Wie kündigt sich die Migräne an?
Welche Begleiterscheinungen zeigen sich auch während und nach der Attacke?
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Abgrundtiefe Traurigkeit während Migräneattacke
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AutorBeiträge
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Liebe Lesenden,
meine Migräne ist ein Chamäleon. Ich habe immer wieder neue Auren und Begleiterscheinungen, es wandelt sich wirklich sehr stark. Das Triptan hilft immer gut gegen den Kopfschmerz, aber außer gegen Übelkeit nie gegen die Begleiterscheinungen (Schwindel, Kribbeln auf der Haut, „Ganzkörperschmerz“ und sonstige Mißempfindungen, Taubheit auf der Haut, Wortfindungsstörungen…).
Aktuell habe ich öfters Migräneepisoden mit schwärzester, abgrundtiefer Traurigkeit. Also nicht Genervtsein von der Migräne, oder Traurigkeit darüber, was ich gerade nicht machen kann oder verpasse, sondern eine ganz ganz schlechte traurige Stimmung. Eigentlich auch inhaltsleer, also ohne intrusive oder kreisende Gedanken oder so. Einfach nur so, so traurig.
Ist die Migräne weg, ist die Traurigkeit auch weg.
Kennt das jemand von Euch? Hat jemand gute Tips? Es ist wirklich schwer auszuhalten.
Liebe Grüße
ElisabethLiebe Elisabeth,
diese Traurigkeit, manche haben in dieser Phase auch Depressionen, ist bekannt. Ganz typisch auch, dass diese Traurigkeit nach der Attacke wieder vorbei ist.
Hat jemand gute Tips? Es ist wirklich schwer auszuhalten.
Eventuell hilft es, wenn Du ganz bewusst in dieser Phase schöne Dinge planst. Dir zwar eingestehst, dass Du jetzt wieder traurig bist und dies zur Migräne gehört, Du aber aktiv dagegen angehst. Nur mal so in den Raum gestellt, denn ob das wirklich hilft und sinnvoll ist, kann ich Dir leider nicht sagen. Kenne selbst so eine Traurigkeit nicht.
Eventuell könnte eine Prophylaxe mit Antidepressiva solche Phasen abfangen? Frag mal Deinen Arzt.
Vielleicht melden sich noch andere mit guten Tipps?
Liebe Grüße
BettinaLiebe Bettina,
danke für Deine Antwort.
Etwas Schönes zu machen, ist in diesen Phasen tiefer Traurigkeit nicht so hilfreich, da irgendwie jedes intensive Erleben die Traurigkeit noch verstärkt. Als ob mein Gehirn jede Emotion dann in Traurigkeit umwandeln würde. Ich kann das schlecht beschreiben.
Ich habe bisher stattdessen versucht, mich einfach abzulenken. Podcasts / Hörbücher über „harmlose“ Themen gehört, oder, wenn es geht, langweilige Arbeiten im Haushalt erledigt.Eine Prophylaxe mit Antidepressiva sehe ich etwas skeptisch, da meine Stimmung außerhalb der Attacken gut und ausgeglichen ist. Ich hatte ja im letzten Sommer eine Prophylaxe mit Amitriptylin versucht, habe aber schnell aufgegeben, weil ich schon bei niedriger Dosierung (und ich habe sehr langsam tröpfchenweise gesteigert) sehr müde war und übelste Sehstörungen (Akkomodationsstörungen) hatte. Ich finde ja eigentlich, daß jetzt mal ein Antikörper dran ist und versuche beim nächsten Termin meine Ärztin davon zu überzeugen…
Vielleicht geht es ja noch jemandem ähnlich und jemand hat noch gute Tips?
Herzliche Grüße
ElisabethLiebe Elisabeth,
ich kenne diese Art Traurigkeit nicht direkt – zumindest nicht im Zusammenhang mit Migräneattacken; aber ich hatte das früher oft, wenn ich meine Periode hatte. Dank Pille ist das jetzt ganz weg. Im Prinzip machst du schon alles richtig – du weißt ja, dass es vorüber geht. Ich hatte so meine „Filme“ für diese Stimmung; die sind mir an normalen Tagen viel zu emotional oder schnulzig, aber eben in dieser Depri-Stimmung brauchte ich genau das. Im Prinzip kann man ja nur warten bis es rum ist und diese Zeit versucht man zu überbrücken.
Was bei mir immer geht ist stundenlanges Baden 🙂 Früher hab ich Hörspielkassetten gehört, gelesen (das ein oder andere Buch hat noch Spuren…wenns dann doch mal reingefallen ist…), Musik gehört, ganze Hörbücher. Naja irgendwann wird die Haut schrumpelig, aber so 3-5h geht schon *g*.
Oder ich habe stundenlang gepuzzlet. Am liebsten ganz große Puzzles mit wenig Farben. Da dann ganz „monoton“ Puzzleteile der gleichen Farbe nach Form sortiert und dann stumpf probiert – das hatte was meditatives. Gab auch mal so Puzzles die waren komplett einfarbig, da gabs nur ein paar Strukturen. Genau richtig für diese Stimmung. An normalen Tagen macht mich das kirre 😉Du könntest mal bei einem Psychiater anfragen, ob es auch Medikamente für solche Akutphasen gibt. Ich bin mir da unsicher; glaube ich wollte es nie, weil die doch alle sehr nebenwirkungsreich waren – aber bei mir ist das 20 Jahre her.
Was du auch probieren könntest: die Ernährung in diesen Phasen etwas anpassen. Mein Mann hat extrem düstere Gedanken, wenn seine Zuckerwerte nicht stimmen (er ist Diabetiker). Also vielleicht mal schauen, per Ernährungsberatung ob es Sachen gibt, die dann sinnvoll sind. So was kann man sich ja gezielt vorbereiten, damit man dann nicht in der schlechten Stimmung was zubereiten muss.
Antikörper sind super – aber erwarte nicht zu viel davon. Ich habe auch mit Antikörper immer mal wieder migränereichere Phasen. Es ist gibt keine Garantie dafür, dass diese depressive Phase dadurch verschwindet. Aber natürlich wäre es einen Versuch wert! Gerade wenn es dich so stark belastet. Nur viele (nicht nur Betroffene) denken durch das was sie so hören, es ist DAS Wundermittel gegen Migräne. Mich hat mal ne Freundin drauf angesprochen, als die noch sehr neu waren, die konnte gar nicht verstehen, warum das nicht einfach alle Migränepatienten nehmen. Eine Spritze im Monat und nie mehr Migräne – ja wenn das so einfach wäre. Eine Verbesserung um 50% ist schon echt gut. Bei mir ist es phasenweise viel besser, aber auch phasenweise „nur“ genauso gut wie damals bei Amitriptylin. Also ja ich bin sehr dankbar für die Antikörper aber ein Wundermittel sind sie nicht und eine Wirkgarantie oder eine Garantie auf keinerlei Nebenwirkungen gibt es halt nicht.
Ich wünsche dir alles Gute!
Grüßle DanielaLiebe Elisabeth,
Als ob mein Gehirn jede Emotion dann in Traurigkeit umwandeln würde. Ich kann das schlecht beschreiben.
ich kann mir das schon vorstellen. Dann war das keine hilfreiche Empfehlung. 😉
Eine Prophylaxe mit Antidepressiva sehe ich etwas skeptisch, da meine Stimmung außerhalb der Attacken gut und ausgeglichen ist.
Eine entsprechende Prophylaxe kann auch außerhalb von Attacken stabilisieren, damit man erst gar nicht in so ein Stimmungstief fällt. Vielleicht magst Du Dich noch mal dazu beraten lassen? Kurzzeitig eingesetzte Medikamente gibt es natürlich auch, wie Daniela schon angesprochen hat. Ich würde das noch mal durchgehen mit dem Arzt.
Viel Erfolg mit dem Antikörper.
Liebe Grüße
BettinaLiebe Elisabeth, ich kenne das auch mit der episodischen Traurigkeit! Fürchterlich, aber eben auch schon bekannt. Mir hilft Selbstfürsorge und das Wissen, dass es wirklich auch wieder vorbei geht. Triptane können mir auch manchmal diese Traurigkeit nehmen, vielleicht würde es sich lohnen hier nochmal zu wechseln. Ich habe auch die Antikörperspritze Ajovy bekommen, welche die Migräneanfälle deutlich reduziert hat und auch die Begleitsymtome gut abgemildert hat- was für eine Erleichterung. Vielleicht ja auch für Dich ein gangbarer Weg! Alles Gute weiterhin L.G Claudia
Liebe Elisabeth,
ich kenne auch diese Traurigkeit. Ich habe sie nicht bei jeder Migräneattacke, nur ab und zu. Und auch erst, seit ich in den Wechseljahren bin. Aber es ist wirklich wie du schreibst. Es ist eine abgrundtiefe Traurigkeit die einen ergreift. Diese Traurigkeit habe ich sonst nie. Das merkwürdige ist, sie verschwindet auch sobald ich mein Rizatriptan nehme. Ich finde dieses Gefühl sogar schlimmer als die Schmerzen. Ich bin ja kein Arzt, aber ich denke es wird vielleicht irgendwas mit dem Serotoninspiegel und / oder den Hormonen zu tun haben. Antidepressiva habe ich noch nie genommen, da ich diese Traurigkeit ausserhalb der Migräneattacke nicht habe. Einen Rat dagegen kann ich dir nicht geben. Wenn ich ausserhalb dieses schwarzen Lochs bin denke ich immer, versuche positiv zu denken , lenk dich ab, aber wenn man da drinne steckt ist es wie eine Falle. Ich habe auch schon mal das Triptan genommen nur damit dieses schreckliche Gefühl weggeht obwohl ich die Schmerzen gut hätte aushalten können.
Also du bist nicht allein damit. Obwohl ich dir leider keinen guten Rat geben kann.Liebe Grüße
Liebe alle,
ich danke Euch sehr für Eure Antworten und werde dieses Thema beim nächsten Arztbesuch ansprechen! Ich danke Euch sehr für die konkreten Tips, aber vor allem auch dafür, überhaupt geantwortet zu haben – es tut gut zu wissen, auch mit diesem Problem nicht allein dazustehen.
Danke und habt eine schöne Woche!
Elisabeth -
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