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Flunarizin, wie lange noch testen
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AutorBeiträge
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Hallo, ich bin neue hier und durch die Migräne App der Klinik in Kiel auf dieses Forum gestoßen.
Ich bin 33 Jahre alt und erlitt meine erste Migräneattacke mit 18 Jahren. Seitdem hat sich die Migräne immer mehr chronifiziert.
In den Schwangerschaft en und Stillzeiten war ich fast Schmerzfrei, aber aktuell habe ich Durchschnitt 12 Schmerztage pro Monat. Manchmal überschreite ich auch 15 Tage.
Amitriptylin zeigte keine befriedigende Wirkung und zu starke Nebenwirkungen.Nun nehme ich seit 2 1/2 Monaten Flunarizin 10mg.
Und meine Schmerztage haben sich NICHT verringert.Meine Frage an eure Erfahrungen: Bedeutet dies, ich kann davo ausgehen, dass Flunarizin bei mir nicht wirkt? Oder sollte man ihm ne Chance von etwas mehr als 3 Monaten geben?
Meine Neurologin verschreibt, laut eigener Angaben, wohl eher selten Flunarizin und meinte, sie hätte damit nicht „sooo“ viel Erfahrung.LG
Liebe Orange,
die Empfehlung für eine medikamentöse Vorbeugung ist, ihr mindestens 3 Monate Zeit geben, um einschätzen zu können, ob eine Wirkung eintritt. Du nimmst Flunarizin (eines der Mittel der 1. Wahl) inzwischen bereits 2 1/2 Monate. Ich würde diesem Versuch an deiner Stelle noch ein wenig Zeit geben, sofern die Nebenwirkungen tolerabel sind.
Ein Erfolg einer medikamentösen Vorbeugung kann auch schon die Abnahme der Schmerzintensität sein.
Weitere Säulen der nichtmedikamentösen Migränevorbeugung sind das Verhalten, die Ernährung und Entspannungsverfahren. Dazu findest du sowohl im headbook, unter dem Link Migränewissen (rechts unten auf dieser Seite) und im Buch von Professor Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ viele hilfreiche Informationen.
Für mich persönlich sind ebenso wichtig die Einstellung und auch die Wortwahl, d.h. mit welchen Worten beschreibe ich u.a. die Schmerzen.
Liebe Grüße
KatrinViva la Vida! 🍀
Liebe Orange,
ich habe Flunarizin mal drei Monate lang genommen und in Absprache mit dem Arzt dann abgesetzt.
Ein anderer Schmerzspezialist meinte später mal zu mir, dass man beim Flunarizin mindestens 6 Monate lang austesten soll, ob und wie es wirkt.Welche Dosierung nimmst du denn ein?
Ich habe mit 5mg eingeschlichen und dann 10mg genommen und später mit 5mg wieder ausgeschlichen.Lieber Gruß
HeikaLiebe Katrin,
Dankeschön für deine Antwort.
Ja, dass man einer Prophylaxe bestenfalls 3 Monate Zeit geben soll, habe ich des öfteren gehört. Wobei meine Neurologin meint, man sollte schon nach 4 bis 8 Wochen merken, ob es wirkt. Beim Letzten Kontrolltermin bei ihr,zu dessen Zeitpunkt ich das Flunarizin seit 6 Wochen nahm und über keine Wirkung bisher berichtete, wollte sie es mich schon fast absetzen lassen. Jedoch, da ich keinerlei Nebenwirkungen habe, entschieden wir, dass ich es volle 3 Monate nehme und dann ist wieder „Kontrolle“.
Nunja, die 3 Monate sind fast erreicht und wie gesagt, verringert haben sich weder Schmerztage noch Intensität.Zu erwähnen ist, dass viele der Schmerztage bei mir menstruell assoziiert sind. Und ich weiß, das ist immer ne harte Nuss.
Hast du auch zyklusbedingte Hormonschwankungen als Trigger?Liebe Grüße
OrangeLiebe Heika,
Danke für deine Antwort.
Ich nehme 10mg ein am Abend.Eben, es stellte sich mir die Frage, ob ich es noch länger als 3 Monate testen soll, da ich über keine Nebenwirkungen klage. Im Gegenteil kann man, oder jedenfalls ich,mit Flunarizin ja prima schlafen.
Aber meine Neurologin nahm schon vorweg, dass sie wohl eher einen Antrag für die Antikörperspritze Erenumab stellen möchte, falls ich keine Besserung durch Flunarizin berichten kann.
Liebe Grüße
OrangeLiebe Orange,
eine medikamentöse Prophylaxe sollte man mindestens 6 bis 8 Wochen einnehmen, um eine erste Einschätzung der Wirkung zu bekommen. Das ist ganz wichtig, weil anfangs oft Nebenwirkungen auftreten bei noch nicht eingetretener Wirkung und viele dann zu früh absetzen nach dem Motto „bringt nichts außer Nebenwirkungen“. Nebenwirkungen lassen bei längerer Einnahme oft nach, während die Wirkung erst nach einigen Wochen einsetzen kann.
Diese Zeilen waren jetzt nicht speziell für dich 😉 , sondern für die vielen Mitlesenden.Nach 3 Monaten kann man durchaus beurteilen, was sich verändert hat, oder eben auch nicht.
Warum bei mir der Arzt damals auf diese 6 Monate Einnahmezeit bei Flunarizin gepocht hatte, weiß ich nicht.Wenn es einem sehr schlecht geht, können weitere Wochen/Monate sehr lang werden, da wäre ein Prophylaxewechsel durchaus zu überlegen.
Lieber Gruß
HeikaLiebe Orange,
die Einschätzung deiner Neurologin beruht vermutlich auf der Erfahrung mit ihren Patienten. Die Reaktion auf Medikamente – auch auf die zur Vorbeugung – ist höchst individuell. Einer merkt vielleicht früher oder später als der Andere, ob eine Wirkung eintritt.
Letztendlich entscheidest du, ob du Flunarizin weiterhin einnimmst und dadurch möglicherweise eine eventuell vorhandene Chance auf einen Wirkeintritt nutzt.
Hast du das Gefühl, es hat keinen Einfluss auf das Migränegeschehen, könntest du absetzen.Du schreibst, dass du keine Nebenwirkungen verspürst. Deshalb habe ich dir geschrieben, was ich an deiner Stelle tun würde. Bliebe die Situation nach 3 Monaten unverändert, würde ich vielleicht absetzen. Hätte ich weiterhin keine Nebenwirkungen, aber noch Hoffnung und Geduld, würde ich vielleicht noch ein paar Wochen dranhängen.
Zum Thema „Trigger“ wurde vor kurzem hier geschrieben:
Wenn du magst, lies auch die nachfolgenden interessanten Beiträge.
Alles, was mich aus meinem „Toleranzfenster“ bringt, kann ein Trigger sein, muss es aber nicht.
Wenn du Trigger ausfindig machen kannst, auf die du Einfluss nehmen kannst, ist es ja relativ einfach. Ich trinke z.B. keinen Alkohol, weil er meist ein eindeutiger Trigger bei mir war.
Gibt es Trigger, auf die ich keinen Einfluss habe, bleibt nur zu schauen, wie und womit ich in diesen Zeiten gut für mich sorge. Ich gehe z.B. bei starkem Wind oder Sturm nicht unbedingt raus, weil mich das stresst. Ob es ein Trigger für meine Migräne ist? Keine Ahnung und für mich unwichtig, da ich – wie oben beschrieben – keinen Einfluss darauf habe.
Genauso verhält es sich z.B. mit der Hitze in den vergangenen Jahren, die ich als kaum verträglich oder unverträglich empfinde. Wenn ich rausgehe, dann in den Wald, da herrscht ein anderes für mich angenehmeres Klima. Oder ich mache am späteren Abend, wenn die Temperatur in einen für mich angenehmen Bereich gesunken ist, einen Spaziergang im Ort.Eine Weile lang hatte ich auch das Gefühl, dass die zyklusbedingten Hormonschwankungen die Migräne triggern – zum Zeit des Eisprungs (Ausschüttung von LH) und nachdem keine Schwangerschaft eingetreten ist (Hormonabfall von Östrogen und Progesteron). Als „zuverlässige“ Trigger ließen sie sich bei mir nicht ausmachen.
Vielleicht könntest du mit deinem Gynäkologen/deiner Gynäkologin über dieses Thema sprechen. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, gibt es einige Mitglieder, die die Pille ohne Pause einnehmen, was wohl hilfreich ist. Ich habe diesen Versuch vor einigen Jahren mit 3 unterschiedlichen Antibabypillen gemacht und hatte massive Nebenwirkungen, die mich zum Absetzen bewegten.
Inzwischen kann ich aufgrund der Häufigkeit der Migräne kaum bis gar keine Trigger in ihrem eigentlichen Sinn ausmachen. Entscheidend und wichtig für mich ist, was mir JETZT möglich ist, mir gut tut, ich machen kann oder was ich lasse. All das ist für mich Selbstfürsorge.
Liebe Grüße
KatrinViva la Vida! 🍀
Willkommen, liebe Orange. 🙂
Wie die anderen schon schreiben, würde ich noch ein bisschen dranbleiben mit Flunarizin. Natürlich nur, wenn Du magst. Flunarizin kann gut helfen, vor allem auch, wenn Auren im Spiel sind. Dann ist es sogar eines der besten Mittel überhaupt. Wie immer spricht aber nur ein gewisser Prozentsatz der Betroffenen auf Prophylaxen an, das gilt übrigens auch für die Antikörper.
Liebe Grüße
BettinaDanke für die lange Antwort.
Die Menstrustion ist sozusagen mein Endgegner unter den Triggern.
Sowas wie Hunger/Blutzuckerschwankungen/regelmäßiger Tagesablauf hab ich im Griff, aber sobald die Periode einsetzt schiebt mein Gehirn Alarmstufe rot. Es ist eigentlich jeden Monat ein Status Migränosus, für den ich auch schon Cortison brauchte, um raus zu kommen.
Daher steht tatsächlich auch eine östrogenfreie Pille als Versuch im Raum. Wobei meine Gynäkologin zögerlich war, weil ich sehr selten eine Aura. Interessanterweise, ohne Kopfschmerzen im Anschluss.
Zu Pilleneinnahme werde ich mal hier im Forum suchen!
Ich finde Erfahrungen von Mitbetroffenen zu lesen sehr wertvoll. Mit dem Thema Selbstfürsorge hast du auch einen wichtigen Punkt angesprochen! Man lässt sie leider immer wieder schleifen.Liebe Grüße
OrangeHallo Bettina, Danke für deine Antwort.
Ich findeces so interessant, dass immer nur ein gewisser Prozentsatz der Betroffenen auf eine Prophylaxe anspricht. Wir Migränepatienten mit unserer Erkrankung sind einfach so komplex. Immerhin habe ich nach Langem eine Neurologin gefunden, die emphatisch ist und sich Zeit nimmt. Das wünsche ich Jedem.
Wie ich schon erwähnte, habe ich ja die heftigsten Attacken zur Zeit der Menstruation. Ich habe tatsächlich auch schon die Behauptung im Internet gelesen, dass Flunarizin bei menstruationsassoziierter Migräne nicht wirksam ist. Aber Probieren geht halt über Studieren.
Liebe Grüße
OrangeLiebe Orange,
mir haben die Hormone gegen die Anfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Periode Jahrzehnte sehr geholfen. Anfangs, als es noch keine Pillenauswahl gab (ab Ende der 60ger Jahre des letzten Jahrhunderts) hab ich immer nur die erste Hälfte der Pillen genommen und das durchgehend. Dann später Hormone, die man in und nach den Wechseljahren nehmen kann. Hat mir sehr geholfen. Einen Versuch ist es wert.
Liebe Grüße,
JuliaHallo ihr Lieben,
ich schreibe mal hier meine Frage, da ich es woanders im Forum nicht hinkriege,einen Beitrag zu verfassen.
Ich brauche Rat bezüglich Status Migränosus.
Ich schleppe mich aktuell durch meine Periode mit ätzenden Anfällen.
Eletriptan, mein Favorit, schaffte auch immer Linderung aber nun habe ich in den letzten 30 Tagen 10 Triptan-Einnahmen gehabt. Sollte es also lassen, noch welche einzuwerfen. Meine Neurologin hatte mir mal für prolongierte Anfälle Fortecortin 4 mg also Dexamethason verschrieben. Das habe ich hier zu Hause, aber noch nie angewendet. Vor etwa 8 Monaten hatte ich mal in der Notaufnahme 50mg Prednisolon bekommen, aber meine Neurologin sagte, sie fände Dexamethason besser, warum auch immer. Auf meinem Medikamentenplan steht bei Fortecortin 2-1-0-0
Das wären dann zum einen wohl 8mg morgens. Auf Schmerzklinik Kiel bzw bei der dgn hatte ich auch gelesen, einmalig 8mg Dexamethason würden eingesetzt bei Migränestatus. Aber wieso steht bei mir nochmal 4mg mittags?
Das Problem ist einfach, die Praxis meiner Neurologin ist telefonisch extrem schlecht erreichbar und dorthi zu fahren wäre eine Tortur.
Wer kennt sich aus mit der Dosierung von Dexamethason?
Ich wiege übrigens 59 kg.
Und ja, eigentlich ist Rat zu Medikamenten über’s Internet nicht das Beste.
Gruß
Orange -
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