Liebe Andrea,
habe Prof. Göbel gefragt, nachfolgend seine Antwort:
Die Situation, die Sie schildern – ein mit Flow Diverter behandeltes Aneurysma und gleichzeitig eine wieder sehr aktive Migräne – ist medizinisch gut nachvollziehbar und wird in der Praxis tatsächlich immer wieder diskutiert.
Grundsätzlich gibt es bislang keine Hinweise aus Studien oder aus der klinischen Erfahrung, dass CGRP-Antikörper wie Aimovig das Risiko für eine Aneurysmaruptur oder Probleme mit einem korrekt eingeheilten Flow Diverter erhöhen. Allerdings wurden Patientinnen und Patienten mit frischen Gefäßeingriffen in den Zulassungsstudien meist nicht systematisch untersucht. Deshalb basiert die Entscheidung immer auf einer individuellen ärztlichen Einschätzung.
Dass Aimovig vorübergehend pausiert wurde, um neue Kopfschmerzen besser einordnen zu können, war eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Wenn Ihre Migräne jetzt wieder deutlich zunimmt, ist es grundsätzlich nachvollziehbar, die Prophylaxe erneut in Betracht zu ziehen – vorausgesetzt, Ihr behandelnder Neuroradiologe bestätigt, dass der Gefäßbefund stabil ist und keine Einwände bestehen.
In meiner Erfahrung gibt es durchaus Patientinnen und Patienten in vergleichbarer Situation, die CGRP-Antikörper nach abgeschlossener und stabiler Gefäßbehandlung gut vertragen haben. Eine verbindliche Empfehlung kann aber nur im individuellen Fall nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen.
Wichtig ist daher:
Bitte beginnen Sie die Injektionen nicht eigenständig, sondern erst nach Rückmeldung Ihres Neuroradiologen bzw. Neurologen. Bei neuen oder ungewöhnlichen Kopfschmerzen, neurologischen Symptomen oder deutlichen Blutdruckveränderungen sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.
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Liebe Grüße
Bettina