Liebe Anaj,
Achtsamkeit – während und außerhalb einer Medikamentenpause – KANN einen Einfluss auf das Schmerzerleben haben. Das lässt sich – wie fast alles – nicht 1:1 übertragen.
Mir tut die Achtsamkeit gut – während des Schmerzes und auch in meinem Alltag.
Ich lasse während des achtsamen Atmens alle meine Muskeln los, auch und vor allem die im Kopf- und Nackenbereich. Die Schmerzen sind dennoch da – ob mit oder ohne Anspannung, die ich erstmal für eine ganz natürliche Reaktion auf Schmerzen halte. Allerdings hat das Loslassen der Muskeln spürbare Auswirkungen auf mein Schmerzerleben. Und das macht für mich den Unterschied. Ich mache die Erfahrung, dass ich einen gewissen Einfluss auf mein Schmerzerleben habe, auch wenn dieser vielleicht „nur“ kurzfristig spürbar ist – wie in meinem Beitrag beschrieben für ein, zwei Stunden. Immerhin.
Ich nehme an, du beziehst dich mit dem Hinweis auf den Artikel in der DAZ auf den „Migränereport 2023“. Natürlich spielt Stress als Trigger und aufrechterhaltender Faktor eine Rolle. Was der Einzelne unter Stress versteht und was er als Stress empfindet, ist wahrscheinlich unterschiedlich und individuell. Auch da kann jeder für sich schauen, welche Möglichkeiten er hat, seinen Stressoren zu begegnen und mit ihnen umzugehen. Auf einige haben wir keinen Einfluss (z.B. das Wetter), auf andere durchaus (z.B. Schlaf, Essen, Trinken, Pausen, Umgang mit Schmerz, Angst usw.). Wenn man diesen Überlegungen mit etwas Zeit nachgeht, findet sich wahrscheinlich mehr Beeinflussbares als Unbeeinflussbares. Interessant wäre es auf jeden Fall.
Wenn ich das Gefühl habe, selbstwirksam sein und Einfluss auf mein Befinden nehmen zu können, fühle ich mich weniger ausgeliefert. Für mich ist das hilfreich und wichtig. Und dennoch gibt es Phasen der Verzweiflung, die sich nicht gut anfühlen und trotzdem sein dürfen.
Was genau meinst du mit „funktionieren“?
Liebe Grüße
Katrin
Viva la Vida! 🍀