe für AZ dran ist, die vorher ausgeschlossen wurde. Hü und Hott 🙁
Ich habe wie gesagt aktuell wieder häufiger Migräne od. sonstige Kopfschmerzen. Kann ich die dann von den Schmerzen unterscheiden, die tatsächlich auf einen Thrombose-Vorgang hinweisen würden? Man unterschreibt ja, dass man 2 Wochen verstärkt darauf achten soll.
Die üblichen Nebenwirkungen der ersten Tage machen mir keine Angst, da „wir“ ja einiges gewohnt sind.Darf man denn nun Triptane ggf. direkt nach der Impfung nehmen und auch in den (wenn auch in seltenen Fällen)kritischen ersten 2 Wochen? Ist es ein Problem mit der gefäßverengenden Wirkung? Oder bleibe ich lieber bei Naproxen, das mir auch oft hilft seit der Ära der Antikörper?
Danke für den Austausch hier!!
Österliche Grüße
Jasmin -
AutorBeiträge
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