Diagnose, Therapie und Prophylaxe
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Frage zur Reduktion von Clomipramin
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AutorBeiträge
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Liebe Headbook-Community,
vor knapp 5 Monaten war ich zur Behandlung meines chronischen Spannungskopfschmerzes in der Schmerzklinik Kiel. Dort wurde ich auf 150mg Clomipramin eingestellt und profitiere seither von einer spürbaren Schmerzreduktion.
Damals teilte man mir mit, dass nach ca. 9-12 Monaten über eine Reduktion der Clomipramion-Dosis nachgedacht und beraten werden kann. Da ich unter einigen lästigen Nebenwirkungen (Schlafstörung, Heißhunger, Schwitzen) leide, überlege ich aktuell, ob ich eine Reduktion in den nächsten Monaten in Betracht ziehen sollte.
Daher meine Frage an die Community: Gibt es hier jemand mit Erfahrungswerten bei der Reduktion von Clomipramin (oder eines anderen Antidepressiva) nach längerer Einnahme? Kamen dann die Kopfschmerzen eventuell einfach wieder zurück? Meine Hoffnung wäre, dass ich das Medikament nach 9-12 Monaten ganz langsam absetzen kann und die Schmerzen nicht in der Intensität wie früher zurückkommen.
Schon mal vielen Dank für alle Rückmeldungen!
Viele Grüße
SimonLiebe Headbook-Community,
an dieser Stelle würde ich gerne meine weiteren Erfahrungen mit Clomipramin teilen. Vielleicht hilft es Anderen, die zukünftig in einer ähnlichen Situation sind wie ich und sich auch einige Fragen stellen bezüglich der Reduktion von Clomipramin oder einem anderen Antidespressiva.
Nach knapp 10 Monaten Clomipramin auf der Dosis von 150 mg täglich habe ich mich dazu entschlossen auf 75 mg täglich herunter zu gehen. Und zwar in zwei Schritten – zunächst auf 112,5 mg/Tag und dann auf 75mg/Tag. Nach der ersten Reduktion lies ich etwa 3 Wochen verstreichen, um etwaige Absetzerscheinungen und Veränderungen in der Schmerzwahrnehmung zu beobachten.
Hier mein Fazit: Nach jeder Reduktion hatte ich leichte zusätzliche Kopfschmerzen zu meinen chronischen Kopfschmerzen. Diesen klangen aber nach ca 1-3 Tagen wieder ab. Zusätzlich hatte ich auch vermehrte Schwindelgefühle. Diese waren aber auch nach ca. 1-3 Tagen passé.
Was die grundsätzliche Wahrnehmung meines chronischen Spannungskopfschmerz angeht: Da hat sich von der Intensität der Schmerzen wenig getan. Es kam also nicht zu der befürchteten Steigerung der Schmerzen. Was allerdings der Fall ist: Der chronische Spannungskopfschmerz ist „gewandert“ – von der oberen hinteren Kopfhälfte mehr nach vorne in Richtung Stirn. Das ist zwar eine Umstellung, aber für mich verkraftbar.Soweit mein Erfahrungsbericht. Falls doch jemand Erfahrungen in der Reduktion eines Antidespressivas nach langer Einnahmezeit gemacht haben sollte, bin ich über jede Rückmeldung weiterhin dankbar.
Viele Grüße
SimonLieber Simon, nachträglich ein herzliches Willkommen im Headbook. 🙂
Dein Beitrag im Januar ist leider untergegangen, aber den Aktuellen sehe ich. 😉
Das Abdosieren der Antidepressiva wird unterschiedlich gehandhabt und unterschiedlich vertragen. So wie Du es gemacht hast, war es richtig und damit vermeidet man auch zu krasse Absetzerscheinungen. Dann gibt es aber auch Betroffene, die über viele Monate langsam runterdosieren müssen. Man merkt es dann selbst, wenn man in der Situation ist. So kann man auch individuell noch etwas regulieren.
War das Dein erstes Antidepressivum, oder hattest Du auch schon andere getestet? Beim Spannungskopfschmerz reagieren viele super gut auf Amitriptylin, das auch den Schlaf sehr verbessern kann.
Liebe Grüße
BettinaLiebe Bettinna 😊
vielen Dank für deine Rückmeldung und die Empfehlung in Richtung Amitriptylin. Das Präparat ist tatsächlich jenes, welches ich als nächstes nach Rücksprache mit meinem Neurologen testen möchte. Ich bin gespannt.
Was mich noch interessiert, ist (und vielleicht hast du da Antworten drauf oder Erfahrungswerte), wie ein idealtypischer langfristiger Symptom-Verlauf bei einer prophylaktischen Medikation mit Antidepressiva beim Spannungskopfschmerz aussieht? Gerade in Bezug auf das Absetzen nach knapp 1-jähriger Einnahme. Kann man bspw. sagen, dass imm Idealfall nach dem Absetzen die Kopfschmerzen weiterhin auf reduzierten Niveau verharren sollten? Oder ist es eher so, dass bei vielen Patienten die Schmerzen wieder stärker werden? Und wenn letzteres der Fall ist, die medikamentöse Therapie perspektivisch dauerhaft eingesetzt werden sollte?
Ich weiß, eine sehr spezifische Frage. Aber mich würde es interessieren, weil im Ratgeber-Buch von Herrn Göbel zwar steht, dass die Antidepressiva prophylaktisch eingesetzt werden – jedoch nicht erklärt wird, wie es in der Langzeitplanung gedacht ist bzgl. der Einnahme des Medikaments.
Soweit meine Gedanken. Ich freue mich über jeden Beitrag!
VG
SimonLieber Simon,
wie man mit der Dosierung und Dauer der Einnahme in der Behandlung mit Antidepressiva bei Spannungskopfschmerzen vorgeht, ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
Ich habe einen dauerhaft vorhandenen Spannungskopfschmerz seit 2018. Mein Antidepressivum wirkte sehr gut dagegen, doch in der Anfangsphase waren Nebenwirkungen ausgeprägt, die dann nach einigen Wochen nachließen; doch andere kamen erst nach wochenlanger Einnahme neu dazu. Immer, wenn diese zu stark wurden, schlich ich mein Antidepressivum langsam aus.
Die gute Wirkung hielt immer noch etliche Wochen an. Wenn sich dann die Spannungskopfschmerzen langsam wieder heranschlichen und stärker wurden, setzte ich das AD wieder ein. Ich lebte also jahrelang in einem Schaukelrhythmus, der sehr gut funktionierte.
Auslassversuche machen nach längerer Zeit immer Sinn, damit man nicht unnötig Medikamente nimmt, falls es gar nicht mehr nötig sein sollte. Merkt man nach dem Absetzen, dass es ohne nicht geht, führt man die Einnahme wieder ein.
Was leider manchmal der Fall sein kann, ist, dass sich der Körper nach einigen Jahren an den Wirkstoff gewöhnt und es nicht mehr (ausreichend) hilft. Zum Glück stehen noch Alternativen bereit, die man dann testen kann.
Lieber Gruß
HeikaLieber Simon,
Heike hat dir bereits ihre individuellen Erfahrungen geschildert.
Kann man bspw. sagen, dass imm Idealfall nach dem Absetzen die Kopfschmerzen weiterhin auf reduzierten Niveau verharren sollten? Oder ist es eher so, dass bei vielen Patienten die Schmerzen wieder stärker werden? Und wenn letzteres der Fall ist, die medikamentöse Therapie perspektivisch dauerhaft eingesetzt werden sollte?
Tatsächlich ist beides möglich, man muss wirklich individuell testen.
Liebe Grüße
BettinaLiebe Heika,
ich danke dir für deinen ausführlichen Bericht. Das macht mir Mut, auch mal ein Ausschleichen zu probieren und bei Bedarf dann im Nachhinein nachzujustieren/wieder einzuschleichen oder auch ein anderes Antidepressiva zu testen.
Auch ist es gut zu wissen, dass die Reaktionen stark individuell ausfallen und man keine pauschale Antwort geben kann, sondern im Einzelfall testen muss.
Danke nochmal für die Orientierung.
Viele Grüße
Simon -
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