Medizinische Vorbeugung2024-12-22T21:09:57+01:00

Medizinische Vorbeugung

Prophylaxe mit Antihistaminika?

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  • Anne_gibt_nicht_auf
    Participant
    Beitragsanzahl: 29

    Hallo zusammen,
    in der aktuellen Heuschnupfensaison habe ich eine interessante Beobachtung gemacht:

    Seit mehreren Wochen nehme ich Lorano und habe seither keine einzige Migräne gehabt. Nicht mal die leichte „Dauermatschigkeit“. Normalerweise bin ich bei 6-12 Tagen/Monat.

    Ich habe gegrübelt und mir fiel ein, dass ich das schon einmal hatte. Als ich in der Schwangerschaft in den ersten 4 Monaten wegen Übelkeit Cariban in Höchstdosis nehmen musste. Nach Absetzen kam die Migräne direkt wieder. Ich habe es immer auf die Hormone geschoben. Vielleicht war es auch das Antihistamin, das die Schmerzen fernhielt?

    Daher ein paar Überlegungen:
    Wirkt ein Antihistaminikum als Prophylaxe? Oder triggert mein Heuschnupfen + leichte Hausstaubmilbenallergie meine Attacken? Gibt es dazu Studien oder Erfahrungen?

    Vomex hilft bei mir teilweise wie ein Triptan gegen den Schmerz. Verspiele ich diese Wirkung, wenn ich einige Zeit Antihistaminika wie Lorano einnehme? Stichwort Gewöhnung.

    Wie immer bin ich sehr dankbar für eure Erfahrungen. 🙂

    Anne

    heika
    Participant
    Beitragsanzahl: 7221

    Liebe Anne,

    ich kann mich an einen Vortrag über Migräne erinnern, in dem dieses Thema, dass ein Mittel gegen Übelkeit auch die Migräneschmerzen bessern kann, angesprochen wurde.

    Zum einen können sich Übelkeit und Schmerzen gegenseitig beeinflussen, d.h. sie können sich gegenseitig verstärken oder abschwächen. Zum anderen macht Vomex müde, d.h. man schont sich mehr, nimmt sich aus manchen Reizen raus, was ebenfalls einen positiven Effekt auf den Verlauf nehmen kann.

    Von Dimenhydrinat (z.B. Vomex) weiß ich, dass ein Gewöhnungseffekt eintreten kann. Deshalb sollte man es nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat einnehmen.

    Wie es allgemein bei Antihistaminika aussieht, kann ich dir leider nicht sagen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Katrin
    Participant
    Beitragsanzahl: 1278

    Liebe Anne,

    schön, dass es dir besser geht.

    Ich hole deine Frage nochmal hoch, denn auch mich interessiert eine Antwort darauf.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    glückdererde
    Participant
    Beitragsanzahl: 884

    Hallo Anne,

    meines Wissens ist es wissenschaftlich umstritten, ob Histamin als Trigger für Migräne fungiert. Die Wahrscheinlichkeit bei größeren Gruppen so zu raeagieren ist eher sehr gering. Von daher würde ein Antihistaminikum diesbezüglich auch eher wenig Sinn machen

    Man muss aber Studien mit grösseren Patientengruppen immer unterscheiden von persönlichen Erfahrungen.
    Wenn Du im Moment den Eindruck hast, dass Loratadin bei Dir als Migräneprophylaxe wirkt, dann nimm es doch einfach weiter. Die Nebenwirkungen sind ja eher gering.

    Ich selber habe jahrelang (aus ganz anderen Gründen) Loratadin ohne für mich spürbare Nebenwirkungen genommen.
    Du kannst ja nach einem halben Jahr einen Auslasssversuch machen und sehen, was dann geschieht.

    Alles Gute

    DanielaD
    Participant
    Beitragsanzahl: 20

    Ich kenne sehr viele, die ihre Kopfweh mit Antihistaminika erfolgreich bekämpfen. In Kiel bekam ich auf Vomex, bin dann aber wieder auf Fenistil umgestiegen.
    Mir persönlich tut das gut, ich Wechsel die gängigen Präparate 14 tägig, damit ich abends dann auch noch die müdemachende Wirkung hab

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Liebe Anne,

    nun hast Du eh schon viele Antworten und Impulse erhalten. Nur noch kurz was dazu:

    Oder triggert mein Heuschnupfen + leichte Hausstaubmilbenallergie meine Attacken? Gibt es dazu Studien oder Erfahrungen?

    Genau, andere Erkrankungen, Allergien usw. können triggern. Setzt man ein wirksames Antihistaminikum ein, wird der Gesamtzustand verbessert und somit oft auch die Migräne als Nebeneffekt. Nach Studien könntest Du mal googeln.

    Vomex hilft bei mir teilweise wie ein Triptan gegen den Schmerz. Verspiele ich diese Wirkung, wenn ich einige Zeit Antihistaminika wie Lorano einnehme? Stichwort Gewöhnung.

    Vomex hilft eigentlich nur bei leichten Attacken, die man ganz zu Beginn erwischt. Zusammen mit Rückzug und Reizabschirmung könnte man damit mal einen Tag über die Runden kommen. Es ist immer das Gesamtpaket in so einem Fall, nie nur eine einzige Sache (in dem Fall Vomex).
    Gewöhnung kann eintreten, muss aber nicht immer schnell der Fall sein. Behandlung anderer Erkrankungen geht immer vor.

    Liebe Grüße
    Bettina

    DanielaD
    Participant
    Beitragsanzahl: 20

    Die Gewöhnung kann man vermeiden, wenn man etwa alle 14 Tage das Präparat wechselt

    Julia
    Participant
    Beitragsanzahl: 8639

    Hallo Daniela,

    mir fällt gerade auf, dass du ja gar keine Migräne hast. Ich denke, das ist wichtig zu wissen, damit jetzt nicht jede Menge Menschen mit Migräne verzweifeln, weil bei ihnen die Antihistaminika die Schmerzen nicht beseitigen. Es gibt unzählige Kopfschmerzarten, die alle unterschiedlich behandelt werden sollten/müssen. Da kann nahezu Niemand von sich auf andere schließen! Ich denke, es ist sehr wichtig, das im Kopf zu haben, damit man nicht so ins Blaue hinein Medikamente vorschlägt.

    Dir wünsch ich viel Erfolg mit deiner Medikation, die bei Migräne leider wohl kaum Erfolg haben wird.
    Alles Gute,
    Julia

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Hallo Daniela,

    Die Gewöhnung kann man vermeiden, wenn man etwa alle 14 Tage das Präparat wechselt

    das muss nicht unbedingt klappen, es kann eine Gewöhnung auf Antiemetika ganz allgemein auftreten. Daher gilt auch hier die Empfehlung, Antiemetika nicht öfter als an 10 Tagen pro Monat einzunehmen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anne_gibt_nicht_auf
    Participant
    Beitragsanzahl: 29

    Hallo Heika, Katrin, Glückdererde, Daniela, Bettina und Julia,

    ich danke euch ganz herzlich für eure Antworten. Ich werde das Lorano definitiv weiternehmen. Fühle mich zur Zeit wie ein neuer Mensch.

    Bisher habe ich die Migräne und meine (vermeintlich) leichten Allergien nicht in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich habe ich nun einige Studien gefunden, die mich motiviert haben mich zu einer Sensibilisierung beraten zu lassen. Ich werde berichten. Wobei das ja mehrere Jahre dauern kann.

    Vielleicht gibt es ja mitlesende Allergiker, die sich austauschen möchten. Ich würde mich freuen 🙂

    Bettina Frank
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 34371

    Ich werde das Lorano definitiv weiternehmen. Fühle mich zur Zeit wie ein neuer Mensch.

    Sehr schön. 😊

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